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SMART-HOME-PLANUNG: DER WEG ZUM VERNETZTEN HAUS


Das dicke deutsche Hausbuch - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 03.01.2020

Immer mehr Bauherren wünschen sich ein smartes Zuhause, in dem die Technik ihnen den Alltag erleichtert. Aber was braucht man eigentlich, um ein intelligentes Haus zu bauen? Wir erklären in 4 Schritten, worauf es ankommt und welche Entscheidungen zu treffen sind


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Bildquelle: Das dicke deutsche Hausbuch, Ausgabe 1/2020

Smart Home mit KNX und KI

Smart-Home-Funktionen auf Basis einer individuell geplanten, kabelgebundenen KNX-Installation gehören bei 90 Prozent der gläsernen Fachwerkhäuser von Huf Haus bereits heute zur technischen Ausstattung. (Mehr zu KNX auf Seite 40). In seinem Musterhaus „Ausblick“, erprobt Huf Haus nun in Zusammenarbeit mit IBM Watson den ...

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... Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) für noch mehr Komfort im smarten Zuhause. Ein Beispiel: Über Gesichtserkennungs-Software erkennt das Haus den Huf-Mitarbeiter, öffnet ihm automatisch die Tür, schaltet das Licht in seinem Büro ein und fährt seinen PC hoch.

Willkommen im Smart Home der Zukunft! IBM Watsons Roboter Pepper als Botschafter für KI bei Huf Haus.

Ein Taster um den ganzen Raum zu kontrollieren – das wünschen sich viele Smart-Home-Interessenten.


Das „selbstlernende“ Musterhaus wird derzeit als Büro und Forschungsprojekt genutzt. Experimentell ist auch die Bauweise: Die Glaselemente wurden ohne chemische Klebstoffe in die Fachwerkkonstruktion integriert.


Fotos: Huf Haus (4), Loxone (1), IGT Institut (3)

Schritt 1

WUNSCHLISTE Was soll mein Smart Home können?

Bauherren haben unterschiedliche Vorstellungen vom Smart Home. Manche wünschen sich von Anfang an ein in allen Bereichen komplett vernetztes Haus. Viele möchten aber erst einmal mit einigen ausgewählten Funktionen einsteigen, etwa mit automatischer Steuerung von Rollläden oder Raumtemperatur. Machen Sie sich deshalb eine persönliche Wunschliste für Ihr zukünftiges Smart Home, bevor Sie sich mit der Auswahl eines Systems und anderen technischen Fragen beschäftigen.
Damit haben Sie eine Grundlage fürs Gespräch mit dem Haushersteller, Architekten oder Elektrofachbetrieb

Definieren Sie ihre Vorstellungen möglichst konkret, zum Beispiel:
→ Die Heizungstemperatur soll automatisch abgesenkt werden, wenn bei kalten Außentemperaturen das Fenster geöffnet wird.
→ Beim Verlassen des Hauses soll das Licht in allen Räumen mit einem einzigen Schalter auszuschalten sein.
→ Die Jalousien sollen abhängig vom Sonnenstand automatisch aus- und eingefahren werden – aber nur bei Abwesenheit.
→ Smart-Home-Funktionen sollen zuhause per Sprachbefehl, von unterwegs übers Smartphone steuerbar sein.
Denken Sie dabei auch in die Zukunft: Wie könnten Sie sich das Smart Home in ein paar Jahren vorstellen?

Tipp: Als Orientierungshilfe sind die Smart-Home-Check listen des Instituts für Gebäudetechnik (IGT) gut geeignet. Zum Download unter www.igt-institut.de

Schritt 2

TECHNIK Vernetzung über Kabel oder Funk?

Smart-Home-Technik ist das Zusammenspiel von Aktoren, die „etwas tun“ und Sensoren, die Dinge wahrnehmen. Aktoren sind beispielsweise Schalter, Dimmer, Heizungsventile, Rollladen motoren oder Türschlösser. Sensoren messen Daten wie Temperatur, Feuchtigkeit, Helligkeit oder nehmen die Anwesenheit von Personen wahr. Damit die Aktoren auf das reagieren können, was die Sensoren erfassen, müssen beide Komponenten miteinander kommunizieren – sie müssen vernetzt sein.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Per Datenleitung
Außer der Stromleitung wird noch zusätzlich eine Datenleitung – Busleitung genannt - verlegt. Damit die darüber transportierte Information von den angeschlossenen Geräten und Komponenten „verstanden“ wird, braucht es einer gemeinsamen „Sprache“, Protokoll oder Standard genannt. Der bekannteste davon ist der KNX-Standard.
Plus: Zuverlässig, robust, resistent gegen Störungen
Minus: Relativ hoher Aufwand für Kabelverlegung und Programmierung

Per Funk
Statt per Datenleitung werden die Steuerbefehle per Funk an die jeweiligen Adressaten wie Jalousien, Leuchten oder Heizungsthermostate gesendet. Auch dafür bedarf es eines Protokolls oder Standards. Funkprotokolle gibt es sehr viele.

Plus: Kein baulicher Aufwand, daher für Nach rüstung geeignet, kostengünstig, kann bei Umzug einfach mitgenommen werden

Minus: Meist Batterien notwendig, begrenzte Lebensdauer, Aufwand für Wechsel, störungsanfälliger, vor allem bei größeren Häusern und Entfernungen

Per Stromleitung
Mit Hilfe von speziellen Adaptern oder Schalt modulen lässt sich auch die normale 230-Volt-Strom leitung gleichzeitig für den Datentransfer nutzen. Bekannter Anbieter einer solchen Smart-Home-Lösung ist digitalSTROM.
Plus: Keine zusätzlichen Leitungen, einfache Lösung zum Nachrüsten
Minus: Eventuell langsamer als KNX, vergleichsweise teuer

Was ist besser: Kabel oder Funk?

