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MESSI SUPERSTAR UND HAUPT PROBL EM DES TEAMS


Sport Bild Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 18.05.2018

Argentinien ist relativ leicht auszurechnen. Maradona kritisiert schon den Trainer


Artikelbild für den Artikel "MESSI SUPERSTAR UND HAUPT PROBL EM DES TEAMS" aus der Ausgabe 1/2018 von Sport Bild Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild Sonderheft, Ausgabe 1/2018

Suchen auch Halt bei Messi: Stoßstürmer Gonzalo Higuaín (Nr. 9) und Außenstürmer Ángel Di María (Nr. 11). Italiens Marco Verratti knickt vor ihnen ein


Diesmal kann nichts schiefgehen. Schließlich ist der WM-Fluch gebannt. Dank der Helden von 1986, den Mannen des damaligen Nationaltrainers Carlos Bilardo (79), die in Mexiko-Stadt Deutschland im Finale 3:2 besiegten.

Ende März nahmen Abwehrchef Oscar Ruggeri (56) und einige Kollegen im Marien-Wallfahrtsort Tilcara im Nordwesten Argentiniens an einer Zeremonie teil. Sie hatten ...

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... die Figur der Heiligen Jungfrau von Copacabana im Gepäck und lösten damit endlich ihren Schwur von 1986 ein. Denn vor 32 Jahren hatten sie während eines zehntägigen Trainingslagers in Tilcara in einer nahegelegenen Wallfahrtskapelle das Gelübde abgelegt, bei einem WM-Triumph zurückzukehren. Doch niemand kam in all den Jahren.

Seitdem machten viele Landsleute den nicht eingelösten Schwur für das Scheitern bei folgenden Weltmeisterschaften verantwortlich. 1990 und 2014 verlor Argentinien jeweils mit 0:1 gegen Deutschland. Nun scheint der Weg frei. Wenn die Götter gnädig sind.


„Es wäre verrückt gewesen, wenn dieses Argentinien nicht zur WM gefahren wäre“


Überirdische Kräfte schien schon Lionel Messi (30) im letzten und entscheidenden Spiel der langwierigen Qualifikation zu haben. Bei einer Niederlage in Ecuador drohte das Undenkbare: das WM-Aus, der Super-Gau. Ein Spiel der Angst, in dem Argentinien sogar in Rückstand geriet. Dank eines Messi-Dreierpacks gewann die Mannschaft noch 3:1 und sicherte sich auf den letzten Drücker das Ticket nach Russland. Mit der im Grunde verheerenden Bilanz von sieben Siegen, sieben Unentschieden und vier Niederlagen. Und lediglich 19 Toren in 18 Partien.

Zwischen dem Auftakt der Qualifikation im Oktober 2015, einer 0:2-Heimpleite gegen Ecuador, und dem Happy End in Quito lagen viele Enttäuschungen. Man verschliss drei Trainer, sortierte Dutzende Spieler aus. „Es wäre verrückt gewesen, wenn dieses Argentinien nicht zur WM gefahren wäre“, sagte Messi, „das ist wie eine Befreiung. Nach diesem Erlebten wird die Nationalelf wachsen, sie wird eine andere sein.“ Und Trainer Jorge Sampaoli (58) schwärmte: „Messi ist der beste Spieler der Geschichte.“

Doch was bleibt von der aktuellen argentinischen Nationalelf, wenn man ihren Superstar ausklammert? Als er in der Qualifikation fehlte, weil er im Sommer 2016 nach dem erneut im Elfmeterschießen verpassten Gewinn der Copa América (2:4 n. E. gegen Chile) zurücktrat, lief wenig bis fast nichts zusammen beim Vizeweltmeister von 2014. In acht Partien ohne Messi holte Argentinien lediglich sieben Punkte, in den zehn Spielen mit ihm dagegen 21.

