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Immer gut sehen ?


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GS Motorrad Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 27/2021 vom 10.02.2021

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Bildquelle: GS Motorrad Magazin, Ausgabe 27/2021

Der Motorradhelm ist ein unverzichtbares Schutzobjekt. Helme gibt es wie „Sand am Meer“ in den verschiedensten Ausführungen. Dazu eine Unzahl von zusätzlichem „Helm-Equipment“ von der Action Cam bis hin zum Sonnenvisier und Kommunikationssystem.

Doch noch kein Helmhersteller kam bisher auf die Idee, einen speziellen Helm für Kurz- und weitsichtige Menschen zu konstruieren. Kurz: für Brillenträger.

Gut, es gibt mittlerweile Helme, die eine „Einschubvorrichtung“ für Brillenbügel vorsehen. Trotzdem passiert es vor allem in Verbindung mit der Installation von Helmlautsprechern immer wieder, dass die Brille ...

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... drückt und Schmerzen verursacht. Was hilft? Natürlich das Versetzen des Lautsprechers um ein paar Millimeter, um diesen Schmerz abklingen zu lassen. Ich weiß, wovon ich rede. Zu meinem Leidwesen trage ich seit meinem 14ten Lebensjahr eine Brille. Neben Fassungen aus Metall und Kunststoffen hatte ich in meiner Vergangenheit diverse Brillenfassungen. Und in meiner langjährigen Zeit als Motorradfahrer ebenso die verschiedensten Helme. Bei zweien dieser Helmen passierte es mir mit selbst installierten Kommunikationssystemen, dass mich meine Brillenfassung unerträglich drückte. Natürlich taucht dieser Schmerz erst auf, wenn du eine Zeitlang mit dem neuen Helm unterwegs bist. Spätestens nach 100 Kilometern hältst du an, kommst du zum Stillstand, da der Druck so groß wird, dass ein konzentriertes Fahren unmöglich wird. Helm ab, Kontrolle, Sitz der Lautsprecher, womöglich noch das Entspannen der Polster, um an die Position der Lautsprecher zu kommen. Das alles, wenn du logischerweise zusammen mit Partnern, Freunden reist und schon ist das Gejaule groß.

Auf der Motorradmesse in Wels habe ich Stefan kennengelernt. Seine Firma I-RIDE verspricht Abhilfe von diesem Brillenproblem. Stefan Lechner, überzeugter Motorradfahrer, kann ebenfalls ein Lied vom Leid der Brille tragenden Motorradfahrer singen und hat sich Gedanken dazu gemacht: „Warum gibt es keine Helme mit einer optimalen Lösung für Brillenträger“, fragt er mich. Ich zuckte mit den Achseln. „Natürlich gibt es Brillen mit dünnen Bügeln, aber die muss man erst einmal zwischen Helm und Kopf hineinbekommen, das dauert und ist kompliziertes Gefummel und der Sitz ist nie so optimal als ob du die Brille ohne Helm trägst“ erzählt er weiter. „Helme mit Aussparungen für die Brillenbügel sind fast schon Standard. Integrierte gepolsterte Kanäle, in die die Brillenbügel hineingeschoben werden. Gedacht für Brillen mit stärkerer Fassung bzw. Bügeln. Doch ist jede Brille durch die Form der Gläser auch in der Breite verschieden groß und damit variiert die Position der Brillenbügel an der Brille. Dazu kommen noch die Unterschiede bei den Brillenbügeln selbst, wie Länge, Breite, Stärke, Neigung zum Brillenglas, Form und Biegung der Bügel am Ende. Dieses dauernde „Hineinfummeln“ in den Helm ist auch nicht besonders förderlich, um die ursprüngliche Form der Fassung beizubehalten und führt definitiv früher oder später zu Verformungen, die dann nur ein Optiker wieder ausgleichen kann, bis das Spiel wieder von vorne beginnt“, beschließt Stefan Lechner von I-Ride die kurze Präsentation seiner Innovation für Motorradfahrer: Die Brille am Helm!

Stefan und ich plauderten weiter. Er zeigte mir das System, erklärte, wie einfach es zu befestigen sei und was ich tue, wenn ich vom Motorrad absteige und den Helm abnehme. Zugegebenermaßen war ich anfangs skeptisch, doch je länger ich darüber nachdachte und mir meine eigene Brille „quasi vor Augen hielt“, gefiel mir seine Erfindung. Eine Brille »am« Helm statt »im« Helm erschien mir die Lösung. Lassen wir den Druck und den Schmerz mal außen vor, der definitiv auftreten kann, dann sind mit einer ′Brille am Helm′ gleich zwei Dinge ad acta gelegt: Eventuell auftretendes Drücken der Brille am Ohr und das mittelfristige Verformen der Brillenfassung durch das wiederholte Ein- und Ausziehen der Brille aus dem Helm.

