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Ohne Sonne


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ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 10.12.2020

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RATGEBER

Selbstbräuner möglichst kühl aufbewahren und rasch verbrauchen. Andernfalls kann sich Formaldehyd bilden, auch vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums. 

Selbstbräuner schützen weder vor Sonnenbrand, noch verlängern sie den Eigenschutz der Haut. Verwenden Sie daher Sonnenschutzmittel, wenn Sie spazieren gehen oder sich auf den Balkon setzen.

Wer seinen Teint mit Selbstbräuner auffrischen will, hat wenig Auswahl. Gerade mal drei Produkte können wir empfehlen. Die Sun Ozon Selbstbräunungsmilch von Rossmann schneidet mit „sehr gut“ ab, die Eigenmarken von Müller und Globus mit „gut“; die Lotion von ...

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... Clarins ist noch „ausreichend“.

Ansonsten, wohin das Auge blickt: rot gefärbte Tabellen. Selbst Naturkosmetik, die aus unseren Kosmetiktests sonst oft als Testsieger hervorgeht, schneidet bei den Selbstbräunern nur „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ ab.

Altes Problem, keine Lösung 

Die Hauptursache für das miese Abschneiden ist auch den Herstellern seit Langem bekannt: Der in Selbstbräunern am häufigsten eingesetzte Inhaltsstoff Dihydroxyaceton (DHA) sorgt zwar für die Bräune, ist aber chemisch recht instabil und zerfällt mit der Zeit. Dabei wird – unter Einwirkung von Wärme – nach und nach Formaldehyd freigesetzt. Formaldehyd gilt als hautreizend, in der Atemluft sogar als krebsverdächtig.

Etliche Hersteller haben uns gegenüber betont, dass sie kein Formaldehyd einsetzen und dass es sich bei den analysierten Funden um technisch unvermeidbare Spuren beziehungsweise einen natürlichen Zerfallprozess handelt. Tatsächlich ist der Einsatz von Formaldehyd in Kosmetika seit Mai 2019 in der EU tabu. Nicht aber Inhaltsstoffe, die wie DHA Formaldehyd abspalten können. Übersteigt die Konzentration dabei eine Menge von 0,05 Prozent am Kosmetikprodukt, müssen Hersteller den Hinweis „Enthält Formaldehyd“auf die Verpackung drucken.

Diesen Gehalt überschreitet zwar kein Produkt im Test. Dennoch: Wir meinen, dass ein krebsverdächtiger Stoff nichts in Kosmetik zu suchen hat. Außerdem zeigen die Laborergebnisse, dass einige Anbieter das Problem offenbar besser im Griff haben: In acht Selbstbräunern hat das Labor kein Formaldehyd nachgewiesen.

Dauerbaustelle 

In konventioneller Kosmetik kritisieren wir regelmäßig Polyethylenglykole und ihre Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate). In unseren Kosmetiktests ist daher weniger die Frage, ob sie auftauchen, sondern wie häufig. In diesem Test war das zehnmal der Fall. Technisch gesehen können diese Stoffe das in den Lotionen enthaltene Wasser mit den Fetten und Ölen verbinden. Wir kritisieren die Substanzen aber, weil sie die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können. In Naturkosmetik sind PEG/PEG-Derivate tabu, aber auch etliche konventionelle Anbieter haben die Dauerbaustelle inzwischen aufgeräumt.

Parfüm mit Nebenwirkungen 

Besser verduften sollten auch Isoeugenol oder Cinnamylalkohol, die in der Académie Bronzʼ Express Tinted Self-Tanning Lotion stecken. Diese Duftstoffe lösen relativ häufig Kontaktallergien aus. Ebenso kritisch: Das in zwei Produkten nachgewiesene Lilial, das zwar vergleichsweise selten Allergien auslöst, aber möglicherweise die Fortpflanzung gefährdet. Im Selbstbräuner von L’Oréal werten wir neben allergieauslösendem Hydroxycitronellal auch künstlichen Moschusduft ab. Der reichert sich im Körper an, ist in Muttermilch nachweisbar und baut sich in der Umwelt nur schwer ab.

Silikone können der Umwelt schaden 

In der Dove-Lotion hat das Labor die besonders kritische Silikonverbindung Siloxan D4 nachgewiesen. Sie steht nicht nur im Verdacht, die Fortpflanzung zu gefährden, sondern belastet auch die Umwelt. Als umweltproblematisch werten wir neben Silikonen weitere Kunststoffverbindungen wie synthetische Polymere ab, die teilweise schwer abbaubar sind. Welche langfristigen Folgen das hat, ist weitgehend ungeklärt.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: ein fehlender Anwendungshinweis, dass das Produkt keinen UV-Schutz bietet. 3) Dem Produkt liegt eine Probe Bronz’ Express Prep & Maintain Shower Gel Scrub bei, das nach der Inhaltsstoffliste unter bronzexpress.fr die PEG-Verbindung Sodium Laureth Sulfate und das synthetische Polymer Acrylates Copolymer enthält. 4) Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 5) Enthält PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 6) Enthält Formaldehyd/-abspalter. 7) Enthält Formaldehyd/-abspalter, Diethylphthalat, PEG/PEG-Derivate, Isoeugenol, Cinnamylakohol. 8) Enthält Formaldehyd/-abspalter, PEG/PEG-Derivate, Silikone, Paraffine. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 9) Enthält PEG/PEG-Derivate, Siloxan D4, Propylparaben. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 10) Enthält Formaldehyd/-abspalter, PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 11) Enthält Formaldehyd/-abspalter, PEG/PEG-Derivate, Silikone. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 12) Enthält PEG/PEG-Derivate, halogenorganische Verbindungen, Silikone. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 13) Enthält Formaldehyd/-abspalter, PEG/PEG-Derivate, bedenklichen UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate, Silikone, Hydroxycitronellal, künstlichen Moschusduft. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 14) Enthält PEG/PEG-Derivate, Paraffine. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 15) Enthält Lilial, PEG/PEG-Derivate, halogenorganische Verbindungen, Diethylphthalat. 

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) PEG/PEG-Derivate; b) halogenorganische Verbindungen; c) Butylphenyl Methylpropional (Lilial); d) bedenkliche UV-Filter (hier: Ethylhexyl Methoxycinnamate); e) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Iso eugenol); f) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (künstlicher Moschusduft; hier: Galoxolid/HHCB); g) Silikonverbindung Siloxan D4. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal, Cinnamylalkohol), falls nicht schon wegen allergieauslösender Duftstoffe um zwei Noten abgewertet wurde; b) mehr als ein Prozent Silikonverbindungen und/oder Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe; c) mehr als 10 mg/kg Diethylphthalat; d) Propylparaben. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Silikone, wenn sie nicht schon unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder weitere synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Dimethicone/Vinyl Dimethicone Crosspolymer, Hydrogenated Dimer Dilinoleyl/Dimethylcarbonate Copolymer, Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Copolymer, Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Polyacrylamide, Sodium Polyacryloldimethyl Taurate, Polyacrylate-13, Polyester-7, Polyisobutene, Silica Dimethyl Silylate, Sodium Acrylate/Acryloyldimethyltaurate/Dimethylacrylamide Crosspolymer). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) ein fehlender Anwendungshinweis wie „enthält keinen UV-Schutz“, „schützt nicht vor der Sonne“ bzw. eine ähnlich lautende Formulierung, die der Industrieverband Körperpflege-und Waschmittel e. V. (IKW) empfiehlt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. 

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2012 Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 5/2020, 7/2020, 9/2020. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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