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TEST Deoroller: Wie das duftet!


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 27.05.2021

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RATGEBER

1 Mit Naturkosmetik liegen Sie richtig. Bis auf drei Produkte schneiden alle zertifizierten Deoroller mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Aber auch in der konventionellen Kosmetik gibt es etliche empfehlenswerte Deos. 

2 Der Preis ist kein Kriterium für Qualität. Die teuren Produkte sind nicht die besten und unter den günstigen gibt es einige „sehr gute“. 

3 Probieren Sie aus, welche Deos ohne porenverengendes Aluminium für Sie ausreichend Müffelschutz bieten. Jeder Mensch hat seine eigene Schweißentwicklung und reagiert auf Deos unterschiedlich.

Keine leichte Aufgabe, in der riesigen Auswahl von Deorollern im Ladenregal heute noch einen mit Aluminium zu finden. Im Gegenteil: Auf den Flakons stehen häufig Auslobungen in großen Buchstaben wie „0 % Aluminium“ oder „ohne Aluminiumsalze“.

Früher galten Aluminiumsalze, Stoffe mit porenverengender Wirkung, als das Nonplusultra unter den ...

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... schweißhemmenden Wirkstoffen. Sie sind aber inzwischen sehr umstritten (siehe „Besser ohne Aluminium“ auf Seite 84).

Unbeliebte Zutat 

Auch immer mehr Kunden wollen die Zutat nicht mehr. Rund 60 Prozent der Konsumenten bevorzugen laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens POSpulse inzwischen ein Deo ohne Aluminium. Das Kaufargument „ohne Aluminium“ rangiert längst auf Platz eins – und damit noch davor, dass das Produkt keine Flecken auf der Kleidung hinterlassen oder lange wirken soll.

Aber wirken Deoroller ohne das porenverschließende Antitranspirant überhaupt? Welche Alternativen nutzen die Hersteller? Sind stattdessen andere bedenklichen Zutaten hineingekommen?

Um das herauszufinden, hat ÖKO-TEST insgesamt 52 aluminiumfreie Deoroller unter die Lupe genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 34 Produkte – und damit rund zwei Drittel – können wir mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen. Allerdings rasseln auch sieben Deos mit „mangelhaft" und vier mit „ungenügend“ durch den Test.

Die Alternativen 

Ein Deo ohne Antitranspirant bremst nicht den Schweißfluss – darüber muss man sich im Klaren sein. Es verhindert vielmehr, dass der Schweiß auf der Haut zu riechen anfängt. Dazu bekämpft es die Bakterien, die für Zersetzungsprozesse unter den Achseln verantwortlich sind, und überdeckt den Mief mit Parfum.

Welche Stoffe setzen die Hersteller als Alternativen ein? In den meisten Deorollern im Test steckt als Bakterienhemmer Nummer eins Alkohol. Der wirkt antimikrobiell, er stört das Wachstum der Bakterien. Ähnlich verhält es sich mit Triethylcitrat, Ethylhexylglycerin und Octenidindihydrochlorid, die in etlichen Deos stecken, oft in Kombination – mit oder ohne Alkohol. Konservierungsstoffe wie Phenoxyethanol sind ebenfalls gegen Bakterien wirksam. Andere seltener eingesetzte Substanzen hingegen wirken austrocknend, sie stören das von den Bakterien geliebte feuchtwarme Klima. Dazu zählen zum Beispiel Zinksalze und Kaolin (Porzellanerde), das auch häufig Bestandteil von Puder ist.

Wirkt es?

Die meisten Anbieter loben ihre Produkte selbstbewusst mit einer Wirkdauer von „24 h“ oder „48 h“ aus. Von den Herstellern verlangten wir deshalb Studien von unabhängigen Prüfinstituten, die das belegen sollten. In der Branche etabliert sind sogenannte Sniff-Tests. Dabei riechen professionelle Sniffer (Schnüffler) am Schweiß von Probanden und vergleichen zu den festgelegten Zeitpunkten den Geruch der beiden Achseln – jeweils mit und ohne Deo.

