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TEST After-Sun-Produkte : Cool down!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2010 vom 09.08.2010

Eine gute Pflege hilft der Haut, sich von den Strapazen eines Sonnenbades zu erholen. Doch viele After-Sun-Produkte setzen der Haut eher zu.


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Endlich Urlaub! Das größte Chaos im Büro hat sich gelichtet, die wichtigsten Dinge sind erledigt, jetzt kann die Erholung beginnen. Natürlich ist es wie immer. Schon übermorgen geht’s ab in den Süden und wieder einmal sind die Koffer noch nicht gepackt. Immerhin, die Lieblingsklamotten liegen schon frisch gewaschen parat und eine vage Idee davon, welche fünf Paar Schuhe mitkommen dürfen, haben wir auch schon.

Doch wie sieht es mit dem ...

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... Kosmetiktäschchen aus? Make-up und Lippenstift sind kein Problem. Das eigene Shampoo wiegt zwar schwer, doch bei Anwendung der Allin-One Hotelwaschlotion lassen sich unsere Haare schon nach drei Tagen nicht mehr durchkämmen. Die große Flasche Sonnencreme ist eine Selbstverständlichkeit. Doch was ist mit der Pfl ege danach? Sollen wir das Urlaubsgepäck auch noch mit einer After-Sun-Lotion belasten oder will uns die Industrie hier wieder einmal mit einem überfl üssigen Produkt das Geld aus der Tasche ziehen?

Sonne bedeutet Stress für die Haut. Deshalb tut eine Extraportion Pfl ege im Sommerurlaub besonders gut. Joachim Christ, Hautarzt aus Bonn, sagt: „Die meisten Menschen stellen fest, dass die Haut nach dem Sonnenbaden sehr trocken ist. Das kann man ausgleichen, indem man ihr Fett und Feuchtigkeit zuführt. Natürlich wäre es gut, die Haut so sanft und langsam an die Sonne zu gewöhnen, dass sie keine Veränderungen zeigt, aber in der Realität klappt das nicht immer.“ Wer also noch ein Plätzchen im Koffer fi ndet, der kann gerne ein Pfl egeprodukt zum Verwöhnen einpacken. Eine spezielle After-Sun-Pfl ege muss nicht sein, es spricht aber auch nichts dagegen, wenn die ausgewählte Marke frei von bedenklichen und umstrittenen Stoffen ist.

Der Markt bietet After-Sun-Produkte in Hülle und Fülle. Es gibt kühlende, erfrischende Gele und Fluids ohne Fette und Öle sowie pfl egende Lotionen. Im Unterschied zu herkömmlichen Körperlotionen sind After-Sun-Lotionen meist dünnfl üssiger und leichter und enthalten weniger reichhaltige Öle. Sie lassen sich sehr gut verteilen und haben eine kühlende, erfrischende Wirkung. In etlichen Lotionen steckt ein hoher Anteil Alkohol, der schnell verdunstet und dabei einen kühlenden Effekt erzeugt. Auch das enthaltene verdunstende Wasser kühlt. Viele Marken enthalten Glycerin, das Feuchtigkeit bindet und die Haut feucht und geschmeidig hält.


Kühlen und Pflegen, das ist die Hauptwirkung von After-Sun-Produkten


Dazu kommen Stoffe, die der Haut guttun sollen. Aloe vera wirkt hautberuhigend, Hamamelisextrakt hat in entsprechend hoher Konzentration eine lindernde Wirkung bei Son nenbrand gezeigt, Dexpanthenol gilt als entzündungshemmend. Einige Produkte werben mit Vitamin E. Es soll freie Radikale in Schach halten und der Hautalterung vorbeugen. Gerade bei Produkten, die im Zusammenhang mit Sonne angewendet werden, rufen solche Versprechungen hohe Erwartungen hervor. Denn die UV-Strahlen, die auf die Haut treffen, führen zur Bildung von reaktiven Sauerstoffverbindungen, also freien Radikalen, die die Hautzellen zerstören und für die Hautalterung mitverantwortlich sind. Vitamin E trägt zum Schutz der Zellen bei. Doch leider ist Vitamin E kein Wundermittel. Professor Hans Christian Korting von der Dermatologischen Klinik der Universität München hat intensiv zu Vitamim E geforscht und erläutert: „Vitamin E ist ein sehr gut untersuchter Inhaltsstoff in Kosmetika. Leider haben sich viele Hoffnungen, die man in den Stoff gesetzt hat, bei gründlicher Betrachtung nicht bestätigt.“

Bei unserem Test haben wir uns auf Stoffe konzentriert, die der Haut nicht guttun. Dazu hat ÖKO-TEST 19 After-Sun-Präparate aus der Drogerie, Parfümerie, Apotheke und dem Naturwarenladen in die Labore geschickt und auf bedenkliche und umstrittene Substanzen testen lassen.

