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TEST Antifaltencremes: Fettnäpfchen


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 93/2010 vom 17.06.2010

Cremes mit Anti-Agingoder Antifaltenwirkung können keine Wunder vollbringen. Sie polstern bestenfalls Haut und Fältchen kurzzeitig etwas auf. Leider enthalten viele obendrein problematische Inhaltsstoffe. Doch acht Cremes sind „sehr gut“.


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Eines ist sicher: Gäbe es eine Creme, die Falten zum Verschwinden brächte, dann würden sich nicht immer mehr Frauen mit dickem Geldbeutel gewappnet in den Wartezimmern von Dermatologen versammeln. Faltenunterspritzung heißt das Zauberwort: Mit dem Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox, das die Gesichtsmuskeln lähmt. Oder mit Stoffen, die die Haut ...

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Eines ist sicher: Gäbe es eine Creme, die Falten zum Verschwinden brächte, dann würden sich nicht immer mehr Frauen mit dickem Geldbeutel gewappnet in den Wartezimmern von Dermatologen versammeln. Faltenunterspritzung heißt das Zauberwort: Mit dem Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox, das die Gesichtsmuskeln lähmt. Oder mit Stoffen, die die Haut aufpolstern, wie künstlich hergestellte Hyaloronsäure, Kollagen aus Rinder- oder Schweinesehnen, Milchsäure, Eigenfett oder Plasmagel. Wenn die Spritze nicht optimal gesetzt wird, wirkt das Gesicht entstellt. Bei manchen Stoffen wie Kollagen können Unverträglichkeiten auftreten.

Was eine Faltenunterspritzung kann, leistet eine Creme niemals. Dennoch werden ständig neue Wirkstoffe von der Kosmetikindustrie angepriesen. Viel geredet wird etwa von Peptiden. Angeblich können diese Ketten von Aminosäuren heute so konzipiert werden, dass sie dort ankommen, wo sie wirken sollen. Einen ähnlichen Effekt wie mit Botox wollen die Hersteller mit Argireline erreichen: Es soll die Anspannung von Hautfasern hemmen. Ein anderes Peptid wiederum, als Matrixil bekannt, soll das Bindegewebe stimulieren.

Ergänzt werden die Rezepturen meist mit feuchtigkeitsbindenden und aufpolsternden Stoffen wie die schon legendäre Hyaloronsäure, die als recht verträglich gilt. Auch Phytohormone, zum Beispiel aus Sojaextrakten, sollen den Stoffwechsel der reifen Haut unterstützen und die Bildung kollagener und elastischer Fasern anregen. Kosmetikexperte Dr. Tilmann Reuther vom Studiengang Kosmetikwissenschaften der Universität Hamburg sieht dagegen Vitamine als wirkungsvolle Waffe. „Vitamin A und Vitamin C haben eine sehr komplexe Wirkung auf die Haut. Sie fördern die Kollagenbildung und reduzieren den Kollagenabbau.“

Den Beweis, dass Antifalten- oder Anti-Aging-Produkte mehr als normale Gesichtscremes können, bleiben die Hersteller allerdings nach wie vor schuldig. Tatsächlich haben wohl einige Wirkstoffe im Laborversuch eine Wirkung gezeigt; aber ob die fertige Creme auf das komplexe System der Haut wirken kann, ist nicht bewiesen.

Wenn die Cremes schon nicht gegen das Altern helfen, sollten sie zumindest hochwertige Inhaltsstoffe enthalten, die sich nicht nachteilig auf Haut und Gesundheit auswirken. ÖKOTEST hat 23 Tagescremes eingekauft, die mit „Anti-Aging“ oder „Anti-Falten“ deklariert sind, und sie in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

■ Mehr als ein Drittel der Produkte steht am Ende der Notenskala, darunter auch hochpreisige Marken. Dem stehen acht Cremes mit der Gesamtnote „sehr gut“ gegenüber.
■ DieEucerin Anti-Age Dermo Densifyer Tagespflege von Beiersdorf und dieMarbert Anti-Age Care Profutura Cream Dry Skin enthalten Formaldehyd/-abspalter. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der Schleimhäute reizen und Allergien auslösen kann.
■ Zwei Marken enthalten einen Duftstoff, der Allergien auslösen kann. Noch kritischer sehen wir die fünf Cremes, in denen polyzyklische Moschus-Verbindungen eingesetzt werden, da sie sich im Fettgewebe und in der Muttermilch anreichern.
■ Sieben Cremes enthalten bedenkliche UV-Filter, die in Verdacht geraten sind, wie Hormone zu wirken. Sonnenlicht ist in der Tat am Alterungsprozess der Haut beteiligt. Dennoch empfiehlt ÖKO-TEST spezielle Sonnencremes zum Schutz gegen UV-Strahlen.

Unsere Empfehlungen

■ Mehrausgaben für eine Anti-Agingoder Antifaltencreme lohnen sich nicht. Eine gute Pflegecreme erfüllt denselben Zweck. Bei trockener, reifer Haut empfiehlt sich eine reichhaltige Creme, junge Haut kommt mit einer guten Feuchtigkeitspflege aus.
■ Frauen mit empfindlicher Haut sollten Pflegeprodukte mit Duftstoffen eher meiden – die getesteten Anti-Aging-Cremes sind jedoch alle parfümhaltig.
■ Zwei bis drei Liter Wasser täglich sorgen auch für Flüssigkeitsnachschub in der Haut und verzögern den Austrocknungsprozess.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar:
Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 160.Anmerkungen: 1) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Umkarton, der kein Glas schützt. 3) Diethylphthalat. 4) Enthält den UV-Filter Ethylhexyl-Methoxycinnamate. 5) Enthält den UVFilter Octocrylene. 6) Formaldehyd/-abspalter. 7) Polyzyklische Moschus-Verbindungen. 8) Paraffine/ Erdölprodukte/Silikone. 9) PEG/PEG-Derivate. 10) Lyral. 11) Hydroxycitronellal. 12) Halogenorganische Verbindungen.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Zur Abwertung um vier Noten führen: Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) PEG/PEG-Derivate; c) bedenkliche UV-Filter (Ethylhexyl-Methoxycinnamate); d) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Lyral, Hydroxycitronellal, Cinnamylalkohol); b) bedenkliche UV-Filter (Octocrylene); c) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg Diethylphthalat; d) mehr als ein Prozent Paraffine/paraffinähnliche Erdölprodukte und/oder apolare Silikonverbindungen. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung; b) Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden:
Formaldehyd/-abspalter: Laut Deklaration und/oder saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Reinigung der Proben mit Kieselgel; Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Diethylphthalat/Moschus-Verbindungen/Duftstoffe, die Allergien auslösen können: Extraktion mit TBME, GC-MS. Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen: Laut Deklaration und/oder HPLC/ RI. PVC/ PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Vorab veröffentlicht:
ÖKO-TEST-Magazin 9/2009. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKOTEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.Anbieterverzeichnis: siehe Seite 158.
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