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Kinderhochstühle: Sitzen geblieben


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2016 vom 28.04.2016

Anders als in unserem Test 2011 kippelt nun kein Stuhl mehr. Doch noch immer kommen zu viele Modelle beim Wachstum der Kinder nicht hinterher oder machen den Eltern das Leben unnötig schwer.


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Foto: RimDream/Shutterstock

Für Emil, zweieinhalb Jahre alt, ist es das Selbstverständlichste auf der Welt: Natürlich sitzt er beim Essen mitten unter den Erwachsenen an einem Tisch. Dank des Hochstuhls unter ihm ist er ein fester Teil der Tischgesellschaft. Gerade wischt ihm seine Mutter Daniela mit der Serviette das Hühnerrisotto aus dem Mundwinkel, da geht Emil nach oben und stößt sich mit den Händen ab. Der ...

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... Hochstuhl kippelt leicht. „Runtersetzen!“, sagt Daniela bestimmt. „Runtersetzen“, plappert Emil fröhlich nach und setzt sich hin. Alles gut gegangen, alle essen weiter.


Unter sechs Monaten hat ein Kind im Hochstuhl nichts zu suchen


Der Hochstuhl, auf dem Emil sitzt, ist nicht seiner. Zuhause hat er einen Stuhl aus Holz, der auf seine Körpergröße justiert werden kann. Doch die Familie ist im Urlaub und Emil nimmt mit einem nicht verstellbaren Modell vorlieb, das aussieht, als hätten vor ihm schon einige andere Kinder darauf Platz genommen. Eine Woche lang ist das kein Problem. Doch in den eigenen vier Wänden sitzen Kinder am besten auf einem auf sie abgestimmten Stuhl. „Hochstühle werden nur für kurze Zeit genutzt, da sind keine dauerhaften Schäden zu erwarten. Aber der Komfort kann schon deutlich eingeschränkt werden“, sagt Norbert Vogt. Der Leiter der Forschungsgruppe Industrieanthropologie der Uni Kiel beschäftigt sich intensiv mit menschlichen Körpermaßen und industriellen Erzeugnissen, die sich ihren Nutzern anpassen sollten. „Die Anforderungen an die optimale Sitzposition unterscheiden sich bei Kindern gar nicht so stark von denen bei Erwachsenen“, sagt Norbert Vogt. Wichtig laut dem Experten: Wenn sich die Kniekehle im Bereich der Sitzvorderkante beflndet, sollte der Rücken die Lehne erreichen können. Falls dies nicht möglich ist, rät er, die Sitztiefe um zustellen oder ein Kissen zwischen Rücken und Lehne zu packen: „Es ist sehr unkomfortabel für das Kind, wenn es die Sitzvorderkante im Bereich der Wade hat.“ Jeder Druck durch die Kante sollte vermieden werden, auch deshalb sollten Kinder die Füße beim Sitzen voll auf die Fußstütze aufstellen können.

„Unter sechs Monaten hat ein Kind im Hochstuhl nichts zu suchen“, sagt Norbert Vogt. Die nötige Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit für selbstständiges, richtiges Sitzen ist dann noch nicht gegeben. Erst wenn Kinder allein gut sitzen können, sollten Eltern über einen Hochstuhl nachdenken. Und zumindest theoretisch lassen sich einige Hochstühle von da an als „normale“ Stühle bis ins Jugendalter hinein nutzen.

Die optimale Sitzeinstellung für ihr Kind können Eltern am besten mit sogenannten mitwachsenden Hochstühlen erreichen, die sich an die Körpergröße anpassen lassen. ÖKO-TEST hat zehn dieser Stühle aus Holz darauf untersucht, wie gut der Nachwuchs darauf sitzen kann – und ob er auf ihnen mit Schadstoffen in Berührung kommt. von Hauck und dem Tissi von Ticaa immerhin drei „gute“. Viele Produkte sind vor allem aufgrund von Sicherheitsmängeln und zu schmaler Fußstützen nur Mittelmaß.

