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TEST Calciumpräparate: Die Milch macht’s


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ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit & Medikamente - epaper ⋅ Ausgabe 11/2009 vom 09.11.2009

Calcium ist ein wichtiger Baustein für Zähne und Knochen. Doch nur wenige Menschen leiden wirklich an einer Unterversorgung mit dem Mineralstoff. Wer sich ausgewogen ernährt, braucht normalerweise auch kein Calcium in Tablettenform.


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Heranwachsende Jugendliche, schwangere Frauen oder stillende Mütter können zwar tatsächlich einen erhöhten Bedarf an Calcium haben. Aber wer aufs Geratewohl Calciumtabletten auflöst und glaubt, sich mit dem Mineralstoffgetränk nur Gutes zu tun, irrt. Eine hohe Calciumzufuhr begünstigt nämlich die Bildung von Nierensteinen. Wir haben 27 Calciumpräparate – 16 ...

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Heranwachsende Jugendliche, schwangere Frauen oder stillende Mütter können zwar tatsächlich einen erhöhten Bedarf an Calcium haben. Aber wer aufs Geratewohl Calciumtabletten auflöst und glaubt, sich mit dem Mineralstoffgetränk nur Gutes zu tun, irrt. Eine hohe Calciumzufuhr begünstigt nämlich die Bildung von Nierensteinen. Wir haben 27 Calciumpräparate – 16 Arzneimittel und elf Nahrungsergänzungsmittel – einkaufen und begutachten lassen.

Das Testergebnis

■ 14 Arzneimittel schneiden mit „gut“ ab, eines ist „sehr gut“, eines „befriedigend“. Unter den Nahrungsergänzungsmitteln finden sich nur „sehr gute“ und „gute“.
■ Die Arzneimittel sind alle zur Vorbeugung eines Calciummangels bei erhöhtem Bedarf ausgelobt und dafür auch geeignet. Außerdem werden die meisten zur unterstützenden Behandlung der Osteoporose empfohlen. Das ist zwar sinnvoll, eine mittlere Tagesdosierung von 500 bis 1.000 Milligramm Calcium ist laut Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zur Vorbeugung und Therapie einer Osteoporose vorgesehen. Doch das Calcium kann vom Körper nur optimal verarbeitet werden, wenn ausreichend Vitamin D vorhanden ist. Deshalb haben wir in diesem Test bis auf eine Ausnahme alle Arzneimittel abgewertet, denn sie enthalten ausschließlich Calcium. Für die „sehr guten“Calcipot Kautabletten hingegen gibt Meda Pharma als Anwendungsgebiet nicht die unterstützende Behandlung von Osteoporose an.

■ Bei den Nahrungsergänzungsmitteln ist die Überdosierung von Calcium der einzige Kritikpunkt. Anders als Arzneimittel, die ja speziell für die Behandlung von Mangelerscheinungen zugelassen wurden, sollten Nahrungsergänzungsmittel niedrigere Dosen Calcium enthalten.

Anmerkungen: 1) Diätetisches Lebensmittel. 2) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 3) Enthält Paraffin. 4) Nahrungsergänzungsmittel/Diätetisches Lebensmittel, das mehr als 500 mg Calcium in einer Tagesdosis enthält. 5) Anwendungsgebiet: Calciummangel, Osteoporose, wofür aber eine nur „gute“ Wirksamkeit nachgewiesen ist.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Abwertung Maßgebliche Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um eine Note führt: mehr als 500 mg Calcium pro höchste empfohlene Tagesdosis bei Nahrungsergänzungsmitteln/ Diätetischen Lebensmitteln. Abwertung Pharmakologische Begutachtung: Zur Abwertung um eine Note führt: eine Auslobung zur unterstützenden Behandlung und/oder Vorbeugung einer Osteoporose bei Arzneimitteln, die kein Vitamin D enthalten.
Abwertung Hilfsstoffe: Zur Abwertung um zwei Noten führen: Paraffine. Untere Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Die Testergebnisse Pharmakologische Begutachtung und Hilfsstoffe bzw. die Testergebnisse Maßgebliche Inhaltsstoffe und Weitere Inhaltsstoffe werden zunächst getrennt bewertet. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe.
Preisberechnung beruht auf kleinstem Produktangebot.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST Kompakt Vitamine 01/2009. Aktu alisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Unsere Empfehlungen

■ Auch das „sehr gute“ Arzneimittel ist nur bei Calciummangel sinnvoll.
■ Wer Angst vor Osteoporose hat, sollte mit dem Arzt klären, ob entsprechende Präparate nötig sind. Kombipräparate mit Vitamin D den reinen Calciumpräparaten vorziehen.
■ Jugendliche, Schwangere und Stillende benötigen besonders viel Calcium. Aber auch sie können ihren erhöhten Bedarf durch eine vollwertige und ausgewogene Ernährung decken. Milch und Milchprodukte sind die Calciumquelle schlechthin. Wer sie nicht mag oder schlecht verträgt, kann zu calciumreichem Mineralwasser greifen. Auch Sojaprodukte, Brokkoli, Lauch, Grünkohl und Fenchel liefern Calcium.