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Naturkosmetikerinnen Verwöhnen inklusive


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2010 vom 09.06.2010

Der Gang ins Kosmetikstudio tut nicht nur der Haut gut, sondern streichelt auch die Seele. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Kosmetikerinnen, die mit natürlichen Produkten arbeiten. Eine einheitliche Ausbildung liegt allerdings noch in weiter Ferne.


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Kompakt

Das neue ÖKO-TEST Kompakt Naturkosmetik

In keinem anderen Land Europas wird so viel Geld für Naturkosmetik ausgegeben wie in Deutschland. Ob Gesichtscreme oder Bodylotion, Shampoo oder Sonnenschutz, Lippenstift oder Kajal: Möglichst natürlich soll es sein und ohne bedenkliche chemische Zusätze. Doch ein grünes ...

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... Blättchen auf der Verpackung oder Kräuterauszüge in den Inhaltsstoffen machen aus einem Pflegeprodukt noch keine Naturkosmetik. Wie man den Unterschied erkennt, verrät das neue ÖKO-TEST Kompakt Naturkosmetik.

Aus dem Inhalt

■ Was kann die Naturkosmetik?
■ Rückblick: Wie alles anfing
■ Welche Siegel was bedeuten
■ Was die Billigmarken von teuren Produkten unterscheidet
■ Fairer Rohstoffhandel
■ Tierversuche und Alternativen

Tests

■ Dekorative Kosmetik
■ Gesichtspflegeprodukte
■ Körperpflegeprodukte
■ Pflegeprodukte für Männer
■ Wellnessprodukte
■ Haarpflegeprodukte Das neue ÖKO-TEST Kompakt Naturkosmetik ist am 21. Mai erschienen. Es kostet 3,90 Euro. Sie bekommen es am Kiosk, per Telefon: 0 69 / 3 65 06 26 26 oder direkt unter http://shop.oekotest.de

Probier das mal aus, haben alle gesagt. So eine Behandlung bei einer Naturkosmetikerin ist toll. Das ist eine ganz sanfte Variante von Kosmetik. Mit Massagen. Fusbadern. Viel Warme. Lavendel. Rosenbluten. Zaubernuss. Die Haut atmet auf. Es ist wie ein Kurzurlaub. Du wirst es lieben. Und nun liege ich hier, auserst bequem ubrigens, und habe ein schlechtes Gewissen. Ungefahr so wie beim jahrlichen Zahnarztbesuch.

„Sie reinigen Ihre Haut nicht richtig“, sagt die Stimme uber mir. Es schwingt ein wohlmeinender, aber auch leicht mahnender Tonfall darin. Mit einem weichen Burstchen reinigt Victoria Berg meine Gesichtshaut. Es ist zum Wegschlummern angenehm. Doch die Dr.- Hauschka-Kosmetikerin ist noch nicht zufrieden. „Ihre Haut am Kinn ist sehr verhornt“, sagt sie und greift zu einer neuen Portion Gesichtswaschcreme. Meine Haut und ich, wir machen uns hier nicht einfach einen netten Tag. Wir sind in Behandlung. Das Ziel: die korpereigenen Selbstheilungskrafte aktivieren. Damit die Natur von sich aus strahlt.

Auszeit vom Alltag

Fur immer mehr Deutsche gehort der Gang zur Kosmetikerin zur Schonheitspflege dazu. Nach einer von der Fachmesse Beauty International durchgefuhrten Studie geniesen rund 3,5 Millionen Menschen hierzulande regelmasig eine Kosmetikbehandlung. In der Oko-Szene galt es lange als dekadent, seine Haut zur Kosmetikerin zu tragen. Doch seitdem der Siegeszug der grunen Cremes und Salben auch die Kosmetikstudios erreicht hat, sieht das anders aus. Sich fallen und verwohnen lassen, um danach mit neuer Energie und strahlendem Aussehen in den Alltag zuruckzukehren – das gonnen sich nun auch Frauen und Manner, die eine naturliche Lebensweise bevorzugen.

Wer allerdings im Branchenbuch nach einem naturkosmetischen Angebot sucht, wird nicht schnell fundig. Richtig etabliert haben sich die grunen Hautprofis noch nicht, zu jung ist die Branche der Naturkosmetikerinnen. Das zeigt auch ein Anruf beim Berufsverband der Fachkosmetikerinnen in Deutschland (BfD). Bernhard Sterz hebt den Horer ab. Sein Verband liegt gerade im Clinch mit der Handwerkskammer und dem Wirtschaftsministerium, es geht um die Reform der Kosmetikerausbildung. Handwerkskammer und Behorde wollen die duale Ausbildung durchsetzen, bei der Lehrlinge im Betrieb geschult werden. Der BfD will, dass die Ausbildung weiterhin an Kosmetikschulen stattfindet.

