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Haarentfernung: Alle gehen glatt


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 4/2009 vom 16.09.2009

Die meisten Frauen entfernen die Haare an ihren Beinen und nehmen für glatte Haut auch schmerzhafte Prozeduren in Kauf. Hauptsache, das Nachwachsen der Härchen lässt möglichst lange auf sich warten.


Artikelbild für den Artikel "Haarentfernung: Alle gehen glatt" aus der Ausgabe 4/2009 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

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Wenn sich Caroline Keutgen die Beine rasiert, muss sie oft an ihre amerikanische Lektion in Köperpfl ege denken. Vor rund 15 Jahren besuchte sie als Austauschstudentin die Vereinigten Staaten und freundete sich mit einem Kommilitonen an. „Als er zum ersten Mal meine bloßen Beine sah, rief er entsetzt ‚Carol, you really must shave your legs!‘“, erinnert sich die heute 38-Jährige amüsiert. ...

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Wenn sich Caroline Keutgen die Beine rasiert, muss sie oft an ihre amerikanische Lektion in Köperpfl ege denken. Vor rund 15 Jahren besuchte sie als Austauschstudentin die Vereinigten Staaten und freundete sich mit einem Kommilitonen an. „Als er zum ersten Mal meine bloßen Beine sah, rief er entsetzt ‚Carol, you really must shave your legs!‘“, erinnert sich die heute 38-Jährige amüsiert. „Er wollte mich nicht beleidigen, aber in den USA sind behaarte Beine ein stilistischer Fauxpas ersten Ranges“, erklärt Caroline. Sie tat dem Freund den Gefallen und rasierte die dunklen Härchen ab – und ist dabei geblieben, denn auch hierzulande ist die Toleranz für Körperbehaarung an den „falschen“ Stellen gesunken. Laut einer aktuellen Studie der Universität Leipzig entfernen sich 97 Prozent der jungen Frauen in Deutschland die Körperhaare, vor allem an den Beinen. Glatte Haut sei ein allgemeiner kultureller Trend, meinen die Leipziger Wissenschaftler. Der kann zwar auch wieder aus der Mode kommen, aber dass behaarte Damenbeine irgendwann einmal als schön gelten, ist extrem unwahrscheinlich. Da bleibt nur der beherzte Griff zu Klinge, Epilierer oder Wachs.

Noch immer sind Nass- und Trockenrasur die beliebteste und einfachste Methode, um unliebsame Härchen loszuwerden. Allerdings werden die Haare dabei nur abgeschnitten und wachsen schnell wieder nach. Diese Lösung beschert höchstens für etwa drei Tage glatte Haut. Wichtig: Die Rasur reizt die Haut, sie sollte daher anschließend eingecremt werden. Vor der Rasur trägt Frau am besten ein pfl egendes Gel oder Schaum auf. Manche Rasierer haben in der Klinge bereits feste Rasierseife eingebaut und kommen ohne Schaum aus.

Wachs: Schmerzhaft, aber effektiv

Foto: Banana Stock

Wer sich länger an seidiger Haut erfreuen will, muss die Körperhaare an der Wurzel packen – etwa mit Wachs. Diese Methode eignet sich besonders für die Beine, denn die sind nicht so schmerzempfi ndlich. Es dauert drei bis vier Wochen, bis neue Haare sprießen. Produkte für zu Hause sind ab etwa sechs Euro in Drogerien oder Parfümerien erhältlich. Unterschieden wird zwischen Kalt- und Warmwachs. Kaltwachsstreifen sind einfach in der Anwendung, aber oft nicht so effektiv. Sie werden auf die gereinigte Haut aufgelegt, das Wachs verklebt mit den Haaren. Beim Abreißen der Streifen wird das Haar ausgerissen, allerdings nicht mit der kompletten Wurzel. Warmwachs produkte müssen erst erwärmt werden. Das warme Wachs umschließt die Haare oft fester, sodass das Ergebnis besser ausfällt.

