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Glossar


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 19.05.2022

A

Aluminium ist ein Metall, das bei kurzzeitiger Aufnahme kaum gesundheitsschädlich ist. Bei einer erhöhten und langfristigen Aufnahme kann es jedoch zu brüchigen Knochen, Anämie und Hirnschädigungen kommen. In Tierstudien wurde nachgewiesen, dass der Stoff die Fortpflanzung und das sich entwickelnde Nervensystem bereits in niedrigen Mengen beeinträchtigen kann. Aluminiumsalze in Antitranspirants verengen die Schweißporen und hemmen somit die Schweißproduktion. Die dermale Aufnahme von Aluminium ist dabei gering.

Aromen: Biotechnologisch-natürliche und künstliche Aromen werden in Lebensmitteln eingesetzt, um Qualitätsunterschiede der Rohwaren auszugleichen und das Produkt zu standardisieren. Aromen finden sich häufig auch in Fertiglebensmitteln, um ein Geschmacksprofil zu erzeugen, das mit den eingesetzten, oftmals stark verarbeiteten Zutaten nicht erreicht werden kann.

B

Benzophenon wird unter ...

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... anderem in Druckerfarben und Beschichtungen eingesetzt und dient dazu, Lacke auszuhärten. In Kunststoffen, in denen Lebensmittel aufbewahrt oder zubereitet werden, ist es bis zu einem geringen Grenzwert zugelassen. Eine neuere Studie mit Ratten und Mäusen liefert Hinweise auf ein kanzerogenes Potenzial.

Benzophenon (Kosmetika) ist ein Zerfallsprodukt des UV-Filters Octocrylen und gilt als wahrscheinlich krebserregend. In Kosmetika, die Octocrylen enthalten, kann der Gehalt an Benzophenon mit der Zeit steigen. Das haben Studien mit künstlich gealterten octocrylenhaltigen Sonnenschutzmitteln gezeigt. Das wissenschaftliche Beratergremium der EU (SCCS) beurteilt die Substanz in einem Bericht zu Octocrylen als „gefährliche Verunreinigung“, die zu beobachten sei und nicht über den „Spurenbereich“ hinausgehen sollte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht vorläufig davon aus, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Derzeit ist ungeklärt, welche Mengen für sie als unvermeidbare Spuren gelten.

BHT (Butylhydroxytoluol) wird als Antioxidans eingesetzt. Die Substanz steht unter Verdacht, wie ein Umwelthormon zu wirken. Tierversuche geben unter anderem Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion.

C

Carrageen (E 407) ist ein Gelier-und Verdickungsmittel, das aus Rotalgen gewonnen wird. Es wird zwar wahrscheinlich nicht vom Körper aufgenommen, steht aber im Verdacht, Allergien zu fördern. In Tierstudien zeigte Carrageen negative Effekte auf den Verdauungstrakt und das Immunsystem. Verarbeitete Euchema-Algen (E 407a) unterscheiden sich vorrangig in der Herstellung und nur geringfügig in der Zusammensetzung von Carrageen (E 407). Sie zeigen die gleichen negativen Effekte wie Carrageen.

D

Diethylphthalat wird unter anderem zur Vergällung von Alkohol eingesetzt, von der Haut aufgenommen und beeinflusst ihren Schutzmechanismus.

Duftstoffe, die Allergien auslösen können: Studien und Datenvergleiche des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken (IVDK) zeigen, dass die Duftstoffe Eichenmoos (Evernia prunastri extract), Baummoos (Evernia furfuracea extract), Methylheptincarbonat (INCI: Methyl 2-octynoate), Isoeugenol und Cinnamal sehr potente Allergene sind. Weniger potente, aber immer noch problematische Stoffe sind Cinnamylalkohol, Hydroxycitronellal und Lyral (= Handelsname, INCI: Hydroxyisohexyl 3-cyclohexene carboxaldehyde). Als Allergene weitaus seltener in Erscheinung treten Farnesol, Citral, Citronellol, Geraniol, Eugenol, Cumarin, Amylcinnamylalkohol, Benzylcinnamat. Der IVDK ist ein Netzwerk von Hautkliniken, in dem die diagnostizierten Fälle von Kontaktallergie (pro Jahr > 10.000) zentral ausgewertet werden. Ziel: Früherkennung ansteigender Trends von bekannten und neuen Allergenen (www.ivdk.org).

E

Einwegflaschen belasten die Umwelt stärker als Mehrwegflaschen.

F

Formaldehyd/-abspalter (Kosmetika) werden in der Regel als Konservierungsstoffe eingesetzt. Formaldehyd reizt schon in geringen Mengen die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Wird die Substanz über die Atemluft aufgenommen, gilt sie als krebserregend. Es kann zu Tumoren im Nasen-und Rachenbereich kommen. (Es lässt die Haut schneller altern.)

