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Im Stillen


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ÖKO-TEST Fragen und Antworten - epaper ⋅ Ausgabe 3/2013 vom 05.04.2013

Muttermilch ist für Babys das Allerbeste. Doch was tun, wenn die Mutter nicht stillen kann oder möchte? Lesen Sie, welche Produkte für welches Baby geeignet sind, wie das Stillen funktioniert und wie man allergiegefährdete Babys ernährt.


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Warum ist Muttermilch die beste Nahrung fürs Baby?

Weil sie alle Nährstoffe enthält , die das Baby zum Wachsen und Gedeihen braucht. Der enthaltene Milchzucker sättigt, ist gut verdaulich und fördert den Aufbau einer gesunden Darmflora. Die ungesättigten Fettsäuren sorgen für die gesunde Entwicklung des Gehirns und die Immunstoffe der Muttermilch schützen das Kind vor ...

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Weil sie alle Nährstoffe enthält , die das Baby zum Wachsen und Gedeihen braucht. Der enthaltene Milchzucker sättigt, ist gut verdaulich und fördert den Aufbau einer gesunden Darmflora. Die ungesättigten Fettsäuren sorgen für die gesunde Entwicklung des Gehirns und die Immunstoffe der Muttermilch schützen das Kind vor Allergien und anderen Krankheiten. Denn die Abwehrstoffe legen sich wie ein Film auf die Darmschleimhaut und bilden eine Barriere gegenüber Allergenen. Das Eiweiß aus der Milch wird von Babys Körper als „arteigen“ erkannt und darum gut akzeptiert. Muttermilch schützt auch vor Infektionen, weshalb gestillte Babys später seltener unter Harnwegsinfekten, Durchfallerkrankungen und Mittelohrentzündung leiden als Kinder, die die Flasche erhalten.

Stimmt es, dass Muttermilch vor Übergewicht schützt?

Ja. Ein Grund dafür ist , dass via Muttermilch die Substanz Adiponektin ans Baby weitergegeben wird, die dessen Stoffwechsel beeinflusst, ergaben Studien am USamerikanischen Kinderkrankenhaus Cincinnati. Der Eiweißstoff bestimmt, wie Kohlenhydrate und Fette vom Körper verarbeitet werden – ob sie also eher ansetzen oder zur Energiegewinnung genutzt werden. Eine höhere Konzentration der Substanz im Blut verringert offenbar das Risiko, dick zu werden. Zudem ist bekannt, dass gestillte Babys später schlanker sind. Das Baby bestimmt selbst, wann es satt ist, wird also nicht überfüttert. Erhält es Milch aus der Flasche, trinkt es den Inhalt leer, wenn ihm die Milch immer wieder angeboten wird.

Warum ist Muttermilch Wie häufig soll man das Kind anlegen?

Früher wurden Kinder nach einem strikten Plan gestillt, weil man meinte, dass das Baby nur so genügend an Gewicht zunimmt. Heute weiß man, dass das Baby sich holt, was es braucht. Das heißt, das Kind erhält immer dann die Brust, wenn es Hunger hat. Viele Neugeborene trinken in 24 Stunden acht bis zwölf Mal, also alle zwei bis drei Stunden. Aber das bleibt nicht so. Die Milchproduktion muss erst in Gang kommen. Mit der Zeit werden die Trinkabstände größer, weil mehr Milch da ist, das Kind länger satt ist und es pendelt sich ein etwa vierstündiger Stillrhythmus ein. Das Kind trinkt immer so viel, wie es benötigt. Man muss also keine Sorge haben, das Kind zu überfüttern.

Wie lange soll es trinken? An einer oder beiden Brüsten?

Zum Trinken braucht es etwa 10 bis 20 Minuten je Seite, dann wird gewechselt. Manche Kinder trinken auch eine Brust in fünf Minuten leer, aber sie sind die Ausnahme. Angeboten werden immer beide Brüste, so werden sie gleichmäßig geleert und es wird einem Milchstau vorgebeugt. Beim nächsten Stillen wird immer mit der Brust begonnen, an der das Baby zuletzt getrunken hat. Um sich dies zu merken, kann man die entsprechende Seite mit einem Band am BH markieren.

Was kann ich tun, wenn das Kind ständig an die Brust will?

Kinder, die ständig trinken wollen , werden möglicherweise nicht richtig satt, weil sie zu kurz trinken. Sie erhalten nur die kalorienärmere Vormilch, nicht jedoch die gehaltvollere, fettreiche Milch, die erst mit zunehmender Stilldauer aus der Brust fließt. Ständiges Stillen ist anstrengend für die Mutter. Sind noch weitere Kinder da, die versorgt werden wollen, ist ständiges Stillen auch kaum machbar.
Man sollte versuchen, zwischen den Stillmahlzeiten größere Zeitabstände einzulegen, damit das Kind richtig Appetit hat und beide Brüste leer trinkt. Um die Mahlzeit etwas herauszuzögern, kann es hilfreich sein, wenn das Kind stundenweise bei einer anderen Person als der Mutter ist. Es „riecht“ die Milch dann nicht und hält länger durch.