Aus dem Orient kommt das natürliche Produkt Halawa, eine Zuckerpaste, mit der sich Haare wie mit Warmwachs entfernen lassen. Die Paste gibt es auch fertig zu kaufen, etwa in türkischen Läden oder im Kosmetikfachhandel.

Epiliergeräte: Verbesserte Technik

Foto: Philips

Die modernen Epiliergeräte für die Heimanwendung sind vor allem bei Frauen beliebt: Schnell rotierende Pinzetten greifen die Haare und reißen sie aus. Die Prozedur ist mittlerweile nicht mehr so schmerzhaft. Einige Geräte arbeiten mit einem Kühleffekt, der die Haut unempfi ndlicher macht. Ein gutes Gerät kostet 100 bis 120 Euro.

Wer sehr lange Haare hat, kann sie vor dem Epilieren mit einem Rasiergerät auf einen halben bis einen Zentimeter kürzen, dann funktioniert die Methode am besten. Die Haut sollte trocken und fettfrei sein. Vor dem Ansetzen des Geräts mit der anderen Hand die Haut straffen, das richtet die Härchen auf. Am besten klappt die Haarentfernung, wenn man mit kreisenden Bewegungen gegen die Wuchsrichtung epiliert. Die erste Behandlung ist am schmerzhaftesten. Danach wachsen oft feinere Härchen nach. Die Epilation sollte alle vier Wochen wiederholt werden, dann ziept es am wenigsten. Um das Einwachsen abgerissener Härchen zu vermeiden, ist ein anschließendes Peeling sinnvoll. Am besten epiliert man abends, denn manchmal treten danach Rötungen und Pickelchen auf. Meist verschwinden sie aber über Nacht.

Nadelepilation: Das effektivste Verfahren

Foto: Elipa Elektrologie

Die Nadel- oder Elektroepilation gilt als effektivstes Verfahren, um Haarwurzeln zu zerstören und das Nachwachsen langfristig zu verhindern. Die Nadelepilation eignet sich für alle Haut- und Haartypen.

Bei dem Eingriff wird eine hauchfeine Nadel in den Haarkanal eingeführt und kurz unter Strom gesetzt. Der Stromstoß zerstört die Haarwurzel, was durchaus schmerzhaft sein kann. Auch Nebenwirkungen wie Rötungen und leichte Schwellungen gehören oft dazu. Da jedes Haar einzeln behandelt wird, ist die Methode sehr zeitaufwendig und teuer. Sie kostet – je nach Aufwand – pro Stunde 50 bis 100 Euro. Für ein gutes Ergebnis sind mindestens drei Sitzungen nötig.

Diese Technik sollte nur ein Spezialist, ein Elektrologist, durchführen. Adressen gibt es beim Fachverband Elektrologie (www.fachverband-elektrologie.de). Allerdings ist die Ausbildung in Deutschland nicht geregelt, manche Anbieter erwerben in den USA das dortige Zertifi kat CPE. Interessenten sollten sich nicht scheuen, nach der Qualifi kation des Anbieters zu fragen. Dieser sollte regelmäßig Weiterbildungen besuchen, da sich die Technik ständig weiterentwickelt. Vor der Behandlung muss ein Beratungsgespräch erfolgen. Auch ein Test auf einer kleinen Hautpartie ist sinnvoll.

Laserbehandlung: Nur bei dunklen Haaren

Foto: Candela

Bei dieser Methode werden die Haarwurzeln durch Licht ener gie zerstört. Der Laser erfasst mehrere Haare gleichzeitig, sodass die Prozedur nicht so lange dauert wie die Nadelepilation. Lasern ist nur bei dunklen Haaren sinnvoll, denn die enthalten das Pigment Melanin, das die Lichtenergie leiten kann. Der Laserkopf sollte auf wenige Grad heruntergekühlt sein, der Eingriff ist dann deutlich schmerzärmer. Da die Haut dabei einer gewissen Lichtbelastung ausgesetzt ist, sind Sonnenbäder davor und danach tabu. Wer Medikamente nimmt, die auf Licht reagieren, darf sich der Behandlung nicht unterziehen. Dazu gehören Antibiotika, ge wisse Antidepressiva und Antiepileptika.

