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Ob blond, ob braun …


ÖKO-TEST Spezial Schönheit & Pflege - epaper ⋅ Ausgabe 12/2008 vom 11.12.2008

… nicht mehr egal ist das den Frau’n: So könnte man den alten Schlager durchaus abwandeln. Denn mehr als die Hälfte der deutschen Frauen färbt oder tönt sich regelmäßig die Haare. Naturhaarfarben machen die Sache verträglicher.


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Foto: Lauda

Vorbei die Zeiten, als das Haarefärben nur als probates Mittel galt, um unerwünschtes Grauhaar abzudecken. Heute ist Färben in, bei Jung und Alt. Im Schnitt beginnen Europäer die Farbexperimente auf dem Kopf bereits im Alter von 16 Jahren, ergab kürzlich eine dänische Untersuchung. Gefragt sind derzeit vor allem Strähnchen möglichst natürlich aufeinander abgestimmt. ...

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Vorbei die Zeiten, als das Haarefärben nur als probates Mittel galt, um unerwünschtes Grauhaar abzudecken. Heute ist Färben in, bei Jung und Alt. Im Schnitt beginnen Europäer die Farbexperimente auf dem Kopf bereits im Alter von 16 Jahren, ergab kürzlich eine dänische Untersuchung. Gefragt sind derzeit vor allem Strähnchen möglichst natürlich aufeinander abgestimmt.

Laut Markos Kyprianou, bei der Europäischen Union Kom-missar für Gesundheit, sind Haarfarben das beliebteste Kosmetikprodukt in Europa. Warum sich der Gesundheitsfachmann damit befasst? Weil chemische Haarfarben seit Jahrzehnten in dem Ruf stehen, die Gesundheit zu belasten. Regelmäßig nimmt ÖKO-TEST die Färbemittel unter die Lupe – und häufig lautet das vernichtende Urteil: ungenügend. Die Tester bemängeln vor allem gefährliche Farbstoffe aus der Gruppe der aromatischen Amine. Eine krebserregende Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden.

Haarfarben können zudem Allergien auslösen. Der Wissenschaftliche Ausschuss Konsumgüter der EU hat 46 Haarfärbemittel untersucht, bei zehn davon besteht ein extremes Risiko, dass sie Sensibilisierungen auslösen, bei 13 besteht die Gefahr in starkem Maß. Nach einer Sensibilisierung kann der Betroffene bei erneutem Kontakt mit dem Stoff allergisch reagieren. Da Haarfärbemittel von Millionen Europäern genutzt werden, sorgt sich die Europäische Kommission um die Gesundheit der Bürger.

Dabei hat es lange gedauert, bis die EU-Gesundheitswächter den Haarfarben Beachtung schenkten. Auslöser war eine groß angelegte Studie der Universität Los Angeles aus dem Jahre 2001, die einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Färben der Haare und Blasenkrebs sah. Nun ist die EU dabei, eine Positivliste für Haarfarben zu erarbeiten und will alles verbieten, was nicht nachweislich unbedenklich ist. Durch diese Initiative sind bereits etliche Produkte, für die die Industrie keine Sicherheitsdaten vorgelegt hat, vom Markt verschwunden und eine Reihe gesundheitsgefährdender Inhaltsstoffe wurden verboten. Man ist also auf einem guten Weg, aber unbedenklich sind die heute erhältlichen chemischen Haarfarben noch lange nicht. Doch es gibt Hoffnung: Wer auf das haarige Farbenspiel nicht verzichten will, findet in Pflanzenfarben eine Alternative. Die wirken zwar nicht genau so wie die Chemie, werden aber immer vielfältiger und leichter anzuwenden.

Welche Farbe darf’s denn sein?

Auswaschbare Haarfarben: Ideal für eine Nacht in der Disco, für die Karnevalsparty oder zum Ausprobieren. Die Farbpigmente lagern sich am Haar an und werden dort mit Filmbildnern aus Sprays oder Gels fixiert. Unter der Dusche löst sich der Lack wieder.

Tönungen: Die Farbmoleküle lagern sich entweder äußerlich wie ein Film an der Haaroberfläche an und umhüllen sie. Oder sie dringen ein Stück weit in das Haar ein – je nach Produkt. Die Farbe hält etwa sechs bis acht Haarwäschen lang. Auf den Packungen wird dies als Haltbarkeitsstufe 1 bezeichnet. Ein Aufhellen der natürlichen Haarfarbe ist damit nicht möglich. Erste graue Haare können kaschiert werden. Die Tönung besteht nur aus einer Komponente und kann direkt aus der Tube aufgetragen werden.

Intensivtönungen: Sie überdauern bis zu 24 Haarwäschen (Haltbarkeitsstufe 2). Eine leichte Aufhellung der natürlichen Haarfarbe ist möglich, auch ein Grauanteil von 50 Prozent lässt sich mit Intensivtönungen abdecken. Diese Produkte bestehen aus zwei Komponenten, die gemischt werden müssen. Sie enthalten im Gegensatz zu Oxidationshaarfarben der Stufe 3 weniger Wasserstoffperoxid. Nach ÖKO-TESTs sind weder Intensiv-noch einfache Tönungen generell „sanfter“ als Oxidationsfarben, auch sie enthalten problematische Farbstoffe.