Wie viel soll das Baby trinken und in den ersten Wochen zunehmen?

Ein Neugeborenes benötigt pro Kilogramm Körpergewicht und Tag 120 bis 200 Gramm Milch. Wiegt das Baby drei Kilo, sind dies also täglich zwischen 360 und 600 Gramm Milch. In den ersten Tagen nach der Geburt nimmt das Baby allerdings erst einmal ab, da die Milchproduktion erst richtig in Gang kommen muss. Mehr als sieben Prozent des Körpergewichts sollten dies in den ersten drei Tagen aber nicht sein. Man sollte das Baby nicht täglich auf die Waage legen, um die Gewichtszunahme zu kontrollieren. Es verunsichert nur, zu sehen, dass das Kind nicht gleichmäßig zunimmt. Entscheidend ist, dass das Kind wohlauf, wach und zufrieden wirkt. Die Hebamme, die zur Nachsorge kommt, wird das Kind hin und wieder wiegen und gucken, ob das Gewicht im Rahmen ist. Die nationale Stillkommission empfiehlt die Gewichtszunahme von mindestens 20 Gramm pro Tag. Gestillte Kinder nehmen meist mehr zu als Flaschenkinder. Später sind sie aber schlanker, da sie früh gelernt haben, die Nahrungsmenge selbst zu regulieren.

Wie lange sollte ich in jedem Fall ausschließlich Stillen?

Sie sollten Ihr Kind möglichst vier Monate lang voll stillen. In Bezug auf die Allergieprophylaxe bekommt es so den besten Schutz. Lange Zeit wurde empfohlen, Babys sechs Monate lang ausschließlich zu stillen. Wichtigster Grund für diese Empfehlung war der Schutzfaktor der Milch vor Allergien. Neuere Studien liefern aber keinen Nachweis mehr dafür, dass das Stillen über den vierten Lebensmonat hinaus zusätzlichen Allergieschutz bietet.

Ich möchte aber gerne länger als vier Monate stillen. Ist das in Ordnung?

Wenn Sie und ihr Kind sich dabei wohl fühlen, können Sie auch länger voll stillen. Beobachten Sie Ihr Kind: Wenn es mit Muttermilch vollauf zufrieden ist, kann es weiterhin die Brust bekommen. Wenn es nach festerer Nahrung verlangt, sollten Sie nach dem vierten Monat zufüttern. Die neue Empfehlung, Kinder im fünften Monat an die Beikost heranzuführen, soll Kindern gerecht werden, die früh nach fester Nahrung verlangen und Müttern, die nach vier Monaten abstillen möchten, das schlechte Gewissen nehmen, erklärt Dr. Annett Hilbig, Expertin für Säuglingsnahrung am Forschungsinstitut für Kinderernährung. Beides sei in Ordnung: vier Monate voll zu stillen oder auch sechs. „Entscheidend ist, wie es Mutter und Kind damit geht.“

Sind Schadstoffe in der Muttermilch ein Problem?

Analysen von Muttermilchproben durch Untersuchungsund Gesundheitsämter der Bundesländer ergaben, dass die Belastung mit Schadstoffen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist. Nach einer Auswertung enthielt Muttermilch 2009 etwa 80 Prozent weniger Dioxine als noch im Jahr 1990.
Seit einigen Jahren weiß man jedoch, dass sich Spuren von Weichmachern, von Flammschutzmitteln und anderen Schadstoffen in der Muttermilch befinden. Dennoch werden die Vorteile des Stillens und der Muttermilch weitaus höher eingeschätzt als das Risiko durch Schadstoffe. Die Empfehlung der nationalen Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung und auch der Weltgesundheitsorganisation ist eindeutig: Mütter sollten ihr Kind uneingeschränkt stillen. Zudem wird das Baby nur einen begrenzten und kurzen Zeitraum lang gestillt.

Meine Brust ist gerötet, fühlt sich knotig an und tut weh. Was kann das sein?

Möglicherweise handelt es sich um einen Milchstau. Dazu kann es kommen, wenn das Baby die Brust einmal nicht leer trinkt oder mehr Milch gebildet wird, als das Kind benötigt. Die Milch drückt dann gegen das Brustgewebe und es gibt eine Schwellung, die Haut rötet sich.
Abhilfe können warme Umschläge, Quarkwickel oder Umschläge mit Retterspitz schaffen. Sie müssen aber vor dem Stillen wieder abgewaschen werden.

Entlastung bringt auch, wenn vor dem Stillen ein wenig Milch mit der Hand ausgestrichen wird, so ist der Druck nicht so groß. Es hilft zudem, wenn bei jedem Stillen die Stillposition gewechselt wird und das Kind kürzer und dafür öfters trinkt. Immer gut tun Ruhe und viel Schlaf. Bitten Sie andere um Hilfe, um sich zu erholen.

