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Ich habe alles aus meinemKörper rausgeprügelt


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Sport Bild Sonderheft Handball Bundesliga - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 24.08.2022
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Silvio Heinevetter im Trikot seines neuen Klubs TVB Stuttgart. Der Torwart spielt seit 2005 in der Bundesliga, war in Magdeburg, Berlin und Melsungen. Bislang absolvierte er 204 Länderspiele, erzielte dabei drei Tore

— Von Dirk Weitzmann

SPORT BILD: Herr Heinevetter, mit zarten 37 Jahren haben Sie Ihre rund 20. Saisonvorbereitung im Profi-Bereich absolviert. Wie leicht fiel es Ihnen?

SILVIO HEINEVETTER: Egal,wie alt man ist, es wirdnicht leichter und nichtschwerer. Und es ist immer eine Quälerei. Aber esist durchdachter als früher. Es wird zwar kaputtgemacht, aber nicht sowie ganz früher

Helfen der neue Verein TVB Stuttgart, die neue Umgebung und der neue Trainer dabei?

Ja, ein neuer Trainer ist nie schlecht. Das bedeutet aber nicht, dass es leichter wird. Ich will mich ja auch im neuen Umfeld beweisen. Ich habe auch diesmal alles aus meinem Körper rausgeprügelt.

„Aber noch hatte ich keine Zeit, um Trübsal zu blasen. Warum auch?“

Wie viel Benzin ist noch im Tank von Silvio Heinevetter, wie viel Bock macht es noch nach 20 Jahren?

Benzin kann man ja nachfüllen… (lacht) Die Vorbereitung hat richtig viel Spaß ...

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... gemacht im neuen Umfeld. Die Jungs sind hier auch super.

Was genießen Sie in der neuen Umgebung am meisten?

Ich war sehr kritisch gegenüber der süddeutschen Küche hier eingestellt. Ich muss inzwischen aber sagen: Es schmeckt. Ansonsten hatte ich durch die Vorbereitung mit Trainingslager und Turnieren noch nicht so viel Zeit, um hier viel genießen zu können.

Was schmeckt Ihnen denn besonders?

Die Käsespätzle sind schon lecker.

Hatten Sie denn schon Zeit gehabt, Dinge zu vermissen?

Nein. Ich lasse mich hier voll auf das neue Projekt ein, lerne viele neue Menschen kennen. Aber sicher vermisst man seine alten Jungs, seine Freunde. Aber noch hatte ich keine Zeit, um Trübsal zu blasen. Warum auch?

Während Ihrer zwei Jahre in Melsungen sind Sie in Kassel unter die Gastronomen gegangen, führen mit Partnern das „Holy Nosh“. Wird man Sie noch vor Ort sehen?

Ja, es hängt aber davon ab, wie der Zeitplan es erlaubt. Ich versuche es aber schon einzubauen. Mit dem Auto sind es ja nur dreieinhalb Stunden, mit der Bahn geht es sogar deutlich schneller.

Ihr letzter Verein Melsungen hat Ihnen keinen neuen Vertrag gegeben. Sie hatten dann einige Optionen, was gab den Ausschlag für Stuttgart?

Stuttgart hat sich sehr um mich bemüht. Sie haben einen Plan, der Weg des Vereins soll nach oben gehen, die letzte Saison (Platz 15; d. Red.) soll kein Alltag sein. Am Ende aber sind die persönlichen Dinge entscheidend, wie man mit Menschen umgeht, wie man sich mit Menschen an einen Tisch setzt und ihnen Dinge darlegt.

Ein großer Unterschied zu Ihrem letzten Arbeitgeber Melsungen?

Ich habe keine Lust nachzutreten, die haben genug Probleme vor der Haustür. Als ich damals was gesagt habe, war ich noch Teil des Ganzen (Im Zuge seiner Nicht-Verlängerung hatte er im November 2021 fehlende offene und ehrliche Kommunikation bemängelt; d. Red.). Jeder bei der MT Melsungen hat damals meine Worte gehört und verstanden. Ich habe viel Zuspruch bekommen, auch innerhalb des Vereins. Es gab keine negative Stimme. Das sagt ja einiges.

