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Neue Kraft für die Gelenke


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Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 11.11.2022
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Dr. Martin Rinio

Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie. Er ist ärztlicher Direktor derGelenk-KlinikGundelfingen

Den Kopf an der Ampel nach rechts und links drehen. Über die Straße laufen. Sich zu Hause ein leckeres Essen kochen, Gemüse schnippeln und Kartoffeln schälen, dazu Fleisch anbraten. Wir tun das alles, ohne groß darüber nachzudenken. Dass es wie selbstverständlich möglich ist, haben wir unseren Gelenken zu verdanken. Sie kommen überall zum Einsatz, wo Bewegung im Spiel ist. An Armen, Schultern, Hüften und Knien zum Beispiel sind die aufeinandertreffenden Knochen durch einen Spalt voneinander getrennt.

In diesem Zwischenraum sitzt das Gelenk, das aus Kopf und Pfanne besteht. Die Konstruktion ist von Knorpel umgeben, der als biologischer Stoßdämpfer wirkt. So können Gelenke plötzliche, harte Bewegungen abfedern und die Knochen vor Schäden bewahren. Sie halten eine enorme Belastung aus. ...

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Bewegung statt schonen

Ob im Sitzen, Stehen oder beim Laufen – den Gelenken und vor allem dem Gelenkknorpel werden ständig Höchstleistungen abverlangt. Das bereitet vielen Menschen Probleme. Damit es erst gar nicht dazu kommt, kann man einiges tun. „Regelmäßiger Sport und tägliche Bewegung begünstigen die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen und stärken die Muskeln“, sagt Dr. Martin Rinio, ärztlicher Direktor der Gelenk-Klinik Gundelfingen. „Eine kräftige Muskulatur stützt und entlastet die Gelenke.“ Günstig sind Radfahren, Schwimmen, Walken oder Skilanglauf sowie gezielte Gymnastikübungen für die einzelnen Gelenke. Übergewicht hingegen belastet die Gelenke. Betroffene sollten deshalb versuchen abzunehmen. Jedes Kilo weniger ist gut. „Eine gesunde, ausgewogene Ernährung beugt einem Überschuss an Omega-6-Fettsäure im Körper vor“, sagt der Orthopäde. „Aus dieser Fettsäure werden Botenstoffe gebildet, die Entzündungsprozesse und dadurch Schmerzen in Gelenken fördern.“ Statt rotem Fleisch und Wurst lieber Fisch und viel Gemüse essen. Die darin enthaltenen Antioxidantien unterdrücken Entzündungen. Doch was hilft, wenn die Gelenke trotzdem schmerzen? Wir stellen die neuesten Behandlungsmethoden vor.

Nacken dehnen

Stellen Sie sich aufrecht hin. Schultern locker hängen lassen. Bewegen Sie den Kopf langsam nach hinten, so weit es geht. Danach wieder nach unten bis zur Brust. Spüren Sie die Dehnung!

Schädelbasis und Halswirbel

?Symptome Steifer Hals, verspannter Nacken, Kopfschmerzen oder Schmerzen in den Schultern und Armen können Anzeichen für ein HWS-Syndrom sein. Darunter versteht man Erkrankungen im Hals, Nacken und Schulterbereich. Betroffenen fällt es schwer, den Kopf zur Seite zu drehen oder in den Nacken zu kippen. Auch Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Händen und Fingern können auftreten. In schweren Fällen kann es sogar zu Lähmungen in Arm, Hand und Fingern kommen.

?Ursache Auslöser ist meist falsches Sitzen vor dem Bildschirm sowie zu wenig Bewegung. „Die Zwangshaltung führt zur Degeneration der Wirbelgelenke sowie der Bandscheiben“, erklärt der Experte. Im schlimmsten Fall kann das einen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule verursachen.

Schuld an den Nackenschmerzen kann aber auch eine Atlas-Fehlstellung sein. Der Atlas ist der oberste Halswirbel und trägt die Last des Kopfs. Ist er nur minimal versetzt, müssen die umliegenden Muskeln dieses Ungleichgewicht ausgleichen. Die dauerhafte einseitige Anspannung der Muskulatur kann Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Gleichgewichtsstörungen verursachen.

?Behandlung Im Frühstadium lässt sich die Nacken- und Rückenmuskulatur etwa durch Yoga oder Pilates kräftigen. Beim akuten HWS-Syndrom kommen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Bei chronischen Schmerzen helfen neben Medikamenten spezielle Übungen und Physiotherapie – auch, weil fast immer Mangelbewegung und Fehlhaltung die Beschwerden auslöst. Regelmäßiges und gezieltes Krafttraining wirkt entlastend auf Wirbelsäule sowie Wirbelgelenke und stärkt die Muskulatur.