Mehr als die Hälfte der Anbieter, die uns eine Studie vorlegten, konnte die ausgelobten Wirkversprechen untermauern. Schaut man sich die Ergebnisse der Tests allerdings genauer an, wird auch klar: Für einen kompletten Geruchsstopp sorgen die Deos nicht. Nach 24 oder 48 Stunden ist aber immerhin ein gewisser Unterschied zwischen der Achsel mit und ohne Deo wahrnehmbar. Die Ergebnisse bewegen sich allerdings insgesamt eher im Mittelfeld: Auf der für Sniff-Tests üblichen Skala der Bewertung der Intensität des Schweißgeruchs von 1 („nicht wahrnehmbar“) bis 5 („sehr stark“) vergaben die Sniffer nach 24 Stunden häufig nur die Note 3 („wahrnehmbar“). Allerdings tendierten da die unbehandelten Achseln im Schnitt schon zur Note 4 („stark“). Ein Wert, den nach 48 Stunden auch viele mit Deo behandelte Achseln erzielten – doch dann rochen unbehandelte häufig schon „sehr stark“. Die Wirkdauer ist übrigens höchst individuell: Herrscht bei Person A nach 48 Stunden noch einigermaßen Frische, ist bei Proband B schon nach 24 Stunden die Wirkung verflogen.

„Deos wirken auch ohne Alu. Auf die Angaben 24 oder 48 Stunden sollte man allerdings nicht setzen.“

Frank Schuster ÖKO-TEST-Redakteur

Besser ohne Aluminium

Unbekannte Gefahren: Lange Zeit galt Aluminium als zuverlässiges Antitranspirant (Schweißhemmer) in Deodorant-Rezepturen. Grund: Aluminiumsalze verschließen die Schweißporen. Doch seit Jahren wird vielfach diskutiert, ob sie Auslöser für unter anderem Brustkrebs und Alzheimer sind.

Nervensystem schädigend: Noch immer streitet die Wissenschaft darüber, wie gefährlich Aluminium in Deos wirklich ist. Klar ist: Aluminium gilt als neurotoxisch. Zudem ist das Leichtmetall in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, kann das Nervensystem schädigen und die Entwicklung von Kindern im Mutterleib beeinträchtigen.

Warnung und Entwarnung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) riet 2019 vorsorglich von der Verwendung von Alu-haltigen Schwitzhemmern ab. 2020 gab das BfR jedoch Teilentwarnung: Durch die Haut nehme der Körper weniger Aluminium auf, als bislang berechnet. Der Beitrag von Antitranspirantien zur Gesamtbelastung mit Alu sei deutlich geringer, als bisher angenommen.

Gar nicht dufte

Vier der „mangelhaften“ und „ungenügenden“ Produkte im Test enthalten Duftstoffe, die ÖKO-TEST kritisch sieht. Im Fa Pink Passion 24H Deodorant Duft Der Pinken Rose und im Mum Pure 48h+ Protection Deodorant ist es Lilial (deklariert als Butylphenyl Methylpropional). Der nach Maiglöckchen riechende synthetische Duftstoff erwies sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend. Das Rexona Flower Fresh Quick Dry Extra Fresh 48h Deodorant enthält Cashmeran. Der Moschus ähnelnde Duftstoff reichert sich im Fettgewebe des Körpers an. Zudem enthält der Rexona-Deoroller noch den allergenen Duftstoff Hydroxycitronellal. Isoeugenol, ein potentes Allergen, steckt in der Dove 0% Aluminium Salts Deodorant Moisturising Cream.

Weitere Problemstoffe

Ausgerechnet im Apothekenprodukt Vichy Mineral Deodorant 48H, dem teuersten Deo im Test, wies das Labor Formaldehyd/-abspalter nach. Formaldehyd kann unter anderem Hautreizungen verursachen. Dann besser günstiger und ohne den Problemstoff.

So haben wir getestet

Wir haben 52 Deoroller eingekauft, davon 19 als Naturkosmetik zertifizierte. Unter den Produkten sind bekannte Marken, aber auch die Eigenmarken von Drogerien und Discountern. Die Preise reichen von 49 Cent bis 10,50 Euro für 50 Milliliter Inhalt.

Spezialisierte Labore untersuchten die Proben für uns auf allergene Duftstoffe und künstlichen Moschusduft, ebenso auf umstrittene halogenorganische Verbindungen und bedenkliche Formaldehyd/-abspalter. Die Inhaltsstofflisten klopften wir ab auf PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sowie auf umweltbelastende Kunststoffverbindungen. Zudem ließen wir Flakons und Deckel auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen untersuchen.

Im Falle von Deos in Plastikfläschchen forderten wir von den Anbietern Belege für den Rezyklatanteil der Verpackung. Bei Deos mit einer beworbenen Wirkdauer („24 h“, „48 h“) baten wir die Anbieter um entsprechende Studien. Als Goldstandard zur Beurteilung gelten hier Sniff-Tests. Legten die Anbieter keine oder aus unserer Sicht nur wenig aussagekräftige Studien vor, bewerteten wir das unter dem Testergebnis Weitere Mängel.