Der Verband hat offenbar gerade andere Probleme, als sich mit dem Trend zu mehr Natur zu beschaftigen. Nein, sagt Sterz, eine interne Erhebung, wie viele der 4.000 bis 5.000 Mitglieder Naturkosmetikerinnen seien, die gebe es nicht: „Das ist eine individuelle Entscheidung.“ Auf der Homepage des BfD ist eine Unterschriftenkampagne gegen das duale System geschaltet. Infos zur grunen Kosmetik gibt es dort keine. Ein Gesprach mit dem Bundesverband Deutscher Kosmetikerinnen fuhrt zu einem ahnlichen Ergebnis. Naturkosmetik? Bei uns kein Thema, sagt die Dame am anderen Ende der Leitung.

Steigende Nachfrage

Die steigende Nachfrage nach Naturkosmetik und qualifizierten Kosmetikerinnen ist bei den grosen Verbanden der Branche offenbar noch nicht angekommen. Aus diesem Mangel heraus hat sich vor zwei Jahren der Bundesverband der Naturkosmetikerinnen (Buvena) gegrundet. Sein Ziel: „Das Berufsbild der Naturkosmetikerin in der Offentlichkeit bekanntzu machen, damit dieser Berufsstand die Bedeutung erlangt, die ihm zusteht“, heist es im Internet. „Wir wollen ein Gutezeichen werden“, erganzt Dirk Jochum.

Kompakt

Das richtige Studio

Eine Kosmetikbehandlung dient der Entspannung. Lärm oder Gespräche aus der Nachbarkabine stören. Tabu sind auch Düfte oder Aromalampen, wenn sie dem Kunden nicht gefallen. Gut ausgebildete Kosmetikerinnen bieten meist eine breite Leistungspalette, zu der Gesichtsbehandlungen genauso gehören wie Maniküre und Pediküre. Manche Studios setzen aber auch Schwerpunkte wie etwa Anti-Aging-Pflege. Ein gutes Kosmetikinstitut sollte Produkte für jeden Hauttyp und in verschiedenen Preisklassen parat halten. Falls Sie Wert auf ein spezielles Präparat legen, fragen Sie am besten danach, bevor die Behandlung beginnt. Der Bundesverband der Naturkosmetikerinnen (Buvena) nennt auf Anfrage seriöse Studios in der Nähe, Infos gibt es auch unter www.buvena.de. Das Buvena-Logo garantiert, dass die Kosmetikerin mit BDIH-zertifizierter Naturkosmetik arbeitet. Ausnahmen: einige wenige Leistungen, die mit Naturkosmetik nicht möglich sind, etwa das Färben der Augenbrauen.

Die richtige Kosmetikerin

Die Ausbildung zur Kosmetikerin ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt und die Berufsbezeichnung nicht geschützt. In einigen Bundesländern sind Kosmetikschulen staatlich anerkannt, das heißt, die Abschlussprüfung wird vor der Bezirksregierung abgelegt. Wer besteht, kann sich „staatlich geprüfte Kosmetikerin“ nennen. Als (Natur-) Kosmetikerin kann sich auch bezeichnen, wer die Kenntnisse in einer Kurzausbildung erlangt hat. In manchen Salons arbeitet Personal, dessen Qualifikation sich in einem 14-tägigen Crashkurs erschöpft. Lassen Sie sich nicht von Titeln wie Fach- oder Diplomkosmetikerin blenden. Im Zweifel sollten Sie genauer nachfragen. Eine umfassend ausgebildete Kosmetikerin hat ihr Handwerk mehrere Jahre an einer Schule gelernt und z. B. eine zweijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule absolviert.

Kompakt

Der erste Eindruck

Hygiene ist das A und O im Kosmetikstudio. Dazu gehört die Sterilisation der Instrumente. Bestimmte Arbeitsgeräte müssen Einwegprodukte sein, etwa Lanzetten, die zum Ausreinigen von Mitessern benutzt werden. Was gar nicht geht: Teppichboden in der Behandlungskabine, benutzte Handtücher über der Heizung.

