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TEST Donuts: Do nut eat


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2016 vom 29.09.2016

Schlechte Nachrichten für Donutfans. Die Schadstoffe, die unser Test von 15 Marken zutage gefördert hat, sind echte Spaßbremsen. Kein Produkt ist besser als „ungenügend“.Von Birgit Hinsch


Artikelbild für den Artikel "TEST Donuts: Do nut eat" aus der Ausgabe 10/2016 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 10/2016

Wenn es nach Homer Simpson geht, dann ist ein Tag ohne Donuts ein verlorener Tag. Das Oberhaupt der Familie Simpson isst die Hefeteigkringel für sein Leben gern. Zur Not legt er sich sogar mit dem Teufel an, wie in der Episode „Donut Hell“. Doch der Preis, den der Teufel verlangt, ist hoch: Seele gegen Donut, lautet das Angebot. Homer willigt ein, kann es dann aber doch nicht lassen und verschlingt einen pinkfarbenen ...

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... Hefekringel – schlauerweise bis auf einen kleinen Rest. Der kommt in den Kühlschrank. So weit, so gut. Wäre da nicht der nächtliche Appetit auf Süßes. Denn kaum hat Homer die Kühlschranktür geöffnet, ist auch schon das Reststück verspeist. Die Strafe folgt auf dem Fuß, es geht für einen Tag in die Hölle. Doch dort erwarten Homer keine schlimmen Torturen. Vielmehr soll Homer alle Donuts der Welt essen, will er seine Seele zurückhaben. Der Teufel ist fassungslos. Was andere Menschen binnen Kurzem zur Verzweiflung treibt, ist für den Simpson-Vater ein Klacks. Er kann gar nicht genug kriegen und will sogar noch mehr.

Schließlich kommt Homer aber doch wieder frei – und auch die Donutströme sind nicht versiegt. Die US-Kultserie dürfte sogar mit dazu beigetragen haben, dass sich die süßen Kringel auch außerhalb der Staaten etabliert haben. Egal ob in Großbritannien, Belgien, Deutschland oder Spanien – vielerorts finden sich mittlerweile Filialen der amerikanischen Donutketten Krispy Kreme und Dunkin’ Donut. Lokale Ketten folgten. Großen Anteil am Wachstum haben zudem Tiefkühl-Donuts, die über den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben werden, berichtet die Fachzeitschrift Brot + Backwaren. Zu diesem Zweck seien zahlreiche neue Produktionsstätten in Europa entstanden, etwa von der CSM-Gruppe mit Sitz in den Niederlanden oder Vandemoortele aus dem belgischen Gent. Beide Unternehmen beliefern Supermärkte und Bäckereien seit geraumer Zeit mit vorgefertigten Backwaren.


Viele Zusatzstoffe stecken in der Glasur und den bunten Streuseln


Doch was macht Donuts eigentlich aus – außer dass sie süß und fettig sind? Bäckereifachleute ordnen sie den Fettgebäcken zu, auch Siedegebäcke genannt. Dazu gehören weitere bekannte fetttriefende Vertreter: Berliner und Schmalzkringel etwa. Wichtigstes Kennzeichen dieser Gebäcke: Sie werden in heißem Fett schwimmend ausgebacken. Früher wurden dafür gehärtete Pflanzenfette verwendet, heute bevorzugt man Palmöl. Der Vorteil: Das Öl ist bei Zimmertemperatur fest, es ist sehr hitze- und oxidationsbeständig und frei von ungesunden Transfettsäuren. Letztere kommen besonders in gehärteten Fetten vor – ein wesentlicher Grund, weshalb Frittierfette heute nicht mehr daraus hergestellt werden. Der Vorteil ist allerdings teuer erkauft, denn der Anbau von Palmöl hat bekanntermaßen riesige Flächen ursprünglicher Regenwälder und Torfmoore vernichtet – vor allem in Indonesien und Malaysia. Auch heute schreitet der Palmölanbau noch voran.

