Lesezeit ca. 12 Min.
arrow_back

INDIENS GEHEIMNISVOLLER NORDEN


Logo von REISE & PREISE
REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 04.10.2022

INDIEN

Artikelbild für den Artikel "INDIENS GEHEIMNISVOLLER NORDEN" aus der Ausgabe 4/2022 von REISE & PREISE. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Der alte Mann mit seiner Gebetsmühle blickt auf die Ladakh Range und den Indus. Indiens längster Fluss entspringt in Tibet

Gern wäre ich wieder Mönch. Im Thikse-Kloster ist das Essen gut, es kommen viele Besucher und man ist irgendwie glücklich«, sagt Tsewang Namgyal. Der 28-jährige Buddhist aus Chuchot, einem 1.800-Einwohner-Dorf im nordindischen Ladakh, steht vor dem fast 600 Jahre alten Gelbmützen-Kloster. Dessen weiß getünchte Tempelgebäude stapeln sich über Terrassen einen Hügel hinauf, ganz nach dem Vorbild des berühmten Potala-Palastes in Tibet, dem einstigen Regierungssitz der Dalai Lama.

Im Hintergrund ragen die schneebedeckten 6.000er-Gipfel der Ladakh Range in den Himmel. Im Tal rauscht Indiens längster Fluss, der Indus, durch eine grüne Oase aus saftigen Feldern, schlanken Weiden und tibetischen Wohnhäusern. Tsewang faltet die Hände, so dass die Gebetskette an seinem Handgelenk klappert. »Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen. Oma und Opa hatten nicht viel Geld und so schickten sie mich mit acht ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von REISE & PREISE. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2022 von SIND REISEN »AUF EIGENE FAUST« UNSICHER?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SIND REISEN »AUF EIGENE FAUST« UNSICHER?
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von IST URLAUB NOCH BEZAHLBAR?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IST URLAUB NOCH BEZAHLBAR?
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von KURZ & KNAPP. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KURZ & KNAPP
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von NEUE REGELN FÜR BESUCHER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEUE REGELN FÜR BESUCHER
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
UNENTDECKTE SCHÖNHEIT
Vorheriger Artikel
UNENTDECKTE SCHÖNHEIT
SCHLICHT HERB & EDEL
Nächster Artikel
SCHLICHT HERB & EDEL
Mehr Lesetipps

... Jahren hierher zu Hunderten anderen Novizen und Mönchen«, erzählt der Ladakhi. Zehn Jahre stand er um vier Uhr auf, betete stundenlang, studierte den Buddhismus, las weitere Stunden Mantras, bis elf Uhr nachts. Tagein, tagaus. Disziplin, feste Tagesabläufe und strenges Zölibat machen den Gelugpa-Orden aus. »Wenn man den Regeln nicht folgte, wurde man härter beim Lernen rangenommen. Als Jugendlicher war mir der Druck irgendwann zu groß. Für den Kopf durch das pausenlose Lernen, für den Körper durch die ständige Hilfsbereitschaft, zu der auch regelmäßiges Blutspenden gehörte«, erinnert er sich. »Jetzt bin ich erwachsen und sehe vieles anders.« Doch es gibt kein Zurück. Wer eine Freundin hatte oder absichtlich ein Tier tötete, und sei es nur eine Spinne, dem lassen die Gelugpa, die Tugendhaften, keine Wahl.