Tipps für den Kauf

Foto: FIA GmbH

Beim Hochstuhlkauf im Geschäft ist es durchaus sinnvoll, das Kind dabeizuhaben. Eltern können das Hinein- und Herausheben dann direkt mit dem Nachwuchs ausprobieren und die Größenverhältnisse treten klarer zutage: Großzügig bemessene Stühle mögen Wertigkeit suggerieren, dabei bedeutet viel Platz nicht automatisch hohe Qualität. Wenn man etwa einen Stuhl auf die optimale Größe für ein acht Monate altes Kind bringt, mag das zierlich wirken – es passt aber für das Kind. Solche kleinen Maße sollten am Stuhl einzustellen sein, auch Sitzauflagen, wie sie viele Hersteller passend zu ihren Stühlen anbieten, können helfen. Ein Hochstuhl wird in der Regel über Jahre hinweg nahezu jeden Tag benutzt, da lohnt es sich, auf Qualität zu achten: Ist das Möbel gut verarbeitet und frei von scharfen Kanten? Lässt es sich ohne große Umstände verschieben und steht dennoch stabil an seinem Platz?

■ Weitgehend sicher. Anders als bei unserem Test 2011 sind diesmal alle Stühle kippsicher. Fünf Modelle bleiben in puncto Sicherheit ganz ohne nennenswerte Mängel. Zwei erreichen nur ein „befriedigend“: der Moizi 1 aufgrund Durchrutschgefahr, der Move up von Roba aufgrund scharfer Kanten.
■ Ergonomie verbesserungswürdig: Für ein durchschnittlich großes Kind sind die Fußstützen der Modelle Herlag Tipp Topp IV, Pinolino Cosmos und Baby Dan Danchair deutlich zu schmal. Hier flnden nicht einmal kleine Kinder genug Halt. Wie es besser geht, zeigen der Ticaa Tissi Buche sowie der Geuther Tamino, beide sind über vier Jahre hinweg optimal einstellbar. Alle Stühle sind auch über die von uns angegebenen Altersgrenzen hinaus nutzbar – allerdings mit Komforteinbußen für das Kind, einige lassen sich zu „normalen“ Stühlen umbauen.
■ Nicht verbraucherfreundlich. Zu viele Stühle machen es den Eltern unnötig schwer. Ihre Montage ist wenig intuitiv, sie sind schwer zu verstellen, ihre Gebrauchsanweisungen schwer zu entziffern oder sie erklären nicht, wie man den Stuhl überhaupt korrekt für das Kind einstellt.
■ Da sitzen Schadstofle drin. Aus dem Baby Dan Danchair sowie dem Moizi 1 löste sich vergleichsweise viel an krebsverdächtigem Formaldehyd. Immerhin vier Hochstühle waren in puncto problematische Inhaltsstoffe unauffällig.

So reagierten die Hersteller

Aufgrund der Durchrutschgefahr kündigteMoizi an, zukünftig jedem Babybügel einen zweiten Schrittgurt beizulegen. Dieser soll so lang sein, dass er bei der Einstellung mit dem kleinstmöglichen Abstand zwischen Sitzbrett und Babybügel stramm ist und sich nicht durchbeult.
■ Schardt erklärte, man habe beim Überprüfen eines Stuhls aus der aktuellen Charge „bei sachgerechtem Gebrauch kein Absplittern/Reißen des Holzes an der Rückenlehne“ feststellen können. Allerdings könne der WerkstoffHolz naturbedingt reißen, beispielsweise bei zu starkem Eindrehen der Schrauben4.

ÖKO-TEST rät

• Von den drei „guten“ Hochstühlen liegt mit Blick auf die Sicherheit der Tripp Trapp von Stokke vorne. Wie auf allen anderen, sollten Kinder aber auch auf diesem Hochstuhl erst dann Platz nehmen, wenn sie selbstständig gut sitzen können. Das dem Tripp Trapp zugehörige Set für Kleinkinder ist nicht im Lieferumfang des Hochstuhls enthalten, es muss zugekauft werden. Gleiches gilt für das Brustbügelset des Ticaa Tissi und den Babybügel des Moizi 1.

• Wenn bei kleinen Kindern die Sitzvorderkante in die Waden drückt, hilft ein Kissen hinter dem Rücken. Das verkleinert die Sitzfläche und verschafft dem Nachwuchs mehr Komfort.

Gut und günstig: Hauck Alpha Plus, walnut

Preis: 59,99 Euro Der Alpha Plus ist nicht nur der günstigste Stuhl im Test, sondern auch der mit der höchsten Belastungsgrenze von 90 kg. Zur Ausstattung gehören ein Babybügel sowie ein Gurtsystem mit Fünf-Punkt-Mechanismus. Der Aufbau bereitet keine Probleme. Nachteilig ist zum einen die vergleichsweise geringe und nicht anpassbare Sitztiefe, sodass Kinder nur bis zu einem Alter von drei Jahren gute Unterstützung finden. Da die Fußstütze bereits für etwas jüngere Kinder zu schmal ist, verringert sich die optimale Nutzungsdauer auf nur 24 Monate. Kleinere Abstriche gibt es im Teilergebnis Sicherheit: Bei der Tiefen- und auch Höhenverstellung der Fußstütze fanden die Experten bei diesem Stuhl eine Quetschstelle zwischen Seitenwange und Fußstütze.
Testergebnis Praxisprüfung „gut“ Testergebnis Inhaltsstofle „gut“
Gesamturteil „gut“