Donuts zeichnen sich darüber hinaus durch eine besonders fluffige Konsistenz aus. Anders als Berliner etwa, die mehr Biss haben. Der Donutteig wird deshalb nicht nur mit Hefe gelockert, sondern geht erst durch zusätzliches Backpulver ausreichend stark auf. Fachleute sprechen von Pfannentrieb. Oftmals werden zusätzlich Diphosphate eingesetzt, die die Teiglinge beim Frittieren stabilisieren. Hinzu kommen Zusatzstoffe, die neben den Hauptzutaten Mehl, Zucker und Margarine in den meisten industriellen Backwaren stecken: Emulgatoren sowie Stabilisatoren, etwa Guarkernmehl. So richtig lang werden die Zutatenlisten erst durch die Deko auf den Donuts. Aufgestreuter Zucker ist dabei noch die einfachste Variante. Wenn es auf der Oberseite jedoch schoko-ladig, rosa, blau, gesprenkelt, gestreift oder gestreuselt zugehen soll, dann sind weitere Zutaten im Spiel: Palmöl, Palmkernfett, Kokosfett, Zucker, Emulgatoren, Farbstoffe und Aromen, um die wichtigsten zu nennen.

ÖKO-TEST rät

Alle Produkte sind stark mit Schadstoffen belastet, sodass wir keinen Donut empfehlen können. Produkte mit Palmöl stehen zudem aus ökologischen Gründen in der Kritik.
Donuts enthalten außerdem viel Fett und Zucker. Schon aus diesem Grund sollten sie als Süßigkeit betrachtet werden, die man nur ab und zu genießt.
Veganer aufgepasst: Pinkfarbene Donuts sind in der Regel mit dem roten Läusefarbstoff E 120 Echtes Karmin gefärbt. Glänzende (glazed) Donuts können das Überzugsmittel Schellack (E 904) enthalten, das aus dem Sekret weiblicher Lackschildläuse gewonnen wird. Als Frosted werden Donuts mit matter Glasur bezeichnet.

Wir wollten wissen, was unter all den bunten Dekoglasuren steckt und haben 15 Produkte eingekauft. Unsere wichtigsten Anlaufstellen waren Donutketten, Backshops sowie die Tiefkühltruhen verschiedener Märkte. In den Laboren wurden die Kringel gewohnt umfangreich untersucht.

Das Testergebnis

■.Alles auf Rot. Homer Simpson ist’s wahrscheinlich egal, aber wir können beim besten Willen kein Produkt empfehlen. Verantwortlich für das schlechte Abschneiden sind vor allem hohe Gehalte an Fettschadstoffen und Mineralöl. Zu den Schlechtesten unter den Schlechten gehören unter anderem die Donuts von McDonald’s und die Marke The Simpsons Donuts Pink Glazed – sie nehmen wirklich fast alles mit, was wir an Schadstoffen zu kritisieren haben.
■.Palmöl macht Probleme. Der Rohstoff aus den Früchten der Ölpalme bläst die Kringel nicht nur kalorisch auf, sondern ist oftmals vergleichsweise stark mit Glycidyl-Fettsäureestern belastet. Diese Fettschadstoffe gelten als besonders gefährlich. Erst kürzlich hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Risiken neu bewertet. Demnach wird Glycidol, das im Körper aus Glycidylestern freigesetzt wird, als erbgutschädigend und krebserregend eingestuft. Das bedeutet, jede noch so kleine Menge kann die DNA schädigen. ÖKO-TEST bewertet Glycidyl-Fettsäureester deshalb doppelt so streng wie die Gruppe der Fettschadstoffe insgesamt, die sich aus 3-MCPD- und Glycidylfettsäureestern zusammensetzt. Dabei orientieren wir uns an der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge (TDI) für 3-MCPD und seine Ester. Diese wurde ebenfalls neu festgelegt – und zwar auf einem deutlich niedrigeren Niveau als vorher. Das Ziel: Vor allem jüngere Altersgruppen bis 18 Jahre sollen besser geschützt werden. 3-MCPD hat in Tierstudien die Nieren geschädigt und in hohen Dosen zu gutartigen Tumoren geführt.