Vieles spricht dafür, im Neubau ein verkabeltes System zu setzen, denn die entsprechenden Leitungen können gleich mit der Elektrogrundinstallation verlegt werden. Dennoch kann Funk eine Alternative sein, zumal auch verschiedene Haushersteller ihren Kunden funkbasierte Komplettlösungen anbieten.

Smart Home planen mit Online-Tools

Einige Elektrohersteller bieten auf ihren Webseiten Entscheidungs- und Planungshilfen für Smart-Home-Installationen an. Die Konfiguratoren unterscheiden sich im Detail, sind aber ähnlich aufgebaut. Schritt für Schritt wird unter anderem abgefragt, ob es sich um Neu- oder Altbau, Haus oder Wohnung handelt, welche Räume einbezogen, welche Funktionen und welche Steuerung gewünscht sind. Als Ergebnis bekommt man eine Empfehlung für ein Smart-Home-System des Herstellers (KNX, andere Kabelvariante, Funk-System), eine grobe Kosteneinschätzung und eventuell Vorschläge für Partnerfachbetriebe, die die Installation ausführen könnten.
Gira Home Assistent: www.gira.de/home-assistent Hager Elektrokosten-Guide:
www.das-intelligente-zuhause.de/elektrokosten-guide Busch-Jäger Smart Home Konfigurator www.yoursmarterhome.de/konfigurator/
Beispiel Gira Home Assistent: Vom eigenen Bau vorhaben und Smart-Home- und Design-Wünschen ausgehend schlägt der Konfigurator ein System vor.

Schritt 3

SYSTEMWAHL Wer bietet was?

Bei Kabel wie Funk gibt es jeweils eine Fülle verschiedener Systeme zur Auswahl. Man unterscheidet offene Systeme oder Standards, bei denen Geräte und Komponenten verschiedener Hersteller verwendet werden können, von sogenannten proprietären Lösungen, bei denen die gesamte Technik von einem Hersteller kommt. Aber auch bei proprietären Systemen ist es möglich, über Schnittstellen Produkte wie Leuchten von Hue, Musik von Sonos, Klimasensoren von Net atmo oder Sprachsteuerung wie Amazon Echo zu integrieren. Auch die Integration von Kabel- und Funk ist in vielen Systemen möglich.
Tipp: Ob per Kabel oder drahtlos: Suchen Sie sich ein System aus, das „andere Sprachen“ versteht, Fremdkomponenten integrieren kann und erweiterbar ist. Damit sind Sie für die Zukunft gerüstet.
Aus dem breitgefächerten Angebot von Smart-Home-Standards und Systemen stellen wir eine Auswahl von Kabel- und Funklösungen vor, die diese Ansprüche erfüllen:

Installation einer Überwachungskamera: Offene Systeme lassen sich mit Geräten verschiedener Hersteller nachrüsten. Die Steuerung per App ist heute Standard.

Foto: Deutsche Telekom

Für Familie Binz ist gemütlich und smart kein Widerspruch – in telli gente Technik arbeitet unauf fällig im Hintergrund.


Fotos: WeberHaus (5)

Smart vernetzt per Funk

Modern, smart und gemütlich zugleich – so wünschen sich die Bauherren Monika und Ludwig Binz ihr Zuhause. Ihre Vor158-1 mit einem frei geplanten Architektenhaus von WeberHaus im Bauhaus-Stil, mit behaglicher Einrichtung und smarter Haustechnik. Mit dem System WeberLogic 2.0 auf Basis der EnOcean-Funktechnologie kann Familie Binz dank intelligenter Steuerung ganz einfach Heizenergie sparen, Lichtszenen einrichten und während des Urlaubs Anwesenheit simulieren. Sensoren an Fenstern und Türen, die bei unerlaubtem Öffnen warnen, sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Praxis-Beispiel von WeberHaus: Mit der Grundriss ansicht auf dem Wand-Display haben die Bewohner jederzeit den Überblick über alle Räume. Ebenso einfach geht die Bedienung per Smartphone.

Foto: Deutsche Telekom

Schritt 4

DETAILPLANUNG Was brauche ich für mein Smart Home?
Egal, welche Technik, welches System oder welcher Standard: Ein Smart Home braucht als Basis immer eine Elektro installation mit entsprechenden Anschlüssen und Steckdosen. Auch wenn Sie sich für eine Funk-Lösung ent scheiden, brauchen Sie beispielsweise Strom am Jalousienkasten. Es gibt eine Mindestausstattung nach DIN-Norm, die bei jedem Hausbau eingehalten werden muss. Bauherren sollten sich jedoch an den RAL-Ausstattungswerten (RAL-RG 678) für die Elektro planung orientieren. Diese sieht drei Aus stattungsstufen vor:
1.Mindestausstattung (entspricht DIN-Norm),
2.Standardausstattung,
3.Komfortausstattung
Für jede Ausstattungsstufe ist noch eine Plus-Variante definiert, die die Voraussetzungen für eine Gebäude system technik, sprich: Smart Home, erfüllt.
Experten empfehlen mindestens die Ausstattungsstufe 2plus.
Tipp: Planen Sie beim Hausbau vorausschauend auch wenn sie zur Zeit noch nicht das volle Smart-Home-Programm installieren wollen.
Legen Sie lieber ein paar Kabel mehr, damit Sie später einfach Taster oder Sensoren einbauen können.

Funktionale Beleuchtung und stimmungsvolle Lichtszenen zählen zu den beliebtesten Smart-Home-Features. Wichtig ist dafür, in der Hausplanung eine ausreichende Stromversorgung einzuplanen.


Foto: Loxone