Das Kloster Thikse ist oft Drehort für Bollywood-Streifen

Das markante Thikse-Kloster auf fast 3.300 Metern Höhe ist eine der bekanntesten Abteien in Ladakh und ein beliebter Drehort für Bollywoodfilme. Bunte Löwen bewachen den kleinen Tempelhof. An den Wänden kleben Bilder von dunkelhäutigen Gottheiten im Lotossitz, in Holzvitrinen lagern 225 in Seide gewickelte buddhistische Lehrbücher und in der mit prächtigen Tüchern geschmückten Versammlungshalle thront ein handgeschnitzter Sitz für den Dalai Lama. Darauf ein lebensgroßes Bildnis seiner Heiligkeit, das so echt aussieht, als wäre er es leibhaftig. Das Kloster-Highlight aber ist der zwölf Meter hohe Maitreya-Buddha, der größte Ladakhs. Sein Oberkörper, aus Kupfer und Ton geformt, in Gold lackiert und mit wertvollen Edelsteinen und goldenen Juwelen besetzt, ragt bis in den ersten Stock des Maitreya-Tempels – der ganze Stolz der heutigen 70 Mönche. Dabei ist Thikse auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Klöster wie Diskit und Likir stehen unter seiner Aufsicht, dazu zwei Dutzend Dörfer, deren Einwohner das klostereigene Land bewirtschaften. Damit das gelingt, zeigte man sich schon früh fortschrittlich, kaufte den ersten Traktor der Provinz und den ersten Mähdrescher. Heute sorgt die Thiksay Cultural & Welfare Society, eine gemeinnützige Organisation, geleitet von einem Komitee aus dem Abt, Mönchen und Laien, dafür, dass aus den Eintrittsgeldern und Spenden der Tempelerhalt, die Klosterschule, ein Koch für die Gemeinschaftsküche und die medizinische Versorgung der Mönche finanziert werden.

Ladakh, seit Oktober 2019 als eines von nunmehr acht Unionsterritorien direkt der Zentralregierung Indiens unterstellt, erinnert stark an Tibet. Die Region ist berühmt für schneebedeckte Bergriesen, schwer zugängliche Hochgebirgslandschaften und abgeschiedene tibetisch-buddhistische Klöster. Schneeweiße Stupas bzw. Chörten verwahren die Reliquien wichtiger Mönche und weisen den Weg durch das schroffe Terrain. Gebetsfahnen flattern im Wind. An den Bergflüssen grasen Pashmina-Ziegen, Rebhühner flitzen über die Pisten. Auf den Oasen-Feldern spazieren Bauern mit geflochtenen Holzkörben auf dem Rücken. Das ehemals unabhängige buddhistische Königreich zählt zwar noch viele Selbstversorger, doch der Anteil derer, die vom Tourismus leben, hat längst Überhand.

Der abenteuerliche Weg ins Königreich Drei Stunden warten wir jetzt schon auf dem schmalen Highway von Manali nach Leh vor dem Rohtang-Pass. Aus den Bergen waren kurz zuvor Felsen heruntergekommen, haben die Zufahrt blockiert und gleichzeitig den Boden gespalten. Zum Glück wurde niemand verletzt. Noch immer räumen die Männer und Frauen das Geröll von der Straße – in Handarbeit. Mit uns warten rund hundert weitere Pkw in einer scheinbar endlosen Schlange. Immer wieder versperren hier Naturgewalten den Weg. »Ich kenne es nicht anders.

Das beste Geschäft mache ich, wenn hier Stau ist«, sagt Hausala Prsad. Der 49-Jährige verkauft geröstete Maiskolben. Die meist indischen Autofahrer greifen zu und genießen den tollen Blick auf das Solang-Tal. Denn wer weiß schon, ob es anschließend ohne Unterbrechung weitergeht. Irgendwann aber werden sie ankommen auf dem unwirtlichen Pass auf fast 4.000 Meter Höhe. Sie werden an drei Meter hohen Schneewänden entlangstapfen, in geliehenen Overalls Abhänge herunterrutschen und sich auf Pferden durch die Winterlandschaft führen lassen (ab € 6 pro Pferd) – vor der Kulisse des gewaltigen Himalayas.

Für den Pass werden ein Permit und ein Passierticket verlangt (zusammen ab € 6,60/Auto, buchbar auf ). Seit Oktober 2020 gibt es aber eine Alternative zur Passstraße nach Ladakh: den Atal-Tunnel. Der neun Kilometer lange, kostenlose Tunnel spart rund vier Stunden Fahrzeit.