Ich stille mein Kind, habe aber immer wieder wunde Brustwarzen. Das ist sehr schmerzhaft. Lässt sich dagegen etwas tun?

Vielleicht liegt es an den Stilleinlagen. In dem feuchten Milieu können sich schnell Keime bilden, die eine Entzündung begünstigen. Nach dem Stillen können Sie die Brust einfach an der Luft trocknen lassen. Speichelund Milchreste wirken desinfizierend. Hebammen empfehlen auch eine verdünnte Calendulatinktur, die regelmäßig auf die Brustwarze gegeben wird. Die Ringelblume hat bakterizide Wirkung. Ein altes Hausmittel ist Schwarztee, den man abgekühlt als Teebeutel auf die wunden Brustwarzen gibt. Wenn Sie eine sehr empfindliche Brust haben, können Sie es mit Brustwarzenschonern versuchen, die gibt es in der Apotheke. Die Brustwarze steht darin frei und trocken, reibt nicht an der Kleidung und kann so abheilen. Und auch wenn es schmerzhaft ist, sollte man unbedingt weiterstillen. Entlastung bringt der Brust, das Baby häufiger für kurze Zeit anzulegen, als es nach einer längeren Pause lange trinken zu lassen.

Ich habe schon diverse Hausmittel gegen wunde Brustwarzen versucht. Meine Brust will aber nicht heilen. Was kann das noch sein?

Möglicherweise haben Sie sich eine Pilzinfektion zugezogen. In dem feuchtwarmen Klima des BH mit Stilleinlagen fühlen sich Pilze besonders wohl. Oft ist auch das Kind infiziert, weil es den Pilz mit der Muttermilch aufnimmt. Erkennbar ist dies an dem weißlichgrauen Belag im Mund, an den Wangen und am Gaumen und auch an einem Ausschlag am Po. Gehen Sie unbedingt zum Kinderarzt. Er kann dem Kind und Ihnen ein Mittel gegen Pilze verschreiben. Damit verschwindet der Pilz in wenigen Tagen.

Seit ein paar Tagen habe ich Fieber und die Brust tut richtig weh. Muss ich mich sorgen?

Wenn Sie sich krank wie bei einer Grippe fühlen und die Brust zudem gerötet ist und sich knotig anfühlt, haben Sie vermutlich eine Brustentzündung. Grund dafür sind Bakterien, die eine Schwellung hervorrufen und so den Schmerz verursachen. Versuchen Sie es mit Hausmitteln, die in den meisten Fällen gut helfen. Quarkwickel, Umschläge mit Retterspitztinktur (aus der Apotheke) und Kohleinlagen (ein weich geklopftes Kohlblatt im BH) sind altbewährte Hausmittel, die Hebammen empfehlen. Wenn das Fieber nach ein paar Tagen nicht zurückgeht, suchen Sie den Frauenarzt auf. Er wird in schweren Fällen ein Antibiotikum verschreiben – was aber nicht das Ende der Stillzeit bedeuten muss. Es gibt Antibiotika, die auch das Kind verträgt.
Gönnen Sie sich bei einer Brustentzündung viel Ruhe und nehmen Sie Hilfe in Anspruch. Die Entzündung kuriert sich am besten, wenn man mal richtig Pause macht.

Was dürfen stillende Mütter nicht essen?

Grundsätzlich dürfen stillende Mütter alles essen , vorausgesetzt es bekommt dem Kind. Lebensmittel, die in der Schwangerschaft vertragen wurden, werden meist auch später beim Stillen vom Kind gut akzeptiert, da es diese Nahrungsmittel über das Fruchtwasser schon kennt. Manche saure oder scharfe Lebensmittel wie Tomaten, Orangen, Ananas, Zitrone, Curry, Paprika und Pfeffer machen Kindern einen wunden Po. Da jedes Kind anders reagiert, sollte man immer erst ausprobieren, was bekommt, statt einfach alle „Verdächtigen“ wegzulassen. Je geringer die Auswahl an Lebensmitteln ist, die gegessen und mit denen gekocht werden kann, umso weniger Spaß macht das Essen. Eine ausgewogene, nahrhafte und vollwertige Kost ist aber wichtig, damit das Kind via Muttermilch alle Nährstoffe erhält, die es benötigt und die Mutter Kraft zum Stillen hat.

Kann ich durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel Blähungen beim Kind vermeiden?

Von Zwiebeln, Knoblauch und Kohl , Vollkornprodukten und Mineralwasser wird behauptet, dass das Kind davon Blähungen bekommt. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür allerdings nicht. Diese Empfehlung resultiert vor allem aus Beobachtungen, die Hebammen im Umgang mit Müttern gemacht haben. Anfangs ist der Verdauungstrakt des Babys noch unreif, sodass Blähungen eher auf diese Unreife zurückzuführen sind als auf bestimmte Nahrungsmittel. Frauen sollten sich darum nicht von Anfang an diese Lebensmittel versagen, sondern nach und nach ausprobieren, was dem Kind bekommt und worauf es in den nächsten 24 Stunden mit Unwohlsein reagiert.