Der gute Klassiker: Stokke Tripp Trapp + Baby Set, rot

Preis: 169,99 Euro + Bügel für 42,94 Euro Der Klassiker unter den mitwachsenden Hochstühlen macht einen rundum guten Eindruck. Mit dem Baby Set aus formstabilem Kunststoffeignet sich der Tripp Trapp für kleine Kinder ab neun Monate, ohne Sicherheitsbügel und Sitzverkleinerer von der Sitztiefe her für Kinder bis sechs Jahre. Da jedoch die funktionelle Tiefe der Fußstütze ab 36 Monaten zu knapp wird, ergibt sich eine optimale Nutzungsdauer von nur 27 Monaten. Der Sitz öffnungswinkel ist ideal, das heißt, bei Kontakt mit der Rückenlehne erreichen die Kinder eine am Tisch sinnvolle aufrechte Sitzhaltung. Der Stuhl weist keine Quetsch- und Scherstellen auf, lässt sich einfach handhaben und montieren. Die ausführliche und gut gemachte Gebrauchsanweisung ist leider nur schlecht lesbar. An den Inhaltsstoffen gibt es nichts zu bemängeln.Testergebnis Praxisprüfung „gut“ Testergebnis Inhaltsstofle „sehr gut“
Gesamturteil „gut“

Gut, aber nur gering belastbar: Ticaa Tissi Buche massiv, natur + Brustbügel-Set

Preis: 110 Euro + Bügel für 34,88 Euro Mit nur 25 kg weist der Tissi eine niedrige Belastungsgrenze auf. Die Montage gestaltet sich einfach, allerdings wird zusätzlich ein Schraubendreher benötigt. Das Hineinsetzen und Herausnehmen des Kindes gestaltet sich sehr einfach. Etwas zu groß geraten ist der Winkel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne. Mit der auf 48 Monate beschränkten optimalen Nutzungsdauer liegt der Tissi auf den vorderen Rängen. Die Sitztiefe kann so eingestellt werden, dass bereits Kinder ab sechs Monaten auf ihm sitzen können. Auch die Tiefe der Fußstütze kann verstellt werden. Ärgerlich sind die in die Seitenwangen gefrästen scharfkantigen und nicht fachgerecht entgrateten Nuten.Testergebnis Praxisprüfung „gut“ Testergebnis Inhaltssto e „sehr gut“
Gesamturteil „gut“

Der Geräumige: Geuther Tamino, natur

Preis: 124,99 Euro Der Tamino fällt durch seine große Sitztiefe auf, die den Stuhl für Kinder von zwölf Monaten bis zehn Jahren geeignet erscheinen lässt – wäre da nicht die schmale Fußstütze, die die optimale Nutzungsdauer auf 48 Monate einschränkt. Verglichen mit den anderen Stühlen im Test liegt er damit aber weit vorne. Positiv fällt die Neigung der vergleichsweise hohen Rückenlehne auf. Eltern hingegen droht Ungemach für die Füße, wenn sie mit ihnen beim Abstellen des Stuhls unter den ausladenden Stahlstützbügel geraten. Zudem stört der Bügel beim Tragen des gut 8 kg schweren Stuhls, der sich auch eher schlecht an den Tisch heran- oder davon abrücken lässt. Überhaupt macht der Tamino durch die langwierige Montage und die schwer zu verstellende Sitzfläche eher den Eltern zu schaffen. Schadstoffmäßig ist er ohne Fehl und Tadel.Testergebnis Praxisprüfung „befriedigend“ Testergebnis Inhaltssto e „sehr gut“
Gesamturteil „befriedigend“

