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RATGEBER Preiswert und schlüsselfertig: Sparen – aber richtig!


Fertighäuser - Hausbau Special - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 07.11.2020

Ein hochwertiges, schlüsselfertiges Holzfertighaus ist nicht billig, aber durchaus preiswert zu haben. Wer günstig bauen will, sollte auf gute Planung, solide Qualität und eine sichere Finanzierung achten und von vermeintlichen Schnäppchen die Finger lassen.


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Bildquelle: Fertighäuser - Hausbau Special, Ausgabe 1/2021

Das Kundenhaus Remstal von Keitel Haus ist ein gutes Beispiel wie preisgünstiges Bauen heute funktionieren kann: ein moderner, kompakter Baukörper ohne Schnickschnack und ohne Dachüberstände. > www.keitel-haus.de


Die stetig steigenden Bau- und Grundstückspreise lassen bei vielen Menschen die berechtigte Frage aufkommen, ob preiswertes Bauen überhaupt ...

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... noch möglich ist.

Und was heißt preiswert? Oft werden sogenannte Ausbauhäuser als günstige Alternative angeboten. Hier liegt zwar der Preis niedriger, der an den Hersteller bezahlt werden muss, aber Baufamilien müssen viel Zeit und handwerkliches Geschick haben – und sowohl bei Arbeitsaufwand als auch den zusätzlichen Materialkosten verschätzen sich viele Baulaien. Hier schlummert ein hohes Kostenrisiko.

Kostengünstiges Bauen war früher eine Kernkompetenz des Holzfertigbaus – die weitgehende Standardisierung von Entwürfen machte es möglich. Doch heute sind über 80 Prozent der Fertighäuser individuell geplante Einzelstücke und auch die Bau- und Ausstattungsqualität ist enorm gestiegen.

Trotzdem gibt es noch die Möglichkeit, auch mit kleinerem Budget zu bauen. Denn mehr Qualität und eine perfekt durchstrukturierte Planung und Bauabwicklung, wie sie den Holzfertigbau auszeichnet, ist der Schlüssel zu preiswertem Bauen in seiner besten Form. Billige Angebote, die nachgebessert werden müssen, mangelhaft ausgeführte Bauleistungen und Bauzeitverzögerung aufgrund schlechter Planung sind die Kostenfallen schlechthin. Wer langfristig gesehen günstig bauen will, sollte folgende Punkte beachten: Schon die Beschaffenheit des Grundstücks beeinflusst die Baukosten. Günstig ist ein möglichst kleines, ebenes und schon erschlossenes Grundstück, bei dem die Bodenbeschaffenheit geklärt ist. Ein Keller wird bei felsigem Untergrund oder drückendem Wasser teurer, Hanggrundstücke sind grundsätzlich aufwendig zu erschließen und zu bebauen.

Klar gegliederte Entwürfe mit zwei vollen Geschossen, die auch auf kleinerer Fläche viel Wohnraum schaffen, sind echte Kostensparer. Ein wohlproportioniertes, einfaches Haus muss nicht langweilig aussehen, ist aber auf jeden Fall günstiger. Also keine Erker, Wintergärten, Gauben oder (zu) kleine Balkone im Obergeschoss einplanen. Ein einfaches Satteldach ist günstiger als ein Flachdach. Ein flach geneigtes Dach mit hohem Kniestock schafft mehr Platz im Obergeschoss. Dieser zusätzliche Raum ist mit weniger finanziellem Aufwand zu erreichen als eine größere Grundfläche. Ein kleineres, kompaktes Haus bedeutet auch weniger Pflegeaufwand und weniger Heizenergieverbrauch. Damit spart es doppelt Kosten. Außerdem können Anbauteile auf Wunsch später nachgerüstet werden.

Anders sieht es beim Keller aus: Dieser lässt sich nicht nachträglich einbauen. Auch wenn dieser rund 25 000 bis 40000 Euro mehr kostet als eine Bodenplatte, sollte der Verzicht hier gut überlegt sein. Denn ohne Abstellflächen geht es nicht – und die kosten auch im Haus Platz und Geld.

Gute Planung ist Grundstein für günstiges Bauen

Durchdachte Grundrisse bieten viel Komfort auf kleiner Fläche. Ein offenes Erdgeschoss schafft ein großzügigeres Raumgefühl, bei Schlafzimmern sollte man auf harmonische Raumproportionen, einen möglichst hohen Kniestock und gute Möblierbarkeit achten. Wenn Türen und Fenster so platziert werden, dass daneben noch ein großer Schrank passt, ist die separate Ankleide verzichtbar. Im Eingangsbereich sollte dagegen nicht zu sehr an Platz gespart werden, damit Garderobe, Schuhe, Kinderwagen und Gäste nicht zum Stau führen. Optimal vorgeplante Typenhäuser, die sich durch festgelegte Standardmodule variieren lassen, können hier eine gute Wahl sein.