Die besten Ergebnisse erzielen Experten im Gesicht, in den Achseln und an der Bikinizone. Bei Behandlungen der Beine empfehlen sich Probebehandlungen auf einem begrenzten Hautareal. Überzeugt das Ergebnis, kann eine Komplettbehandlung erfolgen. Je nach Haar- und Hauttyp sind zwei bis acht Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen nötig, eine Sitzung kostet etwa 300 Euro. Professionell durchgeführte Laserbehandlungen können den Haarwuchs langfristig deutlich verringern, von dauerhafter Haarentfernung zu sprechen sei aber beim heutigen Stand der Lasertechnik unseriös, erklärt der Fachverband Elektrologie. Die Laserbehandlung sollte nur ein erfahrener Dermatologe durchführen, bei Anwendungsfehlern drohen Verbrennungen und Narben.

IPL-Methode: Mit Xenonlicht an die Wurzel

Foto: irisblende.de

Die IPL-Methode (Intense Pulsed Light) ist auch unter der Bezeichnung Blitzlampe bekannt. Sie gilt als modernstes Verfahren zur dauerhaften Haarentfernung. Wie beim Laser ist auch hier Licht das Mittel der Wahl – sogenanntes Xenonlicht, das im Haar zu Wärme umgewandelt wird und die Wurzel zerstört. Da auch bei dieser Methode das Farbpigment Melanin im Haar als Leiter dient, sind hellblonde und weiße Haare schlecht zu entfernen. Die Behandlung ist effektiv, weil die Blitzlampe von allen Epilationsgeräten die größte Behandlungsfl äche erfasst. Fachkundig durchgeführt, ist das Verfahren relativ schonend.

Interessenten sollten darauf achten, dass der Anbieter Geräte der zweiten Ge neration verwendet. Diese verfügen über einen Filter, der Wellenlängen über 950 Nanometer aus dem Lichtspektrum herausfi ltert. Dadurch sinkt das Risiko für Verbrennungen. Dennoch muss eine zusätzliche Hautkühlung erfolgen. Da aktuelle IPL-Geräte teurer sind, kostet auch die Behandlung mehr – für 45 Minuten etwa 250 Euro. Vier bis acht Sitzungen sind nötig. Erste Studien haben aber ergeben, dass bei zwölf bis 20 Prozent der Kunden erneut Haare wachsen. IPL bieten Kosmetik- und Enthaarungsstudios an, aber auch einige Dermatologen.

Enthaarungscremes: Auf Dauer nicht zu empfehlen

Foto: Banana Stock

Chemische Zusätze von Enthaarungscremes weichen die Haare auf und lassen sie ausfallen. Das Ergebnis hält bis zu vier Wochen an, es kommt aber relativ häufi g zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen. Die Produkte enthalten stark alkalische Substanzen und als Wirkstoffe die Salze der Thioglykolsäure. Diese knacken die Schwefelverbindungen im Haar. Anwender von Enthaarungscremes klagen mitunter über tagelang anhaltendes Brennen der behandelten Stellen.

Ausbildung nicht geregelt

Wer in Deutschland an eine professionelle Haarentfernung denkt, hat es schwer, fachkundiges Personal zu erkennen. Die Ausbildung von Fachleuten für Haarentfernung ist nicht geregelt. Mitunter haben Anbieter ihr Verfahren nur in kurzen Wochenend-Workshops kennengelernt. Vor allem bei den technisch anspruchsvollen Methoden wie Nadelepilation, Laser und Intense Pulsed Light (IPL) ist das aber nicht ausreichend. Wer an diesen Eingriffen interessiert ist, wendet sich am besten an medizinisch geschultes Personal. Auch manche Dermatologen bieten Haarentfernung an. Adressen findet man im Internet unter www.trichocare.de