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Kommt Zeit, kommt Bad


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 4/2009 vom 08.04.2010

Babyhaut muss ihre Schutzfunktionen erst einmal aufbauen. Das schafft der Körper in der Regel ohne Hilfe von außen. Deshalb lässt man Babys Haut in der ersten Zeit am besten in Ruhe.


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Foto: amw-photography.de

Gerade mal eine gute halbe Stunde war Nadine Friedrich im Krankenhaus, als die kleine Carlotta im Eiltempo auf die Welt kam. Die Großeltern waren auf dem Weg und sollten die zweieinhalbjährige Schwester Paula abholen, deren Geburt immerhin neun Stunden gedauert hatte. Carlotta überrumpelte die ganze Familie. Ganz rosig war sie und glatt „fast wie ein Kaiserschnittkind“, erinnert sich Nadine. Trotz ...

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Gerade mal eine gute halbe Stunde war Nadine Friedrich im Krankenhaus, als die kleine Carlotta im Eiltempo auf die Welt kam. Die Großeltern waren auf dem Weg und sollten die zweieinhalbjährige Schwester Paula abholen, deren Geburt immerhin neun Stunden gedauert hatte. Carlotta überrumpelte die ganze Familie. Ganz rosig war sie und glatt „fast wie ein Kaiserschnittkind“, erinnert sich Nadine. Trotz des rasanten Tempos lief alles prima: 3.370 Gramm, 53 Zentimeter, eine lange Schlanke „mit riesigen Füßen“, erinnert sich die Mutter.

Auf dem großen, weißen Wickeltisch streckt sich das Mädchen mit den vielen dunklen Haaren, als die Mama sie aus der Windel befreit. Carlotta muss eine zweite Windel über dem Body tragen, „breitwickeln“ nennt sich das. Nach der Geburt wurde bei dem Mädchen eine leichte Hüftdysplasie festgestellt, eine Reifungsstörung der Hüftknochen. Nach der U3, hofft Mutter Nadine, werde sie die zweite Windel hoffentlich weglassen können.
Jetzt, nach gut dreieinhalb Wochen, wiegt Carlotta 3.800 Gramm. Vorsichtig rollt Nadine ihre Kleine hin und her, das Mädchen wurde gerade gestillt, und die Mama will, dass auch alles drinbleibt. Carlotta hat die Augen offen und starrt die Mama an. Die Iris werde wohl so dunkel bleiben wie die der Eltern, vermutet die Mutter. Mit einem feuchten Waschläppchen reinigt Nadine den Windelbereich ihrer Tochter, trocknet mit einer Stoffwindel vorsichtig nach und lässt das Kind dann ein wenig strampeln. Geföhnt wurde Carlotta bisher nicht, aber Nadine kennt die Methode von ihrer ersten Tochter. Einen zweiten Babywickelkurs hat sich Nadine Friedrich gespart. Trotzdem, erzählt sie lachend, habe sie sich im Krankenhaus wieder einen Moment unsicher gefühlt mit so einem kleinen Vögelchen vor sich. Doch das ging ganz schnell vorüber und ihre mütterliche Routine kam zurück.

Glück mit der Haut

Carlotta hat einen dunklen Teint, bisher hatte sie Glück und keinerlei Hautprobleme. Nadine Friedrich ist darüber sehr froh. Ihre ältere Tochter Paula ist heller als die Schwester und hatte schon eher mal einen wunden Po, zudem Soor und auch lange Zeit Gneis auf der Kopfhaut. Den gelbbraunen Schuppen auf der Kopfhaut rückte Nadine damals mit Öl und einer sanften Babybürste zu Leibe. Der Soor war hartnäckiger. Paula bekam ihn zum ersten Mal im Alter von etwa sechs Wochen. Nadine behandelte die weißlichen Be läge mit einer Tinktur und musste auch ihre Brustwarzen nach jedem Stillen desinfi zieren beziehungsweise mit einer Pilzsalbe eincremen, damit sich die Tochter nicht erneut ansteckt. Als Kleinkind bekam Paula dann auch noch Mundfäule – eine schmerzhafte Mundentzündung, ausgelöst durch das Herpesvirus.

Ein Arm voll Glück: Nadine Friedrich mit Tochter Carlotta. Die Kleine hat eine recht unproblematische Babyhaut.


