Lesezeit ca. 10 Min.
arrow_back

Jetzt mal ehrlich


Logo von ich bin
ich bin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 05.07.2022
Artikelbild für den Artikel "Jetzt mal ehrlich" aus der Ausgabe 3/2022 von ich bin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ich bin, Ausgabe 3/2022

Was ist Wahrheit? Das ist eine Frage, die die Menschheit seit jeher beschäftigt. Generationen von Philosophen haben die Suche nach der Wahrheit und nach ihrer Definition zu ihrem Lebenswerk gemacht und werden es weiterhin tun. Aber ist es denn so schwierig, eine zufriedenstellende Antwort zu finden? Es klingt doch plausibel, wenn etwa Aristoteles sagt: „Wenn du behauptest, die Welt ist so und so, und sie ist es auch, dann ist es die Wahrheit.“ Aber so einfach ist es eben nicht. Was, wenn wir nur einen Teil der Welt sehen, zu wenig, um sie im Ganzen verstehen zu können? Oder wenn wir sogar schon beim Hinsehen einfach ein Auge schließen, weil es bequemer ist, weil es besser in unser schon bestehendes Bild von Wahrheit passt?

Keine Angst, wir werden jetzt keinen tiefgehenden philosophischen Diskurs zum Thema Wahrheit führen. Sondern wir werden ein wenig auf das schauen, was den Alltag in unserem Leben ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ich bin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2022 von "Alles im Leben ist eine Brücke - ein Wort, ein Lächeln, das wir dem anderen schenken.“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
"Alles im Leben ist eine Brücke - ein Wort, ein Lächeln, das wir dem anderen schenken.“
Titelbild der Ausgabe 3/2022 von Der ungebrochene Zauber unserer Liebesbriefe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der ungebrochene Zauber unserer Liebesbriefe
Titelbild der Ausgabe 3/2022 von Lass uns miteinander reden. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Lass uns miteinander reden
Titelbild der Ausgabe 3/2022 von Von der Kunst, das Richtige zu sagen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Von der Kunst, das Richtige zu sagen
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Ohne Worte Von der Kraft des Schweigens und der Magie der Berührungen
Vorheriger Artikel
Ohne Worte Von der Kraft des Schweigens und der Magie der Berührungen
Fundsachen
Nächster Artikel
Fundsachen
Mehr Lesetipps

... ausmacht, was uns jeden Tag begegnet und uns immer wieder vor die Frage stellt: Wie halten wir es ganz persönlich mit der Wahrheit?

Kein „Gut“ und „Böse“

Denn seien wir einmal ehrlich: Klar, die Wahrheit zu sagen ist ein hehres und immer wieder betontes Lebensprinzip, ein hoher, uns anerzogener Wert. Und trotzdem, viele kleine und manchmal auch sehr große Lügen begleiten uns tagtäglich. Wer hat nicht schon einmal den Joker einer Notlüge gezogen, um sich selbst zu schützen? Und wer hat nicht schon um die Wahrheit „drum herum geredet“, um andere nicht zu kränken, nicht zu verletzen? Das ist an sich überhaupt nicht schlimm und nicht verwerflich, denn die Wege der Kommunikation sind manchmal genauso gewunden und verschlungen, wie es unser Lebensweg auch selber ist. Ein pauschales und immer gültiges „Gut oder Böse“ gibt es in diesem Fall nicht.

Lügen erlaubt

Jeder von uns lügt durchschnittlich bis zu 25 Mal am Tag, schreibt eine Rechtspsychologin in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Lügen gehört zu unserer Sozialkompetenz. Die wichtigsten „kleinen“ Lügen (Notlügen, Trostlügen) sind „erlaubt“, insbesondere, um dich selbst und andere vor größeren Verletzungen zu schützen. Aber auch das schützende Verschweigen und Beschwichtigen zählt dazu. Die Kunst besteht darin, mit all dem keine rote Linie zu überschreiten.