Das erste Gespräch

Eine seriöse Kosmetikerin nimmt sich für jede Kundin ausreichend Zeit, besonders beim ersten Besuch. Denn bei einer neuen Kundin muss sie zunächst den Hauttyp bestimmen und klären, ob die Kundin an Allergien oder Krankheiten leidet und welche Pflegegewohnheiten sie hat, damit sie dies bei ihrer Beratung und Behandlung berücksichtigen kann. Eine versierte Kosmetikerin notiert sich Besonderheiten und Zustand der Haut für künftige Behandlungen.

Der richtige Preis

Die Behandlungspreise sollten transparent sein: am besten schon durch eine Preisliste auf der Homepage, in jedem Fall aber in der Praxis. Naturkosmetikbehandlungen müssen prinzipiell nicht teurer sein als konventionelle. Als Richtwert gilt, dass eine Behandlung in Minutenpreisen berechnet wird. Die Preisspanne variiert je nach Region (Stadt-Land-Gefälle) und liegt derzeit zwischen 80 Cent und einem Euro pro Behandlungsminute. Für eine 60-minütige Gesichtsbehandlung müssen Sie mit ca. 40 bis 70 Euro rechnen. Falls Sie eine Reklamation haben und eine Nachbehandlung nötig ist, sollte diese kostenlos sein. Unverträgliche Produkte nehmen gute Kosmetikstudios zurück.

Das passende Angebot

Das klassische Basisprogramm ist die Gesichtsbehandlung. Je nach Wunsch gibt es dazu eine Augenbrauenkorrektur, Maniküre, Pediküre und Make-up. Oft bieten die Studios auch Spezialprogramme, zum Beispiel Akne-Therapien, Massagen oder Verwöhnkuren. Manche Naturkosmetikstudios bieten auch Kennenlernbehandlungen mit Hautanalyse an. Diese dauern ca. eine halbe Stunde und kosten etwa 20 Euro.

Viele Frauen wollen eine möglichst natürliche Kosmetik. Doch dieser Trend ist von den beiden großen Berufsverbänden noch nicht richtig erkannt worden.


Foto: Barbara Pheby/Fotolia.com

Foto: WALA Heilmittel GmbH

Gemeinsam mit seiner Frau Liane leitet Jochum das Ausbildungszentrum Academia Balance im hessischen Kneipp-Kurort Bad Endbach. Seit zehn Jahren bildet das Ehepaar angehende Naturkosmetikerinnen aus. Im Jahr 2008 haben sie Buneva mitbegrundet. 80 Mitglieder hat ihr Verband heute. In ganz Deutschland, schatzt Dirk Jochum, gibt es 1.500 Naturkosmetikerinnen. Und viele, die vom grunen Trend profitieren wollen: „Die Erfahrung zeigt, dass viele Kosmetikerinnen auf den Zug aufspringen wollen und ein Schild mit dem Wort Naturkosmetik in Fenster hangen, obwohl sie keine Kenntnisse davon haben.“

Der Bundesverband gibt deshalb ein eigenes Logo heraus, das gewisse Standards garantieren soll. Bu vena-Naturkosmetiker ar beiten ausschlieslich mit BDIH-zertifizierten Produkten. Bevorzugt werde ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der mit Beruhrungen arbeitet und den Menschen als Ganzes sieht. Ablehnend steht der Verband Eingriffen in den Korper gegenuber, etwa dem Einsatz von Burstenschleifgeraten oder Angeboten wie Permanent-Make-up. Logo-Bewerber mussen darlegen, mit welchen Produkten und wie sie arbeiten. Ein einheitliches Kontrollsystem gibt es nicht: „Wir prufen den Einzelfall“, sagt Jochum.

Subjektiver Eindruck

Ob man sich nun aufs Buvena-Logo verlasst oder auf einen Tipp aus dem Bekanntenkreis: Die Wahl einer Naturkosmetikpraxis bleibt eine Sache des personlichen Eindrucks. Denn das Empfinden, ob eine Behandlung gut oder schlecht ist, sei immer subjektiv, sagen die Profis ubereinstimmend. Ein paar Anhaltspunkte gibt es dennoch: Das Kosmetikstudio sollte sauber sein und einen angenehmen Eindruck vermitteln. Verkaufsraum und Behandlungszimmer gehoren getrennt, und Verkaufsgesprache haben in der Behandlung nichts zu suchen. Gut ist es, wenn die Kosmetikerin eine staatlich anerkannte Ausbildung hat. Zum ersten Termin gehort ein intensives Vorgesprach.

