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TEST DISCOUNTER VERSUS MARKE: KEINE EINSAME SPITZE


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 24.05.2018

Lohnt es sich, für Markenprodukte wie Iglo oder Barilla mehr Geld auszugeben? Oder ist das Billigprodukt am Ende genauso gut? Unser Vergleich von 35 Discount- und Herstellermarken offenbart nur geringe Unterschiede – im Guten wie im Schlechten.


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Foto: Steve Debenport/getty images

Wenn es um den Einkauf für den täglichen Bedarf geht, dann sind die Deutschen echte Sparfüchse. Kein Wunder also, dass Discounter mit ihren Dauertiefpreisen und Angebotsaktionen zu den bevorzugten Einkaufsstätten zählen. Das unterstreichen die aktuellen Zahlen des EHI Retail Institute. Danach haben Discounter im vergangenen Jahr ...

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... 45,7 Prozent der Umsätze aller Lebensmittelgeschäfte erwirtschaftet, während Supermärkte wie Edeka und Rewe auf einen Anteil von 39,5 Prozent kamen.

Discounter bieten aber noch mehr: ein überschaubares Sortiment und eine Vielzahl an sogenannten Handelsmarken. Handelsmarken – Experten sprechen auch von Eigenmarken – zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Besitz von Handelsunternehmen sind und in der Regel auch nur dort vertrieben werden. Der Vorteil: Die Händler haben die Produktion selbst in der Hand und weil es sich meist um massentaugliche Artikel handelt, sichern sie sich obendrein Mengenvorteile. Daraus folgt: Sie können ihre Produkte billiger anbieten. Verbraucher wollen aber nicht nur sparen, sie legen auch Wert auf Qualität. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos in Kooperation mit der Lebensmittel Zeitung zu Handelsmarken. Danach findet ein Großteil der Befragten die Qualität beim Einkaufen sogar wichtiger als den Preis: Für 42 Prozent ist die Qualität das wichtigste Kaufkriterium, für 31 Prozent ist es der Preis. Was die Studie noch zeigt: Die Erwartungen werden offensichtlich erfüllt, denn 85 Prozent der Befragten sagen, Handelsmarken seien genauso gut wie Herstellermarken.


Verbraucher wollen nicht nur sparen, sie legen auch Wert auf Qualität.


Was Markenartikel aus Sicht der Hersteller teuer macht, fragten wir einige Anbieter im Test. Friederike Ahlers, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei Tiefkühlhersteller Frosta, erklärt, ein wesentlicher Grund für die höheren Kosten bei Frosta sei das spezielle Konzept, auf sämtliche Zusatz- und Hilfsstoffe zu verzichten. Das bedeute, die Zutaten allein müssten den Geschmack bringen und das verteuere den Einkauf. Auch Entwicklungsarbeit werde mitbezahlt. So habe es beispielsweise zwei Jahre gedauert, die Kunststoffbeutel auf ein sortenrein recycelfähiges Material umzustellen. Alfred Karl, Geschäftsführer von Tante Fanny Frischteig, erläutert, dass Marktforschung und Produktentwicklung eine Marke verteuerten. Der Handel erwarte von der Marke zudem eine breite Unterstützung, von der Einlistung bis hin zu einer bedarfsgerechten Logistik.

Der Kommunikationsverantwortliche von Iglo, Alfred Jansen, begründet die Preisunterschiede mit einer langjährig bewiesenen Qualität der Rohstoffe aus regionalem Anbau und einer „unverwechselbaren Rezeptur“. Auf ein möglichst genaues Nachahmen der traditionellen italienischen Küche kommt es Feinkosthersteller Barilla an. Die Zutaten würden sorgfältig ausgewählt, wobei in erster Linie der Geschmack, die Lebensmittelsicherheit und die Eignung für die Rezeptur wichtig seien.


Welche Hersteller hinter den Eigenmarken stehen, dazu wollten die meisten Anbieter keine Angaben machen.


Wir haben fünf verschiedene Fertigprodukte von Aldi, Lidl, Netto, Penny und Norma gegen entsprechende Markenartikel antreten und im Labor untersuchen lassen. Im Test: Tiefkühlrahmspinat, Blätterteig, Kartoffelsalat, Nasi Goreng und Pesto. Die Zutaten der 35 Produkte haben wir anhand der Packungen verglichen. Wie die Anbieter mit Fleisch oder Palmöl umgehen, haben wir gesondert erfragt.

Besser als gekauft: Klassisches Pesto Genovese lässt sich aus Basilikum, Pinienkernen, Parmesan, Knoblauch und Olivenöl leicht selber herstellen.