Das Testergebnis

■ Sonnenbelastete Haut braucht schadstofffreie Pfl ege. Die gute Nachricht: Knapp die Hälfte der Produkte schneidet mit der Bestnote „sehr gut“ ab, ein Produkt ist „gut“. Allerdings fi ndet sich auch gut ein Drittel mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ auf den hinteren Rängen, zwei Marken schaffen ein „ausreichend“.
■ Die „ungenügenden“ Marken weisen einen wahren Cocktail an bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen auf. So enthalten drei Marken als Duftstoffe polyzyklische Moschus-Verbindungen. Diese Verbindungen lassen sich in der Muttermilch nachweisen, sie können hormonähnliche Wirkungen haben und gelten als umweltgefährlich. In Gewässern kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Problemstoffen kommen. Auch Duftstoffe, die Allergien auslösen können, haben in Produkten für sonnenstrapazierte Haut nichts verloren, drei After-Sun-Lotionen kommen nicht ohne aus. Elf Marken enthalten weitere Duftstoffe, die zwar als Allergene bekannt sind und die wir deshalb in der Tabelle nennen. Sie lösen aber so selten Allergien aus, dass wir diese Stoffe nicht abwerten. Lediglich in zwei Marken wird komplett auf Duftstoffe verzichtet, das parfümfreieLadival Pfl ege und Regeneration Après Aktiv Fluid schließt sogar mit dem Gesamturteil „sehr gut“ ab.


Der problematische Bakterienkiller Triclosan hat in Kosmetika nichts verloren


■ DasAhava Mineral Suncare Aftersun Rehydrating Balm Body & Face enthält den aggressiven Bakterienkiller Triclosan. Diese halogenorganische Verbindung greift in die Enzymaktivität der Leber ein und steht im Verdacht, die Resistenzen von Bakterien, auch gegen Antibiotika, zu fördern. Zurzeit wird der Einsatz auf EU-Ebene diskutiert. Anfang 2009 hat das Beratungskomitee der Europäischen Kommission erklärt, der derzeit erlaubte Einsatz in Kometika in einer Konzentration von 0,3 Prozent sei nicht sicher. Wenn man alle möglichen Einsatzgebiete und Produktarten zusammennehme, werde der Sicherheitsabstand zu der im Tierversuch schädlichen Dosis zu klein. Der Einsatz etwa in Zahncremes sei zwar in Ordnung, nicht aber der zusätzliche Einsatz in Körperlotionen und anderen Produkten. Für eine abschließende Bewertung müsse aber auch noch die Frage der Resistenzen geklärt werden. Im März 2010 folgte nun eine vorläufi ge EU-Stellungnahme zu dieser Frage – ohne klare Aussage. Die Daten reichten nicht aus, um zu sagen, ob der andauernde Einsatz von Triclosan etwas mit der Resistenzenbildung zu tun hätte, so das Fazit. Aus Sicht des Verbraucherschutzes ist dieser Eiertanz schlicht ärgerlich. Auf Triclosan in Kosmetika kann komplett verzichtet werden.

■ In derAhava Mineral Suncare Aftersun Rehydrating Balm Body & Face stecken zudem zwei weitere halogenorganische Konservierungsmittel, auch dieAmbre Solaire Delial Après Pfl egende Feuchtigkeitsmilch enthält einen halogenorganischen Konservierungsstoff. Viele halogenorganische Verbindungen lösen Allergien aus.
■ Zehn Produkte enthalten Paraffi ne/Erdölprodukte/ Silikone, die meisten davon Silikone. Silikone geben ein gutes Hautgefühl und sorgen dafür, dass sich die Lotionen ganz leicht verteilen lassen. Bei Produkten, die auf möglicherweise strapazierter Haut verteilt werden sollen, ist das zwar ein technischer Vorteil. Zur Hautpfl ege tragen diese Stoffe aber nichts bei, im Unterschied zu natürlichen Ölen und Fetten, die sich gut ins Gleichgewicht der Haut integrieren.