Ich habe sein Angebot gerne angenommen, das Produkt auf etwa 5.000 Kilometer im Einsatz zu testen und muss sagen, dass ich mich nach drei bis vier Tagen absolut auf diese „Art“ des Brillentragens gewöhnt hatte. Nachdem wir uns beide auf den Schuberth E1 als Versuchshelm geeinigt hatten, in dem wir die Halterung für die „Brille am Helm“ befestigen wollten, übermittelte ich zeitgleich „seinem“ österreichischen Optiker die Daten meiner Sehstärke, die ich von meinem letzten Test und dem Kauf meiner Brille vorliegen hatte. Zurück kam eine einfache Brille bzw. Brillengläser in Gleitsichtausführung, also mit Nah- und Fernsicht in meiner benötigten Dioptrinstärke. Stefan verbaute die Halterung für mich direkt in den Schuberth Helm. Es ist eine einfache Vorgehensweise, denn man braucht nichts zu zerschneiden oder Öffnungen am Helm einzufräsen, um das kleine magnetische Teil zu befestigen. Recht simpel wird die Brillenhalterung im oberen Teil des schwarzen Plastikrahmens befestigt. Der mitgelieferte Superkleber verhilft den zwei kleinen Schrauben zu besserem Halt. Die Kunststoffgläser mit dem magnetischen Gegenstück werden dann einfach eingeklippst und die Brille kann im 90-Grad-Winkel nach außen geklappt werden, während man den Helm aufsetzt. Die Magnete halten wirklich sehr fest und es ist fast unmöglich, die Brille mit der Hand oder dem Arm aus der Halterung zu streifen. Darüber hinaus ist es einfach, mit den Handschuhen die Fassung seitlich in die gewünschte Blickposition zu bringen. In der Halterung ist ein das Element so angebracht, das es seitlich verschoben werden kann, um die richtige Position der Brille für das Auge zu haben.

Ich habe mich für eine einfache Ausführung der Brillengläser entschlossen. Damit meine ich die Form der Kunststoffgläser. Wer keine Kurzsichtigkeit benötigt, der kann sich durchaus eine etwas modernere Form fräsen lassen. Für mich allerdings waren Preis und Funktionalität wichtig. Man darf nicht vergessen, dass zum Kaufpreis des Produkts noch die Kunststoffgläser hinzukommen. Nach den von mir gefahrenen Kilometern möchte ich das Teil allerdings nicht mehr missen. Kein Problem mehr mit dem Lesen eines Navigationsgerätes, des Tachos oder der Uhr – ja sogar Straßenkarten im Tankrucksack sind kein Problem mehr. Ein völlig neues Fahrgefühl stellte sich schon dadurch ein, dass kein Bügel mehr zwischen Kopf und Helm eingeschoben werden musste und dieser bei jeder Kopfbewegung zu spüren ist. Wer wie ich täglich mehr als 12 Stunden auf eine Brille angewiesen ist, weiß wovon ich schreibe.

Das einzig störende im ersten Moment war, das die Brille beim seitlichen Blick nach links oder rechts eben nur mit dem Helm mitgeht und nicht mit dem Kopf. Denn bei den meisten bewegt sich der innerhalb des Helmes noch bestimmt ein paar Millimeter nach links oder rechts, während der Helm quasi starr auf dem Kopf sitzt. Doch auch dieses klitzekleine Problem ist reine Gewöhnungssache.

Wer sich jetzt fragt, was er mit der Brille macht, wenn er den Helm absetzt? Darüber haben sich Stefan Lechner und sein Team auch Gedanken gemacht und eine relativ simple Form einer Brillenhalterung mit einem Brillenband gefertigt, die bei Bestellung mitgeliefert wird. Zuerst trug ich diese Halterung immer unter der Motorradjacke, zuletzt immer über der Motorradjacke. Helm ab, Brille raus, angeklippsen und aufsetzen. Alles klappt hervorragend und ist superpraktisch. Für einen Kaffee, Mittagspäuschen oder für die kurze Pause zwischendurch ist die Optik nicht ausschlaggebend. Meine Originalbrille habe ich persönlich immer griffbereit im Etui und gut geschützt im Tankrucksack.

Ich bin mit der Brille mehr als zufrieden und kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Es gibt verschiedene Lösungen, sogar fertige günstige „Stärkebrillen“ zum Einkleben in das Visier. Ich denke das ist aber eindeutig der falsche Lösungsansatz. Sprecht mal mit eurem Optiker, ob diese Varianten sinnvoll sind. Das scheitert meistens schon am Augenabstand zur Brille. Die herkömmliche Dioptrinzahl muss neu angepasst werden und ich persönlich möchte mir so ein Plastikteil ungern in mein Visier kleben. Tausche ich das Visier brauche ich erneut so ein Teil und muss mir das wieder und wieder kaufen. Ebenfalls muss man sich dabei für Nah- oder Fernsicht entscheiden - beides in einer Version gibt es dafür leider nicht. Deswegen sprecht mit dem Optiker eures Vertrauens oder wendet Euch direkt an Stefan Lechner, dem Erfinder. Der wird euch mit Sicherheit gut beraten. Alles Weitere könnt ihr direkt über die Homepage von I-RIDE erfahren. 

Diese Brille dient Eurer Sicherheit und eine wirklich großartige Erfindung.

Dieses Produkt ist ausschließlich zur Verwendung in Kombination mit einem Motorradhelm mit Visier gedacht.

Das I-RIDE VXC System kann für optischen Gläser bis ca. +/- 5 dpt. verwendet werden. Über 5 dpt. hinaus, bitte vorher mit Ihrem Optiker sprechen.

Nähere Informationen entnehmen Sie der Webseite: www.iride.design