Die buddhistische Bergregion lebt heute vom Tourismus

Deutlich wird das in der Hauptstadt Leh, wo sich Trekkingagenturen, Restaurants und Geschäfte mit Thermoskannen, Gebetsmühlen und Gebetshäuschen aus Blech aneinanderreihen, während in der höhergelegenen Altstadt noch 200 tibetische Häuser aus Stein, Lehmziegel, Wacholder- und Weidenholz in das traditionelle Ladakh entführen. Rund 6.000 Tibeter, die meisten Flüchtlinge, die 1959 vor der chinesischen Besatzung flohen, und 30.000 Ladakhi leben hier, im Service, als Fahrer oder Händler. Zur Hauptsaison sind es doppelt so viele. Zugereiste erhalten weder eine Arbeitserlaubnis, noch dürfen sie ein Geschäft eröffnen oder Land kaufen, es sei denn, ein Ladakhi ist beteiligt. »Im Winter haben nur noch ein paar Minimärkte geöffnet, dann gleicht Leh einer Geisterstadt«, sagt Reekhu Ram. Der 62-jährige Schuhmacher hat seine Utensilien am Straßenrand ausgebreitet: Schnürsenkel, Gummisohlen, Garne, ein Schuhputzhocker und Wachs in allerlei Farben. An eine Mauer hat er ein Plakat gepinnt. »Bag repairing in here« steht dort. Daneben Bilder von Trekkingrucksäcken, Wanderstiefeln – und zweier hübsch geschminkter Hindu-Frauen. »Ich spüre noch immer die Auswirkungen von Corona. Die Leute haben weniger Geld in der Tasche und reparieren viel selbst. Nur noch 200 bis 800 Rupien Umsatz kommen am Tag zusammen«, ergänzt Reekhu. Das sind umgerechnet drei bis zehn Euro.

»IM THIKSE-KLOSTER WIRD DER DALAI LAMA VEREHRT.«

Ein Touristenpaar und eine Großmutter, die ihren Enkel Huckepack trägt, spazieren vorbei und grüßen mit einem freundlichen »Julley«, dem ladakhischen »Hallo«. Sie sind auf dem Weg zur Main Bazaar Road. Die Fußgängerzone ist der Treff in Leh. Hier entspannt man mit einem Softeis in der Hand auf einer der zahlreichen Sitzbänke, schwatzt mit Bekannten und beobachtet das Treiben vor den schicken Läden mit Namen wie Pashmina House, Kashmir Art Gallery oder Silk Route Arts & Craft. So wie die 39-jährige Aditi und ihre 19-jährige Tochter Masti aus dem westindischen Bundesstaat Gujarat. Die beiden machen Urlaub in Ladakh. »Morgen schauen wir uns den Königspalast und die hiesige Residenz des Dalai Lama an. Seine Heiligkeit war dieses Jahr ja wieder einmal für Unterweisungen in Leh. Übermorgen geht’s dann ins Nubra-Tal«, erzählt Aditi. »Wir wollen unbedingt auf den Kamelen reiten und ein Selfie mit dem knallgelben Kilometerstein auf dem Khardung La machen, dem höchsten befahrbaren Pass der Welt« ergänzt Masti. 130 Kilometer und fünf Autostunden führen von Leh über den auf 5.602 Meter gelegenen Pass in das »Tal der Blumen«, das einst Teil der Handelsroute zwischen Tibet und Turkistan war. Ein Kontrast, der größer nicht sein kann. Kein Baum, kein Strauch, nur Steine, Geröll und Schnee am Pass. Im fruchtbaren Tal dagegen Apfelbäume, Aprikosen, Sanddorn und die sich windenden Flüsse Shyok und Nubra.