Silikone bieten technische Vorteile – aber natürliche Öle und Fette pflegen besser


■ DieLancôme Sôleil Reconfort After Sun Milk ist mit dem Selbstbräunerwirkstoff Dihydroxyacetone ausgestattet. Leider erfährt man von der selbstbräunenden Wirkung nur im Kleingedruckten: „Die leicht selbstbräunende Wirkung verlängert Ihre Urlaubsbräune“, heißt es. Dort werden auch Anwendungshinweise gegeben:
„Rückstände an Haaransatz und Augenbrauen (…) entfernen. Die Hände gut waschen.“ Wer nur auf die Auslobung auf der Vorderseite achtet, macht eventuell unschöne Erfahrungen mit dem Produkt, weil Selbstbräuner bei falscher Anwendung Flecken verursachen können.
Positiv zu bemerken: Das beauftragte Labor hat in dieser After-Sun-Milk keine Formaldehyd/-abspalter gefunden. Diese können sich aus dem Wirkstoff Dihydroxyacetone bilden, etwa wenn das Produkt zu lange oder zu warm gelagert wurde.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.
Anmerkungen: 1) Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Laut Anbieter handelt es sich bei dem getesteten Produkt um eine alte Version des Artikels. Derzeit befänden sich nur noch Restbestände im Handel. Das neue Produkt mit veränderter Rezeptur sei erkennbar an der
Aufschrift: „mit Vitamin E, kühlt & erfrischt, 24 h Feuchtigkeit“. 3) Enthält den Selbstbräunerwirkstoff Dihydroxyacetone. 4) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 5) Der weitere Duftstoff Citral wurde im Labor analysiert, ist aber auf der Verpackung nicht deklariert. 6) Der weitere Duftstoff Geraniol ist auf der Verpackung deklariert, wurde im Labor aber nicht analysiert. 7) Die weiteren Duftstoffe Citronellol und Geraniol wurden im Labor analysiert, sind aber auf der Verpackung nicht deklariert.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Zur Abwertung um vier Noten führt: Triclosan. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) weitere halogenorganische Verbindungen (außer Triclosan), wenn nicht bereits Triclosan zur Abwertung geführt hat; b) PEG/PEG-Derivate; c) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen; d) dekla- rationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Cinnamal, Isoeugenol, Eichenmoos, Baummoos). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als ein Prozent Paraffine/paraffinähnliche Erdölprodukte und/oder apolare Silikonverbindungen; b) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Lyral, Cinnamylalkohol, Hydroxycitronellal), falls nicht schon wegen deklarationspflichtiger Allergien auslösender Duftstoffe um zwei Noten abgewertet wurde; c) mehr als 10 mg/kg Diethylphthalat. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.

Was tun bei Sonnenbrand

Foto: ingram

Besser es passiert erst gar nicht. Deshalb die Haut langsam an die Sonne gewöhnen, Mittagssonne meiden, öfter mal ein T-Shirt überziehen und ein gutes Sonnenschutzmittel verwenden. Wenn die Haut dennoch brennt, hilft nur eins: sofort raus aus der Sonne. Haut mit fließendem kalten Wasser und feuchten Umschlägen kühlen. Altbewährte Hausmittel sind Umschläge mit Quark, Joghurt oder Buttermilch. Ein kühlendes Gel bringt ebenso Erleichterung. Viel trinken. Bei großflächigem Sonnenbrand, Blasen oder Begleiterscheinungen wie Schüttelfrost Arzt aufsuchen. So traurig das im Sommerurlaub sein mag: Die geschädigte Haut darf keinesfalls wieder in die Sonne! Haut mindestens eine Woche, bis alles gut abgeheilt ist, nicht der Sonne aussetzen.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden: Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. Diethylphthalat/Duftstoffe, die Allergien auslösen können/weitere Duftstoffe/Moschus-Ver bindungen/Cashmeran:

Extraktion mit TBME, GC/MS. Paraffine/Erd öl produkte/apolare Silikonverbindungen: Laut Deklaration und/oder HPLC/RI. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse. Steht bei Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Nachweisgrenze“ der jeweiligen Testmethode.
Einkauf der Testprodukte: März bis April 2010.
Anbieterverzeichnis: siehe www.oekotest.de