Denke einmal darüber nach, wie viele Leute du am Tag verletzen würdest, wenn du ihnen immer knallhart die Wahrheit sagst. (Kennst du vielleicht den Film „Der Dummschwätzer“ mit Jim Carrey?) Deshalb bleibe dir stets selbst treu und wäge bewusst ab, wann du die Wahrheit sagst und wann nicht.

Und jeder von uns hat schon einmal gelogen, ohne dass er hinterher ein schlechtes Gewissen hatte.

Die meisten Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen, besagen, dass jeder von uns bis zu 25 Mal am Tag lügt. Erstaunlich, oder? Umso wichtiger ist es also auch hier, einem inneren Kompass zu folgen und rote Linien zu ziehen, dort, wo sie auch hingehören.

Wahrheit oder Pflicht

Sicherlich kennst du auch noch das Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ aus deiner Kinder- bzw. Jugendzeit. Kannst du dich noch daran erinnern, als du an der Reihe warst und dich für die Wahrheit entschieden hast: Ging dir dort auch der Puls nach oben, weil du gehofft hast, dass dein Gegenüber dir jetzt bloß keine Frage stellt, auf die deine wahrheitsgemäße Antwort peinlich ausfallen könnte? Wie ging es dir in diesem Moment? Und hast du dann auch tatsächlich die Wahrheit gesagt oder hast du zur Lüge gegriffen? Wenn ja, warum? Wolltest du dich schützen oder war es dir einfach unangenehm, die Wahrheit zu sagen? Diese Bruchteile von Sekunden nach der Fragestellungen sind ausschlaggebend für deine Entscheidung, ob du nun wirklich die Wahrheit sagst, oder doch lieber lügst.

Diese Entscheidung basiert grundlegend auf unserer Erziehung, die wir genossen haben. Deine Eltern haben einen prägenden Einfluss auf deinen ganz persönlichen Umgang mit der Wahrheit, der dich dein Leben lang begleitet. Wenn du als Kind beigebracht bekommen hast, immer die Wahrheit zu sagen und oft die Redewendung „Ehrlich währt am längsten“ von ihnen eingetrichtert, und vor allem vorgelebt bekommen hast, wird es vermutlich auch sehr wahrscheinlich sein, dass du dich in vielen solcher Entscheidungssituationen für die Wahrheit entscheiden wirst.

Der eigene Kompass zählt

Während unserer persönlichen Laufbahn werden wir außer von unseren Eltern überwiegend von Schule, Politik und Werbung beeinflusst bzw. geprägt. Stelle dir einmal folgende Situation vor: Du bist als Jugendliche mit zwei deiner Freundinnen beim Rauchen auf dem Schulhof erwischt worden. Ein Lehrer hatte euch aus einer größeren Entfernung beobachtet und möchte nun mit jedem von euch einzeln die Situation besprechen, indem er euch alleine befragt. Du wirst als Letzte hereingerufen und hast keine Ahnung, was deine Freundinnen vorher dem Lehrer auf die Frage „Habt ihr dort hinten geraucht?“ geantwortet haben. Du weißt, eine ehrliche Antwort würde Konsequenzen nach sich ziehen. Haben deine Freundinnen vielleicht schon zugegeben, dass ihr geraucht habt? Wenn du nun als einzige die Frage des Lehrers verneinst, stehst du als Lügnerin da – was im Zweifelsfall eventuell noch mehr Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Also entscheidest du dich, wahrheitsgemäß zu antworten und gibst zu, dass ihr alle drei heimlich geraucht habt. Nach dem Gespräch stellt sich heraus, dass deine beiden Freundinnen vorher den Lehrer angelogen haben. Natürlich sind deine Freundinnen erst einmal sauer auf dich, aber geht es dir nicht – trotz allem – mit der Wahrheit besser? Du kannst nun mit deinem Gewissen wieder im Reinen sein, auch wenn du zuvor etwas Unerlaubtes getan hast. In gewissen Situationen kann die Wahrheit für dich befreiend sein und dann solltest du auch dazu stehen. Deshalb ist es so wichtig, auf seinen eigenes Herz zu hören und den eigenen Kompass auszuloten. Schwieriger wird es allerdings dann, wenn diese Wahrheit anderen großen Schaden zufügen kann.