Im Hauptort Hunder säumen Silberpappeln plätschernde Wasserkanäle, in den Gärten wachsen Zucchini, Schnittlauch und Zwiebeln. Manchmal liegen braune Lehmziegel zum Trocknen auf dem Boden. Kinder in löchrigen Schuhen hüpfen durch die Gassen, auf einer Sandpiste messen zwei Dzo, eine Kreuzung aus Yak und Hausrind, ihre Kräfte. Frühmorgens beten die Mönche in den Klöstern, mittags ruft der Muezzin. Das Nubra-Tal hat eine muslimische Minderheit – und seine eigenen Regeln: Für den Besuch brauchen Ausländer ein Permit. Rauchen ist verboten, Alkohol gibt es nur in einer Bar, in der auch die Hotels kaufen und ihn stillschweigend an ihre Gäste weitergeben. Sieben Monate im Jahr ist das so. Da leben die Nubra-Einwohner von den Wanderern, die von Dorf zu Dorf ziehen, und von ihren Kamelen, auf denen die Urlauber durch eine gewaltige Dünen-Landschaft reiten und die atemberaubenden Sto-Kangri-Berge bestaunen. Die restliche Zeit des Jahres bleibt der Khardung La gesperrt, das Nubra-Tal abgeschieden. Nur Trampeltiere transportieren dann noch Baumaterial und Lebensmittel über die Pässe zu den Soldaten an die Grenze. Denn Pakistan ist nur 35 Kilometer entfernt. Damit es friedlich bleibt im immer mal wieder aufbrodelnden Grenzkonflikt, legen Pilger hier regelmäßig Butterkerzen und Weizenmehl in die weißen Tempelchen am Berghang – Opfergaben für den Frieden.

Der Klimawandel bedroht die Wandmalereien im Kloster Alchi

Frieden wünscht sich auch Kachen Lobzang Tsultim. Der freundliche Mönch ist so etwas wie der Manager der Klosters Alchi. Die unscheinbaren Gebäude am Ufer des westlichen Indus gelten – zusammen mit dem Lamayuru-Kloster – als die älteste Klosteranlage Ladakhs und als Meisterwerk buddhistischer Kunst. »Leider ist die Decke undicht und vor der Corona-Pandemie sollten Archäologen die Wandmalereien restaurieren. Doch das ist gründlich schiefgegangen«, Kachen zeigt auf ein paar große Buddhamalereien im Sumtsek, dem dreistufigen Tempel. Dessen Wände sind ansonsten komplett mit Miniatur-Zeichnungen aus dem 11. Jh. übersät: Elefanten, Schlangen, Palmen, tanzende Frauen und nur zehn Zentimeter hohe Buddhafiguren, 27 Stück in der Höhe, 40 Stück in der Breite, jede in anderer Pose, die Farben leuchtend in Blau, Rot und Gelb. Allein an einer Wand! Kachen schüttelt den Kopf. »Um die Wasserschäden zu beheben, haben wir Handwerker beauftragt, aber für die Korrekturen im Inneren fehlt nun das Geld.« Trotzdem ist der Anblick der Zeichnungen fantastisch. 32 Künstler aus Kaschmir sollen die atemberaubenden Fresken einst erschaffen haben. Dazu auch drei bis zu fünf Meter hohe Gottheiten, deren Hüfttücher mit Szenen aus dem damaligen Alltagsleben bemalt sind. »Die Malereien konnten so lange überdauern, weil keine Sonne draufschien und es hier kaum regnete. Durch den Klimawandel sieht das nun anders aus. Aber diese Schönheiten müssen wir unbedingt erhalten in unserem kleinen Tibet.« Das ist auf jeden Fall zu hoffen!

PERFEKT GEPLANT MIT

Ob Hotel, Flug, Mietwagen oder Pauschalreise. Wir weisen Ihnen den Weg zum günstigsten Anbieter.

INFO LADAKH

Fläche:59.146 km 2, Einwohner: 274.000, Hauptstadt: Leh (36.000 Einw.), Religion: 77 % Buddhisten, 14 % Muslime, 8 % Hindus (Distrikt Leh), Zeitverschiebung: +3,5 Std., im Winter +4,5 Std., Netzspannung: 220 V; Adapter erforderlich.

