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TEST Badreiniger: Dreck lass nach!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2013 vom 28.12.2012

Aufsprühen, abspülen, fertig – das ist ein Märchen. Mit Wischlappen angewendet, säubern die untersuchten Badreiniger aber ganz passabel. Ausgerechnet Meister Proper konnte uns aber nicht überzeugen.


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Allzweckreiniger, Neutralreiniger, Kraftreiniger, WCReiniger, Essigreiniger, Fliesenreiniger, Laminatreiniger, Edelstahlreiniger, Glasreiniger, Kochfeldreiniger, Badreiniger: Die Industrie lässt uns glauben, dass es ohne die vielen Spezialmittelchen nicht geht. Und sie findet bei gestressten Hausfrauen und Hausmännern offene Ohren. Denn wenn das lästige Putzen mit dem ...

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... besonderen Mittel tatsächlich so viel besser und schneller vonstattengeht, wie uns die Werbung weismacht, will man das gerne probieren. Das meiste wird jedoch nicht wirklich gebraucht.

Nun hat der Badreiniger zugegebenermaßen eine andere Rezeptur als beispielsweise der alkalische Allzweckreiniger. Denn der Badreiniger soll in erster Linie Kalk lösen, und das schafft man nur mit mehr oder weniger aggressiven Säuren. Deshalb ist er chemisch gesehen auch sauer. Außerdem soll er Seifenrückstände lösen, vor allem wenn sie mit Kalk gemischt sind und dann die besonders hartnäckigen Rück stände in der Badewanne verursachen. Und dann sind da noch die Ablagerungen des Hautfetts. Deshalb enthalten die Badreiniger neben den Säuren auch Tenside, die mittlerweile zunehmend natürlichen Ursprungs sind, sogenannte Zuckertenside. Hinzu kommen Hilfsstoffe, zum Teil auf Kunststoffbasis, die zum Beispiel die neuerliche Haftung des Kalks vermeiden sollen. Die Krönung ist dann der Duft von Zitrusfrische oder was auch immer der Hersteller mit einem wohlriechenden Badezimmer verbindet.

ÖKO-TEST rät

• Die untersuchten Badreiniger unterscheiden sich in der Reinigungsleistung wirklich nur minimal. Unter den mit „gut“ bewerteten Produkten können Sie also auch nach Preis entscheiden – und ordentlich sparen, wie man in der Testtabelle sieht.

• Lieber regelmäßig reinigen, als Kalkflecken erst entstehen zu lassen. Dann braucht man auch keinen sauren Badreiniger.

• Den Sprühnebel nicht einatmen, die Dämpfe können Augen und Schleimhäute reizen. Außerdem: Anschließend gut lüften.

Wer die Deklarationen genau liest, erkennt schon, dass der Badreiniger nicht so ohne ist und dass man nicht allzu beherzt mit dem sauren Mittel um sich sprühen sollte. Marmor und andere Kalk steine sind tabu, denn auch deren Kalkbestandteile werden angegriffen. Folge: Die Oberfläche wird rau und stumpf. Vorsicht ist aber auch bei weiteren säureempfindlichen Materialien geboten. Was genau empfindlich ist, muss man aber in der Regel selbst wissen. Oder an versteckten Stellen ausprobieren. Denn nur wenige Anbieter werden auf der Verpackung präzise beziehungsweise wollen auf Nummer sicher gehen und schließen Terrazzo, Naturstein, emaillierte Badewannen, lackierte Oberflächen, Messing, Kupfer, Linoleum aus.

Badreiniger nicht direkt auf die Arma tur sprühen – sie können eindringen und Schäden verursachen.