Tipp: Der Lügendetektor

Sei doch einmal dein eigener Lügendetektor. Kannst du herausfinden, wann du angelogen wirst? Das Lügen unseres Gesprächspartners kann anhand seiner Körpersprache offengelegt werden. Achte auf: errötete Wangen, Hand vor das Gesicht halten, vermehrtes Blinzeln mit den Augen, starkes Schwitzen deines Gegenübers. Natürlich gibt es geübte Lügner, die nur schwer überführt werden können. Aber mit diesen kleinen Tipps fällt es dir vielleicht leichter, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Achte auch einmal bei dir selbst, ob dir deine kleinen alltäglichen Lügen leicht über die Lippen gehen oder eher nicht. Sind bestimmte Notlügen von dir vielleicht gar keine Lügen mehr für dich, da sie schon so in deinen Alltag übergegangen sind, dass du selbst glaubst, sie seien wahr? Achte einmal darauf.

In unserem Fall also dann, wenn das Rauchen beispielsweise zum sofortigen Schulverweis führen würde. Und schon ist die Entscheidung nicht mehr so einfach, oder?

Die alltäglichen Lügen

Überlege doch einmal, wie oft du im Alltag kleine Lügen nutzt. Trostlügen sind ein gutes Beispiel. Hast du z. B. einen lieben Menschen verloren, tröstet dich deine beste Freundin. Irgendwann wird auch der Satz fallen „Die Zeit heilt alle Wunden“. Mit diesen Worten möchte man dich trösten, aber spenden sie wirklich so viel Trost? Die Zeit heilt keine Wunden, mit der Zeit lernt man nur, mit diesen Wunden besser umzugehen. Aber trotzdem bist du deiner Freundin nicht böse. Denn du weißt, auch wenn es nicht stimmt, was sie sagt, will sie dir damit zeigen, dass sie für dich da ist und dass sie dich trösten will. Außerdem nennen wir solche Behauptungen ja auch nicht wirklich „Lügen“, es sind „Übertreibungen“, ein tröstendes „Schönreden“ oder was auch immer. Schon geht es uns besser damit.

Rote Linien

Wichtig ist aber, dass du rote Linien ziehst: Kleine Lügen sollten nicht zur Gewohnheit werden, große Lügen nicht dein Leben bestimmen. Wahrheiten dürfen auch mal weh tun, müssen sie manchmal auch – wann also erspare ich jemandem eine Verletzung und wann nehme ich sie in Kauf? Das sind Entscheidungssituationen, die viele von uns aus der einen oder anderen ganz wichtigen Lebenssituation kennen, gerade in Beziehungen und in unserer Familie.

Hier ist es wichtig, für sich die rote Linie zu ziehen, ab der die Wahrheit das einzige ist, was zählt.

Vielleicht auch, um mit der einen akuten Verletzung andere, große Verletzungen zu vermeiden oder zu heilen. Auch andersherum solltest du dir wichtige Fragen stellen : In welchem Maß ist es für dich selbst eigentlich in Ordnung, angelogen zu werden?

Bestimmt kennst du die Situation, dass du vor dem Spiegel stehst und deinen Partner fragst, ob dir dieses neue, „ach so schöne“ Kleid steht. Welche Antwort erwartest du jetzt? Jede Frau möchte in diesem Moment natürlich hören, dass einem das Kleid super steht, auch wenn dies nicht der Fall ist. Aber willst du das auch? Oder bist du lieber bereit, die eventuell unschöne Wahrheit in Kauf zu nehmen? Drehe den Spieß um: Würdest du deinem Partner sagen, wenn ihm etwas nicht steht? Schaue für dich persönlich, wie viele dieser kleinen Lügen du in deinem Leben zulassen willst und kannst! Und auch in diese Richtung sind rote Linien wichtig. Ein Leben auf Lügengebilden aufgebaut, einfach weil wir uns auch in ganz entscheidenden Fragen lieber belügen lassen, kann irgendwann wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Wir stehen plötzlich vor dem Nichts.