Das Ergebnis im Test: Alle Donuts enthalten auffallend hohe Mengen der besonders bedenklichen Glycidylester. Am meisten steckt in den Dunkin’ Donuts und den Donuts von Real. Die Gehalte sind fast drei Mal so hoch wie unsere Abwertungsgrenze, ausgehend von einem Erwachsenen und einem Donut als Portion. Am wenigsten fand sich in den Produkten von Le Crobag und Tasty Donuts sowie in den Minidonuts von Edeka, Rewe und Poppies – hier wird die Grenze nur zu mehr als der Hälfte ausgeschöpft. Punktabzug gibt es trotzdem. Unabhängig davon enthalten fast alle Donuts auch 3-MCPD-Ester in ab- wertungsrelevanten Mengen – doppelt abgewertet haben wir aber nicht.

Die Katze im Sack? Welche Informationen wir erhielten und welche nicht

Sei es am Bäckerstand, im Imbiss oder Fast-Food-Restaurant – unverpackt angebotene Lebensmittel unterliegen bestimmten Informationspflichten. Der Betreiber kann knapp oder ausführlich informieren. Im ersten Fall weist er per Fußnote am Produkt auf Zusatzstoffe wie Phosphatverbindungen oder Konservierungsmittel hin. Auf dem zugehörigen Schild heißt es dann beispielsweise „mit Phosphat“ oder „konserviert“. Will er ausführlich informieren, dann müssen alle Zusatzstoffe in einem Buch oder auf einem Aushang schriftlich niedergelegt sein. Kunden sollten jederzeit die Möglichkeit haben, die Informationen einzusehen. Seit Dezember 2014 ist zudem die Auskunft über Allergene Pflicht. Nicht erforderlich ist hingegen die Angabe der vollständigen Zutatenliste. Dass all das nicht immer optimal umgesetzt wird, stellte unser Einkäufer während des Testeinkaufs fest. Die kompletten Zutaten fand er nur in den Backshops vonLidl, Real, Kaufland undNetto Marken-Discount. Die Filiale vonHappy Donazz stellte die gesetzlichen Mindestangaben bereit.Backwerk undLe Crobag informierten in den aufgesuchten Shops lediglich über Allergene, während in der Filiale vonTasty Donut zwar Listen auslagen, an den Produkten aber Fußnoten fehlten – ein Befund, den der Anbieter aber dementierte. Nachgereichte Fotos aus der Filiale würden beweisen, dass alles in Ordnung gewesen sei. AuchLe Crobag wies darauf hin, dass die vollständigen Unterlagen auf Nachfrage immer ausgehändigt würden.McDonald’s legt nach eigener Darstellung großen Wert auf ausführliche Informationen, was unser Einkäufer in dem besuchten McCafé allerdings nicht bestätigt fand. Auf der Homepage fanden wir dann aber die kompletten Zutaten der gekauften Donuts. Und BranchenrieseDunkin’ Donuts? Dieser informierte über Allergene, zu eingesetzten Zusatzstoffen fanden wir jedoch keine Angaben.

Schachtelweise Donuts. Das bunte Siedegebäck wird oftmals in 6er- oder 12er-Boxen angeboten.


Eine Frage der Qualität. Wie viel Glycidyl-Fettsäureester gebildet werden, hängt Experten zufolge ursächlich mit der Behandlung der Ölfrüchte vor der Verarbeitung zusammen. Werden die Früchte beispielsweise bei der Ernte beschädigt oder weit transportiert, dann entstehen vermehrt Vorläufersubstanzen für die Bildung von Glycidylestern. Sind viele dieser Verbindungen im Öl, muss zudem mit höheren Temperaturen nachbehandelt werden, wodurch noch mehr Ester entstehen. Bessere Qualitäten sind demnach möglich, wenn die Palmfrüchte sorgfältig geerntet und schonend erhitzt werden. Das Öl ist dann allerdings deutlich teurer.
Mit Mineralöl belastet. Alle Donuts sind überdies mit gesättigten Mineralölen (MOSH oder POSH) belastet. Viermal wurden auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen, die möglicherweise krebserregende Verbindungen enthalten. Wie diese Verunreinigungen in die Donuts kommen, lässt sich anhand der Analysen nicht sagen. Denkbar sind Einträge aus Verpackungen, der Umwelt oder der Produktion. Mineralöle sind unerwünscht, da sie sich im Körper anreichern und in Tierversuchen Organe geschädigt haben. Verbindliche Grenzwerte wurden bislang nicht festgelegt. Wir orientieren uns an der geplanten Mineralölverordnung, wonach aus Papier- und Kartonverpackungen höchstens zwei Milligramm MOSH je Kilogramm Lebensmittel übergehen sollten. Gehalte, die mehr als doppelt so hoch sind, bewerten wir als „sehr stark erhöht“.
Nicht immer frisch. Frittierfette können sich während des Gebrauchs stark verändern. Durch den Einfluss von Sauerstoff kommt es beispielsweise zu erhöhten polaren Anteilen. Laut einer Empfehlung des Arbeitskreises Lebensmittelchemischer Sachverständiger (ALS) sollte der Anteil 24 Prozent nicht übersteigen. Fünf Donuts liegen jedoch darüber, wofür wir eine Note abziehen. Erhöhte polare Anteile weisen auf einen beginnenden Fettverderb hin.