Foto: diego cervo/istockphoto.com

Kompakt

Empfehlungen fürs Badputzen

■ Bei kalkhaltigem Wasser Fliesen- und Glasoberflächen nach dem Duschen am besten mit einem Abzieher trocknen und mit einem Lappen über die Armatur wischen.
■ Bei Seifenrückständen und anderen Verschmutzungen leisten auch Neutral- und Allzweckreiniger sowie Spülmittel gute Dienste.
■ Auf die Anwendungshinweise des Herstellers achten. Für Marmor und andere Kalksteine sind saure Badreiniger tabu.
■ Vorsicht auch bei den Fugen, da der Mörtel ebenfalls kalkhaltig ist und von den Badreinigern angegriffen wird. Viele Reinigungsmittelhersteller empfehlen deshalb, die Fugen vor der Anwendung anzu feuchten.
■ Reiniger nicht auf die Armaturen sprühen, warnen die Armaturenhersteller. Denn sie können eindringen und das Innenleben zerstören. Deshalb den Badreiniger auf einen Lappen geben und wischen.
■ Gründliches Nachspülen ist wichtig, damit die Säurereste entfernt werden.
■ Vorsicht mit Essig und Essigessenz. Essigsäure ist ähnlich aggressiv wie Ameisensäure und entwickelt problematische Dämpfe, die Augen und Atemwege reizen. Auch einen fertigen Essigreiniger nicht auf Armaturen einsetzen.
■ Nehmen Sie weiche Tücher und Schwämme. Sanitärher steller raten von Microfasertüchern ab. Denn sie wirken, indem sie die Oberfläche leicht abschleifen. Empfindliche Oberflächen können darunter leiden.
■ Saure und alkalische Reinigungsmittel nicht mischen. Es kann zu unerwünschten chemischen Reaktionen mit Verpuffung oder Gasbildung kommen. Das gilt vor allem für chlorhaltige Sanitärreiniger.
■ Aufgrund der enthaltenen Säuren Handschuhe tragen.

Empfohlen von Hansgrohe

Fünf der 17 Badreiniger tragen das Label „Empfohlen von Hansgrohe“, einem großen Arma turenhersteller. Das heißt aber nicht, dass diese Mittelchen Armaturen besonders gut reinigen und auf keinen Fall Schäden verursachen können. Die Empfehlung bedeutet lediglich, dass das Reinigungsmittel zwei 14-tägige Tests auf Materialverträglichkeit durchlaufen hat: an Kunststoffen, die im Innern von Armaturen verbaut werden, und an metallischen Oberflächen, insbesondere Chrom. Wenn in dieser Zeit keine Schäden auftreten, kann der Reiniger gelabelt werden, auch wenn er aggressivere Säuren enthält. Und das, obwohl sich Hans-Peter Schulz, der Leiter des Qualitätslabors, ansonsten klar für Zitronen- und Milchsäure als Wirkstoff ausspricht. Empfohlen von Hansgrohe bezieht sich nicht auf die Reinigungswirkung! Und trotz Test und Label kann es in der Praxis zu Schäden kommen, vor allem wenn ein Mittel über lange Zeit intensiv und möglicherweise nicht sachgerecht eingesetzt wird. Denn auch für die Reiniger mit dieser Empfehlung gilt: Nicht auf die Armatur spühen.

Doch auch die Sanitärund Armaturenhersteller raten zur Vorsicht beim Umgang mit Säuren und sauren Badreinigern. Sie kennen Schäden, die zu aggressive Reiniger an Armaturen hervorgerufen haben, vor allem wenn die Mittel massiv aufgesprüht wurden. Badreiniger können Chrom, Metalle und Kunststoffe angreifen. Besonders tückisch ist es, wenn die aufgesprühten Reiniger in die Armatur eindringen und an den verborgenen und ungeschützten Stellen ihr Zerstörungswerk verrichten, was zu Spannungsbrüchen und Korrosion führen kann. Deshalb empfehlen Armaturenhersteller, nur sanfte Säuren wie Zitronenund Milchsäure zu verwenden und von Produkten mit aggressiveren Säuren die Finger zu lassen.

