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TEST Babyöle: Sanfte Pflege ohne Erdöl


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 26.11.2020

Die meisten Babyöle im Test können wir empfehlen. Zwei Produkte auf Mineralölbasis sehen wir aber kritisch. Und manche Werbung weckt falsche Erwartungen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Babyöle: Sanfte Pflege ohne Erdöl" aus der Ausgabe 12/2020 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Onjira Leibe/Shutterstock

RATGEBER

1 Babyöle ohne Parfüm und ohne Erdölabkömmlinge schneiden am besten ab. Auf der Liste der Inhaltsstoffe taucht das Mineralölderivat Paraffin als „Paraffinum Liquidum“ auf.

2 Mit parfümfreien Ölen lässt sich Babys Po sanft reinigen. Sie taugen auch für die Babymassage und als sparsam dosierter Badezusatz.

3 Öl zieht besonders gut ein, wenn Sie es nach dem Baden in die noch leicht feuchte Haut einmassieren. Das gilt ...

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3 Öl zieht besonders gut ein, wenn Sie es nach dem Baden in die noch leicht feuchte Haut einmassieren. Das gilt für Babys wie für Erwachsene.

Babyöle helfen beim sanften Reinigen, sie lassen sich als Badezusatz verwenden und zur Massage. Die acht „sehr guten“ Öle und auch das „gute“ Mabyen Baby Bio-Mandelöl können wir ohne Einschränkung empfehlen. Acht weitere sind nur „gut“, weil sie Parfüm enthalten. Auf den hinteren Rängen in der Tabelle landen die Öle Nivea Baby Streichelzart Pflege Öl und Penaten ultra sensitive Pflegeöl. Ihr Hauptbestandteil ist Paraffinöl, von ihnen raten wir ab.

Besser ohne Duft

Parfüm im Babyöl? Besser nicht. Babyhaut ist noch nicht so gut geschützt wie die von Erwachsenen. Sie reagiert empfindlicher auf Einflüsse von außen, besonders im sensiblen Windelbereich. Also ist es sicherer, auf Parfüm und ätherische Öle zu ver zichten, wie es die Hälfte der Produkte tut. Unter den parfümierten Produkten enthält immerhin keines bedenkliche Duftstoffe wie Lilial oder Isoeugenol.

Foto: Anja Wägele; Pavel Ilyukhin/Shutterstock

Nivea und Penaten landen hinten

Sowohl das Nivea Baby Streichelzart Pflege-Öl als auch das Penaten Baby ultra sensitiv Pflegeöl bestehen vor allem aus Paraffinöl. In der Liste der Inhaltsstoffe ist es als „Paraffinum Liquidum“ genannt. Solche synthetischen Öle fügen sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut ein wie natürliche Öle. Zudem können Paraffinöle, die aus Mineralöl hergestellt werden, auch mit bedenklichen Mineralölbestandteilen verunreinigt sein. So hat das von uns beauftragte Labor in beiden Produkten mit Paraffinöl aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Unter den MOAH können sich auch krebserregende Substanzen befinden.

Gesundheitliche Folgen sind laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durch Mineralölbestandteile in Kosmetika zwar nicht zu erwarten. Wir vertreten dennoch die Auffassung, dass Babys so wenig Kontakt wie möglich mit potenziell gefährlichen Stoffen, in diesem Falle MOAH, haben sollten. Wir bewerten MOAH zusätzlich zum Paraffinöl, deshalb erreicht das Penaten-Öl unterm Strich nur die Note „ausreichend“. Das Öl von Nivea landet sogar bei „mangelhaft“, weil es obendrein Parfüm enthält.

Enorme Preisunterschiede

Manche Babyöle kosten zwanzig Mal mehr als andere. Zumindest teilweise lässt sich das über die Preise für die Rohstoffe erklären. Die günstigsten Produkte im Test enthalten laut Inhaltsstoffliste als Hauptbestandteil Sonnenblumen-, Soja- oder Paraffinöl; beim Babydream extra sensitives Pflegeöl ist es Ethylhexylstearat, ein Stoff petrochemischen Ursprungs.

Nur drei Produkte deklarieren andere Hauptbestandteile: Mandel-, Sesam- oder Aprikosenkernöl. Sie zählen zu den teureren im Testfeld.

„Ich verwende am liebsten geruchsarmes Mandelöl“, sagt Hautarzt Dr. Christoph Liebich. Er rät dazu, Öl sparsam einzusetzen und die Haut des Babys im Blick zu behalten. Falls Nahrungsmittelallergien bestehen, etwa gegen Mandeln, sei auch das Öl entsprechend anzupassen.

Diese Werbung übertreibt es

Ob teuer oder günstig: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen klar erkennen können, was sie kaufen. Die Aufmachung des Mabyen Baby Bio-Mandelöls lässt in diesem Punkt zu wünschen übrig: Auf der Vorderseite ist es groß als „Bio-Mandelöl“ ausgelobt. Allerdings handelt es sich bei dem Babyöl weder ausschließlich um Mandelöl noch besteht das Produkt hauptsächlich daraus. Ganz oben auf der Inhaltsstoffliste steht Sonnenblumenöl.

Wir finden, das führt Verbraucher an der Nase herum. Zumal sich durchaus reine Mandelöle anderer Anbieter auf dem Markt befinden. Das Öl kassiert deshalb zwei Noten Abzug unter den Weiteren Mängeln.