Foto: a_namenko/getty images

Die Qual der Wahl: Ob Sie Ihren Einkaufswagen mit Markenartikeln oder Discounterware füllen, ist Ihre Sache. Die Qualität ist vergleichbar.


Foto: FredFroese/getty images

DAS TESTERGEBNIS

Mal so, mal so: Von wegen gut und teuer – die Markenhersteller gehen nicht als eindeutige Sieger aus dem Test hervor. Mal haben Markenartikel die Nase vorn, mal die Discounterprodukte. Auch hier tut sich keiner der Discounter als eindeutiger Spitzenreiter hervor. Unterschiedlich gut oder schlecht steht es jedoch um einzelne Produktgruppen. Während sich etwa die Basilikumpestos als regelrechte Schadstoffschleudern entpuppten, liegen die Kartoffelsalate durchgehend im grünen Bereich.
Das ist drin: Ob Nasi Goreng oder Rahmspinat – die Zutatenlisten von Hersteller- und Eigenmarken ähneln sich stark. Anders die Pestos. Besonders pikant: Marktführer Barilla setzt auf Sonnenblumenöl und spart am Basilikum. Das steht in krassem Widerspruch zu seinem Versprechen, möglichst nah am Original zu produzieren. Discounterpestos sind oft besser.
Pestizide im Pesto … und das nicht zu knapp. Bis zu acht verschiedene Stoffe hat das Labor nachgewiesen. Weil die meisten aus dem Basilikum stammen dürften, darin jedoch in hohen Gehalten erlaubt sind, schöpfen sie die Grenzwerte nur zu einem geringen Teil aus. Fünf und mehr Pestizide zeugen dennoch von einer Mehrfachbelastung, die zur Abwertung führt. Denn nach wie vor ist ungeklärt, wie Pestizidcocktails im Körper wirken. Im Villa Gusto Pesto von Norma steckt zudem ein besonders bedenkliches Pestizid, das wir zusätzlich abwerten. Alle Pestos enthalten darüber hinaus mehr oder weniger große Mengen an unerwünschten Mineralölbestandteilen. In den Produkten von Barilla und Norma stecken auch MOAH. Zu dieser Stoffgruppe gehören Verbindungen, die Krebs auslösen. MOAH sollten laut Bundesinstitut für Risikobewertung möglichst gar nicht nachweisbar sein. Gesetzliche Regelungen für Mineralöl gibt es noch nicht.
Blätterteig mit Palmfett. Fertigblätterteig enthält häufig Margarine. Die ist billiger als Butter, bringt jedoch Palmfett ins Produkt. Es steht aus ökologischen und sozialen Gründen in der Kritik. Wir haben die Anbieter daher nach den Produktionsbedingungen gefragt. Ergebnis: Alle beziehen den Rohstoff entweder ganz (Tante Fanny, Norma, Penny) oder teilweise aus RSPO-zertifizierter Produktion. Der Standard greift zwar in einigen Punkten noch zu kurz, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Steht in der Tabelle „nicht zertifiziert“ bedeutet das, dass das Öl aus unbekannten Quellen stammt. Palmfett ist möglicherweise auch für den Eintrag der Mineralölbestandteile verantwortlich, die in allen Teigen stecken. Die MOAH-Funde in den Produkten von Norma und Penny resultieren dagegen vermutlich aus Altpapierverpackungen. Laut Hersteller könnten Umkartons die Ursache gewesen sein.
Salziges Nasi Goreng. Mit einer 400-Gramm-Portion Nasi Goreng hat man bereits mehr als die Hälfte der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesdosis von sechs Gramm Salz intus. Das Nasi von Norma ist dabei mit 0,79 Gramm pro 100 Gramm noch am salzärmsten. In den Produkten von Frosta und Netto verderben zwei besonders problematische Pestizide den Appetit. Alle bis auf das Produkt von Norma enthalten Hähnchenfleisch aus Brasilien. Nach Angaben der Hersteller stammt dieses aus einer konventionellen Tierhaltung, die etwas über den europäischen und deutschen Standards liege, etwa durch geringere Besatzdichten, offene Ställe und Tageslicht. Frosta setzt eigenen Angaben zufolge auch langsam wachsende Rassen mit etwas längeren Mastzeiten als üblich ein. Nach unseren Kriterien ist das nicht ausreichend. Weil das Fleisch in diesem Test aber nicht im Fokus steht, bewerten wir die Tierhaltung nicht, informieren aber darüber.
Belasteter Spinat. Alle Produkte enthalten gewisse Mengen an problematischem Nitrat und Cadmium, weil das Blattgemüse beides bevorzugt anreichert. Wenn die Gehalte mehr als die Hälfte der Grenzwerte für Tiefkühlspinat bzw. Blattgemüse erreichen, sehen wir das als „erhöht“ an. Den Freshona Rahmspinat von Lidl trifft es zweimal.