ÖKOTEST wollte wissen, welche Inhaltsstoffe in Bad reinigern stecken und wie gut sie reinigen. Deshalb haben wir 17 speziell ausgelobte Mittel in Sprühflaschen eingekauft und in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Einigermaßen sauber m achen alle. Deshalb ist es in Bezug auf die Reinigung nahezu egal, welchen Badreiniger Sie benutzen. Bis auf eine rühmliche Ausnahme putzen sie zwar nicht überragend, aber ganz passabel. Das AldiSüdProdukt konnte im Praxistest sogar rundum überzeugen. Fünf Pro dukte sind aber aufgrund der Inhalts stoffe und weiterer Mängel nicht mehr als „gut“ zu bezeichnen. Ausgerechnet den Meister Proper Jubi läumsEdition Badreiniger können wir ebenso wie das Putzmeister Bad & Duschkabinen Spray von Aldi Nord nicht empfehlen.
Ohne Wischen geht es nicht, so das Fazit des Praxistests, in dem die Reiniger ihre Wirksamkeit bei Kalkund Seifenrückständen zeigen sollten. Unsere Tester gingen zunächst nach dem Motto vor: „Aufsprühen, abspülen, fertig“, aber hier mussten die Mittel mehr oder weni ger kapi tulieren. Auf den schwarzen Probefliesen blieben meist mittlere bis starke Rückstände sichtbar, vor allem die Seifenreste waren hartnäckig. Wir gehen jedoch davon aus, dass Badreiniger in der Regel in Kombina tion mit dem Wischlappen angewendet werden. Deshalb bewerten wir nur die Reinigungsleistung mit Wischen, die meist ordentlich ausfällt. Ein Produkt hat in den Augen der Prüfer die Nase vorn: Der Zekol Bad Reiniger Classic von Aldi Süd hinterlässt sowohl bei Seife wie bei Kalk kaum Rückstände und ist als einziges Produkt im Praxistest „sehr gut“. Die Anbieter Henkel (Terra), Dm und Rossmann wollen den Verbrauchern weismachen, dass man nur abspülen muss und schon sei alles geritzt. Für diese Falschinformation vergeben wir unter Weitere Mängel einen Minuspunkt.
Schlechte Luft in der Duschkabine. Wenn man schon mit verdünnten Säuren hantiert, dann sind milde Rezepturen mit Zitronenund Milchsäure die beste Wahl. Kritischer sehen Fachleute die Ameisensäure: „Sie ist nicht nur gefährlicher als Milchund Zitronensäure, sie belastet auch die Innenraumluft mit ihren Dämpfen“, erläutert der Reinigungsmittelexperte des Umweltbundesamtes, Marcus Gast. Deshalb sei Ameisensäure sogar als ätzend eingestuft. Und manche Verbraucher gehen ja auch nicht gerade zurückhaltend mit dem Sprühknopf um. Der RealQuality Badreiniger Zitrus enthält laut Sicherheitsdatenblatt mehr Ameisenund Milchsäure als die anderen Reinigungsmittel und ist aufgrund der größeren Mengen mit dem Gefahrstoffsymbol „reizend“ gekennzeichnet, was für einen Badreiniger wirklich nicht sein muss. Gar nicht einverstanden sind wir mit der Etidronsäure, die nur im Putzmeister Bad & Duschkabinen Spray enthalten ist. Diese Verbindung ist ein Phosphonat und in Waschund Reinigungsmitteln völlig unerwünscht, urteilt das Umweltbundesamt. Denn sie kann biologisch so gut wie nicht abgebaut werden. Auch die problematischen Gly kole in den Marken Domol und Ecover belasten die Raumluft.

„Grüne“ Badreiniger

Einige Hersteller werben mit Grün, Eco, Bio und Ähnlichem, doch jeder versteht etwas anderes darunter. Denn es gibt keine gesetzliche Definition für ökologische oder biologische Reinigungsmittel. Einige tragen ein Gütesiegel, das zumindest einen gewissen Standard definiert.

BeimEuropäischen Umweltzeichen für Allzweck- und Sanitärreiniger, der sogenannten Euroblume, sind einige besonders kritische Stoffe verboten, zum Beispiel künstliche Moschus - Düfte und Formaldehyd, und andere, wie auch flüchtige organische Verbindungen, beschränkt. Über ein Berechnungssystem, in das alle Inhaltsstoffe eingehen, wird die Giftigkeit für Wasserorganismen bestimmt. Die Hersteller müssen Tenside und Duftstoffe sorgfältig auswählen, um den Grenzwert einzuhalten. Das Zeichen bietet einen gut kontrollierten Standard und einen gewissen Rahmen für ökologische Konservierungsmittel. Über biologisch angebaute Inhaltsstoffe sagt es nichts aus.

BeiEco Garantie darf im gesamten Produktionsprozess keine Gen-Technik eingesetzt werden, Erdölchemie ist nicht erlaubt. Die Rohstoffe sollen, soweit möglich, aus biologischem Anbau stammen. Allerdings durchlaufen auch die natür lichen Rohstoffe bei der Tensidherstellung immer aufwendige chemische Prozesse. Dennoch ist das Zeichen sehr umfassend und schließt viele problematische Stoffe aus.