Wie viel müssen stillende Mütter mehr essen und trinken?

In den ersten vier Monaten der Stillzeit benötigt die Mutter täglich rund 600 Kilokalorien mehr. Der Körper vollbringt jetzt Höchstleistungen, weil er Milch produziert, weil das nächtliche Aufstehen anstrengend ist und die Mutter rund um die Uhr im Einsatz ist. Die zusätzliche Energiemenge, die Sie jetzt benötigen, ist in zwei Scheiben Vollkornbrot mit Butter und Käse enthalten oder in einem Joghurt mit Haferflocken, einigen Nüssen, Obst und Sonnenblumenkernen. Sie sollten auch reichlich trinken, da die Milchproduktion so am besten funktioniert. Am Tag sollten es zwei bis drei Liter sein. Um diese doch recht große Menge zu schaffen, kann man zu jedem Stillen ein Glas stilles Wasser trinken oder eine Kanne mit mildem Kräuteroder Früchtetee griffbereit haben.

Darf ich in der Stillzeit schwarzen und grünen Tee und Kaffee trinken?

Ja, ein bis zwei Tassen pro Tag schaden nicht. Da das Koffein aber über die Muttermilch an das Kind gelangt und es dadurch hibbelig werden kann, sollten koffeinhaltige Genussmittel am besten unmittelbar nach dem Stillen getrunken werden. Beim nächsten Stillen ist das Koffein in der Muttermilch zwar nicht vollständig abgebaut, aber doch vermindert. Geben Sie Milch in den Kaffee. Dann ist darin weniger Koffein enthalten, das nachwirkt. Wer ein sehr unruhiges Kind hat, das gar nicht zur Ruhe kommen will, sollte aber besser auf normalen Tee und Kaffee verzichten. Alternativ empfehlen sich koffeinfreie Varianten.

Ich möchte Muttermilch abpumpen, weil mein Mann das Baby füttert. Was muss ich beachten?

Die Milch sollte über den Tag immer dann abgepumpt werden, wenn nach einer Stillmahlzeit noch etwas übrig ist. Im Kühlschrank bei vier Grad Celsius hält sich abgepumpte Milch zwei Tage. Sie können die Milch also tagsüber in einem sauberen Fläschchen sammeln, es verschließen, im Kühlschrank aufbewahren und abends füttern. Das Fläschchen wird dann unter fließend warmem Wasser erwärmt oder in einem Flaschenwärmer mit Warmluft auf Trinktemperatur gebracht.

Kann ich die abgepumpte Milch in der Mikrowelle erhitzen?

Besser nicht. Denn die Milch erwärmt sich in der Mikrowelle ungleichmäßig und es entstehen heiße Stellen. Beim Füttern kann sich das Kind an der heißen Milch verbrennen. Es kann auch passieren, dass es zu kalte Milch bekommt, was dem Bauch nicht bekommt. Das gilt ebenso für die Zubereitung von Tee.

Ich will wieder arbeiten. Kann ich die Milch einfrieren?

Ja, das ist problemlos möglich. Denn das Einfrieren hat keine Auswirkungen auf die Qualität der Muttermilch. Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralstoffe aus der Milch werden weitgehend erhalten. Eingefroren bei minus 18 Grad hält sich die Milch rund sechs Monate. Beschriften Sie das Fläschchen mit dem Datum, dann behalten Sie den Überblick. Nehmen Sie die benötigten Milchportionen am besten morgens aus dem Tiefkühlfach. So kann die Milch schon antauen. Innerhalb der nächsten zwölf Stunden muss sie dann verfüttert werden. Die Trinktemperatur sollte handwarm sein. Milchreste müssen weggeschüttet werden.

Ich habe gehört, dass Frauen in den USA ihre überschüssige Milch für viel Geld verkaufen. Wie sieht das in Deutschland aus?
Im Gegensatz zu den USA hat sich in Deutschland bislang kein kommerzieller Markt für Muttermilch gebildet. Als Relikt aus DDRZeiten gibt es in einigen größeren Städten Ostdeutschlands Muttermilchbzw. Frauenmilchbanken (Liste unter www.muttermilchbanken.de), und neuerdings eine am Münchener Klinikum Großhadern. Die Sammelstellen testen die gespendete Muttermilch und geben sie an Säuglingsintensivstationen weiter. Die Spenderinnen werden auf Krankheiten und ungesunde Lebensgewohnheiten untersucht und erhalten in der Regel eine Aufwandsentschädigung. Wer nicht in der Nähe einer Frauenmilchbank lebt, kann seine Muttermilch über das Netzwerk Human Milk 4 Human Babies (www. facebook.com/HM4HBDeutschland) kostenlos anbieten.