Der Schwere: Herlag Tipp Topp IV, natur

Preis: 89,88 Euro Etwas mehr als 10 kg bringt der aus Massivholz gefertigte und mit einem Spieltisch ausgestattete Tipp Topp IV auf die Waage. Er lässt sich zu einem normalen Stuhl umbauen. Das größte Problem dieses Stuhles ist die deutlich zu schmal geratene Fußstütze: Zu keinem Zeitpunkt der Nutzungsdauer, aufgrund der Sitztiefe eigentlich mehr als 48 Monate, kann das Kind den ganzen Fuß darauflegen. In der Schlagprüfung brach schon beim ersten Schlag die Rückenlehne. Zu Hause wäre im Falle eines Falles der Stuhl jetzt ohne Austausch oder Reparatur nicht mehr zu nutzen. Die ohne Beanstandung gemeisterten Sicherheitsprüfungen und das Fehlen von problematischen Inhaltsstoffen retten den Stuhl.Testergebnis Praxisprüfung „befriedigend“ Testergebnis Inhaltsstofle „sehr gut“
Gesamturteil „befriedigend“

Nur für Kleine: Pinolino Cosmos

Preis: 129,90 Euro Aufgrund der geringen Sitztiefe, die zudem nicht anpassbar ist, eignet sich der Cosmos nur für Kinder bis drei Jahre. Doch schon das funktioniert nicht wirklich, da auch bei diesem Stuhl die nutzbare Tiefe der Fußstütze so gering ist, dass schon nur sechs Monate alte Kinder keine guten Verhältnisse vorfinden – „deutliche Komforteinbußen“ heißt es im Prüfbericht. Am Aufbau dürften Bastler ihre Freude haben: Er ist zeitaufwendig und durch unterschiedlich lange Verbindungsleisten wenig intuitiv; als weitere Werkzeuge wird neben einem Schraubendreher noch ein Hammer benötigt. Die Gebrauchsanleitung fiel nicht nur mit der kleinsten Schriftgröße im Test negativ auf, sondern auch mit einem fehlenden Hinweis zur korrekten Sitzeinstellung. Wer mag, kann den Cosmos zu einem normalen Stuhl umbauen.Testergebnis Praxisprüfung „befriedigend“ Testergebnis Inhaltsstofle „ausreichend“

Gesamturteil „befriedigend“

Mit Verarbeitungsmängeln: Schardt Domino III, natur lackiert

Preis: 76,90 Euro Der Domino III fiel mit Verarbeitungsmängeln während der Montage auf, unter anderem durch zu große Löcher für die Rundmuttern an der Rückenlehne. Beim Anziehen der Schrauben kann das Holz splittern oder reißen. Der Sicherheitsbügel ließ sich vergleichsweise schwer demontieren. Mängel in Montage und Handhabung führen zusammen mit Mängeln in der Gebrauchsanleitung zu einem entsprechenden Teilergebnis „mangelhaft“. Durch die verstellbare Sitztiefe bestehen bereits für Kinder ab sechs Monaten keine Einschränkungen. Ein Plus des Domino III: Er ist sehr leicht (gut 5 kg) und lässt sich zu einem normalen Stuhl umbauen. Im Lack des Holzes steckt etwas zu viel Dibutylphthalat.Testergebnis Praxisprüfung „befriedigend“ Testergebnis Inhaltsstofle „befriedigend“
Gesamturteil „befriedigend“

Nur preislich ganz vorne: Moizi 1 Buche natur geölt und gewachst + Babybügel, natur

Preis: 198,90 Euro + Bügel für 32,00 Euro Auch der Moizi 1 zählt zu den Hochstühlen, die sich zu einem normalen Stuhl umbauen lassen. Die Sitztiefe ist nicht anpassbar. Zu bemängeln ist die in der Gebrauchsanleitung beschriebene Sitzposition, wonach für Kinder bis zwei Jahre das Fußbrett so eingestellt werden soll, „dass das Kind mit den Zehen gerade noch das Brett erreicht“. Für die von uns beauftragten Experten gibt es dafür keine nachvollziehbare Begründung: Unabhängig vom Alter sollten Kinder die Füße plan auf der Fußstütze platzieren können. Nachteilig ist auch der zu große Abstand zwischen Rückenlehne und Schrittgurt: Kleine Kinder können so gegebenenfalls beide Beine auf einer Seite des Gurts durchstecken und aus dem Stuhl rutschen. Im Material wurden Formaldehyd und eine phosphororganische Verbindung nachgewiesen.Testergebnis Praxisprüfung „befriedigend“ Testergebnis Inhaltsstofle „ausreichend“
Gesamturteil „ausreichend“

