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SPANIEN – Eine Rundreise zu Mallorcas schönsten Regionen: MALLORCA Primus der Balearen


Reisefieber - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 18.09.2019

Mallorca – das ist Sonne, Meer, Berge, Kultur und noch so einiges mehr. Vielen Besuchern und den meisten Residenten ist die Vielseitigkeit dieser Insel gar nicht bewusst – das Tramuntanagebirge mit seiner dramatischen Steilküste, seinen idyllischen Buchten und endlos langen weißen Sandstränden, romantischen Bergdörfern, mondänen Yachthäfen und der Hauptstadt Palma mit engen Gassen und schicken Geschäften.

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Bildquelle: Reisefieber, Ausgabe 1/2020

Von der Terrasse des Restaurants Bens d’Avall aus genießt man nicht nur eine hervorragende mallorquinische Küche, sondern auch diesen herrlichen Blick.


DIE SCHÖNSTEN REGIONENMALLORCAS ENTDECKEN! ...

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Das Weltkulturerbe Serra de Tramuntana liegt an der Westküste und ist über 88 Kilometer lang. Der bis zu 25 Kilometer breite Gebirgszug erstreckt sich von der Insel La Dragonera bis hin zum Cap de Formentor. Ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber! Vielleicht die schönste Landschaft der Insel überhaupt. Der Llevant im Nordosten Mallorcas liegt zwischen der von Felsfjorden gegliederten Küste und den einsamen Gipfeln der Serres de Llevant, einer Berggruppe auf der Halbinsel nördlich von Artà. Mallorcas heißer Süden wird Migjorn genannt. In diesem flachen, von Landwirtschaft geprägten Landstrich zwischen dem Südkap Mallorcas und einigen Hügeln im Norden ist noch viel Ursprüngliches zu entdecken. Und die 600 Quadratkilometer große, flache Mitte Mallorcas heißt Es Pla und ist die Kornkammer der Insel. Neben Reis, Mais, Kartoffeln und Gemüse wird vor allem Wein angebaut. Hier kann man Mallorcas schönste Seiten entdecken: Urlauber erleben in alten Landgütern die Kultur vergangenerEpochen und entdecken urige Einkehrmöglichkeiten. Ein Museumsbesuch lässt sich zum Beispiel wunderbar mit einem Badestopp in einer abgelegenen Bucht verbinden. Dazu packen Urlauber noch einen Dorfbummel oder eine kleine Wanderung dazu und genießen denAbend bei einem original mallorquinischen Essen oder bei einem romantischen Candle-Light-Dinner zu zweit mit Blick auf das Meer.

MALLORCAS SÜDWESTEN

Im Südosten haben die Ausläufer des Tramuntanagebirges eine malerische Küste mit idyllischen Buchten und Sandstränden geformt. In den Nobelhäfen Puerto Portals und Port Adriano trifft man sich in den Bars und Restaurants oder einfach nur zum Flanieren am Hafen. Einen regelrechten Boom verzeichnet Port d’Andratx. Hier schießen Luxusvillen zurzeit wie Pilze aus dem Boden. Auch der Fischerort Sant Elm an der Südwestspitze Mallorcas erwacht langsam aus seinem Dornröschenschlaf. Mehr auf Masse sind dagegen Santa Ponça und Paguera ausgerichtet – von Palmanova und Magaluf ganz zu schweigen. Und doch hat sich der Südwesten auch seine Ursprünglichkeit bewahrt. Fährt man nur wenige Kilometer von der Küste ins Hinterland, ist man plötzlich in einer anderen Welt: Beschauliche Dörfer wie Calvià, Es Capdellà, Puigpunyent, Galilea und die typisch mallorquinische Landschaft mit ihren Oliven- und Mandelbäumen verzaubern vor allem Wanderer und Naturliebhaber.

PORTALS NOUS, PUERTO PORTALS

Direkt neben Mallorcas Megayachthafen Puerto Portals sonnen sich an der Playa de Portals Nous vor allem Einheimische auf dem herrlichen Sandstrand – rechts mit Schirmen und Liegen, links naturbelassen. Durstige Sonnenanbeter werden von der Strandbar Roxy Beach am linken Ende des Strands bestens versorgt. Und wer nach dem Tag am Strand gepflegt essen gehen möchte oder einfach nur gesehen werden will, der macht es sich in einer der vielen Bars und Restaurants im Yachthafen Puerto Portals bequem. Hier tummeln sich Bootseigner, Models, Promis und Touristen. „Sehen und gesehen werden“, lautet hier das Motto – und alle machen mit. Und wer nicht das passende Outfit dabei hat, wird in den Boutiquen sicher fündig.