G

Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, das in der konventionellen Landwirtschaft verbreitet gegen Unkräuter eingesetzt wird. Bei einigen Kulturen darf Glyphosat auch zur Steuerung der Reife und des Erntetermins (Sikkation) eingesetzt werden. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein. Andere Behörden wie die Europäische Chemikalienagentur (Echa) sehen keinen Krebsverdacht. Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert Glyphosat nachweislich den Verlust von Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

K

Künstlicher Moschusduft: Dazu zählen polyzyklische Moschusverbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Neuere Tierversuche geben Hinweise auf Leberschäden.

M

Mineralöl/MOAH in Kosmetika: In Kosmetika verwendete Paraffine/Erdölverbindungen enthalten teilweise aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH). Unter den MOAH können sich krebserregende Substanzen befinden. MOAH können über die Haut aufgenommen werden. Unklar ist noch, ob sie im Körper verstoffwechselt und danach wieder ausgeschieden werden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte eine Anreicherung von MOAH im Körper bislang nicht nachgewiesen werden. Auch seien gesundheitliche Risiken durch die in Kosmetika eingesetzten Mineralöle nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

Mineralöl, das in Lebensmitteln gefunden wird, besteht aus gesättigten (MOSH) und aromatischen (MOAH) Mineralölkohlenwasserstoffen. MOSH reichern sich hauptsächlich im menschlichen Fettgewebe und der Leber an. Unter den MOAH können sich krebserregende und erbgutschädigende Substanzen befinden. Mögliche Quellen für Mineralöl in Lebensmitteln sind Übergänge aus Verpackungen aus Recyclingpapier und -pappe oder in der Produktion eingesetzte Schmieröle. Auch in Kosmetika verwendete Paraffine/Erdölverbindungen können nicht unerhebliche MOAH-Gehalte aufweisen. MOAH können über die Haut aufgenommen werden. Unklar ist noch, ob sie im Körper verstoffwechselt und danach wieder ausgeschieden werden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte eine Anreicherung von MOAH im Körper bislang nicht nachgewiesen werden.

P

Paraffine/Erdölprodukte sind meist aus Erdöl hergestellt. Diese künstlichen Stoffe integrieren sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut wie die Bestandteile natürlicher Öle, die beispielsweise in Naturkosmetikprodukten stecken. Paraffinhaltige Kosmetika sind häufig mit aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt. Einige MOAH stehen in Verdacht, Krebs zu erregen.

PEG/PEG-Derivate verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. In Salben werden sie eingesetzt, um die Bestandteile gleichmäßig zu mischen; in Shampoos dienen sie auch als Tenside.

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen bilden in der Müllverbrennung gesundheitsschädliche Dioxine und belasten die Umwelt bei Herstellung und Entsorgung. Weich-PVC enthält große Mengen an Weichmachern.

Pyrethroide (Biozidprodukte und Pestizide) sind künstlich synthetisierte Nachbauten natürlicher Pyrethrine. Sie sind nervengiftig, aber stabiler als Pyrethrine. Mittel mit Pyrethroiden können mehrere Wochen bis Monate wirksam sein. Einige Pyrethroide wie Cypermethrin, Lambda-Cyhalothrin oder Tetramethrin zeigten in Zellversuchen eine hormonelle Wirkung. Mögliche Symptome beim Menschen sind bei Hautkontakt etwa Taubheit, Jucken oder Brennen. Phenothrin und Transfluthrin sind als toxisch eingestuft, Deltamethrin darüber hinaus als persistent (schwer abbaubar) und Etofenprox und Lambda-Cyhalothrin als bioakkumulierend. Beide Substanzen können sich also im Körper anreichern. Pyrethroide wie Permethrin sind nicht nur in Mitteln gegen Ungeziefer enthalten, es werden damit auch Teppiche ausgerüstet. Zudem stecken Pyrethroide in Produkten für Haustiere, etwa in Flohmitteln.

R

Rezyklatanteil: Post-Consumer-Rezyklate (PCR) in Kunststoffen sind die Anteile wiederverwerteten Plastiks, die aus der häuslichen Wertstoffsammlung (gelber Sack, gelbe Tonne) und dem Kreislauf für PET-und PE-Pfandflaschen stammen. Bei Post-Indusrial-Rezyklaten (PIR) handelt es sich hingegen um Reste aus der Kunststoffproduktion, die noch nicht im Wertstoffkreislauf waren. PCR-Anteile in Kunststoffen tragen zur Kreislaufwirtschaft bei, verringern die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und entlasten so die Umwelt.

S

Sensorik ist die Beurteilung von Nahrungsmitteln und Getränken nach Aussehen, Geruch und Geschmack sowie – je nach Produktgruppe – nach Konsistenz oder Mundgefühl.