REISEPLANUNG

Einreise Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen ein Visum. Dieses kann, je nach Wohnort, über das Konsulat oder (ab € 122,95, 1 Jahr gültig, max. 180 Tage je Reise) beantragt werden. Günstiger ist das E-Visum, das es ab US$ 10 zzgl. 2,5% Bearbeitungsgebühr gibt (über www. indianvisaonline.gov.in, 30 Tage ab Ausstellungsdatum gültig). Erforderlich ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass. Derzeit wird wegen Corona eine Self Declaration und ein negatives PCR-Testergebnis verlangt (nicht älter als 72 Std.). Über die aktuellen Bestimmungen informiert das Auswärtige Amt auf seiner Website (www.auswaertiges-amt.de).

Gesundheit Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Empfehlenswert ist Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis, Typhus, Tollwut und Cholera. Wer nach Leh fliegt, sollte ausreichend Zeit zur Akklimatisierung an die Höhe einplanen (zur Verhinderung von Höhenkrankheit).

Geld Währung ist die Indische Rupie (INR). € 1 = INR 80 (Stand 9/2022). Bargeld gibt es an den meisten ATM in Leh. Teurere Hotels akzeptieren oft auch Kreditkarten.

Beste Reisezeit Beste Reisezeit sind die Monate Juni bis September. Die Tagestemperaturen liegen dann bei 21–25 ºC, nachts sind es 5–10 °C.

Kommunikation Amtssprache ist Hindi, weit verbreitet ist Ladakhi. In den touristischen Zentren kommt man meist auch mit Englisch gut zurecht, auf dem Land mit Händen und Füßen. Die Landesvorwahl ist 0091. Viele Unterkünfte bieten WLAN gratis.

Geografie Ladakh ist eine Hochgebirgswüste zwischen den Himalaya- und Karakorum-Gebirgsketten. Deren Gipfel messen mehr als 7.000 m Höhe. Die Täler liegen auf Höhen von 3.000 m. Die Region ist trocken. Klöster und Einwohner bauen mit Hilfe von Bewässerungssystemen über den Fluss Indus Gemüse und Getreide an.

Unterwegs Genehmigung: Für das Nubra-Tal ist ein Permit nötig (€ 50 Environment Fee zzgl. € 1,30 Red Cross Donation zzgl. ab € 0,25/Tag Wildlife Protection Fee), erhältlich im District Commissional Office (beim Pologround) oder bei Agenturen in Leh. Benötigt werden eine Passkopie und ggfs. Passbilder. Da Kontrollposten Belege verlangen, empfiehlt es sich, ausreichend Kopien der Genehmigung mitzunehmen. Anreise: Schnell und bequem ist der Flug von Delhi nach Leh mit Air India, Go First, IndiGo oder Spice Jet (ab € 55 oneway). Preise vergleichen und buchen können Sie auf . Preisgünstiger und abenteuerlicher ist die zweitägige Fahrt mit dem

1 HRTC-Bus von Delhi über den Manali-Leh-Highway nach Leh (€ 22 one way zzgl. Übernachtung in Keylong). Der Bus fährt von Juli bis September. Aufgrund der Hochgebirgslage muss immer mit Erdrutschen, Steinschlägen und plötzlichen Wetterumschlägen gerechnet werden.

FLÜGE BUCHEN

Newcomer Vistara, ein Joint Venture von Singapore Airlines und dem indischen Tata-Konzern, fliegt nonstop von Frankfurt nach Delhi ab € 553, Air India ab € 606. Gute Preise haben auch British Airw./Virgin Atlantic (ab € 532), Kuwait Airw. (ab € 551) und Qatar Airw. (ab € 638).

FLUG AB € 532 World-Of-Flights.de

Bus: Die meisten Orte sind mit dem Bus oder Minibus erreichbar, z. B. Leh–Hunder/Nubra ab € 2,50 (1x pro Woche), Leh–Alchi ab € 1,30 (2x täglich), Leh–Thikse ab € 0,40 und Leh– Likir ab € 1 (je täglich).