Steckt ein versetzter Atlas-Wirbel hinter den Beschwerden, kann ein Chirotherapeut den Wirbel mit bestimmten Handgriffen wieder in seine Ausgangslage bringen.

Bei einem Bandscheibenvorfall kann zum Erhalt der Beweglichkeit eine Bandscheibenprothese eingesetzt werden. Bei zu viel Degeneration (Arthrose) in den Gelenken muss das betroffene Segment versteift werden. „Die Patienten verlieren dadurch zwar etwas an Rotations-, Beuge- und Streckfähigkeit der Halswirbelsäule“, erklärt Rinio. „Dafür sind sie aber sehr schnell wieder schmerzfrei.“

Schulter stärken

Gerade oder hüftbreit hinstellen. Arme gestreckt nach vorne auf Schulterhöhe heben. Langsam zur Seite bewegen und zurück. Eventuell Hanteln dazunehmen. Wichtig: Schultern locker lassen

Schultergelenk: das beweglichste Gelenk

?Symptome Schulterschmerzen können sich je nach Ursache unterschiedlich äußern: Mal tut es weh, wenn man nachts auf der Schulter liegt, sich beim Radfahren auf dem Lenker abstützt oder etwas trägt. Dann wieder ist es schmerzhaft, den Arm seitlich, nach vorne oder hinten anzuheben. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Beweglichkeit eingeschränkt.

?Ursache Die Schulter ist unser beweglichstes Gelenk und besteht aus Kopf und Pfanne. Darüber befindet sich das knöcherne Schulterdach. Die Rotatorenmanschette umrahmt den Oberarmkopf der Schulter. Sie besteht aus vier Sehnen und Muskeln, die vom Schulterblatt kommend den Oberarmkopf wie eine Manschette umfassen. Durch diese ausgeklügelte Konstruktion wird der Oberarmkopf in der Pfanne fixiert, und Drehbewegungen des Armes sind möglich.

Oft kommt es zu Schmerzen, wenn sich im Raum unter dem Schulterdach eine Engstelle bildet. Das ist auch beim weitverbreiteten Impingement-Syndrom der Fall. „Es resultiert aus einer Reizung und Degeneration von Sehnen und Schleimbeuteln“, erklärt Rinio. „Dadurch wird es im Schultergelenk zu eng, und der Kopf des Oberarms schlägt an das Schulterdach.“ Während der Bewegung werden Sehnen und

Schleimbeutel gequetscht. Infolgedessen schmerzt die Schulter beim Anheben des Oberarms oder bei Über-Kopf-Tätigkeiten. Steckt Arthrose hinter den Beschwerden, ist der Gelenkknorpel so geschädigt, dass die Knochen aneinanderreiben. Das macht sich etwa beim Tragen bemerkbar.

?Behandlung Beim Impingement-Syndrom: Physiotherapie, antientzündliche Schmerzmittel (Ibuprofen oder ASS) und Schonung. In schwerwiegenden Fällen ist eine Operation notwendig. Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) werden über zwei bis drei kleine Hautschnitte eine kleine Kamera sowie spezielle chirurgische Werkzeuge ins Gelenk eingeführt. So kann es von innen untersucht werden. Der Gelenkspalt wird wieder freigelegt, indem beispielsweise Knorpelschäden beseitigt oder Sehnenrisse genäht werden.

Ist Verschleiß die Ursache, können Spritzen die Entzündung hemmen. Krankengymnastik hilft, das Gelenk zu trainieren. Bringt das keine Besserung, kann eine Prothese die Lösung sein.

Auch Gelenke kommen in die Wechseljahre

DerÖstrogenmangelmacht den Körper anfälliger für Entzündungen

? AnzeichenHitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen: Das sind typische Wechseljahrsymptome. Die hormonellen Veränderungen können aber auch Gelenkbeschwerden auslösen. Rücken, Nacken, Finger und Schultern sowie Hüfte schmerzen, fühlen sich morgens nach dem Aufstehen steif an.

? Ursachekann das Absinken des Östrogenspiegels sein. Das weibliche Geschlechtshormon wirkt entzündungshemmend. Bei einem Mangel ist der Körper anfälliger für Entzündungen – auch in den Gelenken. Zugleich reguliert das Hormon den Wasserhaushalt in Muskeln, Bindegewebe, Haut und Knochen und ist an der Produktion von Gelenkflüssigkeit beteiligt.

Fällt der Östrogenspiegel, können Gewebe und Knorpel verhärten und an Elastizität verlieren. Das macht sie empfindlicher und anfälliger für Schädigungen. Da zudem die schmerzlindernde Wirkung des Östrogens abnimmt, werden die Schmerzen in der Menopause häufig als stärker empfunden.