Mit Baby bleibt meist wenig Zeit zum Kochen. Was können stillende Mütter tun, um vernünftig zu essen und zu trinken?
Nehmen Sie das Kind mit in die Küche. Es kann Ihnen zugewandt in einem Tragesack sitzen oder auf einer Decke auf dem Boden liegen. Achten Sie darauf, dass es schön warm in der Küche ist und das Kind nicht im Zug liegt. Kochen Sie Gemüse, die schnell zubereitet sind, also nicht groß geputzt und nur kurz gegart werden müssen. Geeignet sind Hokkaidokürbis (der mit Schale gegessen wird), Pellkartoffeln, Karotten und Brokkoli. Dazu ein Schuss saure Sahne oder Crème frâiche, fertig. Eine gute Alternative ist Tiefkühlgemüse pur, also Erbsen, Möhren und Blumenkohl. Nudeln, parboiled Reis, Couscous und Polenta sind ebenfalls in wenigen Minuten fertig. Wer immer gleich die doppelte Menge kocht, hat am nächsten Tag noch einmal zu essen. Auch Salatsaucen und Pesto für Nudeln lassen sich gut auf Vorrat zubereiten.

Ist ein Gläschen Sekt oder Wein erlaubt?
In der Stillzeit sollten Sie ganz auf Alkohol verzichten. Denn der Alkohol geht in die Muttermilch über und gelangt so ins Blut des Kindes. Wer sich zu besonderen Anlässen mal ein kleines Glas Sekt genehmigen möchte, sollte es wie auch Kaffee und schwarzen Tee direkt nach dem Stillen trinken. Bis zur nächsten Stillmahlzeit ist der Alkohol dann weitgehend abgebaut. Man kann den Sekt auch großzügig mit Orangenoder anderem Fruchtsaft mischen und so den Alkoholgehalt reduzieren.

Sind Muttermilchersatzprodukte eine gute Alternative zum Stillen?

Sie sind dann eine gute Alternative , wenn das Baby nicht gestillt werden kann. Die Milchpulver aus Kuhmilch werden so verändert, dass sie das Baby mit allem versorgen, was es braucht. Sie enthalten wie Muttermilch einen verminderten Eiweißgehalt, da zu viel davon die Nieren belastet, und es werden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugesetzt, die in Kuhmilch nicht enthalten sind. Dennoch ist die Ersatznahrung der Muttermilch nicht gleich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass sie nicht hundertprozentig an die Muttermilch heranreicht, da ihr Immunstoffe fehlen, die das Kind vor Infektionen der unteren Atemwege, Mittelohrentzündungen und MagenDarmInfekten schützen.

Kann ich Babymilch auch selbst herstellen, etwa eine Mandelmilch?

Nein , davon rät das Forschungsinstitut für Kinderernährung klar ab. Denn selbst hergestellten Milchnahrungen fehlen wichtige Vitamine, der Eiweißgehalt, die Eiweißqualität und auch die Fettzusammensetzung seien nicht ideal. Mandelmilch enthält außerdem zu wenig gut verdauliche Kohlenhydrate, die das Kind fürs Wachstum braucht, zudem zu wenig Calcium, das wichtig fürs Knochenwachstum ist.
In alternativen Ratgebern wird immer noch eine Babymilch empfohlen, die aus frisch gemahlenem Getreide hergestellt wird. Auch von dieser Frischkornmilch rät Dr. Annett Hilbig vom Forschungsinstitut für Kinderernährung ab. Der unfertige Verdauungstrakt könne die Stärke aus dem Getreide noch nicht richtig verdauen. „Bei Gabe von selbst hergestellter Babymilch kommt es häufiger zu MagenDarmProblemen“, so Hilbig. Nicht zuletzt ist selbst zubereitete Babymilch oft unhygienisch, wodurch es ebenfalls zu starken MagenDarmBeschwerden kommen kann.

Welche Unterschiede gibt es bei den Muttermilchersatzprodukten?
Für Babys, die nicht gestillt werden können , sind Milchanfangsnahrungen geeignet, die im Namen die Vorsilbe „Pre“ oder „1“ haben. „Pre“ ist die allererste Nahrung, denn sie ist ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch und enthält als einziges Kohlenhydrat den gut verdaulichen Milchzucker. „1“ ist eine Ersatznahrung für Babys, die mit „Pre“Nahrung nicht recht satt werden, da sie neben Milchzucker Stärke enthält, dickflüssiger ist und das Kind länger sättigt. Grundsätzlich können beide Nahrungen in den ersten vier bis sechs Monaten gefüttert werden, und auch später noch, wenn das Baby schon Beikost erhält.

In Drogerien und Supermärkten gibt es auch Folgemilch mit den Ziffern „2“ und „3“. Sind sie besser für ältere Babys geeignet, die ja mehr Appetit haben?
Nein. Das suggeriert die Werbung zwar, ist aber nach Ansicht des Forschungsinstituts für Kinderernährung unnötig. Auch ältere Kinder können Anfangsnahrung erhalten. Dr. Annett Hilbig kritisiert, dass Folgemilch „2“ und Folgemilch „3“ oft unnötige Zusätze wie Zucker, Bananenund Vanillearoma enthält. Der einzige Vorteil für Kunden sei, dass sie preiswerter als Anfangsmilch sind.