Küche und Bad sind richtige Kostenfallen. Wer auf die Arbeitsplatte aus Granit und Sanitär objekte vom Stardesigner (erst einmal) verzichten kann, spart bis zu 15000 Euro. Fenster und Türen sollten energiesparend und einbruchsicher sein, hier zählt die Qualität. Sparen lässt sich, wenn man sich für Standardmaße entscheidet – und nicht jedes Fenster muss sich öffnen lassen, Festverglasungen sind günstiger als Öffnungsflügel. Die Heizungsanlage beeinflusst langfristig die Unterhaltskosten des Hauses.

Um sparsam zu sein, muss sie genau auf die Haushülle abgestimmt werden. Nur dann wird sie wirklich effizient arbeiten. Hier lohnt sich eine genau Kontrolle der Berechnungen, denn für besonders effiziente Häuser können auch Fördergelder der KfW-Bank beantragt werden.

Die Kosten für Außenanlagen werden oft unterschätzt. Sie machen 12 bis 18 Prozent des Hauspreises aus. Sicherheitsrelevante Maßnahmen wie Außentreppen, Befestigung von Zugang und Zufahrt u.ä. können schlecht aufgeschoben werden. Wichtig ist, die Baunebenkosten für Notar, Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer, Erschließung und Umzug von Anfang an mit einzuplanen. Nachfinanzieren wird in der Regel teuer.

Auch die Kaufpreisabwicklung des Hausanbieters ist zu beachten. Wer bei der Planung alles richtig gemacht und Kostenfallen vermieden hat, kann sich am Ende vielleicht doch das ein oder andere Extra wie zum Beispiel einen Quergiebel oder den firsthohen Ausbau im Obergeschoss leisten.

Das Kundenhaus Medio von Fingerhut Haus ist eine kompakte Stadtvilla mit zwei Vollgeschossen: auch hier ein schnörkelloser Baukörper, mit dem der vorhandene Raum optimal ausnutzt wird. www.fingerhuthaus.de


Tipp: Besuchen Sie vor der Vertragsunterschrift das Bemusterungszentrum Ihres Favoriten. Wenn einem der Qualitätsstandard von der Haustür über den Außenputz bis zu den Bodenbelägen ausreicht, wird es später nicht zu teuren „Aufbemusterungen“ kommen.


Fixe Termine & Festpreis-Garantie

Viele Fertighaushersteller bieten ihren Bauherren Festpreisgarantien sowie einen ixen Fertigstellungstermin an. Beides muss schwarz auf weiß im Bauvertrag festgehalten werden. Unvorhersehbare Preisaufschläge und Mehrkosten durch längere Mietzahlungen der bisherigen Wohnung müssen so nicht befürchtet werden. Aber Vorsicht: Das gilt nur für die Leistungen, die vom Fertighaushersteller erbracht und in der Bau- und Leistungsbeschreibung festgehalten sind. Selber und von Fremdirmen verursachte Verzögerungen und damit verbundene Kostensteigerungen verantwortet der Bauherr selbst.

ANGEBOTE RICHTIG VERGLEICHEN

Die Bau- und Leistungsbeschreibung
Sie ist ein wesentlicher Vertragsbestandteil und listet die im Standardpreis enthaltenen Produkte, Materialien und Serviceleistungen detailliert auf. Dabei ist auf Folgendes zu achten:

Umfang und Vollständigkeit: Begriffe wie „schlüssel fertig“ oder „Ausbauhaus“ sind nicht gesetzlich definiert. Der Preis für ein Fertighaus wird im Allgemeinen ohne Keller oder Bodenplatte angegeben. Erdarbeiten kommen ebenfalls noch dazu. Planungs- und Genehmigungsgebühren, Baustelleneinrichtung, Hausanschlüsse, Schornstein, Rauchmelder oder Innenausbau-Gewerke wie Estrich und Einbauküche sind nicht immer enthalten. Seriöse Firmen weisen darauf hin, was separat beauftragt werden muss.

Baumaterialien: Achten Sie auf eine präzise Beschreibung aller Bauteile mit den jeweils verbauten Materialien. Heißt es nur „massive Holzkonstruktion“ oder werden Holzart und Qualität definiert? Ist nur von „Verkleidung“ und „Dämmung“ die Rede oder werden „Spanplatte“, „Gips faserplatte“, „Hartschaumdämmung“ etc. genau benannt? Bei Bauprodukten, Heizung und Sanitärobjekten gehören Hersteller- und Modell angaben dazu. Bei Begriffen wie „hochwertig“ oder „formschön“ lieber nachfragen, auf exakte Angaben bestehen und diese schriftlich dokumentieren lassen.