Streitfall Donuts? Nein, eigentlich nicht. Wenn es schon mal ein Donut sein soll, dann ist Teilen eine gute Idee.


■.Guter Geschmack, softe Konsistenz. Donuts sollen schmecken und schön soft sein. Warum acht Hersteller aber Aromen einsetzen, erschließt sich nicht. So kommen vier andere (Kaufland, Netto, Rewe und Lidl) ohne aus, selbst in den pinkfarbenen Sorten. Phosphate kommen häufiger vor, vielleicht weil sich die besondere Konsistenz anders nicht erreichen lässt? Die andere Seite der Medaille: Zugesetzte Phosphate können laut aktueller Erkenntnisse aus dem Bereich der Nierenmedizin die Kompensationsmechanismen des Körpers überfordern und zu erhöhten Phosphatspiegeln im Blut führen. Das kann die Gefäße schädigen. Außerdem gilt: Wenn der Stoff schon verwendet wird, dann sollte er auf dem Etikett auch genannt und nicht hinter der Bezeichnung E 450 i versteckt werden, wie dies bei den Donuts von Real der Fall ist.
■.Künstlich bunt. Die blauen Streusel auf den Happy Donazz-Sorten Homer’s Donut und Rainbow sind künstlich eingefärbt. Das ist gesundheitlich zwar nicht bedenklich, macht die Produkte aber nicht besser, sondern höchstens bunter. Andere Anbieter setzen für Streusel färbende Lebensmittelextrakte etwa aus Kurkumin, Spinat oder Rote Beete ein.
■.Erfreuliches zum Schluss. Alle Produkte enthalten nur sehr geringe Spuren von schädlichen Transfettsäuren und gar kein Acrylamid.

So reagierten die Hersteller

CSM Deutschland , Hersteller der B & B Pinky Donuts und der The Simpsons Donuts Pink Glazed, erklärte, ausschließlich unbelastete Verpackungen aus Frischfasern zu verwenden und damit diesen Eintragsweg für Mineralölbestandteile auszuschließen.

Rote Ampel für Fett und Zucker

Mehr als 20 Gramm Fett pro 100 Gramm und mehr als 12,5 Gramm zugesetzter Zucker pro 100 Gramm – das schaffen die meistenDonuts im Test spielend. Nach der Ampelkennzeichnung der britischen Organisation Food Standard Agency (FSA) stehen diese Gehalte für Rot, sprich, solche Produkte sollten nur gelegentlich gegessen werden. Stellt sich die Frage, ob anderer Süßkram von unterwegs besser ist?Berliner zum Beispiel? Nein, auch hier stehen die Zeichen in der Regel auf Rot, insbesondere für den Zucker. Der durchschnittliche Fettgehalt dürfte etwas niedriger sein, da könnte ein Gelb drin sein. Dann vielleicht einenBlaubeermuffin ? Nein, auch keine Alternative, Fett und Zucker sind auf Rot. EinAmerikaner ? Okay, das Fett ist gelb, dafür ist der Zucker dunkelrot. Und einCroissant mit Nougatfüllung ? Keine Chance, jede Menge Fett und reichlich Zucker. Die Kalorien pendeln sich im Übrigen für alle Produkte bei 350 bis 450 Kilokalorien pro 100 Gramm ein. Im Vorteil ist, wer die getesteten Minidonuts von Rewe, Poppies oder Edeka verzehrt. Sie wiegen nur rund 30 Gramm. Mit diesen Kleinen besteht immerhin die Chance, es bei einem Kringel zu belassen. Unterwegs sindQuarkbällchen mit 25 Gramm eine „leichte“ Alternative.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Die Angebotsformen und Einkaufsstätten für Donuts sind unterschiedlich. So kauften wir von Rewe, Edeka, Ikea und Markenhersteller Poppies tiefgefrorene Ware, die nur noch aufgetaut werden muss. Meist werden Donuts aber lose, das heißt unverpackt, angeboten, etwa von Donutketten wie Dunkin’ Donuts oder Tasty Donuts. Weitere Produkte erstanden wir bei McDonald’s und in den Backshops einiger Supermärkte und Discounter. Donuts leben von der Vielfalt. Sofern vorhanden, wurden deshalb bis zu drei Sorten verschiedener Donuts eingekauft. Gefüllte Produkte blieben außen vor.

