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TEST Asiatische Gemüsepfannen: Kurz und knackig


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 25.03.2021

Ein paar Minuten in die heiße Pfanne und fertig ist das Tiefkühlgemüse à la Asia. Die 19 getesteten Produkte haben unsere Schadstoffprüfungen bestens bestanden. Geschmack und Konsistenz sind nicht bei allen in Ordnung.


RATGEBER

1 Zehn „sehr gute“ und acht „gute“ Gemüsepfannen kommen ohne Aromazusätze aus.

2 Vier Produkte im Test sind nicht nur als vegetarisch, sondern ausdrücklich als vegan gekennzeichnet (siehe Tabelle).

3 Wenn es Reis dazu geben soll: Basmati-Reis ist am wenigsten mit Arsen belastet. Unsere Testergebnisse für verschiedene Reissorten stehen im ÖKO-TEST Magazin 7/2020 und unter ...

Artikelbild für den Artikel "TEST Asiatische Gemüsepfannen: Kurz und knackig" aus der Ausgabe 4/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 4/2021

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Foto: StockFood/Gräfe & Unzer Verlag/mona binner PHOTOGRAPHIE Illustration: Mona Monash/Shutterstock

Gemüsepfannen aus dem Gefrierfach sind gesund und praktisch. Nach acht bis höchstens 15 Minuten in der Pfanne waren die fertig geschnippelten Gemüsepfannen asiatischer Art im Test fertig. Die Hälfte der Gerichte können wir mit Gesamturteil „sehr gut“ empfehlen: Sie sind tipptopp was die Inhaltsstoffe betrifft und gleichzeitig mindestens „gut“ im Geschmack. In keiner der Gemüsepfannen hat das von uns beauftragte Labor problematische Pestizidbelastungen oder Krankheitserreger wie Salmonellen oder Listerien gefunden. Auch Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen waren, wo überhaupt, nur in Spuren nachweisbar. In einigen der gewürzten Pfannen kritisieren wir jedoch überflüssige Aromazusätze und mehr als ein Viertel der Tiefkühlgerichte schwächelt in der Sensorikprüfung.

Strohig und bitter

Sensorik, das steht für Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Geschulte Sensorikprüfer haben die Gemüsepfannen zubereitet, auf die Augen wirken lassen, beschnuppert und verkostet. Zuerst die vier ungewürzten. Hier gab es zweimal Kritik: Der Globus Asia Wok-Mix schmeckte teilweise leicht bitter. Und der Rewe Beste Wahl Wok-Mix aus 10 Gemüsesorten fiel mit einem selbst für ein ungewürztes Gericht leicht faden und wässrigen Geschmack auf.


„Die Salzgehalte sind bei allen Produkten in Ordnung. Wer selber abschmecken möchte, greift zu einer der ungewürzten Gemüsemischungen.“


Hanh Friedrich ÖKO-TEST-Redakteurin


Die Geschmacksvielfalt der Gemüsepfannen im Test war groß: 15 waren schon fertig gewürzt, in zwölf Fällen schon mit Sojasauce angemacht, auch Currys mit Kokosmilch waren dabei. Dass die Pfannen unterschiedlich schmecken – klar, und aus Sicht der Profis völlig in Ordnung. Was nicht in Ordnung geht, sind Fehlnoten in Geschmack, Mundgefühl und Konsistenz. „Leicht bitter“ und „deutlich bitter“ sind solche geschmacklichen Fehlnoten, vor allem Zutaten wie Lauch und Bambus fielen damit unangenehm auf. Auch in Sachen Mundgefühl waren die Tester mit Lauch und Bambus in einigen Fällen unzufrieden und vergaben ein „teilweise strohig". Testschlusslicht ist das Erntekrone Pfannengemüse Asiatische Art von Norma, in dem der Bambus teilweise deutlich bitter schmeckte und gleichzeitig leicht strohig war.

Aromazusatz: Nein, danke

Porree, Weißkohl, knackige Möhren, Paprika, Mungobohnen und Co. bringen viel Geschmack auf den Teller. Der Zusatz von Aroma ist daher aus unserer Sicht schlicht überflüssig. Die meisten Produkte kommen auch ohne aus. In den Zutatenlisten der getesteten Eigenmarken von Norma, Lidl und Real taucht aber „Aroma“ auf, dafür ziehen wir eine Note ab. Hinter dieser Bezeichnung Aroma steckt in der Regel im Labor hergestellter Geschmack. Keinen Notenabzug gibt es für die Würze mit Sojasauce, die traditionell zu asiatischen Gerichten gehört. Auch wenn Sojasauce Glutamat enthält. Es ist eine der Aminosäuren im Sojaprotein. Chemisch entspricht das Glutamat aus Sojasauce dem Glutamat, das wir als umstrittenen geschmacksverstärkenden Zusatzstoff abwerten würden. Die Sojasauce enthält Glutamat natürlicherweise und ist ein traditionelles Würzmittel, das ist aus unserer Sicht völlig in Ordnung, um den asiatischen Pfannen das gewisse Etwas zu verleihen.