PORTALS VELLS

Wer von Portals Nous in Richtung Westen unterwegs ist, sollte in der Drei-Finger-Bucht mit den drei kleinen Sandstränden im türkisblauenWasser unbedingt einen Badestopp einlegen. Im Jahr 1967 diente die Bucht als Kulisse für den Film „Der Magier” mit Anthony Quinn, Michael Caine und Candice Bergen. An Wochenenden ankern viele Boote in der Bucht – vor allem vor dem Playa de Portals Vells, dem linken der drei kleinen Strände, der der bekannteste ist. Im Restaurant Es Repos genießt man übrigens eine hervorragende mallorquinischeKüche. Am Strand entlangspazierend erreicht man den mittleren Strand, einen kleinen FKK-Strand mit Restaurant und Liegen. Der Playa del Rey ist ruhig mit einer kleinen Strandbar.

Die Cala Dei mit dem originellen, auf ganz Mallorca bekannten Restaurant Ca's Patro March ist eine Attraktion für sich und unbedingt einen Strandtag wert!


PORT ADRIANO

Und schon wieder wird es mondän. Im 2012 neu eröffneten Hafen Port Adriano, zwischen El Torro und Santa Ponça gelegen, gibt es eindrucksvolle Superyachten zu sehen sowie die Bars und Restaurants der glamourösen Marina zu entdecken. Die von riesigen Außenmolen geschützte Designmarina mit Liegeplätzen für Yachten und Superyachten mit einer Länge von bis zu 80 Metern wurde von Stararchitekt Philippe Starck entworfen und lockt das zahlungskräftige Publikum an.

ES CAPDELLA

Natursteinhäuser und Fincas prägen den kleinen Ort, der vor allem bei Wanderern und Radfahrern beliebt ist. Von Es Capdella aus führen mehrere Wanderwege in die herrliche Umgebung. Und wenn man weiter in Richtung Puigpunient fährt, biegt man nach vier Kilometern links zur Finca Galatzo ab, einem alten Herrenhaus mit Kapelle, Stallungen, einer Ölpresse und zwei Wassermühlen. Von hier aus führen wiederum mehrere Wanderwege auf den Galatzo. Kurz vor der Kreuzung kann man in der Luxusherberge Son Claret beste Sterneküche genießen oder sich gleich für ein paar Tage einquartieren, um es sich so richtig gut gehen zu lassen.

PORT D’ANDRATX

Das verschlafene Fischerdorf hat sich in den letzten Jahren zu einem magischen Anziehungspunkt für betuchte Sommerfrischler und finanzkräftige Fincabesitzer entwickelt – mit allem, was dazu gehört: Eine ganze Armada an Restaurants, Cafés und Boutiquen versorgt hier die verwöhnte Kundschaft. Kein Wunder, dass die Villen um Port d’Andratx zu den teuersten auf ganz Mallorca zählen und im Yachtclub die Warteliste für einen Liegeplatz unendlich lang ist. Trotz seiner rasanten Entwicklung ist der Charme des Fischerdorfs immer noch spürbar. Die Fischerboote und die am Kai zum Flicken ausgelegten Netze gehören ebenso zum Ortsbild wie die Ausläufer der Tramuntana im Hintergrund, die schönen und manchmal auch nicht ganz so schönen Villen an den Hügeln um den Hafen, die schicken Damen, die durch die Boutiquen im Ort schlendern, und die zeitungslesenden Herren in den Cafés. Vor ein paar Jahren noch fest in deutscher Hand ist Port d’Andratx heute eher international – Deutsche, Engländer, Skandinavier, Italiener und Franzosen sind hier anzutreffen. Der Beachclub in der gleichen Bucht soll von Charles Aznavour gegründet worden sein. Glamour gab es hier also schon immer – Hotels dagegen nur wenige und All-inclusive-Touristen überhaupt nicht.

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1: Einen regelrechten Boom verzeichnet Port d’Andratx. Hier schießen Luxusvillen zurzeit wie Pilze aus dem Boden. 2: Hauptattraktion in Sant Elm ist die Bucht mit ihrem kristallklaren türkisblauen Wasser.