Green Palm Sustainability will die Produktion von nachhaltigem Palm- und Palmkernöl fördern. Green Palm ist die Marke eines Zertifikathändlers. Wenn Firmen Zertifikate kaufen, wie Henkel als Ausgleich für die Enzyme aus Palmkernöl in Produkten der Terra-Serie, wird gewährleistet, dass ent sprechende Mengen „nachhaltig“ angebautes Palmöl in Umlauf kommen. Dafür dürfen die Hersteller das LabelGreen Palm Sustainability verwenden. Was nachhaltiges Palmöl ist, legt derRSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) in relativ allgemein gehaltenen Kriterien und Zielen fest, die zu mehr Nachhaltigkeit führen sollen. So darf kein Regenwald mehr gerodet werden, auf bereits gerodeten Flächen darf aber zertifiziertes Öl angebaut werden. Auch nach Einschätzung des WWF, der den runden Tisch mit initiiert hat, handelt es sich um Mindeststandards. Nichtsdestotrotz ist es ein Anfang hin zu mehr Naturschutz und Menschenrechten.

Mehr zum Thema

Ausführlichere Informationen zu den drei „grünen“ Gütesiegeln finden Abonnenten kostenlos unter http://abo.oekotest.de

Frischer Duft oder betörender Mief? Neben den Säuren belasten auch die in allen Badreinigern enthaltenen Duftstoffe die Raumluft und die Umwelt, weil sie relativ schwer abbaubar sind. Schade, dass es keine einzige unbeduftete Alternative für Verbraucher gibt. Wir werten jedoch nur den gesundheitlich problematischen künstlichen MoschusDuft im Meister Proper JubiläumsEdition Badreiniger ab.
Schlechte Pflichterfüllung. Der Gesetzgeber verlangt von den Herstellern von Waschund Reinigungsmitteln, eine Liste der Inhaltsstoffe ins Inter net zu stellen. Für die Markenprodukte Meister Proper und Sagrotan waren sie nicht zu finden, sodass wir sie vom Hersteller anfordern mussten. Erst nach mehreren Wochen hatten die Anbieter das Problem im Internet gelöst. Beim ebenfalls geforderten Link zu einer erklärenden Seite, mit deren Hilfe man die Stoffe genau identifizieren kann, sah es ganz düster aus: Nur in wenigen Fällen führte er zum Ziel. Zugegebenermaßen hilft die Seite dem Normalverbraucher wenig weiter. Die Ordnungswidrigkeiten kann jedoch mit einer Geldbuße geahndet werden.

So reagierten die Hersteller

■ Mehrere Hersteller zeigten sich überrascht über den falschen Link zur erklärenden Seite. Henkel weist darauf hin, dass inner halb der EU die Zuständigkeiten gewechselt haben. Offenbar gab es technische Schwierigkeiten bei der Übertragung des Links. Allerdings sind die Hersteller verpflichtet, die Inhaltsstoffliste und den Link stets aktuell zu halten.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: 17 Flüssigreiniger zum Sprühen, die ausdrücklich als Badreiniger ausgelobt sind. Darunter Markenprodukte wie auch Eigenmarken aus Drogerie- und Supermärkten, von Discountern sowie aus Bio-Läden. Im Falle von Rewe/Penny und Edeka/Netto, die zu einem Konzern gehören und „baugleiche“ Produkte anbieten, haben wir jeweils nur ein Mittel getestet.

Die Praxisprüfung

Werden die Badreiniger mit Kalk- und Seifenrückständen im Badezimmer fertig? Wir ließen das von Fachleuten des TÜV Rheinland anhand starker Verschmutzungen auf schwarzen Fliesen überprüfen. Die senkrecht gestellten Fliesen wurden mit den Reinigern besprüht, bis sie benetzt waren. Je nach den Angaben auf der Verpackung ließen die Tester die Reiniger einmal kurz und einmal etwas länger einwirken, bevor sie sie abspülten und trockneten. Dann wurde das Prozedere wiederholt, allerdings wurde nun zusätzlich mit einem feuchten Tuchschwamm nachgewischt. Zehn Testpersonen nahmen die Testfliesen unter die Lupe und vergaben Noten von 1 „kein Rückstand“ bis 5 „sehr starker Rückstand“.

Im Praxistest: Hartnäckige Kalk- und Seifenrückstände auf schwarzen Fliesen. Wenn mit einem feuchten Schwamm nachgewischt wurde, waren die Ergebnisse ganz ordentlich.