Foto: amw-photography.de

Als Paula auf die Welt kam, war ihre Haut im Gegensatz zu der ihrer Schwester schrumpelig „wie die einer alten Frau“, sagt Nadine. Das kleine Mädchen wurde etwa zehn Tage übertragen. Normalerweise ist das Kind im Mutterleib durch die weißliche, cremeartige Käseschmiere vor dem Austrocknen im Fruchtwasser geschützt. Wird ein Kind übertragen, ist die Käseschmiere zum Zeitpunkt der Geburt aber kaum noch vorhanden. Häufi g pellt sich die Haut dieser Kinder in den ersten Lebenstagen sehr stark. Das ist kein Grund zur Beunruhigung, aber für die Eltern gewöhnungsbedürftig. Die Hebamme riet den Friedrichs damals: Hände weg. Allmählich wurde Paulas Haut von allein wieder schön rosig.
Nadine dreht das Baby auf den Bauch, Klein Carlotta liebt die Bauchlage, egal ob auf der Wickelunterlage oder auf dem Arm im Fliegergriff, tapfer hält sie ihr Köpfchen hoch. Eingecremt wird die Kleine nicht, es gibt keinen Grund. Überhaupt, erinnert sich die junge Mama, habe sie beim ersten Kind viel mehr ausprobiert; die ganzen Pröbchen und Sälbchen, die man so überreicht bekam, woll ten ja verbraucht werden. Inzwischen ist sie zu der Überzeugung gekommen, dass weniger mehr ist. Für den Notfall habe sie eine Calendula-Creme parat. Auch nach dem Baden kommt keine Babylotion auf Carlottas Haut. Viele Dinge, die sie bei der ersten Tochter noch versucht hatte, mache sie bei Carlotta auch deshalb nicht, weil sie nicht mehr so viel Zeit habe wie beim ersten Kind – aber das sei im Grunde genommen ganz gut so.

Nur ein Bad in der Woche

In den ersten zwei Wochen wurde Carlotta zu Hause auch erst einmal nicht gebadet. Jetzt kommt das kleine Mädchen einmal in der Woche in die Wanne. Nadine und ihr Mann Jan haben sich eine normale Babybadewanne gekauft. Für Tochter Paula hatte sich das Paar einen Badeeimer ausgeliehen. Für das zweite Kind haben sie sich anders entschieden – auch weil man das Kind nur sehr kurze Zeit im Eimer baden könne.

Ins Badewasser kommt – nichts. „Auch wenn das alles so schön duftet, sie braucht es nicht.“ Normalerweise genießt die Kleine das temperierte Wasser, nur heute protestiert sie kräftig, als Nadine ihr auch noch den Kopf übergießt. Nach kurzer Zeit hat sie sich richtig rotgeschrien. Da kürzt die junge Mutter den Waschgang kurz entschlossen auf das Nötigste ab und wickelt ihr Kleines schnell wieder in ein großes, warmes Frotteetuch. Schon besser, doch noch immer zetert Carlotta. Routiniert trocknet Nadine ihre Tochter ab und lässt sie noch für einen Moment im warmen Tuch auf dem großen Elternbett liegen. Carlotta ist müde, deshalb konnte sie das Bad nicht genießen. Schnell gewickelt, und dann legt die Mutter das Mädchen in den großen, weißen Stubenwagen, sofort schläft Carlotta ein.
Carlottas Brustwarzen sind ein wenig geschwollen. In ih- rem Körper sind immer noch jede Menge Hormone, die sie im Mutterleib von der Mutter aufgenommen hat. Erst nach und nach bauen sich diese Hormone wieder ab. Ähnlich verhält es sich mit der vergrößerten Scheide, wie sie viele kleine Mädchen nach der Geburt haben. Manchmal kann es vorkommen, dass ein milchiges Sekret aus den Brustdrüsen fl ießt, die so genannte Hexenmilch. Nadine hat dies bei Carlotta allerdings nicht beobachtet. Damit die geschwollenen Drüsen nicht zu sehr an den Hemdchen reiben und wund werden, können Eltern etwas Watte quer über die Brust legen.

Nadine hat auch mit ihrer zweiten Tochter schon viel vor. Wie damals mit Paula hat sie sich zum PEKiP, zur Babymassage und zum Babyschwimmen angemeldet. Natürlich hat das alles noch ein bisschen Zeit, die Kurse beginnen in der Regel, wenn das Kind etwa drei Monate alt ist. Die Betriebswirtin hat sich alle Kurse auf den Vormittag gelegt.

Viel frische Luft

Am Nachmittag um drei holt Nadine mit dem Kinderwagen in Laufentfernung Schwester Paula aus der Kinderkrippe ab. Dann unternehmen sie etwas zu dritt. Auch wenn Carlotta ein Januarkind ist, kommt sie täglich an die frische Luft. Paula hat einen Lieblingsspielplatz, in der Nähe gibt es eine Bibliothek, in die kann Nadine mit der Kleinen zum Stillen verschwinden.

Babypfl ege: Zuwendung und Zärtlichkeit sind viel wichtiger als Cremes und duftende Zusätze.


