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TEST Apfelschorle: Oh, wie süß!


ÖKO-TEST Spezial Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 5/2014 vom 02.05.2014

Apfelschorle ist beliebt. Was viele nicht wissen: Die fertig gemischten Schorlen enthalten jede Menge Fruchtzucker, umgerechnet wären das bis zu elf Stücke Würfelzucker pro halbem Liter. Am besten mixt man sich das Getränk daher selbst.


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Foto: Nicoleta Ionescu /Shutterstock

Eine Apfelsaftschorle ist normalerweise schnell gemixt: Einen guten Schuss Apfelsaft in ein Glas geben, Mineral wasser drauf – fertig. Noch einfacher geht es mit Fertigschorle aus dem Supermarkt. Einfach die Flasche öffnen – und das Getränk genießen. Damit nicht genug: Apfelsaftschorle gilt auch als gesund, erfrischend und als nicht so ...

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... süß wie Cola oder Limo.

Wir wollten wissen, wie es um die Qualität handelsüblicher Apfelsaftschorle bestellt ist, und haben eingekauft: 21 Produkte, darunter fünf Bio-Marken sowie vier Schorlen mit Apfeldirektsaft. Im Labor ließen wir die Aromenqualität prüfen und den Zuckergehalt messen. Außerdem hat uns interessiert, woher die in den Testprodukten verarbeiteten Äpfel denn eigentlich stammen.

An apple a day… Am gesündesten ist Obst, wenn man es isst. Anders als bei der Fertigapfelschorle weiß man dann auch, dass wirklich nur Obst drin ist.


Foto: Lena S /Shutterstock

Das Testergebnis

■ Zwei Bio-Schorlen sind „sehr gut“, und auch viele Marken der Supermärkte und Discounter schneiden mit „gut“ ab – sie verhagelten sich aber ein „sehr gutes“ Test ergebnis dadurch, dass sie in Einwegflaschen verkauft werden. Schlechte Noten kassieren überraschenderweise große Namen, allen voran Apollinaris und Carolinen. Die wichtigsten Kritikpunkte: zugesetztes Aroma, ein nicht deklariertes Mittel gegen Keime sowie Zitronensaft, der den Geschmack ausgleichen soll.
■ In sechs Apfelschorlen wurde der Einsatz von Dimethyldicarbonat (DMDC) nachgewiesen – auf dem Etikett davon keine Spur. Das ist erlaubt, da der Stoff innerhalb weniger Stunden zerfällt und somit im Getränk nicht mehr enthalten ist. DMDC ist jedoch äußerst reaktiv und baut nicht nur Keime ab, sondern führt auch zu zahlreichen Nebenreaktionen mit den Inhaltsstoffen der Schorlen. Das gilt zwar nach allem, was man weiß, als gesundheitlich unbedenklich, der Verbraucher sollte aber wenigstens wissen, was er kauft.
■ Drei Produkte aus Apfelsaftkonzen trat haben mit dem Aromenmuster eines durchschnittlichen Apfeldirektsafts – der als Vergleich dient – nur wenig gemein, da die Aromen nicht ausreichend wiederhergestellt wurden. Die Firmen Apollinaris und Mineralquellen-Wüllner (Carolinen Apfel Schorle) setzen sogar noch eins drauf und peppen ihre Produkte mit zugesetzten Aromen auf. Diese als „natürliche Aromen“ deklarierten Komponenten sollen die Getränke frischer und fruchtiger machen.
■ Vier Produkte enthalten Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat und ein weiteres ausschließlich Zitronensaftkonzentrat. Auch das soll der im Laufe der Zeit nachlassenden Frische auf die Sprünge helfen. In keinem Produkt konnten jedoch die charakteristischen Aromastoffe von Zitronen nachgewiesen werden. Das heißt, es ging den Herstellern gar nicht um den Saft, sondern um die Zitronensäure. Diese hätten sie ebenso gut als Säuerungsmittel E 330 zusetzen können – was sich aber weniger „natürlich“ anhört.
■ Die untersuchten Apfelschorlen enthalten zwischen 24 und gut 33 Gramm Zucker pro Halbliterflasche, das entspricht rund acht bis elf Stücken Würfelzucker. Dennoch: Weil es sich bei den Schorlen um fruchteigenen Zucker aus dem Apfelsaft handelt, werten wir nicht ab.
■ Kaum ein Hersteller wollte auf unsere Anfrage nach den verarbeiteten Äpfeln konkret antworten. Licht ins Dunkel brachten unter den konventionellen Herstellern lediglich Hassia, Lidl und Edeka, wobei nur Lidl einen geringen Anteil an chinesischer Ware ausweist. Immer noch besser, als verschwommen zu antworten. Die Schorlen von Adelholzener, Alnatura, Voelkel, Ensinger und Romina-Mineralbrunnen wurden überwiegend aus deutschen Äpfeln hergestellt.
■ Die meisten Getränke stecken in PET-Einwegflaschen, deren Öko-Bilanz gegenüber Mehrweg deutlich abfällt.

