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TEST Concealer: Versteckspiel


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2015 vom 25.09.2015

Schöner Schein, der es in sich hat: Concealer sollen dunkle Augenringe kaschieren. In unserem Test haben jedoch fast alle konventionellen Produkte einen großen Makel: Sie enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe.


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Foto: imago/blickwinkel

Ihr Name ist ihr Auftrag: verstecken! Das bedeutet das Wort conceal auf Deutsch. Ihr Einsatzort: ungewollte dunkle Augenringe oder auch Rötungen. Lässt „die Augen sichtbar wacher und strahlender aussehen“, „kaschiert Augenschatten“ versprechen die Anbieter auf den Verpackungen. Dabei haben die Kunden die Qual der Wahl: Puder, feste Stifte oder Fluids mit Schwämmchenapplikator ...

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... oder Pinsel. Je fester die Konsistenz, desto deckender der Concealer. Leichte und natürlicher wirkende Deckung spricht man den flüssigen Varianten zu. Für viele sind sie deshalb im Bereich der Augen die richtige Wahl. Wer aber Pickel kaschieren will, ist mit einem festeren Stift besser bedient. „Ein Concealer sollte nicht sichtbar sein, er soll natürlich wirken“, erklärt Theresa Schütz. Die 28-Jährige ist Makeup-Artist und betreibt zusammen mit ihrer Mutter seit drei Jahren das Studio Mainraum Naturkosmetik in Frankfurt. „Den Concealer punktuell, an kleinen Stellen verwenden. Im Augenbereich von innen nach außen auftragen, sodass keine harten Übergänge entstehen. Und einklopfen, nicht verstreichen, dann nimmt die Haut den Concealer besser auf“, empfiehlt Schütz. Sie selbst arbeitet am liebsten mit Pinsel, andere fänden das Auftragen mit dem Finger leichter. Wichtig sei, nicht zu viel Concealer zu verwenden, sonst könne er sich in den Fältchen absetzen. Gut sei es, den Concealer am Schluss mit Puder zu fixieren.


Concealer sollen kaschieren, aber selbst nicht sichtbar sein


Die Deckkraft hängt auch von den enthaltenen Pigmenten ab, die Licht reflektieren und absorbieren. Zum Abdecken steckt in Concealern ein hoher Anteil an weißem Titandioxid und farbigem Eisenoxid. Diese Farbpigmente findet man in der Naturkosmetik, aber auch in konventionellen Produkten. Letztere enthalten im Gegensatz zur Naturkosmetik zumeist auch Silikonöle. Sie sollen dafür sorgen, dass sich die Concealer gut auf der Haut verteilen lassen und möglichst lange halten. Nach den Erfahrungen von Theresa Schütz können silikonölfreie Produkte aber in Sachen Haltbarkeit und Ergebnis mit den konventionellen Produkten mithalten.

Einklopfen, nicht verstreichen – so nimmt die Haut den Concealer besser auf. Und damit es keine Ränder gibt, am besten von innen nach außen auftragen.


Foto: Monkey Business/Fotolia

Was steckt sonst noch in den Abdeckkünstlern drin? Das wollten wir wissen und haben 15 Concealer im Labor testen lassen.

Das Testergebnis

■ Naturkosmetik klar vorn , alle zertifizierten Produkte im Test schneiden mit „sehr gut“ ab. Die restlichen überzeugen aufgrund umstrittener Inhaltsstoffe nicht. Sechs Concealer fallen glatt durch:Artdeco Mineral Fluid, Astor Perfect Stay, MAC Select Moisturecover, Manhattan Wake Up, Max Factor Mastertouch Under-Eye, Maybelline Ever Fresh.
■ Kritische Keimkiller. Keiner will Keime in Kosmetik - um das zu erreichen, greifen die Hersteller zu Konservierern. In allen konventionellen Produkten, bis aufEssence Stay All Day Concealer , wurden jedoch bedenkliche Stoffe wie Chlorphenesin eingesetzt, eine halogenorganische Verbindung, die im Verdacht steht, Allergien auszulösen, oder längerkettige Parabene, für die es Hinweise gibt, dass sie hormonell wirken.
■ Zum Abschminken. ImMaybelline Ever Fresh Concealer steckt sogar ein Konservierungsmittel, das im Produkt und auf der Haut Formaldehyd freisetzen kann. Formaldehyd ist krebsverdächtig und als Gefahrstoff eingestuft, somit bis auf mögliche Ausnahmen (eventuell für Nagelhärter) ab 26. September 2015 in Kosmetika verboten. Für Formaldehydabspalter gilt das Verbot nicht automatisch. Allerdings müssen Kosmetika mit Konservierungsstoffen, die Formaldehyd abgeben und deren Formaldehydkonzentration im Endprodukt 0,05 Prozent überschreiten, schon jetzt den Hinweis tragen: „enthält Formaldehyd“. Tatsächlich fand das Labor imMaybelline Ever Fresh Concealer, Light Beige eine Konzentration an Formaldehyd/ -abspaltern, die etwas über dieser Grenze liegt. Doch ein Blick auf die Verpackung zeigt: Fehlanzeige, es ist kein Hinweis aufgedruckt.
■ Nicht natürlich. In allen konventionellen Concealern machen nach Wasser vor allem Silikonöle den zweitgrößten Anteil aus. In manchen stecken zudem Paraffine. Beide fügen sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut ein wie natürliche Öle.