SANT ELM

Das verträumte Dorf an der Südwestspitze Mallorcas wird langsam aber sicher munterer – vor allem im Sommer. So reihen sich an der Fußgängerzone mittlerweile fast nahtlos Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte aneinander. Hauptattraktion in Sant Elm ist die Bucht mit ihrem kristallklaren, türkisblauen Wasser. Die Playa de Sant Elm mit einem 200 Meter langen Sandstrand am Ortseingang ist Treffpunkt für Einheimische und ideal für Familien, die einfach einen Tag am Strand verbringen möchten. Wer lieber für sich alleine ist, geht einfach von der Fußgängerzone aus eine der Treppen zum Meer hinunter und findet dort mit Sicherheit ein ruhiges Plätzchen.

LA DRAGONERA

Wo früher Piraten und Schmuggler ihre Beute versteckten, gehen heute naturliebende Besucher auf eine Entdeckungsreise. Hauptattraktion der nur 4,2 Kilometer langen und bis zu 900 Meter breiten „Dracheninsel“ vor der Westspitze Mallorcas sind die Eleonoren-Falken, die sehr seltenen Korallen-Möwen sowie die Balearischen Eidechsen. Alle 15 Minuten setzt eine Fähre von Sant Elm aus über. Die Insel lässt sich auf vier Routen erkunden. Auf der kurzen Route über Na Miranda umrundet man in 30 Minuten das Gebiet über der Anlegestelle in der Cala Lladó. Eine Stunde braucht man zum Cap de Tramuntana und zurück. Für den Weg zum Cap des Llebeig mit dem alten Wachturm sollte man zweieinhalb bis drei Stunden einplanen. Die eindrucksvollste Wanderung führt aber auf den 352 Meter hohen Puig des Far Vell.

MALLORCASWESTEN

Jede Region auf Mallorca ist etwas Besonderes, aber die Westküste strotzt geradezu vor Naturerlebnissen und Sehenswürdigkeiten. Die Meeresbrandung hat an den Abhängen des Tramuntanagebirges im Lauf der Jahrmillionen eine wahre Traumlandschaft geschaffen. Allinclusive-Hotels mit Touristenmassen sind hier so gut wie unbekannt. Lediglich nach Valldemossa, Sa Calobra und Port de Sóller strömen im Sommer viele Tagestouristen. Das Gebirge an der Westküste begeistert vor allem Wanderer, denn über mehr als 90 Kilometer erstrecken sich die schönsten Wanderwege der Insel von Sant Elm bis zum Cap de Formentor. Aber auch mit dem Auto die Küstenstraße entlangzufahren, ist ein exklusiver Genuss: Viele Serpentinen führen hinunter zum Meer in kleine einsame Buchten. Durch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Valldemossa und Deià kommen vor allem Kulturinteressierte voll auf ihre Kosten.

MA 10

Die Küstenstraße MA 10 von Andratx bis Deiá ist sicherlich die schönste Straße der Insel mit einmaliger Sonnenuntergangsromantik. Am besten plant man seinen Trip so, dass man am späten Nachmittag von Sóller oder Deiá nach Südwesten bis Estellencs oder Andratx fährt. Dann hat man den malerischen Sonnenuntergang permanent im Blick. Aber nicht zu spät starten, denn es gilt, nicht nur die Straße hinunterzupreschen, sondern sich auch Zeit für den einen oder anderen Abstecher zu den kleinen Dörfern unten am Meer zu nehmen. Trotz einiger Serpentinen lohnt es sich! Die Cala Deiá mit einem kleinen Fischrestaurant ist wirklich romantisch – allerdings im Sommer hoffnungslos überfüllt. Zwischen Deiá und Valldemossa kann man einen Kulturstopp einlegen. Im Landgut Son Marroig von Erzherzog Ludwig Salvador von Österreich, im Haus des englischen Schriftstellers Robert Graves und im Monestir de Miramar kann man die mallorquinische Geschichte hautnah erleben. Das gilt natürlich auch für Valldemossa, die Kulturhauptstadt im Westen mit der berühmten Kartause, in der das Klaviergenie Frédéric Chopin mit seiner Geliebten George Sand lebte. Vom Son Marroig aus kann man eine kurze Wanderung zu Mallorcas urigster Kneipe machen: Sa Foradada. Nur zu Fuß oder per Boot erreichbar, klebt die rustikale Kneipe an dem Felsen oberhalb einer kleinen Traumbucht. Vor dem Essen ein erfrischendes Bad nehmen und dann Paella oder Fisch und Fleisch vom Grill genießen! Auf dem Weg nach Banyalbufar lohnt sich ein Abstecher nach Esporles zu Mallorcas berühmtestem Landgut La Granja. Kaum woanders kann man die traditionelle Landwirtschaft und mallorquinische Kultur so lebendig erleben wie hier. Schon die alten Römer kannten die Quelle, die hier aus dem Fels sprudelt und diesen Landsitz in ein fruchtbares Paradies verwandelt hat.