Fett gedruckt sind Mängel.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 142.
Glossar: siehe Seite 144.
Anmerkungen: 1) Die Preisberechnung bezieht sich auf eine Ein-Liter-Flasche. 2) Die Preisberechnung bezieht sich auf einen Sechserpack mit 500-Milliliter-Flaschen. 3) Apfelsaftaroma nur teilweise wiederhergestellt. 4) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel. 5) Laut Anbieter und Deklaration ist das Produkt als Fruchtnektar eingestuft, der nicht der Pfandpflicht unterliegt. Bei der Verpackung handelt es sich dennoch um PET-Einweg. 6) Apfelsaftaroma kaum wiederhergestellt. 7) Laut Anbieter wurde das Produkt bei gleicher Rezeptur auf die Eigenmarke Rewe Beste Wahl umgestellt. 8) Laut Anbieter soll das Produkt auch im Glas-Mehrweggebinde in den Verkehr gebracht werden. 9) Laut Anbieter wird das Produkt auch in Mehrwegglasflaschen und PET-Cycle-Flaschen angeboten. Der Glas-Mehrweganteil habe 2012 bei rund 60 Prozent gelegen. In einer Mehrwegflasche wäre das Produkt im Gesamturteil „gut“. 10) Laut Anbieter wurde die PET-Flasche zu 50 Prozent aus recyceltem PET-Material hergestellt, das im Rahmen eines Lidl-eigenen Recyclingkreislaufs gewonnen wurde. 11) Nicht deklariertes Entkeimungsmittel. 12) Die Preisberechnung bezieht sich auf einen Vierer pack mit 500-Milliliter-Flaschen. 13) Zitronensaft/-konzentrat als Säuerungsmittel. 14) Aroma zugesetzt. 15) Weiterer Mangel: PET-Einweg oder PET-Cycle.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Aroma zugesetzt; b) bei einer Apfelschorle mit Apfelsaft aus Konzentrat: ein kaum wiederhergestelltes Apfelsaftaroma. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) bei einer Apfelschorle mit Apfelsaft aus Konzentrat: ein nur teilweise wiederhergestelltes Apfelsaftaroma; b) Zitronensaft aus Konzentrat bzw. Zitronensaftkonzentrat, wenn der Einsatz als Säuerungsmittel im Vordergrund steht; c) nicht deklarationspflichtiges Kaltentkeimungsmittel Dimethyldicarbonat. Unter dem Test ergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: PET-Einweg- oder PET-Cycle-Flasche. Zur Abwertung um eine Note führt: PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden: siehe www.oekotest.de → Suchen → „T1405“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 4/2013. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Apfelschorlen mit Direktsäften sind besonders zu empfehlen, da sie in der Regel aus der Region bezogen werden. Das spart Transportwege. Die „sehr guten“ Bio-Produkte von Adelholzener und Voelkel profitieren zudem von der Mehrwegflasche.
■ Je höher der Fruchtanteil, desto höher ist oft auch der Gehalt an fruchteigenem Zucker. 500 Milliliter der Apfelschorlen im Test enthalten oft zehn Stück Würfelzucker und mehr! Besser mixt man sich die Apfelschorle selbst – aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser.
■ Wenn Sie die Schorle selbst mixen, haben Sie auch die Qualität selbst in der Hand: Konservierungsstoffe, Aromen, Zitronensäure – das alles ist nicht nötig.