So reagierten die Hersteller

■ Artdeco kündigt an, das von uns kritisierte Konservierungsmittel Chlorphenesin, das zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen gehört, zu ersetzen.

ÖKO-TEST rät

• Alle sieben Naturkosmetikprodukte sind „sehr gut“ – da haben Sie reiche Auswahl. Die Concealer von Dm und Müller Drogeriemarkt sind mit 2,45 Euro pro Stück auch noch sehr günstig.

• Um Ringe zu kaschieren und das Auge aufzuhellen, darf der Concealer etwas heller sein als der Hautton, aber nicht zu hell und nicht dunkler, sonst entsteht eine Art Waschbäraugeneffekt.

• Besser im Tageslicht schauen, ob die Concealerfarbe zum Hautton passt.

Kompakt

Das kleine Make-up 1x1

Foundation oderGrundierung , auch alsMake-up bezeichnet: Wird nach der Tagescreme auf dem Gesicht aufgetragen. Die Foundation soll das Gesicht ebenmäßiger aussehen lassen. Wer seinem Teint lediglich leicht nachhelfen will, kann entweder nur zur Foundation greifen oder gleich nur auf den Concealer setzen, um Rötungen oder Pickel abzudecken.Concealer dienen zur Kaschierung kleinerer Stellen. Sie sind stärker pigmentiert als eine Grundierung, haben also eine höhere Deckkraft und werden als Creme, Paste oder Emulsion angeboten. Viele gibt es in flüssiger Konsistenz, wenn sie fester sind, gelten sie als deckender – wie zum Beispiel ein Abdeckstift, der Pickel verdecken soll.
Komplementärfarben werden wegen ihrer Wirkung in manchen Concealern ganz gezielt eingesetzt. Zum Beispiel sollen grüne Varianten nicht auf der Haut grün aussehen, sondern Rötungen kaschieren, sie sind also nicht für unter die Augen gedacht. Wenn Augenringe bläulich schimmern, kommen Orangetöne zum Einsatz, für gerötete Augen ein Olivton.

Foto: anotherwork91/Shutterstock

Puder wird auf die Grundierung und Concealer aufgetragen, es fixiert und nimmt den Glanz von der Haut.
Camouflage ist ein spezielles Makeup. Damit bezeichnet man sehr stark deckende Produkte, die beispielsweise auch für Narben eingesetzt werden.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Unsere Einkäufer kauften 15 Concealer zwischen 2,45 und 20,50 Euro in Drogeriemärkten, Parfümerien und im Naturwarenhandel. Sie wählten dabei – wenn möglich – Abdeckemulsionen mit einer flüssigeren Konsistenz. Diese sind mit einem Applikatorschwämmchen oder Pinsel ausgestattet.

Die Inhaltsstoffe
Concealer sollen Augenringe und Unreinheiten ausgleichen, nicht jedoch kritische Stoffe auf die Haut bringen. Wir haben deshalb auf bedenkliche Konservierungsmittel testen lassen und für parfümierte Produkte eine umfangreiche Duftstoffanalyse in Auftrag gegeben.

Pinsel oder Schwämmchen? Die Fluids werden mit unterschiedlichen Applikatoren aufgetragen.


Foto: ÖKO-TEST

Die Weiteren Mängel
Anbieter nennen auf dekorativer Kosmetik oft keine Inhaltsstoffe. Wenn diese dann doch auf dem Produkt stehen oder man die Inhaltsstoffe auf der dazugehörigen Internetseite nachlesen kann, nennt die Liste in der Regel die verwendeten Farbpigmente für alle Farbnuancen, nicht nur für den spezifischen Farbton. Die Anbieter müssen dies kennzeichnen durch „+/–“ oder „may contain“. Somit weiß man als Kunde aber nicht, welche der genannten Farben im jeweiligen Concealer stecken. Das finden wir wenig verbraucherfreundlich.

Die Bewertung
Für bedenkliche Inhaltsstoffe gab es Abzug, genauso, wenn ein verpflichtender Hinweis auf der Packung fehlte.