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1: Den herrlich angelegten Garten in Sóller zu besuchen, ist für Botaniker unbedingt zu empfehlen. 2: Wer in der Nähe von Puigpunient ist, sollte einen Abstecher zur FincaGalatzo, einem alten Herrenhaus mit Kapelle, Stallungen und einer Ölpresse, unbedingt mit einplanen.

Später, zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert, nutzten die Araber das ausgezeichnete Wasser und dessen Kräfte, um mit Mühlen Korn zu mahlen und Olivenöl zu pressen. Durch den enormen Druck der 30 Meter hoch sprudelnden Felsenquelle konnten gleich mehrere Mühlen betrieben werden, was die Entstehung verschiedener Handwerke wie die Keramikherstellung, das Getreidemahlen, das Färben, den Weinanbau und das Backen ermöglichte und so den Grundstein für eine über Jahrhunderte blühende Kultur legte, wie sie auf ganz Mallorca in dieser Konzentration einmalig ist. Heute ist das Landgut ein lebendes Beispiel für die mallorquinischen Bräuche im Verlauf der Jahrhunderte.Vorbei an Tiergehegen führt nach der Kasse ein Rundgang durch die Wäscherei, Töpferei, Kerzenbrennerei, Weberei mit mechanischenWebstühlen aus dem 19. Jahrhundert und weiter in die Färberei, Tischlerei, zu den Korbflechtern und Drechslern und schließlich in die Schmiede, wo die Werkzeuge hergestellt wurden. Bemerkenswert ist auch die Sammlung von Folterinstrumenten im Verlies des Gebäudes.