Ein Leichtgewicht: Roba Move Up, natur

Preis: 69,99 Euro Wirklich überzeugen kann der nur gut 5 kg leichte Stuhl mit dem werksseitig vormontierten Gurtsystem in keiner Disziplin. Zu bemängeln sind scharfe Kanten sowie die magere optimale Nutzungsdauer von lediglich drei Monaten. Ganz hinten landet der Move Up im Hinblick auf Gebrauchsanleitung, Handhabung und Montage: Teilergebnis „ungenügend“. Ganz abgesehen vom mühsamen Aufbau, ließ sich der Stuhl in der obersten Sitzstellung gar nicht erst zusammenbauen. Dazu mussten die Experten ein neues Schraubenloch bohren. Überhaupt entpuppte sich das Verstellen der Sitzfläche als wahre Herausforderung, da dies nur unter teilweiser Demontage des Stuhls gelang.Testergebnis Praxisprüfung „ausreichend“ Testergebnis Inhaltsstofle „gut“
Gesamturteil „ausreichend“

Das Schlusslicht: Baby Dan Danchair, Schwarz

Preis: 125,00 Euro Vor allem zwei Punkte katapultieren den Danchair an das Ende der Tabelle: zum einen die Schadstoffe, zum anderen das „mangelhafte“ Abschneiden in der Ergonomie. Neben einem Ersatzweichmacher wies er den höchsten Formaldehydgehalt der getesteten Stühle auf. Zwar wäre der Stuhl von der Sitztiefe her – die nicht anpassbar ist – für Kinder bis vier Jahre gut geeignet, doch ist die Fußstütze bereits für die Kleinsten zu schmal. Die Montage entpuppte sich als sehr zeitaufwendig: Fast eine halbe Stunde benötigten die Experten. Positiv: der Danchair lässt sich zu einem normalen Stuhl umbauen.Testergebnis Praxisprüfung „befriedigend“ Testergebnis Inhaltsstofle „ungenügend“
Gesamturteil „mangelhaft“

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben zehn Hochstühle zwischen 60 und 230 Euro eingekauft. Alle Produkte bestehen überwiegend aus Holz und wachsen mit, das heißt Sitz und Fußstütze können der Größe des Kindes angepasst werden. Manche sind mit einem Bügel ausgestattet, andere mit einem Spieltisch, die meisten verfügen über Sicherheitsgurte. Für die Ergonomieprüfungen haben wir zudem Sitzauflagen des jeweiligen Herstellers eingekauft. Da diese Auflagen nicht fester Bestandteil der Hochstühle sind, wurden an ihnen keine weiteren Prüfungen, etwa auf Inhaltsstoffe, durchgeführt.

Die Inhaltsstofle

Hochstühle aus Holz können mit schadstoffhaltigen Lacken überzogen sein, deshalb haben wir den Lack der Stühle auf fortpflanzungsgefährdende Phthalate untersuchen lassen. Und wir haben geprüft, wie viel krebsverdächtiges Formaldehyd die Produkte abgeben. Mit den Gurten kommen Kinder direkt in Berührung, deshalb ließen wir sie unter anderem auf phosphororganische Verbindungen, die häufig nervengiftig wirken, sowie Phthalate und andere Weichmacher testen.

Die Praxisprüfung

Im Labor wurden die Stühle auf Herz und Nieren geprüft: Welche Ausstattung haben sie? Wie leicht lassen sie sich aufbauen? Gibt es Quetschstellen oder scharfe Kanten? Außerdem wurden die Stühle im Labor genau vermessen, um herauszufinden, für Kinder welchen Alters sie geeignet sind. Die von uns beauftragten Experten führten nicht zuletzt Sicherheitsprüfungen nach der Hochstuhl-Norm DIN EN 14988 durch. Sie warfen auch einen Blick auf die Gebrauchsanweisung, ob diese gut lesbar ist und alle wichtigen Hinweise enthält.

Die Bewertung

Zum einen sollte ein Hochstuhl sicher, komfortabel und leicht in der Handhabung sein, außerdem möglichst lange nutzbar. Zum anderen sollte er aber auch frei von Schadstoffen sein, weil Kinder täglich auf ihm sitzen und intensiv mit ihm in Kontakt kommen. Daher haben wir die Test ergebnisse Praxisprüfung und Inhaltsstoffe zunächst gleich gewichtet. Am Ende kann das Gesamturteil aber nicht besser sein als das Testergebnis Praxisprüfung.

Durchrutschgefahr besteht, wenn, wie hier beim Moizi 1, der Abstand zwischen Rückenlehne und Schrittgurt zu groß ist.


In der Schlagprüfung wird die Stabilität der Rückenlehne überprüft. Hier hat gerade der Herlag Tipp Topp IV versagt.


Während der Montage fiel der Schardt Domino III auf, weil beim Anziehen der Schraube das Holz riss.