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TEST Babymenüs mit Fleisch: Spuren von Fleisch im Glas


ÖKO-TEST Fragen und Antworten - epaper ⋅ Ausgabe 3/2013 vom 05.04.2013

Babys Lieblingsfleischbreie unter der Lupe: Spaghetti bolognese und Schinkennudeln. Schadstoffe sind zwar so gut wie kein Thema, doch es ist einfach zu wenig Fleisch im Glas. „Gut“ schneidet nur der Brei von Holle ab.


Artikelbild für den Artikel "TEST Babymenüs mit Fleisch: Spuren von Fleisch im Glas" aus der Ausgabe 3/2013 von ÖKO-TEST Fragen und Antworten. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Fragen und Antworten, Ausgabe 3/2013

Wenn Sie selber kochen: Verwenden Sie bevorzugt Zutaten aus biologischem Anbau oder biologischer Erzeugung.


Muttermilch ist das Beste fürs Baby. Doch irgendwann ist es Zeit, den Speiseplan zu erweitern. Das Kind wächst rasant und die Organe entwickeln sich. Breie liefern jetzt die zusätzlich benötigten Nährstoffe. Experten raten, frühestens mit Beginn des fünften Monats und spätestens mit ...

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... Beginn des siebten Monats mit der Beikost zu beginnen.

Die ersten Breie bestehen meist aus gut verträglichen Gemüsesorten und Kartoffeln. Dann folgt der Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei, der gelegentlich auch mit Reis oder Nudeln zubereitet werden kann. Eine kleine Portion Fleisch ist in dieser Lebensphase wichtig, weil die im Mutterleib angelegten Eisenspeicher zur Neige gehen und Eisen aus Fleisch besser aufgenommen wird als aus Gemüse oder Getreide. Vor allem die Gehirnentwicklung profitiert von einer ausreichenden Versorgung mit dem Spurenelement. Fleisch liefert zudem gut verfügbares Zink, das im Stoffwechsel zahlreiche Funktionen erfüllt und das Wachstum unterstützt.

Im Test: 14 fleischhaltige Breimahlzeiten der Sorten Spaghetti bolognese und Schinkennudeln. Im Labor wurden die Produkte umfangreichen Schadstoffuntersuchungen unterzogen. Auch die Werbeaussagen auf den Gläschen waren Teil des Prüfprogramms.

Das Testergebnis

■ Nur ein Brei schneidet mit „gut“ ab. Alle anderen sind bestenfalls „befriedigend“ oder „ausreichend“. Die Bebivita-Breie belegen nur den letzten Rang. Der Hauptkritikpunkt: Alle Breie enthalten für ein fleischhaltiges Produkt einfach zu wenig von dieser wichtigen Zutat. Die meisten sind zudem schlecht oder gar irreführend deklariert.
■ Wie viel Fleisch im Brei steckt, lässt sich an der Zutatenliste ablesen. Danach liegt der Fleisch- beziehungsweise Schinkenanteil der Produkte zwischen 5 und 10,5 Prozent. Deutlich mehr empfiehlt der Ernährungsexperte Professor Berthold Koletzko von der Kinderklinik der Universität München: „Für eine insgesamt gute Versorgung mit Spurenelementen ist ein Fleischanteil von etwa zwölf Prozent wünschenswert.“ Das entspricht umgerechnet der Menge, die auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung für eine Breimahlzeit empfiehlt, nämlich 30 Gramm Fleisch. In den Testgläschen stecken aber nur elf bis gut 23 Gramm. Dadurch fehlt Eisen im Gläschen und auch an Zink mangelt es. Ein weiterer Vorzug von Fleisch: Es verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.
■ Keine Lösung ist es, die Breie mit Eisensalzen anzureichern, wie Bebivita es macht. Isoliertes Eisen kann das umfassende Nährstoffspektrum von Fleisch nicht ersetzen und wird zudem deutlich schlechter aufgenommen. Überdosierungen müssen Eltern aber nicht befürchten, da die Diätverordnung einen Höchstgehalt auf relativ niedrigem Niveau vorschreibt.
■ Das Schwermetall Cadmium konnte in den meisten Produkten in sehr geringen Mengen nachgewiesen werden. In denAlnatura Dinkelspaghetti Bolognese steckt jedoch mehr, als Fachleute derzeit tolerieren. Das Schwermetall kann in hohen Dosen zu Nierenschäden führen und gilt als krebserregend. Es wird außerdem nur sehr langsam aus dem Körper wieder ausgeschieden.
■ Babys brauchen kein Salz. Trotzdem ist die Hälfte der Produkte gesalzen, allerdings in Maßen, wie die Laboranalysen ergaben. Insofern geht die Auslobung einiger Produkte als „salzarm“ in Ordnung. Fehl am Platz ist aus unserer Sicht hingegen der Hinweis „salzreduziert“ auf denVollkorn-Spaghetti Bolognese von Alete. Denn damit wäre ein um 25 Prozent reduzierter Salzgehalt gegenüber ähnlichen Produkten gemeint, so die entsprechende Verordnung zu nährwertbezogenen Angaben. Tatsächlich wartet der Nestlé-Brei jedoch mit dem höchsten Salzgehalt im Test auf – das ist irreführend.
■ Experten empfehlen für Babykost Rapsöl, da es mehr wertvolle Omega- 3-Fettsäuren liefert als andere Pflanzenöle. Neun Breie im Test sind damit zubereitet. Auf den Produkten der Anbieter Nestlé, Hipp und Bebivita findet sich überdies die Aussage „Omega 3 – wichtig für Gehirn und Nervenzellen“. Die Hersteller begründen die Aussage mit der in Rapsöl reichlich vorkommenden Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure und deren Umwandlung in die längerkettige Omega-3-Fettsäure DHA. Diese sei für die günstigen Effekte auf Gehirn und Nervenzellen verantwortlich. Tatsächlich erfolgt eine solche Umwandlung, allerdings nur zu einem sehr geringen, nicht relevanten Teil, so die aktuelle Studienlage. Belastbare Daten, die die Werbeaussage untermauern würden, fehlen bislang. Wir werten die Aussage daher ab.

Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) Die Preisberechnung bezieht sich auf ein 190-g-Gläschen. 2) Deklarationsmangel: irreführende Werbeaussage „Omega 3 – wichtig für Gehirn und Nervenzellen“ auf einem Produkt, das keine Docosahexaensäure (DHA) enthält. 3) Deklarationsmangel: irreführende Werbeaussage „salzreduziert“, obwohl das Produkt den höchsten Natrium- beziehungsweise Salzgehalt im Test aufweist. 4) Das Produkt enthält kein Öl. Allerdings wird auf dem Glas die Anreicherung mit Holle Bio Baby-Beikost-Öl empfohlen. Dabei handelt es sich um ein kalt gepresstes Öl, bestehend aus 50 Prozent Rapsöl, 45 Prozent Sonnenblumenöl und 5 Prozent Hanfsamenöl. 5) Deklarationsmangel: Auslobung von Selbstverständlichkeiten: Hinweis „ohne Konservierungs- und Farbstoffe laut Gesetz“. 6) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Deckel.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein Gehalt an Cadmium, der die tolerierbare Tagesaufnahme überschreitet, berechnet aus einem Siebtel des PTWI (wöchentliche Aufnahme) von 2,5 μg/kg Körpergewicht. Wir haben ein Gläschen von 220 g sowie ein Körpergewicht von 8 kg zugrunde gelegt; b) Zusatz von Eisen. Zur Abwertung um eine Note führt: ein zu geringer Fleischgehalt von weniger als 12 Prozent. Unter dem Test ergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Deklarationsmangel:

die Auslobung als „salzreduziert“ bei einem Produkt, das einen deutlich höheren Salz- beziehungsweise Natriumgehalt als vergleichbare Produkte aufweist; b) Deklarationsmangel: die Aussage „Omega 3 – wichtig für Gehirn und Nervenzellen“ auf einem Produkt, dem keine Docosahexaensäure (DHA) zugesetzt wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Deklarationsmangel: die Auslobung von Selbstverständlichkeiten wie „Ohne Konservierungsund Farbstoffe laut Gesetz“; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder schlechter ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Testmethoden, Anbieterverzeichnis und Glossar finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „H1303“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 14:2012. Aktualisierung der Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspieler in elektrische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

■ Fertigbreie sollten aus möglichst wenigen Zutaten hergestellt sein. Zu empfehlen sind Produkte mit Rapsöl; Salz muss nicht sein.
■ Fleischhaltige Gläschenkost lässt sich optimieren. So enthalten die meisten Breie nur geringe Mengen Fett, hier ist es sinnvoll, einen Teelöffel Rapsöl hinzuzufügen. Einige Löffelchen Vitamin-C-reicher Obstsaft verbessern zudem die Aufnahme von Eisen aus Getreide und Gemüse.
■ Gönnen Sie Ihrem Kind zumindest hin und wieder den puren Geschmack eines selbst gekochten Breies. Und haben Sie Geduld, wenn es diesen nicht sofort akzeptiert. Manche Kinder müssen eine Zutat häufiger probieren, um sie zu mögen.


Foto: Franz Pfluegl/Fotolia.com

Foto: Floortje/iStockphoto