Standardausstattung: Jeder Hersteller legt eigene Standards fest. Vor allem beim Innenausbau gibt es große (Preis-)Unterschiede. Hier sollten sowohl die Mengen (Umfang der Elektro- und Sanitärinstallation, Größe des Fliesenspiegels in Bad/Küche) als auch die Qualität überprüft werden. Angaben wie „ausreichend“ oder „nach DIN-Norm“ immer hinterfragen. Im Bemusterungszentrum können Sie bei einer Vorbemusterung die Qualität sowohl der Standard- als auch der Sonderausstattungen in natura begutachten.

Elektro-Ausstattung: Hier sollten die Anzahl der Steckdosen, Lichtauslässe, Waschmaschinen- und Telefonanschlüsse für die jeweiligen Räume aufgelistet sein. Informationen zu Standard- und Komfortausstattungen sowie Beispiele und Planungshilfen zur Elektroinstallation liefert die Checkliste „Raumplaner“ von Elektro+. Hilfe beim Vergleichen verschiedener Bau- und Leistungsbeschreibungen bietet die Checkliste vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Beide Checklisten sowie weitere können Sie herunterladen unter:
www.bautipps.de/checklisten

Die Außenwand: Bei der gängigen Holzverbundkonstruktion liegt die Dämmung zwischen den tragenden Holzständern. Nach innen und außen sind sie mit großformatigen Bau platten, Gips- oder Holzwerkstoffplatten wie OSB- und Spanplatten verkleidet und ausgesteift. Holzfaserplatten sind Dämmschicht und gleichzeitig Putzträger. Bei diffusionsoffenen Wänden schützt Dampfbremspapier vor Feuchtigkeitseintrag durch Diffusion von innen. Neben Putz können die Wände außen mit einer vorgesetzten Holz- oder Klinker-Fassade versehen sein.

Beispielhafter Querschnitt durch eine Holzverbundkonstruktion:
1 Putz
2 Dämmstofplatte
3 Holzwerkstofplatte (optional)
4 Holzständer mit dazwischenliegender Wärmedämmung
5 Holzwerkstofplatte (OSB oder Ähnliches)
6 Dampfbremse
7 Gipsbauplatte

BEISPIELE FÜR PREISGÜNSTIGE DETAILLÖSUNGEN

LICHTBLICK: Bodentiefe Festverglasung

Dieses Haus überzeugt mit kleiner Grundfläche, die hell und großzügig gestaltet ist und durch geschickte Einbaulösungen punktet. Sparen lässt sich zum Beispiel mit Festverglasungen, wie hier im Wohnbereich, wo das mittlere Element (neben dem Essplatz) nicht zu öffnen ist. Das Haus ist ein speziell auf Kosteneffizienz getrimmtes Typenhaus, das sich im Internet individuell konfigurieren lässt unter www.jedermann-haus.de
Büdenbender Hausbau • 57250 Netphen-Hainchen Tel. 02737/9854-0
> www.bautipps.de/hersteller/buedenbender

LUFTRAUM: Mit Galerie

Eine offene Galerie verbraucht zwar viel Wohnfläche, dafür schafft der Luftraum überm Essplatz hier eine ganz besondere, loftartige Wohnatmosphäre. Der gezeigte Entwurf ist auf einen Zwei-Personen-Haushalt abgestimmt, könnte aber bei anderer Aufteilung des Obergeschosses auch einer Familie Lebensraum bieten.
Keitel Haus • 74585 Rot am See-Brettheim Tel. 07958/9805-0
> www.bautipps.de/hersteller/keitel

RAUMGEWINN: Firsthoher Ausbau

Ein firsthoher Ausbau unterm Dach kostet zwar etwas mehr, schafft dafür aber viel Freiraum im Obergeschoss. Bei diesem Entwurf wird dies besonders auf der großen Galerie deutlich, die einen hellen, großzügigen Raum fern ab von dunklen Erschließungsfluren entstehen lässt. Sie kann als Spielbereich für Kinder, als Bibliothek oder zweiter, privaterer Wohnraum zum Fernsehen genutzt werden.
Talbau-Haus • 71554 Weissach im Tal • Tel. 07191/361-0
> www.bautipps.de/hersteller/talbau-haus

TREPPE: Geradlinig nach oben

Mit offen gestaltetem Erdgeschoss kommt dieser Entwurf im Stil einer zweigeschossigen Stadtvilla sehr großzügig daher. Die gerade, einläufige Treppe braucht zwar etwas mehr Grundfläche, ist aber bequem zu begehen. Als Wangentreppe ohne Setzstufen nimmt sie optisch kaum Raum in Anspruch. Wer mehr Stauraum benötigt, kann unter einer geschlossenen geraden Treppe einen Abstellraum oder Einbauregale unterbringen.
Fingerhut Haus • 57520 Neunkhausen• Tel. 02661/9564-0
> www.bautipps.de/hersteller/.de/fingerhut


Foto: Norbert Weimper