Selten in der Geschichte der argentinischen Nationalelf war die Abhängigkeit von einem einzelnen Spieler so eklatant. „Es wird seine Mannschaft sein, mehr als dass es meine ist“, sagt selbst Trainer Sampaoli, „Lionel ist der Beste und hat eine Reife erreicht, die ihn das Team alleine auf seinen Schultern tragen lassen kann.“

Hintere Reihe v. l.: Javier Mascherano, Darío Benedetto, Gabriel Mercado, Nicolás Otamendi, Sergio Romero. Vordere Reihe v. l.: Lionel Messi, Marcos Acuña, Enzo Pérez, Ángel Di María, Lucas Biglia, Eduardo Salvio


Messi steht über allem und allen. Der Weltfußballer vom FC Barcelona ist der Kapitän der Mannschaft, an dem sich die Mitspieler orientieren und hochziehen. Selbst so international gestandene Profis wie der wiedererstarkte Stoßstürmer Gonzalo Higuaín (30, Juventus) und Ángel Di María (30) von Paris Saint-Germain. In seinem Klub ist der Außenstürmer und Kunstschütze in wichtigen Spielen nur Ergänzungsspieler, für Argen- tinien startete er in allen 18 Qualifikations-Spielen.


„Die Wahrheit ist, dass wir schlecht sein werden. Da sehe ich keinen Ausweg“


Überhaupt ist die Offensive das Glanzlicht Argentiniens: Denn mit Mittelstürmer Sergio Agüero (29) von Manchester City prägt noch ein international anerkannter Spitzenspieler den Stil.

Dario Benedetto (28) verpasst wegen eines Kreuzbandrisses die WM. Auf Mauro Icardi (25) von Inter Mailand steht Sampaoli nicht. Und Paulo Dybala (24), der als hängende Spitze bei Juventus Turin brilliert, passe nicht zu Messi. Sie seien zu ähnliche Typen, sagt der Coach. Dybala ist Ersatz.

Die Abwehr wird von den Europa-Profis Javier Mascherano (33, FC Barcelona), Nicolás Otamendi (30, Manchester City) sowie Ramiro Funes Mori (27, FC Everton) und Federico Fazio (31, AS Rom) zusammengehalten, Torwart ist wie im WM-Finale 2014 Sergio Romero (31) von Manchester United.

Der Fixpunkt Messi ist gleichzeitig die Schwäche des Teams: Die Argentinier sind relativ leicht ausrechenbar. In der Defensive fehlt es an Tempo, vor allem die Außenverteidiger-Positionen sind nicht gut besetzt. Im November-Test gegen Nigeria verspielte man aufgrund eklatanter Abwehrschwächen eine 2:0-Führung, verlor 2:4. Gegen Spanien setzte es gar ein verheerendes 1:6, Messi war da Tribünengast.

Für Diego Maradona, steht fest: „Die Wahrheit ist, dass wir schlecht sein werden. Da sehe ich keinen Ausweg.“ Einzig ein Mann macht Maradona, 1986 Weltmeister und 2010 WM-Trainer der Selección, Hoffnung: „Messi wird alle Fehler von Sampaoli überdecken. Wenn er zur Topform aufläuft, haben wir eine 60-prozentige Chance auf den WM-Titel.“

FUSSBALL, LAND UND LEUTE

DI STEFANO SPIELTE FÜR DREI NATIONEN

Fußbal Der Verband wurde 1893 gegründet, damit ist er der älteste Fußballverband Südamerikas.Erstes Länderspiel: 6:0 gegen Uruguay (Juli 1902).Höchster Sieg: 12:0 gegen Ecuador (1942).Höchste Niederlagen: 0:5 gegen Uruguay (1959) und Kolumbien (1993).Spitzname der Nationalelf: La Albiceleste (Die Weiß-Himmelblauen).Beste Fußballer aller Zeiten: Diego Armando Maradona (Mittelfeld; 91 Länderspiele, 1977 – 1994), Lionel Messi, Alfredo Di Stéfano (Stürmer; spielte für Argentinien, Kolumbien und Spanien; Europas Fußballer des Jahres 1957 und 1959, fünfmal Europacupsieger der Landesmeister mit Real Madrid).Höchste Spielklasse: Primera División mit 30 Teams.Bekannteste Klubs: River Plate und Boca Juniors.

Land und Leute

Staatsform: Präsidentielle Bundesrepublik.Staatsoberhaupt: Präsident Mauricio Macri.Kabinettschef: Marcos Peña.Fläche: 2 780 400 km² (Rang 9 in der Welt).Einwohnerzahl: 44,3 Millionen (Rang 31).Hauptstadt: Buenos Aires (2,9 Mio.).