Silber wird in Kosmetika und Textilien, zum Beispiel in Funktionskleidung, eingesetzt, da Silberionen antimikrobiell und dadurch geruchshemmend wirken. Wenn sich Silber aus Produkten löst, gelangt es in die Umwelt. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liegen nicht genügend Untersuchungsergebnisse vor, um die langfristige Wirkung von Silber auf den menschlichen Organismus und die Umwelt abschließend einschätzen zu können. Außerdem kann der inflationäre Gebrauch von Silber in Textilien dazu führen, dass Bakterien resistent gegen Silberionen werden. So wäre der hilfreiche Einsatz zur Wundbehandlung und gegen Entzündungen in der Medizin gefährdet. Zudem darf das Konservierungsmittel „Silberchlorid aufgebracht auf Titandioxid“ gemäß Anhang V der EU-Kosmetikverordnung nicht in Mitteln für Kinder unter drei Jahren verwendet werden.

Silikone sind meist aus Erdöl – einem nicht nachwachsenden Rohstoff – hergestellt und ein Ersatz für hochwertige pflanzliche Öle.

Siloxane sind Bestandteile von Produkten aus Silikon. Sie sind vielseitig einsetzbar und finden sich beispielsweise in Kosmetik, in Haushaltswaren wie Backformen und in Babyartikeln wie Schnullern oder Noppen von Krabbelstrumpfhosen. Besonders problematisch sind die Siloxanverbindungen D4, D5 und D6 (Octamethylcyclotetrasiloxan, Decamethylcyclopentasiloxan und Dodecamethylcyclohexasiloxan). Alle drei listet die europäische Chemikalienagentur (Echa) als „besonders besorgniserregende Stoffe“: Sie reicherten sich in der Umwelt an und seien dort sehr schwer abbaubar. D4 ist darüber hinaus in der EU als Gefahrstoff eingestuft, weil es im Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.

Synthetische Polymere sind künstliche, durch ein Polymerisationsverfahren hergestellte Makromoleküle. Sie stellen die Hauptkomponente von Kunststoffen dar. In fester Form (Mikroplastik) eingesetzt, dienen sie in kosmetischen Mitteln beispielsweise als Abrasiva in Peelings. In halbfester, gelartiger oder flüssiger Form fungieren sie als Filmbildner, Viskositätsregler, Emulgatoren oder Trübungsmittel. Wie sich schwer abbaubare, wasserlösliche synthetische Polymere auf die Umwelt auswirken, ist bislang unbekannt. Der Naturschutzbund (Nabu) sieht eine gesetzliche Regulierungslücke bei Mikroplastik und gelösten Polymeren und fordert, dass ein Verbot von Mikroplastik auch Trübungs-und Füllstoffe umfassen müsse.

U

Umkartons belasten die Umwelt unnötig und sind nur akzeptabel, wenn sie eine Glasverpackung schützen oder mehrere unverzichtbare Teile/Produkte beinhalten.

Bedenkliche UV-Filter: Etliche chemische UV-Filter sind in den Verdacht geraten, wie Hormone zu wirken. Für die Filter 4-Methylbenzylidencampher (4-MBC bzw. MBC), Ethylhexylmethoxycinnamat (Octylmethoxycinnamat, OMC), 3-Benzylidencampher (3-BC), Benzophenon-1 (BP1), Benzophenon-2 (BP2), Benzophenon-3 (Oxybenzon) wurde die hormonelle Wirksamkeit im Tierversuch gezeigt. Bei den Filtern Homosalat (Homomenthylsalicylat bzw. HMS), Octyl-dimethyl-para-amino-benzoic Acid (OD-PA-BA), Octocrylen und Etocrylen liegen Hinweise auf eine hormonelle Wirkung aus Zellversuchen vor. Zudem gibt es für Homosalat Hinweise für eine mögliche Schädigung von Nieren, Leber und Schilddrüse aus Tierversuchen, weshalb das EU-Bewertungsgremium SCCS nur noch 0,5 Prozent statt bislang zehn Prozent des UV-Filters in kosmetischen Produkten als sicher erachtet. Die EU-Kommission hat den Filter 3-Benzylidencampher (3-BC) inzwischen verboten; seit Februar 2016 dürfen keine Kosmetika mehr mit dem UV-Filter auf dem Unionsmarkt bereitgestellt werden. Einige der Filter werden von der Haut aufgenommen und sind in der Muttermilch nachzuweisen. Benzophenon-1, Benzophenon-2 und Etocrylen sind in der EU nicht als Sonnenschutzfilter zugelassen, können aber als Zusatzstoffe eingesetzt werden. Benzophenon-2 kann als Zusatzstoff in Parfümölen stecken.