Die Inhaltsstoffe

Doch was nützt die beste Reinigung, wenn sich der Anwender im Badezimmer gesundheitsgefährdenden Stoffen aussetzt, zum Beispiel flüchtigen Säuren, die Haut und Schleim häute reizen und die Raumluft belasten? Andere Inhalts stoffe sind für die Umwelt problematisch, zum Beispiel Substanzen, die biologisch kaum abbaubar sind – und damit auch für uns Menschen wieder zum Problem werden.

Weitere Mängel

„Aufsprühen, abspülen, fertig.“ Diesen Slogan haben viele noch von anno dazumal im Ohr. Und noch immer gibt es Hersteller, die damit werben. Unsere Praxisergebnisse haben aber bei diesen – wie auch bei allen anderen Produkten – gezeigt, dass dieses Versprechen nicht gehalten wird. Das kritisieren wir genauso wie fehlende Informationen zu den Inhaltsstoffen, die die Hersteller laut Gesetz im Internet zur Verfügung stellen müssen.

Die Bewertung

Das umweltfreundliche Putzmittel, das mit Kalk und Seife gleichermaßen „sehr gut“ fertig wird, finden Sie in unserem Test leider nicht. Und noch eine schlechte Nachricht: Ohne Wischen geht es nicht. Wir ziehen daher ausschließlich die Praxisergebnisse in die Bewertung ein, in denen nachgeputzt wurde – da freut sich der gesunde Menschenverstand. Wer anderes auf der Verpackung behauptet, bekommt Punktabzug! Und da Sie sowieso Hand anlegen müssen, sollten die Mittel möglichst sanft zu Mensch und Umwelt sein. Putzkraft und Schadstoffe bestimmen daher das Gesamturteil – das schlechteste Einzelergebnis setzt sich hier durch.

Fotos: Labor (2)

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 140.
Anmerkungen: 1) Die Reinigungsleistung wurde bei diesem Produkt bei Kalkrückständen ohne Wischen besser beurteilt (1,8), bei Seifenrückständen jedoch deutlich schlechter (4,0). Das Ergebnis „ohne Wischen“ ist deshalb auch hier insgesamt schlechter als das Ergebnis „mit Wischen“. 2) Die Reinigungsleistung bei Kalkrückständen wurde mit 2,45 beurteilt, deshalb noch „geringer Rückstand“. 3) Die Reinigungsleistung bei Kalkrückständen wurde mit 2,85 beurteilt, weshalb das Testergebnis Praxistest mit dem Durchschnitt 2,475 noch „gut“ ist. 4) Mit dem Gefahrstoffsymbol „reizend“ ausgelobt. 5) Weiterer Mangel: Die Inhaltsstoffliste war während der Testphase nicht im Internet vorhanden; der Fehler wurde mittlerweile behoben. 6) Weiterer Mangel: Im Internet fehlt der Link zu einer erklärenden Seite. 7) Weiterer Mangel: Falscher Link, führt nicht zu einer erklärenden Seite. 8) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung (Etikett). 9) Link zu erklärender Seite mittlerweile aktualisiert und korrekt. 10) Laut Hersteller wird die Rezeptur gerade überarbeitet. 11) Laut Anbieter hat der Blik Badreiniger Citrus von Penny die identische Rezeptur. 12) Laut Hersteller hat der Gut & Günstig Badreiniger von Edeka die identische Rezeptur. 13) Laut Anbieter wird der Link zur erklärenden Seite geändert; am 5. Dezember 2012 war das noch nicht der Fall.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Testergebnis Praxisprüfung setzt sich zu gleichen Teilen zusammen aus den Einzelergebnissen Reinigungsleistung mit Wischen bei Kalkund Seifenrückständen und ist kaufmännisch gerundet. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein höherer Gehalt an Ameisensäure (in Kombination mit dem Gefahrstoffsymbol „reizend“); b) Etidronsäure; c) mehr als 10 mg/kg künstlicher Moschus-Duft (polyzyklische Moschus-Verbindungen). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Ameisensäure/Sodium Formate; b) mehr als 1.000 mg/kg problematische Glykole (Phenoxyethanol). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) ein Anwendungshinweis „nur Abspülen“, wenn mit Wischen eine bessere Reinigungsleistung erzielt wird; c) Inhaltsstoffliste während der Testphase nicht im Internet; d) Link zu erklärender Seite nicht verhanden oder falsch.
Das Testergebnis beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung und dem Testergebnis Inhaltsstoffe und kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1301“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: September 2012.