? Das hilftGelenkschonende Sportarten wie Yoga und Radfahren. Wohltuend sind Akupunktur und Krankengymnastik. Massagen regen die Durchblutung an und lösen Verspannungen. Sind die Gelenke weder entzündet noch geschwollen, helfen warme Wickel mit schmerzlindernden Heilkräutern wie Brennnessel, Arnika und Teufelskrallenwurzel.

Hüfte beweglich halten

Aufrecht hinstellen, ein zusammengeknüpftes Theraband um die Unterschenkel legen. Ein Bein gestreckt so weit zur Seite heben wie möglich. Mehrmals hintereinander, dann Seitenwechsel

Hüftgelenk: Spitzenreiter beim Ersatz

?Symptome Schmerzen beim Gehen, Treppensteigen oder Übereinanderschlagen der Beine.

?Ursache Passen Pfanne und Hüftkopf nicht optimal zueinander, kommt es in verschiedenen Gelenkstellungen zu einer Druckerhöhung auf den jeweiligen Gelenkpartner. Das führt zu einer Degeneration des Knorpels. Der weitaus häufigste Grund für Schmerzen in der Hüfte sind deshalb Verschleißerscheinungen am Gelenk. Diese entstehen in den meisten Fällen aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Fehlbildung der Hüfte. Am bekanntesten ist die Dysplasie. Die Hüftgelenkspfanne ist zu flach ausgebildet. Dadurch hat der Oberschenkelknochen keinen stabilen Halt in der Pfanne. „Wachsen Jugendliche sehr schnell, können ebenfalls Deformitäten am Hüftkopf entstehen“, sagt der Experte. „Dieser wird relativ zur Pfanne gesehen zu groß. Es bildet sich eine Nockenwellendeformität aus. Dadurch erhöht sich der Druck auf den Pfannenrand. Die Abdichtungslippe reißt ein und entzündet sich.“ Infolgedessen schmerzt die Leiste. Zusätzlich entstehen auch Knorpelschäden am Pfannenrand und später am Hüftkopf. Unbehandelt kann sich daraus im Lauf der Jahre schleichend, teilweise auch ohne Beschwerden eine Arthrose entwickeln.

?Behandlung Durch Bewegung und Physiotherapie sowie Gewichtsreduktion lässt sich der Verlauf einer Hüftarthrose in vielen Fällen verlangsamen. „Im Frühstadium sollte immer eine Korrektur der Deformität angestrebt werden, z. B. durch eine Hüftarthroskopie, damit erst gar nicht Arthrose entsteht“, so Dr. Rinio. „Im fortgeschrittenen Stadium kann oft nur noch eine Hüftprothese die Beschwerden wirksam lindern.“ Im Schnitt bekommen etwa 240.000 Deutsche jedes Jahr eine Prothese – damit ist die Hüfte Spitzenreiter beim künstlichen Gelenkersatz. Die wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre sind die minimalinvasiven Implantationstechniken (alle Muskeln werden geschont und erhalten) sowie die Einführung der ERAS-Prinzipien (Enhanced Recovery After Surgery). Jeder Behandlungsschritt wird hierbei so optimiert, dass der Patient möglichst schnell wieder in ein aktives Leben zurückkehrt. Dies beinhaltet z. B. die Mobilisation des Patienten bereits nur wenige Stunden nach der OP unter voller Belastung der operierten Extremität.

Wer vor dem Eingriff sehr fit war, kann oft schon am Tag der Operation allein laufen. Meist dauert auch der Krankenhausaufenthalt nur wenige Tage bis maximal eine Woche, danach schließt eine etwa dreiwöchige ambulante oder stationäre Reha an. Die Prothese hält aktuell mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit mindestens 25 Jahre.

Fingergelenk: Arthrose im Daumen

?Symptome Anfangs bereitet der Daumen nur bei Drehbewegungen wie etwa beim Öffnen einer Flasche Probleme. Mit den Jahren schmerzt jede kleine Bewegung so stark, dass selbst das Greifen von Gegenständen oder das Öffnen einer Tür mit einem Schlüssel zur Qual wird.

?Ursache Das Daumensattelgelenk sitzt am Übergang von der Handinnenf läche zum Daumen und wird bei jedem Handgriff benötigt. Dadurch nutzt sich der Knorpel ab, und die Gelenkf lächen reiben schmerzhaft aufei- nander. Es kann auch zu Schwellung, Überwärmung und einer Rötung kommen.