Oxidationshaarfarben: Diese dauerhaften Haarfarben (Haltbarkeitsstufe 3) bestehen aus zwei Komponenten und sind zunächst farblos. Komponente eins – sie wird von den Anbietern meist als Colorcreme bezeichnet – enthält Farbstoffbausteine. Die andere Komponente, Entwicklercreme oder -emulsion, enthält ein Oxidationsmittel, meist Wasserstoffperoxid. Vor dem Auftragen werden die beiden Komponenten gemischt. Sie dringen ins Haar ein und durchlaufen eine Vielzahl chemischer Reaktionen. Dabei bilden sich die eigentlichen Farbstoffe, die sich in die Struktur des Haares einlagern und es dauerhaft färben. Dabei ist jede gewünschte Haarfarbe möglich. Graue Haare lassen sich mit diesen Farben komplett abdecken.

Ob Strähnchen oder gleich der ganze Schopf – das Färben der Haare ist nicht unbedenklich.


Foto: irisblende.de

Strähnchen färben: Mit allen Haarfarben können auch einzelne Haarsträhnen gefärbt werden. Da beim Färben die Kopfhaut abgedeckt wird, gelangen wesentlich weniger gesundheitsschädliche Chemikalien in den Körper. Strähnchen sind eine prima Lösung, um graue Haare zu kaschieren, ohne gleich den ganzen Schopf färben zu müssen.

Blondierungen: Sie enthalten eine Entwicklercreme, die das Haar aufquellen lässt, sowie das Bleichmittel Wasserstoffperoxid. Dieses dringt in das Haar ein und zerstört die natürlichen Farbpigmente, so dass es hellblond erscheint. Blondierungen können das Haar bis zu fünf Farbstufen heller aussehen lassen. Blondierungen können zusätzlich noch problematische Farbstoffe enthalten. Da das Verfahren das Haar sehr strapaziert, sollte bei Folgebehandlungen nur der nachgewachsene Ansatz blondiert werden.

Naturtoncremes: Sie sollen grauen Haaren ihre ursprüngliche Farbe zurückgeben. Sie enthalten ähnlich bedenkliche Farbstoffbausteine wie Oxidationshaarfarben, kommen aber ohne Wasserstoffperoxid als Entwickler aus. Die Stoffe ziehen ins Haar ein und reagieren dort langsam mithilfe des Sauerstoffs in der Luft zu Farbpigmenten. Die Creme wird direkt auf das Haar aufgetragen und nach zehn bis 15 Minuten Einwirkzeit ausgewaschen. Innerhalb von zwei Tagen stellt sich der neue Farbton ein. Wiederholt man die Prozedur, wird die Farbe intensiver. Nach Herstellerangaben sind die Cremes für ursprünglich mittelblonde bis dunkelbraune Haare geeignet, nicht jedoch für hellblonde, rote und schwarze Haare. Alle sechs bis acht Wochen müssen die nachgewachsenen grauen Haare behandelt werden.

Pflanzenhaarfarben: Natürliche Farbpigmente zum Beispiel aus Hennablättern oder Kamille ersetzen die chemisch-synthetischen und oftmals schädlichen Farbstoffe. Inzwischen ist eine breite Farbpalette erhältlich. Trotzdem lässt sich mit Naturfarben noch nicht jedes Farbergebnis erzielen. Blondierungen sind zum Beispiel nicht möglich. Eine vollständige Grauabdeckung ist schwierig. Silberfäden verschwinden oft erst nach mehrmaligem Auftragen. Auch wird das Farbergebnis nicht so einheitlich wie bei Chemiefarben. Das muss aber kein Nachteil sein, denn so wirkt das Haar natürlicher. Durch die Pflanzenfarben bekommt das Haar durch natürliche Farben einen tollen Glanz und sieht voller aus. Wer sein Haar vorher mit chemischen Farben gefärbt hat, sollte vor der Anwendung von Pflanzenfarben zunächst nur eine Strähne behandeln, um zu testen, ob sich die Farben vertragen.

Reizend: Was cool aussieht, belastet nicht nur Haare und Kopfhaut.


Foto: irisblende.de

Bei Henna auf die Deklaration achten

Hennaprodukte werden oft in internationalen Supermärkten und Billigkaufhäusern angeboten. Nicht alles, was dort verkauft wird, entspricht den europäischen Anforderungen. So ist manches Produkt hier gar nicht verkehrsfähig, weil die vorgeschriebene Angabe der Inhaltsstoffe fehlt. Immer wieder sind auch Produkte mit problematischen aromatischen Aminen verunreinigt. Grundsätzlich raten wir von Produkten ohne INCI-Deklaration (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe) ab, da eine korrekte Deklaration auch ein Hinweis auf eine ordentliche Qualitätskontrolle ist.