Manche Anbieter suggerieren, Folgemilch sei so gut wie Muttermilch. Das stimmt doch nicht, oder?
Nein, Muttermilch ist die beste Nahrung fürs Kind. Professor Berthold Koletzko kritisiert, dass die Anbieter damit werben, Folgenahrung enthalte wertgebende Omega3-Fettsäu ren. „Das stimmt zwar, jedoch ist der hier beworbene Gehalt an AlphaLinolensäure gesetzlich vorgeschrieben, also eine Selbstverständlichkeit. Fehlt er, ist die Milch nicht verkehrsfähig.“ Das sei eine „absolute Irreführung der Verbraucher“, so der Vorsitzende der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderund Jugendmedizin.

Welche Empfehlungen gibt es für die Zubereitung?
Die Zubereitung ist einfach: Das Milchpulver wird entsprechend der Empfehlungen auf der Packung abgemessen und ins Fläschchen gegeben. Die empfohlene Wassermenge wird abgekocht und auf 30 bis 40 Grad Celsius abgekühlt. Dann vermischt man beides im Fläschchen, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind, und prüft die Trinktemperatur, sie sollte handwarm sein. Die Milch darf immer erst kurz vor dem Verzehr angerührt werden. Bleibt sie längere Zeit stehen, können sich Keime, die entweder im Milchpulver, in der Flasche, am Sauger und auf dem Löffel sitzen, vermehren. Beim Kind können sie zu schweren Infektionen des MagenDarmTraktes führen. Milchreste müssen weggeschüttet werden.

Soll die Babymilch mit Trinkwasser oder Mineralwasser angerührt werden?

Fürs Anrühren kann problemlos Trinkwasser verwendet werden. Das Wasser sollte vorher kurz aus der Leitung ablaufen, damit es kühl und frisch ist. Die Verwendung von Mineralwasser ist nur dann erforderlich, wenn sich im Haus Bleileitungen befinden. Dies ist oft in Häusern der Fall, die vor 1973 gebaut wurden. Auskunft kann der Vermieter oder Hauseigentümer geben. Wenn das Wasser aus einem Hausbrunnen gewonnen wird, sollte es auf jeden Fall auf die Eignung als Babynahrung untersucht werden. Das Wasserwerk oder Gesundheitsamt hilft weiter. Möchten Sie Mineralwasser verwenden, achten Sie auf den Hinweis: „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung.“ Es muss strengere Anforderungen an Schadstoffe wie Nitrat einhalten. Die Verwendung eines speziellen „Babywassers“ ist hingegen nicht nötig.

Soll ich mir einen Wasserfilter kaufen, in den ich das Wasser für die Babymilch vorher gebe?

Nein. Das Geld für den Wasserfilter können Sie sich getrost sparen. Das Trinkwasser aus dem Hahn hat in der Regel eine gute Qualität. Es kann nach Auskunft des Forschungsinstituts für Kinderernährung sowohl für die Zubereitung von Babytee als auch fürs Anrühren von Babynahrung verwendet werden.

Was ist HA-Nahrung?
HA steht für hypoallergen. HA-Nahrung besteht wie andere Babymilch auch aus Kuhmilch. Die darin enthaltenen Eiweißstoffe werden aber so weit aufgespalten, dass der Darm sie nicht mehr als „fremd“ erkennt und akzeptiert. Unterschieden werden HA-Nahrungen mit stark oder schwach aufgespaltetem Molkeneiweiß sowie starkes Caseinhydrolysat. HA-Nahrung schmeckt etwas bitter, wird aber vom Baby meist gut akzeptiert, wenn sie von Anfang an gefüttert wird.

Kann HA-Nahrung das Allergierisiko verringern?
Ja. HA-Nahrung kann das Allergierisiko nachweislich mindern. Jedoch schützt sie nicht vor allen Allergien. Das zeigt die so genannte GINI-Studie (German Infant Nutritional Intervention Study) mit über 2.000 Säuglingen. Hier erhielten Babys, die nicht gestillt werden können, in den ersten vier Lebensmonaten drei verschiedene HA-Nahrungen. Gefüttert wurde Babymilch mit einem stark oder schwach aufgespaltetem Molkeneiweiß sowie ein starkes Caseinhydrolysat. Diese drei Nahrungen wurden mit herkömmlicher Säuglingsnahrung verglichen – und sie verringerten tatsächlich das Allergierisiko, allerdings nur für das atopische Ekzem (Neurodermitis) und für Nahrungsmittelallergien.