Kaum Probleme mit dem Salat. Lediglich die Nachweise des besonders bedenklichen Keimhemmers Chlorpropham führen zu Abzügen. Apro pos Zutaten: Alle Produkte enthalten Verdickungsmittel wie Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl. Sie binden das zugefügte Wasser im Salat, gelten aber als unbedenklich.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 144. Abkürzungen: MOSH = mineral oil saturated hydrocarbons; POSH = polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons; MOAH = mineral oil aromatic hydrocarbons.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel.2) Weiterer Mangel: Angabe von Nährwerten und prozentualen Ausschöpfungen der Referenzwerte, wenn sich diese auf eine Portion beziehen und die Ölzugabe laut Zubereitungsanleitung nicht berücksichtigt wird.3) Weiterer Mangel: Angabe einer unrealistisch kleinen Portionsgröße (Kartoffelsalat: 150 g, Pesto 38 g, Spinat: 150 g bzw. 170 g).4) Weiterer Mangel: Fehlende Angabe auf der Verpackung, aus welcher Haltungsform die Eier stammen.5) Auf Nachfrage hat der Anbieter mitgeteilt, dass die Eier aus Bodenhaltung stammen.6) Laut Anbieter wird das natürliche Aroma aus Basilikum gewonnen.7) Laut Anbieter werden seit Ende Januar 2018 PVC-freie Deckel eingesetzt.8 ) Laut zweier Anbietergutachten wurden in chargengleichen Rücksteilmustern nur drei Pestizidspuren nachgewiesen.9) Laut Anbieter wird das Produkt seit März 2018 ausschließlich mit RSPO-zertifizierter Rohware produziert. Dies sei durch das auf der Verpackung aufgebrachte RSPO-Logo ersichtlich.10) Laut unserer Laboranalyse zeigt die MOSH-Fraktion einen Hinweis auf eine Verunreinigung mit Poly-Alpha-Olefinen (PAO). Laut Anbieter wurde der Artikel eingestellt.11) Laut Anbieter wurde das Produkt Anfang 2018 auf Hähnchenbrustfleisch aus Deutschland umgestellt, welches nach dem QS-System zertifiziert ist. Die Haltungsbedingungen entsprechen laut Anbieter einer konventionellen Tierhaltung mit einer etwas geringeren Besatzdichte als in Deutschland vorgeschrieben. Die zweite in diesem Test untersuchte Charge stammte bereits aus Deutschland.12 ) Laut Anbieter ist für Juli 2018 eine Umstellung auf Hähnchenbrustfleisch aus Deutschland geplant, welches nach dem QS-System zertifiziert ist. Die Tiere wachsen laut Anbieter gemäß deutschen Vorgaben auf.13 ) Laut Anbieter wird die Rezeptur derzeit hinsichtlich des Salzgehalts überarbeitet.14 ) Besonders problematische Pestizide/ Keimhemmungsmittel: Oxyfluorfen (möglicherweise krebserregend für den Menschen laut EPA), Tebuconazol (möglicherweise krebserregend für den Menschen laut EPA), Tricyclazol (möglicherweise schädlich für das Hormonsystem laut ECHA-Datenbank, Datenlücken), Chlorpropham (vermutlich krebserregend laut Europäischem Gefahrstoffrecht).15 ) Tante Fanny bietet unter anderem auch einen Blätterteig mit 16 Prozent Butter an. Dieses Produkt haben wir ebenfalls untersucht. Es enthielt weniger Mineralöl (nach unserer Bewertung „stark erhöht“) und natürliche Aromen. Nach unseren Kriterien hätte es mit „ausreichend“ abgeschnitten.16 ) Laut Anbieter wurde die Deklaration überarbeitet und die Angabe der Portion entfernt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) der Nachweis von aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) der Kettenlängen C16 bis C50; b) ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4,0 mg/kg, wenn nicht schon für den Nachweis von MOAH um vier Noten abgewertet wurde (in der Tabelle: Mineralöl „sehr stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2,0 bis 4,0 mg/kg, wenn nicht schon für den Nachweis von MOAH um vier Noten abgewertet wurde (in derTabelle: „stark erhöht“); b) ein Cadmiumgehalt von mehr als 0,1 bis 0,2 mg/kg (in derTabelle „erhöht“); c) ein Nitratgehalt von mehr als 1.000 bis 2.000 mg/kg (in derTabelle „erhöht“). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1,0 bis 2,0 mg/kg (in der Tabelle: „erhöht“); b) fünf bis neun in Spuren nachgewiesene Pestizide; c) besonders bedenkliche Pestizide bzw. Keimhemmungsmittel in Gehalten von mehr als 0,01 mg/kg (hier: Tricyclazol, Tebuconazol, Oxyfluorfen, Chlorpropham); d) mehr als 3 g Salz pro 400-g-Portion Nasi Goreng (in derTabelle „erhöht“); e) ein Reisgehalt, der um mehr als 20 Prozent von der deklarierten Menge abweicht; f) Zusatz von natürlichen Aromen.
Unter den weiteren Mängeln führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Angabe einer unrealistisch kleinen Portionsgröße; c) fehlende Angabe auf der Packung, aus welcher Haltungsform die Eier stammen; d) Angabe von Nährwerten und prozentualen Ausschöpfungen der Referenzwerte, wenn sich diese auf eine Portion beziehen und die Olzugabe laut Zubereitungsanleitung nicht berücksichtigt wird.
Das Gesamturteil beruhtauf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unteroekotest.de → Suchen → „M1806“ eingeben.