SÓLLER

Startet der Ausflug von Sóller aus, sollte man für das beschauliche Gebirgsstädtchen gleich etwas mehr Zeit einplanen, denn der „Ort im Tal des Goldes“ besitzt eine lange bewegte Geschichte. Man lebte hier ursprünglich von der Produktion hochwertiger Olivenöle und Zitrusfrüchte. Orangenmarmelade aus Sóller ist heute noch – oder besser gesagt wieder – weit über die Grenzen Mallorcas hinaus bekannt und beliebt. Doch im Jahr 1860 vernichtete ein Schädling die Bäume – und Sóller verlor seinen Wohlstand und stürzte in eine tiefe Krise. Vor allem die Bauern traf dieses Schicksal und führte sie meist nach Frankreich oder ins Exil nach Lateinamerika. Nach der Überwindung der Krise kehrten jedoch viele wieder in ihre Heimat zurück und belebtenunter anderem auch die Architektur des Orts. Wer trotz der Krise hiergeblieben ist und danach dank der Entdeckung des Vitamin C wieder zu Wohlstand gelangte, hat seinen alten Stil perfektioniert: Fassaden aus Marès, elegante Toreinfahrten und Innenhöfe, kunstvolle Portale, Fensterstöcke und Schmiedeeisenarbeiten zeugen bis heute von großem Reichtum. Die Heimkehrer aus den karibischen Gefilden zeigten durch den Bau von zahlreichen Stadtpalästen im Kolonialstil, dass auch ihr Ausflug nach Übersee von Erfolg gekrönt war.Unser Tipp: Um sich die Parkplatzsuche zu ersparen, ist eine entspannteAnreise im historischen Waggon der im Jahr 1912 erbauten Bahn, dem Orangenexpress, von Palma aus empfehlenswert. Nach Port de Sóller geht es dann mit der historischen Straßenbahn weiter. So hat man auch schon die erste Sehenswürdigkeit, den angeblich ältesten Bahnhof der Welt, gleich mitbesichtigt. Er wurde im 17. Jahrhundert als Villa errichtet und später zum Empfangsgebäude umgebaut. Heute ist er mit einer Ausstellung von Werken Pablo Picassos und Joan Miró ergänzt. In Sóller angekommen sollte man sich am besten erst mal einen Drink in einem der Cafés an der Plaça de sa Constitució genehmigen und dabei den weiteren Aufenthalt planen. Da bietet sich als Erstes gleich ein Abstecher in die 1236 erbaute Kirche am Platz, San Bartolomé, an. Hier sind noch Reste romanischer Tore und Fenster sowie Befestigungsmauern aus dem 16. Jahrhundert erkennbar. Beherrschend ist aber die barocke Struktur von 1688 bis 1733 mit einem neugotischen Glockenturm. Die Fassade wurde 1904 von einem Schüler Gaudís, dem Katalanen Joan Rubió I Bellver, konzipiert. Wie auch immer man sich seine Tour zusammenstellt: Etwas Zeit für einen Bummel durch die engen Gassen mit den kleinen Geschäften sollte man schon einplanen. Vom Plaça de sa Constitució aus biegt man gleich in die Carrer de sa Lluna ein und schon ist man auf der Straße mit den meisten Läden, Galerien und Ateliers. Hier ist auch das kulturelle Highlight, das im Jahr 2009 eröffnete KunstmuseumMuseu Can Prunera, ein historischer Jugendstilbau, mit Bildern und Skulpturen mallorquinischer und internationaler Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts sowie mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Maler zu finden. Am östlichen Ortsende von Sóller, an der Straße nach Biniaraix, stellt seit über 400 Jahren die Familie von Tomeu Deya erstklassiges Olivenöl her. Die Olivenpresse befindet sich schon seit dem Jahr 1561 in Familienbesitz – viel hat sich seitdemnicht verändert, denn bis auf die Fliesen in der Tafona ist fast alles noch urtümlich und traditionell. Nur der Esel, der die großen Steine der Mühle in Bewegung setzte, wurde durch einen Motor ersetzt und eine moderne Zentrifuge wurde angeschafft. Während der Besichtigung des alten Herrenhauses sieht man die Ölmanufaktur mit alten Maschinen und erfährt viel Interessantes über die Herstellung des Öls. Dazu gibt es eine mallorquinische Brotzeit und anschließend einen Rundgang durch die Orangen- und Olivenplantagen in Biniaraix mit weitem Blick über das Tal von Sóller. Tomeu, der Besitzer der Mühle, spricht sehr gut Deutsch und begleitet die Touren meist höchstpersönlich.

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3: Auf dem Landgut Son Marroig kann man im ehemaligen Haus des englischen Schriftstellers Robert Graves mallorquinische Geschichte hautnah erleben.

PORT DE SÓLLER

Durch die von hohen Bergen umschlossene Lage war Sóllers einzige Verbindung zur Außenwelt lange Zeit nur der Hafen von Sóller. Von hier aus wurden Orangen und Olivenöl bis nach Frankreich verschifft. Im Jahr 1912 wurde mit dem „Roten Blitz“ eine Landanbindung nach Palma und erst im Jahr 1995 mit dem Tunnel eine Alternative für Autos geschaffen. Heute ist Port de Sóller vor allem ein Laufsteg zum Promenieren an den Restaurants am Hafen entlang und Ausgangspunkt für Bootstouren zur Sa Calobra oder zur ruhigeren Cala Tuent. Mallorcas meistbesuchte Touristenattraktion Sa Calobra kann man in der Nebensaison auch ohne Massentrubel genießen und die Cala Tuent ist selbst im August nur wenig besucht. Wenn es nur um ein erfrischendes Bad geht, kann man auch in Port de Sóller ins Wasser springen. Der Strand erstreckt sich fast über die gesamte Bucht. Sóller und Port de Sóller sind auch eine perfekte Ausgangsbasis für herrliche Wanderungen – an Oliven- und Orangenhainen vorbei und immer mit sensationellen Ausblicken auf das Meer und das Tramuntanagebirge. Eine Wanderroute geht zum Beispiel vom Mirador de Ses Barques aus in gut vier Stunden bis zur Cala Tuent an der Westküste – und mit dem Boot fährt man um 16.30 Uhr wieder zurück. Wer zu spät kommt, der muss am Strand übernachten, denn auch das Lokal über der Bucht schließt um 17 Uhr und dann gibt es kein Zurück mehr. Oder man wandert vom Hafen über den Leuchtturm zum Fincahotel Son Bleda und weiter nach Sóller.