„Eine gute Saison zeichnet sich dadurch aus, dass man die Menschen im Verein und in der Halle begeistert“

Dennoch: Wie gut hat Ihnen die Verabschiedung getan, als die Fans Ihren Namen skandierten, Sie riesigen Beifall bekamen und die Geschäftsführung ausgepfiffen wurde?

Ich glaube, dass das Publikum in Kassel ein gutes Gespür für die Situation hat. Und wenn man sich das Video von damals anschaut, dann gab es schon ein klares Statement der Fans, bevor ich überhaupt das Mikro in den Händen hielt.

Die letzte Saison mit Platz 15 soll für Stuttgart kein Standard sein. Geschäftsführer Jürgen Schweikardt gab das Ziel Top 12 aus, bis 2024 sollen es d ie Top 10 sein. Ist das realistisch?

Das Ziel ist nicht unrealistisch, davon bin ich überzeugt. Es muss aber immer viel zusammenpassen, manchmal braucht man auch Glück. Ich glaube aber, dass die Strukturen dafür vorhanden sind. Bei der Kader-Zusammenstellung wurden sich auch viele Gedanken gemacht.

Wann ist die Saison für Sie mit Stuttgart eine erfolgreiche?

Schöne Frage. Eine gute Saison zeichnet sich dadurch aus, dass man die Menschen im Verein und in der Halle begeistert. Und wenn man mal Spiele verliert, in denen man gut war, bedeutet das nicht, dass die Saison schlecht war. Wenn man Begeisterung schafft, gerade in Stuttgart, dann kann es eine erfolgreiche Saison sein.

Mit Berlin spielten Sie um Titel, hatten mit Melsungen auch hohe Ansprüche. In Stuttgart sind die Ziele andere. Ist es für Sie vom Kopf her eine Umstellung?

Das macht für mich keinen Unterschied. Ich will meine Leistung zeigen und mit der Abwehr zusammen versuchen, ein Bollwerk aufzubauen. Ob das nun oben oder unten in der Tabelle ist, ist nebensächlich.

Merken Sie mit zunehmendem Alter und Erfahrung, dass Sie eine andere Rolle in der Gruppe einnehmen, Sie mehr um Rat gefragt werden?

Ja, das ist aber auch ganz normal und nicht nur im Sport so.

Geben Sie Ihre Erfahrungen anders weiter als noch vor zehn Jahren?

Ja. Ich habe einen anderen Blick auf die Dinge als vor zehn Jahren. Ich bin professioneller geworden, investiere mehr in meinen Sport. Es kristallisiert sich schnell raus, wie ich mit den Kollegen umgehen muss. Da gibt es dann auch Zuckerbrot und Peitsche.

Sie sprachen von zunehmender Professionalität. Woran machen Sie das fest?

Das fängt mit dem Aufwärmen an und hört mit den freien Tagen auf. Die aktive Regenration ist eine andere, ich lege mehr Wert auf Körperpflege.

Wer sind Ihre Titel-Favoriten?

Dieses Jahr ist die erste Saison, in der der THW Kiel nicht der klare Favorit ist. Das ist den Verletzungen von Hendrik Pekeler und Sander Sagosen geschul- det. Für mich geht kein Weg an Magdeburg und Berlin vorbei.

Warum Berlin?

Berlin hat sich unter anderem mit Mathias Gidsel gut verstärkt, zudem ist die Mannschaft sehr gut eingespielt.

Und wer steigt ab?

Aus der Historie ist es immer so, dass es alle Aufsteiger nicht leicht haben. Andererseits finde ich, dass Gummersbach einen sehr guten Kader hat für einen Aufsteiger. Es wird bis zum Schluss ein enges und offenes Rennen sein.

Eine abschließende Frage zur Nationalmannschaft. Ist die noch Thema für Sie?

Ich mache mir gerade mal Gedanken über den Bundesliga-Auftakt. Wenn man so weit nach vorne schaut im Sport, ist es immer schwierig. Von daher ist die Nationalmannschaft aktuell kein Thema. Und die darf auch in der Vorbereitung kein Thema sein.