Foto: amw-photography.de

Schnell einen Schlaf- Wach-Rhythmus finden

Auch wenn die 33-Jährige ein sehr organisierter Mensch ist und sie mit Carlotta vieles lockerer und gelassener sieht, empfi ndet sie ihre zweite Mutterschaft als anstrengender als die erste. Man könne sich nicht so viel ausruhen und habe eben immer auch das große Kind zu betreuen. Omas oder Opas hat Nadine nicht in direkter Nähe. Auch wenn sich die Friedrichs vorgenommen haben, schneller und strenger, als sie dies bei Paula getan haben, darauf zu achten, dass Carlotta einen Rhythmus bekommt – noch kriegt die Kleine kein System in ihre Schlaf- und Wachphasen in der Nacht. Nadine ist deshalb aus dem Elternschlafzimmer ausgezogen und schläft in Carlottas kleinem Kinderzimmer auf dem Couchbett. Die ständige Störung will Nadine ihrem Mann ersparen. Eineinhalb Stunden Gemecker ab nachts um drei sind nichts Ungewöhnliches. Vielleicht liegt es auch an der trockenen Nase, die Nadine bei ihrer Tochter jetzt bemerkt hat. Heute hat sie sich eine Pipette besorgt und will es in der kommenden Nacht mit Muttermilchtröpfchen in die Nase versuchen. Der Tipp stammt von der Hebamme.
Außerdem ist da auch noch Schwester Paula, die häufi g als Gast ins Elternbett kommt. Jetzt kuschelt sie mit Papa, der für die große Schwester seit der Geburt von Carlotta noch wichtiger ist als früher. „Er hat gerade eher ein Ohr für sie“, sagt Nadine, sie müsse halt auch mal streng sein. Doch auch bei Carlotta hat der Papa seine festen Aufgaben. Abends verarbeitet die Kleine den Tag oftmals mit zwei Stunden Geschrei. Dann ist Jan dran und schaukelt seine Jüngste allmählich in den Schlaf.

So wird der Nabel schön

• Nach der Entbindung wird die Nabelschnur abgeklemmt und durchgeschnitten. Etwa zehn Tage dauert es, bis der Nabel abgeheilt ist. Der überstehende Nabelrest schrumpelt, wird braun bis schwarz, dann hart und fällt schließlich von allein ab. Den Nabel muss man einmal täglich kontrollieren und reinigen. Dazu benutzt man ein fusselfreies Tuch oder Watte mit warmem Wasser und wischt Nabel und Hautumgebung vorsichtig ab. Danach die Haut mit einem Tuch trocknen oder an der Luft trocknen lassen. Mit einem Föhn geht es auch, der darf aber nicht zu heiß sein. Wichtig: Bei Jungen den Föhn so halten, dass sie nicht hineinpinkeln können, sie könnten einen lebensgefährlichen Stromschlag bekommen.
• Der Nabelrest wird mit einer Mullbinde oder Kompresse locker umwickelt, sodass genügend Luft darankommen kann. Das begünstigt den Heilungsprozess. Beim Wickeln darauf achten, dass der Windelbund oder die Windel nicht am Nabelstummel scheuern. Eventuell den oberen Windelrand einmal umklappen. Eigentlich ist es nicht nötig, das Kind in dieser ersten Zeit zu baden. Heute wird aber nicht mehr grundsätzlich davon abgeraten. Allerdings darf man die Nabelpflege danach nicht vergessen. Etwas Watte mit Alkohol tränken und den Bereich rund um den Nabel sorgsam desinfizieren. So geht man sicher, dass der noch nicht vollständig abgeheilte Nabel nicht durch Keime verunreinigt wird.
• Sondert der Nabel gelblichen Eiter ab, muss das Kind zum Kinderarzt. Vermutlich hat sich der Nabel dann entzündet und muss mit einer antibiotischen Salbe behandelt werden. Auch wenn der nicht ganz abgeheilte Nabelstumpf zu wuchern beginnt oder sich ein kleines, nässendes Knötchen bildet, muss der Arzt ran.

Foto: A. Jakutscheit/M. Wägele

Interview


„Da zerbricht nichts.“


Nancy Sandel (33) ist Kinderkrankenschwester und leitet die Neugeborenenstation in den Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg. In der Klinik kommen jährlich etwa 1.200 Babys zur Welt.

ÖKO-TEST: Wie gut sind die Eltern auf ihre neue Aufgabe vorbereitet?
Sandel: Theoretisch sind die meisten wirklich sehr gut vorbereitet. Sie haben sich gründlich informiert, haben unheimlich viel gelesen und sind in Kursen gewesen. Doch in der Praxis schaut einiges anders aus, manche Eltern wissen fast zu viel und stehen sich so mitunter selbst im Weg. Vor allem manche Mütter möchten alles gleich perfekt machen. Ich denke, sie sind das so gewohnt, schließlich sind sie auch erfolgreich in ihrem Beruf. Und nun grämen sie sich, wenn bei mir die Windel doch besser sitzt als bei ihnen im Erstversuch. Aber jeder muss mal anfangen und üben. Wir merken aber auch deutlich, dass die früher in der Großfamilie gemachten praktischen Erfahrungen den jüngeren Müttern heute fehlen. Oma, Schwester oder Tante, die mit dem eigenen Wissen helfen und die neue Familie in der ersten Zeit unterstützen könnten, sind oft nicht verfügbar, wie es wünschenswert wäre. Die frischgebackenen Eltern sind sich selbst überlassen, das ist nicht einfach.