Im Handel gibt es verschiedene HA-Nahrungen. Ist es egal, welche man kauft?
Nein. „Unter den in unserer Studie angebotenen HA-Nahrungen haben wir deutliche Unterschiede in Bezug auf die vorbeugende Wirkung feststellen können“, erklärt Dr. Andrea von Berg vom Marienhospital in Wesel. Sie koordinierte die GINI-Studie. Demnach schützt eine Milch mit stark gespaltenem Molkeneiweiß am besten vor Allergien. Aber auch das Produkt mit wenig gespaltenem Molkeneiweiß erzielte sehr gute Resultate. Das deutet darauf hin, dass ein gewisser Rest an intakten Milcheiweißen in der Babymilch die Auseinandersetzung mit Allergenen fördert und gut fürs Baby ist, weil es das Allergierisiko mindert. Früher meinte man, Kinder müssten so weit als möglich vor Allergenen geschützt werden. Die schlechtesten Ergebnisse und damit den geringsten Schutz vor Allergien bot das starke Caseinhydrolysat.

WelcheKinder sollten HA-Nahrung bekommen?
HA-Nahrung ist nur für Säuglinge gedacht , die allergiegefährdet sind. Das heißt, in der Familie des Kindes leidet die Mutter, der Vater oder leiden die Geschwister unter einem atopischen Ekzem (z. B. Neurodermitis), einer Nahrungsmittelallergie, an Heuschnupfen oder allergischem Asthma. Auch wenn die Eltern als Kind Allergiker waren, im Erwachsenenalter die Allergie aber nicht mehr zum Tragen kommt, wird HA-Nahrung für das Kind empfohlen.

Heute werden fast ausschließlich Milchersatznahrungen mit probiotischen Zusätzen angeboten. Wofür sind sie gut und machen sie Sinn?

Probiotische Zusätze von Milchsäurebakterien oder Bifidobakterien sollen die Besiedlung des Darms mit „guten“ Bakterien fördern und damit das Immunsystem stärken. Ob sie vor Allergien schützen, ist aber ungewiss und könnte von der Art der zugegebenen Bakterien abhängen“, sagt Professor Berthold Koletzko von der Deutschen Gesellschaft für Kinderund Jugendmedizin. Er hält den Nutzen bisher nicht für ausreichend nachgewiesen, um einen Zusatz generell zu empfehlen. Nach allem was man wisse, schaden sie aber auch nicht. Für gesunde Kinder seien sie gut verträglich.
Koletzko warnt aber, dass probiotische Babynahrung für Kinder mit Gesundheitsproblemen wie einem Herzfehler oder einem geschwächten Immunsystem, gefährlich sein können. Sie sollten in jedem Fall nicht solche Produkte bekommen.

Was ist Babynahrung mit präbiotischen Zusätzen – und was ist davon zu halten?

Präbiotika sind Kohlenhydrate wie Inulin und Oligofructose. Sie werden von den Milchsäurebakterien in Babys Darm verwertet, fördern das Wachstum dieser Bakterien und wirken somit indirekt günstig auf das Immunsystem. Ob sie tatsächlich vor Allergien schützen, auch dafür steht eine abschließende Bewertung noch aus. „Nachteilige Wirkungen präbiotischer Zusätze wurden aber nicht beobachtet“, sagt Professor Koletzko.

Sind Säuglingsnahrungen auf Sojabasis eine Möglichkeit, das Kind vor Allergien zu schützen?

Nein. Sojanahrung eignet sich nicht zur Allergieprophylaxe. „Ein Kind, das eine KuhmilchEiweißAllergie hat, reagiert oftmals auch auf Soja. Hier gibt es häufig Kreuzallergien. Zudem ist Soja ebenfalls ein starkes Allergen“, erklärt Dr. Annett Hilbig vom Forschungsinstitut für Kinderernährung. Für Kinder mit nachgewiesener Kuhmilcheiweißallergie wird der Arzt eine Hydrolysatnahrung verschreiben, die es in der Apotheke gibt.

Hat Sojamilch denn Nachteile?

Ja, Babynahrung auf Sojabasis enthält keinen Milchzucker, der für die Entwicklung einer gesunden Darmflora wichtig ist. Auch enthält Sojanahrung einen hohen Gehalt an Isoflavonen. Diese pflanzlichen Hormone wirken wie schwache Östrogene. Als weitere Nachteile nennt Professor Koletzko den höheren Gehalt an Aluminium in Sojanahrungen und die höhere Phytaseaktivität. Diese Enzyme mindern die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen in den Körper.

Gibt es Erkrankungen, bei denen Sojanahrung Sinn macht?

Ja, der Arzt kann eine Therapienahrung auf Sojabasis verschreiben, wenn das Kind keinen Milchzucker verträgt. Sojanahrung ist frei davon. Das Enzym Lactase ist für die Aufspaltung des Milchzuckers zuständig. Fehlt es, kann es zu heftigen Durchfällen kommen. Diese angeborene Störung ist aber sehr selten. Die Therapienahrung wird vom Kinderarzt verschrieben und ist in der Apotheke erhältlich.