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1: Der Beachclub in der Cala Lamp, gleich eine Bucht hinter Port d’Andratx, soll vor vielen Jahren von Charles Aznavour gegründet worden sein. 2: Valldemossa ist eine kulturelle Perle im Westen Mallorcas. Hier lebte das Klaviergenie Frédéric Chopin mit seiner Geliebten George Sand.

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3: Vom Son Marroig aus kann man eine kurze Wanderung zu Mallorcas urigster Kneipe machen – Sa Foradada. 4: Die Designmarina Port Adriano mit Liegeplätzen für Yachten und Superyachten mit einer Länge von bis zu 80 Metern wurde von Stararchitekt Philippe Starck entworfen.

EINE SCHÖNHEIT NAMENS FORNALUTX

Der herausgeputzte 700-Einwohner-Ort nördlich von Sóller auf der Route nach Pollença hat bereits zwei Schönheitspreise gewonnen und ist auch der einzige Ort auf Mallorca, in dem noch um den 8. September herum das Fest „Correbou“ gefeiert wird, bei dem nach einem bis in die Frühzeit zurückreichenden Brauch den Göttern ein Stier geopfertwird. Das Tier wird von einer jungen Frau mit einem Blumenkranz geschmückt, um anschließend durch den Ort getrieben zu werden. Am Ende wird das arme Vieh geschlachtet und das Fleisch unter den Spendern des Stiers aufgeteilt. Das restliche Jahr hingegen geht es in dem Bergdorf recht gemütlich zu. Auf den Terrassen der Bars am Dorfplatz kann man sich unter schattigen Bäumen vom Dorfbummel durch die engen Gassen mit den hübschen Natursteinhäusern gut erholen und das Treiben rundherum beobachten.

SA CALOBRA

Sa Calobra ist nur mit dem Boot von Port de Sóller oder über die Serpentinenstraße von Sóller aus zu erreichen. Im Sommer muss man immer wieder Bussen und Radlern auf der engen Straße ausweichen. Vom Parkplatz aus kommt man zuerst an den Ausflugslokalen vorbei zu der Traumbucht mit ihrem türkisblauen Wasser. Hier trifft man viele andere Strandfans. Über einen kleinen Fußgängertunnel erreicht man die Flussmündung des Torrent de Pareis mit einem schmalen Kiesstrand vor hoch aufragenden Felsen. Von hier aus starten auch die Wanderungen in die Schlucht. Das Baden zwischen den steilen Felsklippen ist wirklich ein tolles Erlebnis.

KLOSTER LLUC

Nach einigen Serpentinen passieren Urlauber zuerst den Stausee Cúber und danach den Stausee Gorg Blau. Beide Seen liegen in der reizvollen Umgebung am Fuß von Mallorcas höchstem Berg, dem 1447 Meter hohen Puig Major. Seit über 400 Jahren bekommen Pilger im Kloster Luc, das im Herzen des Tramuntanagebirges liegt, ein warmes Essen und ein Bett. Heute sind es meist Ausflügler, Radler und müde Wanderer, die sich hier stärken und gerne auch mal in einer der Klosterzellen übernachten, um das historische Flair aufzusaugen. Schon kurz nach der Eroberung Mallorcas durch König Jaume I. Anfang des 13. Jahrhunderts errichteten Templer für die Heilige Jungfraueinen Altar in den Bergen von Lluc. Die bescheidene Kapelle wurde rasch zur Pilgerstätte und im 17. Jahrhundert entstand die barocke Basilika. Seither kamen eine moderne Pilgerherberge, das Gasthaus Sa Fonda, ein Museum und auch ein Zeltplatz hinzu.