ÖKO-TEST: Welche Rolle übernehmen die Väter bei der Versorgung ihrer Kleinen?
Sandel: Eine immer größere, wir sind froh, dass wir sie haben. Manchmal kommen die engagierten Väter schneller mit der Wickelei zurecht als die Mamas. Gerade bei Kaiserschnittkindern ist es aber auch sehr wichtig, dass die Papas ihren Frauen die Versorgung des Kindes abnehmen.

ÖKO-TEST: Womit haben junge Eltern bei der Babypflege die meisten Probleme?
Sandel: Dass ihr Kind schreit und sie nicht gleich wissen, warum. Ich sage immer: Traut euch nur, da zerbricht nichts, das Kind muss schreien, wenn ihm was nicht passt. Und ihr werdet rauskriegen, warum es dies tut.

ÖKO-TEST: Wo kann man wirklich etwas falsch machen bei der Pflege?
Sandel: Man darf alles, auch baden, wenn der Nabelrest noch dran ist. Manche Eltern wickeln zu wenig, das muss gerade in den ersten Tagen wirklich regelmäßig nach dem Stillen sein. Sollte das Kind nachts mal etwas länger schlafen, darf man natürlich warten, bis es aufgewacht ist. Der erste Stuhl, das Kindspech, klebt ganz unglaublich an der Babyhaut.

ÖKO-TEST: Weniger ist mehr in der Pflege, stimmt das?
Sandel: Aber ja. Wir haben hier nur noch eine Zinkpaste und eine Fettcreme für wirklich seltene, schwierige Fälle liegen. Mehr muss nicht sein, Babys Haut darf schuppig sein, auch ein bisschen trocken und sich ablösen, das regelt sich alles. Ins Badewasser muss nichts und man braucht zu Hause auch keine Feuchttücher, Wasser und Lappen reichen.

Pflege ist mehr als Saubermachen

• Babys Haut ist samtweich, aber auch sehr empfindlich. Schließlich ist sie fünfmal dünner als die von Mama und Papa und noch längst nicht voll entwickelt. Die Produktion der Talgdrüsenfette funktioniert nur eingeschränkt und der Säureschutzmantel hat sich noch nicht vollständig ausgebildet. Deshalb ist die richtige Pflege gerade in den ersten Monaten so wichtig. Denn: Neun Monate lang lebte das Kind im Bauch der Mutter, umgeben von warmem Fruchtwasser. Damit die Haut nicht aufweichte, war sie mit schützender Käseschmiere überzogen. Nun ist das Baby an der Luft, es spürt direkte Berührungen. Luft streicht über sein Gesicht, Kälte und Wärme wechseln häufig. Nicht nur der Säugling selbst, auch seine Haut muss sich an die neue Umgebung erst gewöhnen. Das braucht Zeit. Babypflege ist daher mehr als nur Saubermachen und Windeln wechseln. Im Vordergrund stehen der behutsame Umgang mit dem kleinen Wesen und seinem Körper sowie Zärtlichkeit und Zuwendung.
• Babys Haut ist auch längst noch nicht so belastbar wie die von Mama und Papa. Die gesunde Haut eines Erwachsenen ist eine leistungsfähige Barriere zwischen dem Organismus und den äußeren Einflüssen: Sie hält Wind, Wasser, Bakterien und Staub fern und schützt vor der Sonne. Der Säureschutzmantel eines Säuglings muss sich dagegen erst aufbauen. Zudem muss der Körper erst lernen, seine Temperatur durch Schwitzen zu regulieren, weil die Schweißdrüsen noch nicht so arbeiten wie bei älteren Kindern oder Erwachsenen.
• Etwa zehn Jahre dauert es, bis Kinder ein ähnlich dickes Fell haben wie Erwachsene. Deswegen sind sich Hebammen und Kinderärzte heute einig: Die Haut von Babys sollte man möglichst in Ruhe lassen. Die Kleinen müssen weder täglich gebadet noch ständig von Kopf bis Fuß eingecremt werden – auch wenn wohlmeinende Großmütter und Tanten das Gegenteil raten. Babyhaut braucht Ruhe und Zeit, um ihr eigenes Gleichgewicht zu finden.

Foto: amw-photography.de