Dabei wird nach Pflege-, Ernahrungs- und Schlafgewohnheiten gefragt. Die Kosmetikerin analysiert die momentane Hautsituation und entscheidet erst dann, was die Kundschaft braucht. So macht es auch die Kosmetikerin Veronica Berg, als sie mich vor der Behandlung nach bisherigen Erfahrungen mit Naturkosmetik fragt. Nach der Behandlung, so rat sie, solle ich die Haut einen Tag lang beobachten: „Nur so konnen wir mogliche Allergien ausschliesen.“

Tatsachlich ist auch in der Naturkosmetik die Vertraglichkeit immer wieder ein heikles Thema. Denn pflanzliche Inhaltsstoffe wie Arnika oder Ringelblume und atherische Ole konnen Kontaktallergien und Hautreizungen auslosen. Anders als konventionelle Kosmetik erhoht Naturkosmetik das Allergierisiko jedoch nicht durch problematische Konservierungsmittel oder Emulgatoren.

Wissen, was guttut: Frische Aloe vera spendet viel Feuchtigkeit und verwöhnt so besonders Frauen mit sehr trockener Gesichtshaut.


Foto: BLE Bonn/Thomas Stephan

Sanfte Berührungen

Die Entscheidung fur eine Behandlung mit naturlicher Kosmetik hat oft auch etwas mit der Vorliebe fur eine ganz bestimmte Pflegelinie zu tun. Es gibt Studios, die komplette Behandlungen zum Beispiel mit Produkten von Martina Gebhardt oder Primavera anbieten.

Der Hersteller Wala mit seiner Kosmetiklinie Dr. Hauschka bildet sogar eigene Kosmetikerinnen aus. Die Weiterbildung umfasst sieben Seminartage in zwei Blocken mit theoretischer und praktischer Prufung, Voraussetzung ist eine staatliche oder gleichwertige Ausbildung zur Kosmetikerin und mindestens alle zwei Jahre eine weitere Fortbildung. 800 Hauschka-Studios gibt es derzeit in Deutschland.

Mit den eigens geschulten Kosmetikerinnen verfolgt das Unternehmen mit Sitz im schwabischen Kurort Bad Boll ein eigenes ganzheitliches Be - handlungskonzept. Die Be handlungen mit den sanften Beruhrungen sollen die Regeneration und Gesundheit des Menschen fordern. „Es geht nicht vorrangig darum, dass der Mensch durch die Behandlung schoner wird, sondern dass ich ihm insgesamt etwas Gutes tue“, erklart die Hauschka-Kosmetikerin Angela Wiese aus Hannover. Ihre Munchner Kollegin Veronica Berg hat mir zur Begrusung erst einmal einen Tee angeboten und dann ein warmes Lavendel-Fusbad eingelassen. „Die Fuse sind das Pendant zum Gesicht“, sagt Berg. „Sind Ihre Fuse warm und entspannt, sind Sie es auch.“

Tiefe Entspannung

Eine gefuhlte Ewigkeit spater habe ich warme Fuse, butterweiche Haut und Wattepads auf den Augen. Eine Stunde ist vergangen, so lange dauert eine klassische Hauschka-Reinigungsbehandlung.

In dieser Zeit hat die Kosmetikerin mir Nacken und Gesicht massiert, duftende Kompressen auf das Dekollete aufgetragen und wieder abgenommen und immer neue Cremes – „Ihre Haut braucht Feuchtigkeit!“ – auf meinen offenbar sehr durstigen Gesichtszugen verstrichen. Mit einem Dampfbad hat sie meine Poren geoffnet und anschliesend unzahlige Unreinheiten mit einer kleinen Vakuumpumpe entfernt. Nun wirkt eine letzte Maske fur Augen und Gesicht ein. Dufte wie aus einem Klostergarten schwingen durch den Raum.

Victoria Berg verlasst diskret den Raum. Im Empfangsraum wird nachher ein personlicher Pflegeplan auf mich warten. Bis auf wenige Satze haben wir in dieser Stunde geschwiegen. Das allerdings ist nicht allzu erstaunlich: Ich war einfach viel zu entspannt, um zu reden. Und auch mein schlechtes Gewissen hat dann sehr schnell Ruhe gegeben.Andrea Mertes