Tipp: Loslassen

Wenn du dir die Wahrheit „von der Seele“ redest, kann dich dieser Ballast nicht mehr bedrücken und dir geht es gleich viel besser. Das ist ein ganz wichtiges Beispiel für das „Loslassen“, von dem wir aus gutem Grund so viel in unseren Heften schreiben. Selbst „kleine“ Lügen können mit der Zeit so viel Ballast anhäufen, dass er beginnt, unseren Lebensweg zu versperren. Dann heißt es loslassen und sich zur Wahrheit bekennen.

Wir haben uns Dinge eingeredet, und sie uns einreden lassen, die irgendwann nichts mehr mit der Wirklichkeit, mit der Wahrheit zu tun hatten.

Es ist nicht immer einfach, diese Grenze vorher zu erkennen und sie dann auch konsequent zu ziehen. Wir sollten versuchen, unseren inneren Kompass regelmäßig an der Wirklichkeit und an unseren tatsächlichen inneren Werten auszurichten. Dann sind wir auch in der Lage, rechtzeitig und immer mal wieder die Notbremse zu ziehen, bevor aus den vielen kleinen „Übertreibungen und Bequemlichkeitslügen“ eine große Lebenslüge wird.

Check-Up: Dein Kompass

Wo hat sich dein Lebenskompass zwischen Wahrheit und Lüge eingependelt? Überlege, wie oft du am Tag zur kleinen Lüge greifst. Bist du glücklich damit, oder möchtest du lieber etwas ändern? Bist du dir deiner roten Linien sicher? Wo würdest du sie sehen? Willst du deine roten Linien verschieben, bevor das Lügen zur Gewohnheit wird?

Respekt und Vertrauen

Auch hier geht es wie so oft auch um Respekt und Vertrauen. Sicher, das Mitgefühl gebietet es uns manches Mal, zum Beispiel in Momenten des Trostes, etwas „großzügiger“ mit der Wahrheit umzugehen, sie etwas schönzureden oder gleich ganz zu verschweigen. Aber es gibt einen Punkt, ab dem wir Vertrauen in den zu Tröstenden haben müssen – und ihm zutrauen, dass er mit der ganzen Wahrheit umgehen kann, auch mit den Verletzungen, die diese Wahrheit erzeugen mag.

Die richtigen Worte finden

10 Strategien, die dir zu sagen helfen, was du wirklich meinst -Manifest -

1. Deine Erziehung hat einen prägenden Einfluss auf deine Kommunikation gehabt. Von klein auf sind dir schon alle Facetten unserer Kommunikation begegnet: Gespräche, Schweigen, Gesten und Mimik. Sei dir dessen bewusst und lerne dich so besser kennen.

2. Der richtige Ton, der richtige Moment, die richtige Wortwahl – all das kann ein Gespräch zu einem positiven Ergebnis führen. Bekomme ein Gefühl für das Zusammenspiel dieser Faktoren

3. Wie vieles andere auch, können wir das Miteinanderreden einüben. Vor einem wichtigen Gespräch kann es zum Beispiel hilfreich sein, dieses Gespräch vor einem Spiegel zu proben und schon vorher genau zu wissen, was du sagen und was du erreichen willst.

4. Es gibt Situationen, wie etwa in einer toxischen Beziehung, wo das Miteinanderreden die Probleme nicht mehr lösen kann. Triff hier die Entscheidung, loszulassen oder dir für die Kommunikation professionelle Hilfe zu holen.

5. Auch Schweigen kann eine Form der Kommunikation darstellen. Gemeinsames Schweigen mit dem Partner beim Musikhören kann verbinden und zeigt, dass ihr euch auch ohne Worte versteht. Schweigen kann aber genauso auch verletzen und Konflikte vertiefen.

6. Du hast auch gelernt, mit deiner Gestik und Mimik Gespräche lebendiger zu machen, deine Worte zu unterstützen oder dich ganz ohne Worte mitzuteilen. Berührungen sind eine ganz besondere Form der Kommunikation. Mit einer Umarmung zeigen wir einem Menschen, dass wir ihn mögen. Setze Berührungen mit viel Fingerspitzengefühl und Respekt ein.