Kann Ziegenmilch Babys vor Kuhmilchallergien schützen?

Nein, für eine prophylaktische Wirkung von Ziegenmilch gibt es keine aussagekräftigen Belege. Babys mit einer Kuhmilchallergie zeigen oftmals eine Kreuzallergie zu Ziegenmilch. Gibt es in der Familie des Babys bereits Kuhmilchallergiker, wird eine übliche hypoallergene Säuglingsnahrung empfohlen.

Schadet es, wenn ich einem gesunden Kind eine Nahrung aus Ziegenmilchpulver gebe?

Nein. Eine aktuelle australische Studie zeigt , dass Babys, die eine moderne Säuglingsnahrung auf der Grundlage von Ziegenmilcheiweiß erhielten, gut versorgt waren und ein normales Wachstum zeigten. Darum befürwortet die europäische Lebensmittelbehörde EFSA Ziegenmilcheiweiß jetzt als geeignetes Protein für Säuglingsnahrungen. Bisher war Ziegenmilchprotein nicht dafür zugelassen, weil die Vorzüge nicht belegt werden konnten. Voraussichtlich Mitte 2013 werden erste, speziell als Ziegenmilchbabynahrung ausgewiesene Produkte auf den Markt kommen.

Ist Ziegenmilch gleich Ziegenmilch?

Nein, es gibt qualitative Unterschiede. Professor Koletzko weist darauf hin, dass Ziegenmilch, die aus Neuseeland kommt und mit der die aktuelle Studie durchgeführt wurde, eine bessere Qualität als Ziegenmilch aus Frankreich oder Spanien hat, die für die Käseherstellung gedacht ist. Eltern sollten beim Anbieter nachfragen, aus welchem Land das Ziegenmilchprodukt komme.

Was kann ich tun, wenn mein Kind zu wenig trinkt?

Ob das Kind wirklich zu wenig trinkt oder man nur den Eindruck hat, dass es nicht genügend bekommt, kann man zunächst selbst überprüfen: indem man sich das Kind anguckt. Ist es rosig, satt und zufrieden oder blass, dünn und wirkt kränklich? Ist Letzteres der Fall, können Sie es zunächst mit einem anderen Saugermaterial versuchen. Die Materialien unterscheiden sich in ihrer Geschmeidigkeit. Wenn das nichts nützt, probieren Sie es mit einer anderen Milchpulversorte. Auch wenn sich die Produkte von ihrer Zusammensetzung her ähneln, so haben sie doch alle ihren individuellen Geschmack. Jedoch sollte man dies nur dann tun, wenn das Kind wirklich schlecht trinkt. Es ist besser, bei der Marke zu bleiben, die vom Kind gut vertragen ist, als ständig zu wechseln.

Sind Glas- oder Kunststofffläschchen in Bezug auf Schadstoffe besser?

Von der chemischen Seite aus gesehen sind heute beide Materialien sicher. Nuckelflaschen aus dem glasklaren bruchfesten Polycarbonat waren lange Zeit heikel, weil das Material Bisphenol A (BPA) enthielt. Dieser Grundbaustein von Polycarbonat wird durch die Trinkflüssigkeit aus dem Kunststoff herausgelöst. Die hormonähnliche Substanz steht im Verdacht, schon in kleinsten Mengen die Hirnentwicklung von Babys zu beeinträchtigen. Seit März 2011 darf BPA nicht mehr für die Herstellung von Babyfläschchen verwendet und seit Juni 2011 dürfen solche Babyflaschen nicht mehr verkauft werden. ÖKOTEST nahm unmittelbar danach 14 Babyflaschen und Sauger unter die Lupe. Alle untersuchten Produkte und auch die dazugehörigen Sauger waren clean.

Welche Flasche soll ich meinem Kind geben?

Kunststoff hat den Vorteil , dass er bruchsicher ist. Fällt die Flasche einmal herunter, bleibt sie heil. Nachteilig ist aber, dass das Kind sie schon früh selbst halten kann und sie ihm schneller mal zur Beruhigung gegeben wird, wenn es quengelt. Das Dauernuckeln am Fläschchen schadet aber den Zähnen, egal ob das Kind Tee oder zuckerhaltige Schorle bekommt. Glasflaschen sind schwerer und darum fürs Kind mühsamer zu halten. Weil sie beim herunterfallen kaputtgehen, dürfen sie dem Kind niemals alleine überlassen werden.

Müssen Babyfläschchen und Sauger in einem Sterilisator keimfrei gemacht werden?

Nein. Es reicht, die Babyfläschchen in der Spülmaschine bei 65 Grad Celsius zu reinigen, spezielle Sterilisationsgeräte sind nicht nötig. Sauger aus Gummi sollten aber hin und wieder in einem Topf mit Wasser ausgekocht werden. Das Material wird mit der Zeit porös, sodass sich darin Bakterien einnisten können. Nuckel aus Silikon sind stabiler, sie müssen nicht unbedingt ausgekocht werden.


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