Taxis: fahren zum Festpreis der Taxi-Kooperative, also Preis vorab erfragen. Preisbeispiele: Leh–Alchi ab € 29 (return ab € 38), Leh–Likir ab € 25 (return ab € 32), Leh– Wanla ab € 56 (return ab € 73), Leh–Nubra ab € 77 (return ab € 101). Die Fahrt von Nubra zu den Sanddünen kostet ab € 1,90, vom Airport Leh ins Zentrum ab € 7.

Essen & Trinken Die Küche Ladakhs umfasst indische und tibetische Gerichte. Beliebt sind z. B. Chicken Tika Masala, Curry aus gegrilltem Hähnchenfleisch (ab € 2,80), das pikante Linsengericht Dal Makhani (ab € 1,60) und 2 Palak Paneer, indisches Spinatcurry (ab € 1,80). Heißbegehrt sind auch Pakoda, frittierte Teigtaschen (pro Stück ab € 1,10), Roti, Fladenbrot (ab € 0,25), und Khambhir, frisches Ladakh-Brot (ab € 1,30). Zum Lunch bieten sich Momos an (tibetische Teigtaschen, Portion ab € 1,90).

TIPP Frische Küche in einem schönen Garten serviert das »Cafe Cloud« (Thiksey, KiKi Naga). Lecker sind u. a. Sweet Corn Chicken (ab € 2,50) und Tandoori Roti, frisch gebackenes Brot aus dem Lehmofen (ab € 0,60). Unbedingt den Peach Ice Tea probieren (ab € 1,60)! TIPP Hervorragende hausgemachte Momos gibt es im 1. Stock auf der Terrasse des »Magpie Cafés« (Leh, Shanti Stupa Road), z. B. vegetarische (ab € 1,90) und Hühnchen-Momos (ab € 2,50). Beliebtes Bier ist Kingfisher (650 ml ab € 3,40). Ein Liter Wasser kostet ab € 0,40, Softdrinks ab € 0,50, Coffee Lassi ab € 1,10, geeister Kaffee ab € 0,90. TIPP Unbedingt probieren sollte man Ladakhi Delight, frischen Sanddornsaft (Glas ab € 0,50), und Ladakh-Apfelsaft (Glas ab € 0,60).

Highlights & Aktivitäten Kailash Expeditions hat u. a. eine 3-tägige Lamayuru-Trekking-Tour zu den Klöstern Shey, Thikse und Hemis im Programm (ab/bis Leh, ab € 283/Pers.), außerdem eine 5-tägige »Romantic of Silk Routes«-Tour ins Nubra-Tal, zum Khardung-La-Pass und zum Diskit-Kloster (ab € 354/Pers. je bei mind. 2 Teilnehmern, www.kailash expeditions.com).

Bei Dreamland Trek and Tour lässt sich u. a. eine einstündige Raftingtour ab/bis Leh buchen (ab US$ 20/Pers., www.dreamladakh. com) und eine halbtägige Mountainbike-Tour um Leh (ab € 15/Pers. bei mind. 2 Teiln.) . Der Tibet Heritage Fund bietet einen zweistündigen »Old City Heritage Walk« in Leh an (€ 6, Mo–Sa, 10/14:30 Uhr). Start ist in »Lala’s Art Café«, Main Bazaar Road. Beim »Snow Valley Resort« gibt’s einen Tagesausflug zum Rohtang-Pass (ab € 50/Auto, ab/bis Manali, ). Ein Kamelritt in den Nubra-Dünen kostet ab € 4 für 15 Min. Es gibt viele Anbieter vor Ort. Klöster nehmen Eintritt, die Preise sind aber moderat: Thikse ab € 0,50, Likir ab € 0,40, Lamayuru ab € 0,60.

Sicherheit Ladakh gilt als sicheres Reiseziel. Militär und Polizei sichern die Grenze zu Pakistan. Taschendiebstähle kommen vor. Nachts sollte man nicht allein durch dunkle Gassen laufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln aufmerksam sein.