MALLORCAS NORDEN

Mallorcas Norden ist so vielfältig wie die Insel selbst. Zwischen Port de Pollença im Westen und Colònia de Sant Pere im Osten liegen weitläufige Sandstrände und kleine Badebuchten. Die majestätische Steilküste mit kahlen, steil ins Meer abfallenden Felsbergen beeindruckt sowohl vom Meer aus als auch bei Wanderungen entlang der Küste. Im Inselinneren bestimmen fruchtbare Felder und ein 1700 Hektar großes Sumpfgebiet das Landschaftsbild. Das Cap de Formentor sowie die bergige Halbinsel La Victòria bei Alcúdia eignen sich hervorragend für Wandertouren. Und in den alten Städtchen Pollença und Alcúdia entdeckt man neben viel Kunst und Geschichte auch moderne Restaurants, Hotels und Boutiquen. Lebhaft geht es in den Urlaubsorten Port de Pollença, Port d’Alcúdia und Ca’n Picafort zu.

MALLORCAS OSTEN

Eine Bucht reiht sich hier an die nächste zwischen Cala Ratjada und Cap de Ses Salines. Entlang der Küste wechseln sich alte Fischerhäfen wie Porto Cristo und Portocolom mit lebhaften Ferienorten wie Cala Ratjada, Cala Millor, Cales de Mallorca und Cala d’Or ab. Im Hinterland bietet der Gebirgszug Serres de Llevant mit bis zu 500 Metern hohen Gipfeln eine fantastische Aussicht über die Insel. Viele Urlauber zieht es auch wegen der spektakulären Tropfsteinhöhlen in den Osten der Insel: Die Cuevas del Drach und die Cuevas del Hams bei Porto Cristo sowie die Cuevas de Artà sind ebenso beliebte Ausflugsziele wie die Burgen und Klöster.

MALLORCAS SÜDEN

Die Küste zwischen Cap de Ses Salines und Palma gehört zu der Region Migjorn. Flache Abschnitte wechseln sich mit der imposanten Steilküste ab. Dazwischen liegen zahlreiche schöne Badebuchten wie der über fünf Kilometer lange Es Trenc. Der Ferienort Colònia de Sant Jordi hat Zugang zu gleich mehreren Naturstränden, im Hafen legen Ausflugsboote zu den Cabrera-Inseln ab. Umgeben von weiten Feldern, antiken Windmühlen und alten Steinmauern zeigt Mallorca hier noch seine unverbaute, ländliche Seite – und auch in den Orten Llucmajor, Campos, Felanitx und Ses Salines ist das Leben hier im Süden noch sehr ursprünglich.

MALLORCAS MITTE

Die Inselmitte nennen die Mallorquiner „Es Plá“ – „die Ebene“– und meinen damit das fruchtbare Dreieck zwischen Santa Maria del Camí, Inca und Porreres. Mit ihren Feldern, Gemüse- und Weingärten gilt sie noch immer als die Kornkammer Mallorcas, auch wenn mancheBauern im Neben- oder Hauptberuf inzwischen Hotelier sind und ihre Finca zu einem Agriturismo ausgebaut haben. Nirgendwo lernen Urlauber das ursprüngliche Landleben besser kennen als auf so einem rustikalen Bauernhof – idealerweise mit Pool, guter Küche und Familienanschluss. Von hier aus erkundet man die ursprünglichen Dörfer im Inselinneren, besucht traditionelle Bars und Restaurants und entdeckt die Handwerkskunst.

PALMA

Nirgendwo auf der Insel sind Gegenwart und Vergangenheit so eng miteinander verknüpft wie in Palma. In den Gassen der Altstadt ist das Flair der maurischen Herrschaft (von 903 bis 1229) bis heute noch spürbar. Dazwischen laden die Boutiquen internationaler Modelabels am Paseo del Borne zum Shoppingmarathon ein. In den engen Gassen rundherum wechseln sich kleine, kreative Läden und Restaurants mit herrschaftlichen Palästen, Kirchen und Museen ab. Aktuell leben in Palma knapp 500 000 Menschen – fast die Hälfte aller Einwohner Mallorcas. Kein Wunder, dass sich die Stadt immer wieder neu erfindet. Hier gibt es einfach alles: schicke Szene und lässige Gemütlichkeit, edle Designer- und alte Kramerläden, herrlich altmodische Cafés und modern gestylte Restaurants.

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1: Wer auf Mallorca seinen Urlaub verbringt, darf keinesfalls ohne einen Besuch des herrlich gelegenen Deià wieder in den Flieger steigen. 2: Der nur 700 Einwohner zählende Ort Fornalutx ist der einzige Ort auf Mallorca, in dem noch das Fest „Correbou“ gefeiert wird.