Finger kräftigen

Nehmen Sie einen weichen Gummiball in die Hand und drücken Sie ihn möglichst fest. Den Druck ein paar Sekunden halten, bevor Sie die Hand wieder öffnen. Mehrmals wiederholen, dann Handwechsel

Knie mobilisieren

Schrittstellung einnehmen. Der Körper ist in Spannung, der Bauch angezogen. Nun Knie vom hinteren Bein nach vorne anheben, das Standbein strecken. Mehrmals wiederholen, dann Beinwechsel

?Behandlung Von der sogenannten Rizarthrose sind meist Menschen ab 50 Jahren betroffen, Frauen häufiger als Männer. Eine OP ist nicht immer nötig, zunächst wird das Sattelgelenk mithilfe einer Schiene entlastet. Kleine Polster helfen, die schmerzhafte Reibung zu vermeiden (siehe Therapie-Guide). Durch den vergrößerten Gelenkspalt kann sich das Knorpelgewebe erneuern. Unterstützend helfen Schmerzmittel (Ibuprofen, Diclofenac) oder entzündungshemmende Kortison-Spritzen ins Gelenk. Krankengymnastik trainiert die Beweglichkeit der Finger.

Bei fortgeschrittener Arthrose hilft häufig nur eine Operation. Das verschlissene Daumensattelgelenk kann beispielsweise durch eine neuartige Mini-Prothese ersetzt werden.

Meniskus und Gelenkverschleiß

?Symptome Die Knie schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen, beim Treppensteigen und Bergabgehen. Im fortgeschrittenen Stadium kann das Knie nicht mehr voll durchgestreckt werden. Verformungen wie O- oder X-Beine nehmen weiter zu. Typisch bei Arthrose ist der Ruheschmerz. Die Patienten können das Knie gar nicht mehr schmerzfrei bewegen, im Extremfall versteift es.

?Ursache „Oft entsteht die Arthrose zusammen mit einer Meniskus-Degeneration“, sagt Dr. Rinio. Der Meniskus ist der Stoßdämpfer, Stabilisator und Lastenverteiler unseres Knies: Innen- und Außenmeniskus sind sichelförmige Knorpel zwischen Schienbeinkopf und den Enden des Oberschenkelknochens. Sie nehmen einen Teil der Gewichtsbelastung auf, verteilen diesen gleichmäßig auf das Gelenk und schützen es so vor Verschleiß. Risikofaktoren für Verschleiß: Übergewicht, anhaltende Über- und Fehlbelastung sowie Fehlstellungen des Gelenks, z. B. durch O-Beine.

?Behandlung Viel bewegen, wenig belasten. Gut: Radfahren, Spaziergehen und Schwimmen. Übergewicht reduzieren, entzündungshemmend ernähren. Zur Entlastung des Knies Fußfehlstellungen durch Einlagen korrigieren. Im Arthrose-Frühstadium helfen Krankengymnastik und Einnahme schmerzlindernder und entzündungshemmender Medikamente. Akupunktur, Elektrotherapie sowie Kälte- und Wärmebehandlung können auch wohltuend sein. Bei beginnender bis mittelgradiger Arthrose Injektionsbehandlung, z. B. mit Hyaluronsäure. Alternativ Eigenbluttherapie mit Plättchenreichem Plasma (PRP). Die größte Wirkung erzielt die Eigenbluttherapie kombiniert mit Hyaluron. Bei schwerer Arthrose wird eine Prothese notwendig.

Waden stärken

Mit leicht geöffneten Beinen hinstellen. Spannung im Bauchbereich, Schultern locker. Beide Fersen vom Boden lösen, auf die Zehenspitzen kommen und halten. Langsam wieder zum Boden abrollen

Arthrose des Sprunggelenks

?Symptome Stechende und ziehende Schmerzen morgens nach dem Aufstehen, nach langem Sitzen und Ruhepausen sowie nach körperlicher Anstrengung.

?Ursache Unfälle begünstigen das Auftreten einer Sprunggelenksarthrose, insbesondere übersehene oder nicht behandelte Bandverletzungen mit einer chronischen Instabilität.

?Behandlung Gelenkerhaltende Korrektur der Fehlstellung bzw. Instabilität. „Oftmals gewinnt der Patient dadurch nochmals ein Jahrzehnt, in dem er mit seinem Fuß und Gelenk gut zurechtkommt“, sagt Dr. Rinio. Bei Beschwerden frühzeitig zum Arzt gehen. In den Anfängen einer Arthrose können Einlagen, Bandagen oder Schienen sowie Physiotherapie helfen. Injektionen können dazu beitragen, den Knorpel zu regenerieren und den Verlauf einer Sprunggelenksarthrose zu verzögern. In fortgeschrittenen Stadium wird meist das obere Sprunggelenk versteift. Alle Alltagsaktivitäten sind weiterhin ohne große Einschränkungen möglich. Nachteil: Erst nach drei Monaten volle Belastbarkeit. Alternativ: Implantation eines künstlichen Gelenks. Volle Belastbarkeit nach zwei bis vier Wochen. Erhalt der Beweglichkeit und des natürlichen Abrollens des Fußes. Der Nachteil ist allerdings, dass die Prothese nicht ewig hält. Nach zehn bis 15 Jahren muss sie ausgetauscht werden.

SABINE HOFFMANN

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