Auskünfte Indisches Fremdenverkehrsamt, 069-242949, www.incredibleindia. org.

Reiseführer »Indien. Der Norden«, Stefan Loose Travel Handbücher 2020, € 27.

Reiseveranstalter Ikarus Tours (, 06174-290221), Take Off Erlebnisreisen (www.takeoffreisen.de, 040- 4222288); Wikinger Reisen (www.wikinger-reisen.de, 02331- 9046).

DER BESONDERE TIPP

Schick übernachten mit Himalaya-Blick

FLAIR Acht hübsche, mit viel Bambus eingerichtete Bungalows mit Terrasse auf 40 Hektar unberührter Natur direkt am Fluss Indus hat das kleine »Indus River Camp« in der Nähe von Leh (Chuchot Yokma, www. indusrivercamp.com, +91-7051379442; Bungalow ab € 169/198 mit Halbpension). Restaurant, freundlicher Service.

UNSERE HOTELTIPPS

Ladakh bietet längst Unterkünfte in allen Preiskategorien. Frühstück ist meist im Preis inbegriffen. Die Preise der folgenden Tipps gelten in der Hauptsaison Juli bis September für Einzel- und Doppelzimmer, ggf. inklusive Service Charge und Tax.

Leh: +++Das ruhige »Hotel Nature’s Land« in Laufweite zum Zentrum hat gemütliche Zimmer und einen tollen Service (Upper Changspa, , +91-1982-258841; EZ/DZ ab € 61/66 ÜF). Online EZ/DZ ab € 37/44 ÜF, Booking.com.

LUXUS Wunderschöne, modern-traditionell eingerichtete AC-Zimmer mit traumhaftem Blick auf die Berge hat das »Grand Dragon Ladakh Hotel« (Sheynam, Old Road, www.thegrand dragonladakh.com, +91-1982-257786; EZ/DZ ab € 224 ÜF). Mit Restaurant und Garten.

Hunder, Nubra-Tal: ++Große und ruhige Zelte in einem Aprikosen- und Apfelgarten hat das »Nubra Ethnic Camp« (www.nubraethnic , +91-6005532778; Zelt EZ/DZ ab € 61/66 HP). Touren im Angebot.

+++Zwölf hübsche und geräumige Zelte, einen tollen Blick auf die Karakorum-Berge, ein Restaurant und einen ausgesprochen hilfsbereiten Service bietet das kleine »Chalet Seabuckthorn« (, +91-9650119494; Zelt ab € 155 HP).

Lamayuru: ++Gemütliche Balkon-Zimmer mit grandiosem Blick auf das Kloster Lamayuru und dazu ein gutes Restaurant hat das »Hotel Grand Moonland« (+91-1982-224576; EZ/DZ ab € 53/75 HP).

Alchi: +Das »Hotel Zimskhang« bietet ordentliche Zimmer mit hübsch geschnitzten Balkonen in einer ruhigen Umgebung (www. , +91-887-9001171; EZ/ DZ ab € 38/45 ÜF, € 43/55 HP). Restaurant.

Manali:+++ Im lokalen Stil eingerichtete Zimmer und bequeme Betten bietet das »Snow Valley Resort« (Log Hut Area, www.snowvalley resorts.com, +91-1902-253228; EZ/DZ ab € 50 ÜF, € 55 HP; im Sonderangebot schon ab € 34 ÜF und € 37 HP). Am schönsten sind die Mahaja-Zimmer mit bodentiefem Fenster und Sitzkissen davor. Gutes Restaurant, Spa, große Terrasse, schöner Garten.

Keylong: ++Eines der besten im Ort ist das »Hotel Dekyid« mit ordentlichen, geräumigen Holzmöbelzimmern und tollem Blick auf die Berge (, +91-94181-57650; EZ/DZ ab € 42 ÜF, € 56 HP).

+einfach ++einfache Mittelklasse +++gehobene Mittelklasse ++++anspruchsvoll