Einkauf der Testprodukte: Februar bis April 2018.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST RÄT

► Den Rahmspinat von Norma, Aldi Süd und Iglo sowie die Kartoffelsalate von Netto, Homann und Lidl können wir rundum empfehlen – hier lohnt der Preisvergleich.
► Die Blätterteige und Pestos fallen insgesamt schlecht aus. Vor allem die „mangelhaften“ und „ungenügenden“ Produkte besser im Regal stehen lassen.
► Wenn Pesto, dann bessser Bio. Beim Selbermachen Bio-Basilikum verwenden.

ÖKO-TEST

„Positiv: Ob Marke oder Discounterprodukt, alle sind ohne Geschmacksverstärker.“

Birgit Hinsch , ÖKO-TEST-Redakteurin und Ernährungswissenschaftlerin


Foto: Anja Wägele

SO HABEN WIR GETESTET

Der Einkauf

Sind Produkte vom Discounter genauso gut wie vergleichbare Markenartikel? Das haben wir an 35 Produkten aus fünf Produktgruppen überprüft. Im Wettstreit: die Eigenmarken von Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Norma, Penny und Netto Marken-Discount gegen ein bekanntes Markenprodukt.

Die Inhaltsstoffe

Im Labor ließen wir die Produkte auf typische Schadstoffe untersuchen. So standen bei Rahmspinat Analysen zu Nitrat und Cadmium an, während die reishaltigen Nasi Gorengs unter anderem auf anorganisches Arsen getestet wurden. In fettreichen Produkten wie Pesto, Blätterteig und Kartoffelsalat suchten die Labore nach Mineralölbestandteilen und Fettschadstoffen. Bei den Pestos fahndeten sie auch nach Weichmachern, die aus den Schraubdeckeln übergegangen sein könnten. Gekühlte Artikel wie Blätterteig und Kartoffelsalat wurden mikrobiologischen Tests unterzogen. Weitere Analysen befassten sich mit dem Salzgehalt und Pestiziden.

Die Weiteren Mängel

Unter diesem Punkt reklamieren wir unter anderem zu kleine Portionsangaben auf den Verpackungen. Zudem prüfte ein Labor die Verpackungen auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen.

Die Bewertung

In den Pestos und Blätterteigen führen vor allem Belastungen mit Mineralöl (MOSH/POSH) und potenziell krebserregenden MOAH zu Abzügen. Nitrat und Cadmium im Rahmspinat bewerten wir in Anlehnung an die Grenzwerte für Tiefkühlspinat und Blattgemüse. Die Nasi-Goreng-Produkte enthalten durchweg zu viel Salz. Kritisch sehen wir auch Pestizide und Keimhemmungsmittel, die von internationalen Organisationen als besonders bedenklich eingestuft werden. Diese Stoffe gefährden in erster Linie die Anwender. Rückstände im Essen sollten vorsorglich ebenfalls vermieden werden.

Woher kommt das Fleisch? Das können Verbraucher per QR-Code herausfinden; wie die Tiere gehalten wurden, erfahren sie jedoch nicht.


Foto: ÖKO-TEST