7. Nutze die vielen kleinen Signalgeber im Alltag. Was ziehst du für welche Gelegenheit an, wie deckst du den Tisch für ein wichtiges Essen, wo liegt dein Smartphone, während du im persönlichen Gespräch bist? All das sendet deinem Gegenüber Signale, sei dir dessen bewusst.

8. Wahrheit oder Lüge: wohin zeigt dein Lebenskompass? Kleine Notlügen im Alltag sind vollkommen normal und jeder bedient sich der Lügen tagtäglich. Es ist wichtig für dich, deine roten Linien festzulegen und sie auch einzuhalten. Prüfe dich ganz offen, wie du es damit hältst.

9. Manchmal bedeutet das Vertrauen in sich selbst oder in jemand anderen, mir oder meinem Gegenüber unangenehme Wahrheiten zuzumuten. Verhindere, dass die vielen kleinen Alltagslügen zu einer großen Lebenslüge werden, auch wenn die Wahrheit manchmal weh tun kann.

10. Worte, Gesten, Berührungen – all das macht die Vielfalt der Kommunikation zwischen uns deutlich. Eine Vielfalt, die unser Leben bereichert, wenn wir sie voller Respekt und Herzenswärme einsetzen.

Übung: Meine kle inen Lügen

Nimm dir nun einen Zettel und einen Stift zur Hand. Gehe jetzt einmal die letzten 30 Tage in deinem Gedächtnis durch. Gab es Situationen, in denen du gelogen hast? Wenn ja, welche Situationen waren das und wen hast du angelogen? Warum hast du gelogen und wie ging es dir dabei? Schreibe dies in eine Liste und denke dann darüber nach, ob du diese Lügen in den gleichen Situationen noch einmal wiederholen würdest? Als Nächstes schaust du dann, welche Lügen aus den letzten 30 Tagen du gerne wieder rückgängig machen würdest. Warum würdest du sie rückgängig machen wollen? Hast du vielleicht jemanden verletzt? Schreibe dir zu den Fragen auch die Antworten auf.

Wann dieser Punkt erreicht wird, müsst ihr selber fühlen, euer Herz spürt das vielleicht noch etwas früher als euer Kopf.

Hört einfach hin. Und manchmal gibt es eben auch die Zwischenlösung, nämlich eher zu schweigen. Dann hat die Wahrheit die Chance, sich etwas langsamer, behutsamer zu zeigen, und sie muss nicht erst eine gutgemeinte Lüge aus dem Weg räumen. Solche Momente sind oft die schwersten in der Kommunikation miteinander. Aber es sind Momente, an denen unsere Beziehungen, unsere Freundschaften erheblich wachsen und reifen können, und wir selbst tun es mit ihnen.

Wie auch immer, ich hoffe, ich konnte dich inspirieren, einmal intensiver darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, miteinander zu reden. Darum, uns den anderen mitzuteilen, einfühlsam und vertrauensvoll. Ich wünsche dir, dass du immer die richtigen Worte für diese Momente und immer die richtigen Momente für deine Worte findest.

STEFAN GOEDECKE

Der Autor

Stefan Goedecke teilt seine Gedanken mit zehntausenden Menschen als Herausgeber und Kraftquelle der Auszeit und der Ich bin. Seine sehr persönlichen Auszeit-Briefe berühren jede Woche tausende Menschen im Herzen. Stefan ist Autor zahlreicher Essays, Artikel, Kurse, Blogs und Gedichte. Du kannst dich hier gratis für seine Auszeit-Briefe eintragen: auszeit.bio/achtsam. Als Willkommensgeschenk für dich gibt es das große Achtsamkeit-Grundlagenwerk mit der Essenz der schönsten Auszeit-Artikel über Achtsamkeit und Meditation im Alltag. Wenn du magst, folge Stefan bei Instagram: @stefan.auszeit für eine Tagesinspiration.