Fragwürdige Werbeaussagen tragen aus unserer Sicht auch das Frei Öl Babyöl, das Burtʼs Bees Baby Nourishing Baby Oil und das Eco Cosmetics Baby & Kids Babyöl. Letzteres ist laut Verpackung „allergenfrei“. Im Labor zeigte sich aber: Es enthält den Duftstoff Linalool, den die Hersteller von Gesetzes wegen zum Schutz von Allergikern deklarieren müssen.

Wir haben getestet

TIPPS zur Pflege mit Öl

Wickeln

Etwas Öl auf weichem Tuch reinigt Babys Po sanft. „Das reibt und irritiert weniger als ein Waschlappen mit Wasser oder gar Seife“, sagt Dr. Christoph Liebich, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in München. Für regelmäßige Hautpflege bevorzugt er aber nicht Öl, sondern Babycreme: „Wenn das Baby erhitzt ist oder gerötete Haut hat, legen sich langsam einziehende Öle auf die Haut wie ein Fettfilm. Das kann sich für das Baby unangenehm anfühlen.“

Illustrationen: noun project

Bad und Massage

Einige Tropfen Öl ins Wasser, fertig ist der Badezusatz. Christoph Liebich rät zu Ölen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, also solche ohne Emulgatoren. Vorsicht beim Herausheben: Das Öl macht die Haut des Babys glitschig. Danach nicht kräftig abrubbeln, sondern besser sanft abtupfen und trocknen lassen, wenn es kalt ist, kann ein Föhn unterstützen. „Dann kann das restliche Öl über die feuchte Haut gut einziehen“, sagt der Hautarzt. Wer Babyöle zur Massage verwendet, tupft überschüssiges Öl mit einem Handtuch ab.


„Wichtiger als die Werbung vorn ist die Stoffliste hinten: Je weiter oben eine Substanz dort steht, desto mehr von ihr steckt im Produkt.“


Jörg Döbereiner ÖKO-TEST-Redakteur


So haben wir getestet

Wir haben 20 pflegende Öle eingekauft, die für Babys ausgelobt sind. Neun davon sind als Naturkosmetik zertifiziert. 200 Milliliter des teuersten Produkts kosten gut 27 Euro, für die gleiche Menge des günstigsten Öls zahlt man etwas mehr als einen Euro.
Uns interessierte, ob die Produkte allergieauslösende Duftstoffe enthalten. In einem Schadstofflabor ließen wir alle auf Phthalate prüfen, von denen manche im Verdacht stehen, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Ein weiteres Labor analysierte alle Öle auf halogenorganische Verbindungen, eine Gruppe von Stoffen, von denen viele als allergieauslösend gelten, manche sogar als krebserregend. Stecken Paraffine in einem Öl, ließen wir es außerdem auf problematische Mineralölbestandteile untersuchen. Zu unserem Standard gehört die Analyse auf chlorierte Verbindungen in der Verpackung, die ein Umweltproblem darstellen. Und natürlich sahen wir uns auch die Auslobungen auf den Produkten genau an, insbesondere fragwürdige Werbung.
Gerade Babyprodukte sollten möglichst sauber sein. Ein „sehr gutes“ Babyöl enthält keine auffälligen Mengen an gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n.b. = Analysenwerte für Phthalate nicht bestimmbar aufgrund der Inhaltsstoffe des Produkts. MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: Auslobung „no phthalates“ auf dem Produkt, aber im Labor wurden Spuren von Phthalaten nachgewiesen. 3) Weiterer Mangel: Auslobung „allergenfrei“ auf dem Produkt, aber im Labor wurden deklarationspflichtige Mengen des Duftstoffs Linalool nachgewiesen. 4) Weiterer Mangel: Auslobung „essbar“ auf der Vorderseite eines Kosmetikprodukts. Auf der Rückseite steht: „Das Produkt ist kein Lebensmittel und soll nicht verzehrt werden.“ 5) Weiterer Mangel: Produkt ist auf der Vorderseite prominent als „Bio-Mandelöl“ ausgelobt, an erster Stelle der Inhaltsstoffliste steht aber Sonnenblumenöl (hybrid). 6) Laut Anbieter wird das Produkt nicht mehr hergestellt. 7) Laut Anbieter ist im ersten Quartal 2021 eine Umstellung der Flaschenform geplant.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: MOAH. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Parfüm/ätherische Öle; b) mehr als 1 Prozent Paraffine. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Produkt ist auf der Vorderseite prominent als „Bio-Mandelöl“ ausgelobt, an erster Stelle der Inhaltsstoffliste steht aber ein anderes Öl (hier: Helianthus Annuus Hybrid Oil). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) Auslobung „no phthalates“ auf dem Produkt, aber im Labor wurden Spuren von Phthalaten nachgewiesen; c) Auslobung „allergenfrei“ auf dem Produkt, aber im Labor wurden deklarationspflichtige Mengen des Duftstoffs Linalool nachgewiesen; d) Auslobung „essbar“ auf der Vorderseite eines Kosmetikprodukts, wobei auf der Rückseite steht: „Das Produkt ist kein Lebensmittel und soll nicht verzehrt werden.“
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Als Hauptbestandteil wird der Inhaltsstoff an der ersten Stelle der Inhaltsstoffliste (INCI) aufgeführt. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2012.
Einkauf der Testprodukte: Juli 2020.
Preise können aufgrund der befristeten Mehrwertsteuersenkung geringfügig abweichen.
Dieser Test löst den Test Babyöle aus dem ÖKO-TEST Magazin 5/2016 ab und dessen Wiederveröffentlichungen im ÖKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 2016, im ÖKO-TEST Jahrbuch 2017 und im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder 2017 und 2018.
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