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Inspirierende Begegnungen im Herzen Europas


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SIMsKultur - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 10.05.2021

Zweifellos ist dieses Leitmotiv aktueller denn je: Unter dem Motto „Begegnungen“ präsentieren die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2022 ein breites und höchst facettenreiches Programm, das die Neuproduktionen von drei faszinierenden Opern ebenso beinhaltet wie Festkonzerte, Aufführungen sakraler Musik, kostenfreie Open-Air-Veranstaltungen sowie Workshops für Kinder-und Erwachsene. In Innsbruck zu erleben sind heuer internationale Stars wie die Countertenöre Bejun Mehta und Valer Sabadus, die Sopranistinnen Dorothee Mields, Roberta Invernizzi und Giuseppina Bridelli oder auch die Mezzosopranistin Sophie Rennert. Zu erleben sind überdies weltweit gefeierte Orchester wie das La Cetra Barockorchester & Vokalensemble unter der musikalischen Leitung von Andrea Marcon, die Accademia Bizantina mit Ottavio Dantone sowie Les Arts Florissants unter der Leitung von Paul Agnew.

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Artikelbild für den Artikel "Inspirierende Begegnungen im Herzen Europas" aus der Ausgabe 1/2022 von SIMsKultur. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SIMsKultur, Ausgabe 1/2022

Alessandro De Marchi
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... diesjährige Programm kreist um das Leitmotiv „Begegnungen“. Welcher Gedanke steckt hinter diesem Motto?

Neben Silla locken die Festwochen zudem mit den Neuinszenierungen von Giovanni Bononcinis Astarto und Carlo Pallavicinos L’amazzone corsara. Gibt es zwischen diesen drei Opern inhaltliche Querverbindungen?

Es handelt sich um komplexe Handlungen, ähnlich wie bei den heuti-gen Seifenopern oder Netflix-Serien. Im Mittelpunkt stehen immer weibliche Figuren von bemerkenswerter Modernität und ihr Machtverhältnis zu den männlichen Protagonisten.

„Ein Meer von wunderbarer Musik erwartet uns“

Astarto wurde im November 1720 in London uraufgeführt. In Innsbruck wird nun diese rekonstruierte Fassung mit exzellenter Besetzung zur erstmaligen neuzeitlichen Wiederaufführung kommen. Geht damit für Sie ein Herzenswunsch in Erfüllung?

Ja, soweit ich weiß, hat die Musik von Bononcini noch keinen Platz in unserem Programm gefunden, und im Allgemeinen ist er kein oft gespielter Komponist. Dabei ist er ein sehr raffinierter und inspirierender Künstler. Man denke nur daran, dass Händels berühmte Arie „Ombra mai fu“ fast vollständig aus Bononcinis gleichnamiger Arie kopiert wurde. Zu einer Zeit, als das Urheberrecht noch nicht existierte, war dies kein Problem.

Carlo Pallavicino, der Komponist von L’amazzone corsara, wirkte in Venedig und Dresden, wo er 1688 auch verstarb. Seine Werke, darunter etwa 20 Opern, sind ebenfalls mehr oder weniger vergessen. Können Sie ein bisschen von ihm erzählen und damit Licht ins Dunkel bringen?

Dies ist ein fast vergessener Komponist, der seine Karriere und sein Leben in zwei Städten verbracht hat, die seit jeher eine enge Verbindung haben: Venedig und Dresden. Er schrieb in einem Übergangsstil, der von der formalen Fantasie der Oper des 17. Jahrhunderts zu dem eher schematischen Stil der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts übergeht. Er war ein sehr produktiver Komponist und schrieb Opern und Oratorien in einem melodischen und sehr eingängigen Stil, den wir heute als „kommerziell“ bezeichnen würden. Er wurde 1630 in Salò geboren und starb 1688 in Dresden.

Insgesamt stehen mehr als 50 Veranstaltungen auf dem höchst facettenreichen Programm der Festwochen 2022. Im umfangreichen Konzertkalender entdeckt man weltweit gefeierte Klangkörper und Interpreten wie Les Arts Florissants, das La Cetra Barockorchester Basel oder Roberta Invernizzi. Gibt es Programmpunkte, die Sie den Leserinnen und Lesern besonders ans Herz legen wollen?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten, aber ich empfehle Allen, mindestens eine Woche bei uns zu bleiben und sich an der Musik und der Vielfältigkeit der Innsbrucker Festwochen in dieser tollen Atmosphäre zu erfreuen. Sie können dabei gar nichts falsch machen (lacht).

Sie selbst werden im Innsbrucker Haus der Musik mit Il Messia eine verschollen geglaubte italienischsprachige Fassung von Händels Messias in einer neuzeitlichen Erstaufführung dirigieren. Wie lässt sich diese Florentiner Fassung des berühmten Oratoriums beschreiben?

Dies war damals die erste Aufführung eines Händel’schen Oratoriums außerhalb Großbritanniens. Bei diesem Messias wurden viele Nummern gestrichen, und die Dauer des Stücks wurde verkürzt. Diese Version enthält nicht nur den italienischen Text, sie weist dem Sopran – damals ein Kastrat – viele Passagen zu, die ursprünglich dem Tenor anvertraut waren. Die Aufführung fand 1770 im Pitti-Palast in Florenz mit einem Ensemble statt, das zusätzlich zu den Instrumenten der ursprünglichen Fassung zwei Hörner umfasste. Wir wissen aus Quellen, dass auch der junge Cherubini diese Aufführung besuchte und sehr beeindruckt war.

Beim Schmökern des Programmkalenders sticht auch „Musica montana“ ins Auge. Diese wunderbare Veranstaltungsreihe wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Waren Sie vom Erfolg der Freiluftkonzerte überrascht?

Eigentlich nicht. Die wunderbare Schönheit der Natur rund um Innsbruck mit den Bergen lädt uns doch nur dazu ein, sie zu nutzen, um unsere Konzerte noch eindrucksvoller zu gestalten – und das kann man auch noch kostenfrei erleben.

Abschließend noch eine persönliche Frage: Sie bergen mit großer Begeisterung vergessene Schätze der Musikgeschichte. Wie ist es eigentlich dazu gekommen, und hat sich diese Leidenschaft in den letzten Jahren womöglich noch verstärkt?

Ich interessiere mich schon fast mein ganzes Leben lang für die Wiederentdeckung von vergessenen Musikschätzen. Ich glaube, dass dies auch der Auftrag dieses Festivals ist, und ich hoffe, dass diese Berufung auch in Zukunft nicht aufgegeben wird. Alle Theater spielen altbewährte Barockstücke. Sie gehen auf Nummer sicher, wie man so schön sagt. Es ist die Aufgabe eines Festivals wie des unseren, weiterzuforschen und sein Repertoire zu erweitern. Ein Meer von wunderbarer Musik erwartet uns.

Informationen:

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 12. Juli bis 28. August 2022

www.altemusik.at