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Mary, Queen of Scots


Schottland - Das neue Reisejournal - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 20.11.2018

Bis heute stammen alle englischen Könige und Königinnen in direkter Linie von Maria Stuart ab. Ein neuer Kinofilm wagt eine Annährung an die geheimnisumwitterte schottische Monarchin.


Artikelbild für den Artikel "Mary, Queen of Scots" aus der Ausgabe 12/2019 von Schottland - Das neue Reisejournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Schottland - Das neue Reisejournal, Ausgabe 12/2019

Die Schauspielerin Saoirse Ronan als schottische Königin in dem aktuellen Film „Maria Stuart”. ©UPImedia


Eine keltische Harfe, die Maria Stuart gehört haben soll. ©David Monniaux CC BY-SA 1.2


In Schottland kommt man nicht umhin, überall an die legendäre schottische Königin Maria Stuart erinnert zu werden. Es gibt wohl kaum ein Schloss oder Herrenhaus, in dem Maria Stuart genächtigt hat; so wird es vor Ort zumindest gerne ...

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... behauptet. Ob das stimmt oder nicht, spielt dabei keine Rolle, denn die Geschichte von der unglücklichen Königin ist so schön und traurig zugleich, dass man sie immer wieder gerne hört.

Wie kaum eine andere europäische Königin hat Maria Stuart um ihren Thron gekämpft. Über ihr Leben wurden unzählige Romane und Biographien verfasst. Trotzdem fällt es schwer, die Fakten und Details aus ihrem Leben zu einem stimmigen Bild zusammenzufügen. Eine Neubewertung wagt nun der Kinofilm „Maria Stuart”, der mit der Oscar-Anwärterin Saoirse Ronan als schottischer Königin ab dem 17. Januar 2019 in die Kinos kommt.

Dies sind die historischen Daten für den Film: Maria Stuart wurde 1542 im schottischen Schloss Linlithgow geboren. Ihr Vater, der schottische König James V., stirbt kurz nach ihrer Geburt, und Maria Stuart wird im frühen Kindesalter Königin von Schottland. Sie wächst in Frankreich auf und kehrte erst im Jahr 1561 nach Schottland zurück. Nur wenige Jahre später wird sie gezwungen, zu Gunsten ihres Sohnes James VI. auf den Thron zu verzichten. Maria Stuart flieht nach England und wird dort gefangen genommen. Am 8. Februar 1587 wird sie nach langjähriger Gefangenschaft in Fotheringhay Castle hingerichtet.

In der Vergangenheit konnten die Biographen selten der Versuchung wiederstehen, das Leben von Maria Stuart im Licht ihres Streits mit ihrer Widersacherin Elisabeth I., der Königin von England, zu sehen. Auch der aktuelle Film stellt den Konflikt dieser beiden höchst unterschiedlichen Frauen in den Mittelpunkt.

Schmuckstück aus dem Besitz von Lord Darnley, dem Ehemann von Maria Stuart. ©Ian Jacobs Photography Visitbritain


Filmszene: Die Schauspieler Jack Lowden als Lord Darnley und James McArdle als Earl of Moray. ©Liam Daniel / Focus Features


Doch die Regisseurin des Films, Josie Rourke, will auch zeigen, was die beiden Königinnen eint: „Es geht nicht um: eine kämpft gegen die andere. Beide sind den Umständen ihrer Zeit ausgesetzt, so dass sie sich schließlich aneinander aufreiben”, sagte Rourke.

Tatsächlich hilft ein wenig Geschichte dabei, den Streit zwischen Maria Stuart und Elisabeth I. besser zu verstehen. Beide kommen auf den Thron, als England von religiösen Konflikten erschüttert wird. Heinrich VIII., der Vater von Elisabeth I., hat die Reformation in England eingeleitet. Doch es gibt genug Katholiken im Land, die nichts lieber täten, als die Protestanten zu verjagen. Ihre Favoritin heißt Maria Stuart, weil diese aus einer katholischen Familie stammt. Maria Stuart ist daher eine Bedrohung für Elisabeth I. Doch auch Maria Stuarts eigene Regentschaft ist nach den vielen Jahren der Abwesenheit in Frankreich keineswegs sicher. Beide Frauen können es sich daher nicht erlauben, Fehler zu machen, wollen sie ihre Herrschaft nicht verlieren. „Jeder versuchte, das Verhältnis der beiden zu manipulieren. Das ist die Tragik”, sagt die australische Schauspielerin Margot Robbie, die Elisabeth I. spielt.

Auf ihre bedrohliche Lage reagieren beide Frauen völlig unterschiedlich: Elisabeth I. bleibt unverheiratet aus der Sorge, die Ehe mit dem falschen Kandidaten könnte ihre Regentschaft schwächen. Maria Stuart dagegen will einen starken Mann an ihrer Seite. Doch genau das wird ihr zum Verhängnis. Als ihr Ehemann Lord Darnley ermordet wird, entstehen schnell Gerüchte, die Königin selbst habe mit dem Mordkomplott zu tun. Maria Stuart kann sich nicht auf dem Thron halten. Sie flieht, und zwar ausgerechnet in die Arme ihrer größten Widersacherin.

Craigmillar Castle: Hier hielt sich Maria Stuart zeitweise auf. ©Magnus Hagdorn CC BY-SA 2.0


Kunstvolle Stickerei: Um sich die Zeit zu vertreiben, stickte Maria Stuart während ihrer Gefangenschaft in England. Das handgestickte Motiv zeigt eine Katze und eine Maus. Es soll sich damit um die symbolhafte Darstellung von Elisabeth I. (als Katze) und Maria Stuart (als Maus) handeln.


Der aktuelle Kinofilm wurde unter anderem in den Highlands und in East Lothian bei Edinburgh gedreht. Im Vorfeld wurde bemängelt, der Film halte sich zu wenig an die historischen Fakten. Wer ein packendes Historienepos um Verrat, Liebe und Intrigen erwartet, wird dennoch nicht enttäuscht - und dürfte mit dem Film einen Grund finden, die Schlösser und Burgen in Schottland zu besichtigen, in denen sich Maria Stuart aufgehalten hat.

Dazu gehört Linlithgow Castle, rund eine halbe Autostunde westlich von Edinburgh. Dort wurde Maria Stuart geboren. In Edinburgh Castle brachte Maria Stuart ihren einzigen Sohn James zur Welt. Ihr Vater James V. starb in Falkland Palace; angeblich aus Gram darüber, dass Maria Stuart nur ein Mädchen war und nicht der ersehnte männliche Thronfolger.

Linlithgow Palace ©Magnus Hagdorn CC BY-SA 2.0


Die Schauspielerin Margot Robbie als Elisabeth I. ©Parisa Tag/Focus Features