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Parodontitis: Hilfe, das Zahnfleisch schrumpft


ÖKO-TEST Ratgeber Gesundheit & Fitness - epaper ⋅ Ausgabe 5/2009 vom 04.08.2010

Parodontitis ist bei Erwachsenen inzwischen die häufigste Zahnkrankheit und hat die Karies auf Platz zwei verdrängt. Ein Viertel der 35- bis 44-Jährigen leidet an einer schweren Parodontitis, bei den Senioren sind 40 Prozent betroffen.


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Foto: Dexcel Pharma GmbH/Sektion Zahngesundheit im DGK e.V.

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Foto: proDente e.V.

Wie entsteht eine Parodontitis?

Wird Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt, können die Giftstoffe einiger Bak terienarten ins Zahnfleisch eindringen und eine Entzündung her vorrufen. Ist diese in den Kieferknochen vorgedrungen, spricht man von Parodontitis. Dort zerstört sie die Fasern, die den Zahn im Knochen verankern. Der Zahn lockert sich und es entstehen tiefe Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien hervorragend vermehren. Weil eine Parodontitis nicht wehtut und nur langsam fortschreitet, wird sie oft sehr spät erkannt.

Die beste Vorbeugung ist regelmäßige, auch professionelle Zahnpflege. Risikofaktoren sind Rauchen, Diabetes, hormonelle Veränderungen, Übergewicht und Stress. Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle.

Kann man die Krankheit rechtzeitig erkennen?

Wichtigstes Warnsignal ist geschwollenes Zahnfleisch, das zu Blutungen neigt oder zurückgeht. Auch empfindliche Zahnhälse oder dauerhafter Mundgeruch können auf Parodontitis hinweisen. Der Zahnarzt kann mit Hilfe des Parodontalen Screening Indexes (PSI) den Zustand des Zahnhalteapparates überprüfen. Dabei misst er mit einer Sonde die Taschentiefe an den einzelnen Zäh nen. Diese Untersuchung zahlen die gesetzlichen Kassen alle zwei Jahre. Ein Verdacht lässt sich mit weiteren Untersuchungen, zum Beispiel mit Röntgenbildern, bestätigen.

Wie wird sie behandelt?

Schon beim Verdacht auf eine Parodontitis wird der Zahnarzt die Zahnflächen reinigen und Zahnstein entfernen. Die Wirkung wird bei einem Kontrolltermin überprüft. Muss mehr getan werden, erstellt der Arzt für gesetzlich Versicherte einen Behandlungsplan, den Parodontalstatus, den die Kasse genehmigen muss, bevor es los gehen kann.

Der Zahnarzt entfernt mit Schabe-Instrumenten oder Ultraschall die bakteriellen Beläge in den Zahnfleischtaschen und von den befallenen Zahnflächen. In weniger schweren Fällen reicht das aus, um die Entzündung zu stoppen.

Bei besonders tiefen und unzugänglichen Zahnfleischtaschen kann eine kleine Operation notwendig sein. Haben die Bakterien bereits Knochensubstanz abgebaut, lässt sich diese zum Teil wieder aufbauen. Als Nachsorge empfiehlt sich eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung.

Welche Folgen hat eine unbehandelte Parodontitis?

Neben einem möglichen Zahnverlust kann sich Parodontitis auch negativ auf den Körper auswirken. Etwa wenn aggressive Parodontitisbakterien in den Blutkreislauf gelangen. Sie können das Risiko für koronare Herzerkrankungen und damit für einen Herzinfarkt sowie für einen Schlaganfall erhöhen. Bei Diabetes kann eine unbehandelte Parodontitis die Einstellung und Kontrolle des Blutzuckerspiegels erschweren. Bei Schwangeren kann die Immunreaktion auf eine Parodontitis zu vorzeitigen Wehen führen. Studien in den USA haben gezeigt, dass das Risiko einer Frühgeburt bei Frauen mit unbehandelten Zahnfleischerkrankungen um das Siebenfache erhöht ist.

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