Schockgefrostet oder frisch?

Ein Tiefkühlgemüsegericht kann zwar geschmacklich nicht mit einer Gemüsepfanne aus erntefrischem Bio-Gemüse mithalten. Doch wenn es schnell und einfach gehen soll, ist nichts gegen TK einzuwenden. Zwar gehen beim Blanchieren vorm Einfrieren Vitamine verloren, aber das passiert auch beim Kochen von frischem Gemüse. So oder so: Guten Appetit.

So haben wir getestet

Wir haben 19-mal tiefgekühlte Gemüsepfannen asiatischer Art eingekauft. Darunter Produkte, die gewürzt sind – oft mit Sojasoße und kandiertem Ingwer – aber auch Gerichte zum Selberwürzen. Für 750 Gramm Gemüsepfanne haben wir zwischen 1,27 und 6,65 Euro bezahlt.
Die beauftragten Labore haben die Produkte auf kritische Inhaltsstoffe wie Mineralölbestandteile und Pestizidrückstände analysiert. Zudem ließen wir den Salzgehalt und mögliche Krankheitserreger wie Salmonellen und Listerien analysieren.
Ein Labor prüfte außerdem, ob alle deklarierten Gemüsearten auch wirklich enthalten waren. Sensorikexperten verkosteten die Gerichte und notierten, ob sie gut aussahen, rochen und schmeckten und ob das Gemüse sich im Mund frisch und knackig anfühlte.

Gab es bei der Geruchs- und Geschmacksbeschreibung der einzelnen Merkmale geringfügige Unterschiede, haben wir vorrangig den Geschmack in der Tabelle aufgeführt. Alle Produkte wiesen zudem im Geruch und im Geschmack eine deutliche bis starke Gemüsenote auf.
Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: MOSH = gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter wurde die Rezeptur mittlerweile überarbeitet. Das Produkt enthalte weniger Salz und sei am neuen Vegan-Symbol auf der Vorderseite zu erkennen. 2) Laut Anbieter wurde die Verpackung mittlerweile umgestaltet. Das neue Design enthalte einen prominenten Hinweis zum Nutri-Score. 3) Laut Hersteller wurde die Rezeptur mittlerweile überarbeitet. Der Salzgehalt sei reduziert und es würden keine Aromen verwendet. 4) Laut Anbieter wurde mittlerweile das Verpackungsdesign geändert und der Plastikanteil der Verpackung reduziert. Zu erkennen sei dies an einem neuen Störer „ca. 28 % weniger Plastik“.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: zugesetztes „Aroma“. Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um zwei Noten: ein teilweise aufgetretener Mangel im Geschmack beschrieben als „deutlich bitter“. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein teilweise aufgetretener Mangel im Geschmack beschrieben als „leicht bitter“, wenn nicht bereits wegen einem teilweise „deutlich bitteren Geschmack“ abgewertet wurde; b) ein Mangel im Geschmack beschrieben als „leicht fade“; c) ein Mangel im Geschmack beschrieben als „leicht wässrig“; d) ein teilweise aufgetretener Mangel in Textur/Mundgefühl beschrieben als „leicht strohig“. Steht bei konkreten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze der jeweiligen Testmethode. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Sensorik, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Sensorik, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2104.
Einkauf der Testprodukte: Dezember 2020.

Dieser Test löst das Tiefkühl-Chinagemüse aus dem Ratgeber Essen, Trinken und Genießen 2003 und im Jahrbuch 2003 ab. Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So geht Sojasauce

Das gewisse Etwas

Sojasauce ist in vielen asiatischen Gerichten das i-Tüpfelchen. Die Saucen im Handel werden in zwei sehr unterschiedlichen Verfahren hergestellt.

Traditionell

Traditionell braut man Sojasauce aus wenigen Zutaten: Sojabohnen und je nach Sorte auch Weizen mit speziellen Pilzkulturen sowie Meersalz und Wasser. Die Fermentation kann einige Monate bis Jahre dauern. Typisch für japanische Sojasauce: Sie enthält neben Sojabohnen auch Weizen.

Industriell

In einem deutlich schnelleren und kostengünstigeren Verfahren wird das Sojaprotein mit Hilfe von Salzsäure aufgespalten. Traditionell gebraute Sojasauce ist von Natur aus komplexer im Geschmack.

Hell und dunkel

Bei chinesischer Sojasauce wird ausdrücklich zwischen „hell“ und „dunkel“ unterschieden, wobei die „helle“ ebenfalls dunkelbraun ist. Die „dunkle“ ist aber dickflüssiger und durch längere Reifung beziehungsweise Karamell- und Melassezusatz, kräftig und süß im Geschmack. Sie eignet sich etwa zum Marinieren. Die salzigere helle Sojasauce taugt zum Beispiel für zartes Gemüse und Meeresfrüchte.


Fotos: Anja Wägele; IAS75/Shutterstock; Andrei Kravtsov/getty images

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