Die Inhaltsstoffe

Donuts werden in Fett gebacken. Mögliche Schadstoffe, die durch die verwendeten Fette und Öle in die Produkte eingetragen werden könnten, standen deshalb im Fokus der Laboruntersuchungen. Im Einzelnen ließen wir schädliche 3-MCPD- und Glycidylfettsäureester sowie Mineralölbestandteile bestimmen. Auf den Einsatz verdorbener Fette prüften wir unter anderem per Analyse der polaren Anteile im extrahierten Fett. Weitere Untersuchungen betrafen Acrylamid, Transfettsäuren und die Fett- und Zuckergehalte. Umstrittene Zusätze wie Aromen und Phosphate überprüften wir anhand der deklarierten Zutaten.

Die Weiteren Mängel

Offen angebotene Lebensmittel benötigen keine Zutatenliste. Weil wir aber trotzdem wissen wollten, was in den losen Donuts steckt, fragten wir die Hersteller nach den entsprechenden Informationen.

Die Bewertung

Stark erhöhte Gehalte an Fettschadstoffen und erhebliche Belastungen mit Mineralölbestandteilen ziehen die Noten in den Keller. Die oft verwendeten Aromen und Diphosphate tun ein Übriges, sodass letztlich kein Donut besser als „ungenügend“ abschneidet. Zu deutlichen Punktabzügen unter den Weiteren Mängeln kam es, wenn Anbieter unsere Anfrage nach den Zutaten unbeantwortet ließen.

Beschädigungen der Palmölfrüchte vor der Verarbeitung führen zu erhöhten Fettschadstoffgehalten im Produkt.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar:
Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 172.
Anmerkungen: 1)
Inhaltsstoff e / umstrittene Zusätze: Das natürliche Aroma ist laut Deklaration nur in der Sorte Zucker enthalten.2) Inhaltsstoff e / umstrittene Zusätze: Das Aroma ist laut Angaben auf der Homepage in der Sorte Candy Donut, die Diphosphate und Polyglycerin-Polyricinoleat sind in der Sorte Schoko Donut enthalten. Weiterer Mangel: Die Zutat „modifi-zierte Stärke“ im Candy Donut ist mit der falschen E-Nummer E 450 gekennzeichnet. Laut Anbieter handelt es sich um RSPO-zertifiziertes Palmöl, weitere Angaben wurden nicht gemacht.3) Weiterer Mangel: Der Zusatzstoff Diphosphat wurde in der Zutatenliste nur unter der E-Nummer E 450i aufgeführt.4) Weiterer Mangel: Die Hersteller stellten uns die Zutaten auf unsere Nachfrage nicht zur Verfügung.5) Inhaltsstoff e / Fettschadstoff e: Die Bewertung basiert in diesem Fall vorrangig auf dem Gehalt an Glycidylestern, berechnet als Glycidol.6) Laut Anbieter hat sich die Rezeptur geringfügig geändert.7) Inhaltsstoff e / umstrittene Zusätze: Der künstliche Farbstoff Patentblau V (E 131) ist laut Anbieter in den Sorten Homer’s Donut und Rainbow enthalten.8) Laut Anbieter handelt es sich bei dem eingesetzten Palmöl um RSPO-zertifizierte Ware aus Segregation (nachhaltig erzeugtes Palmöl aus verschiedenen Produktionsstätten bleibt über die ganze Lieferkette von nicht zertifiziertem Palmöl getrennt). Ein Nachweis wurde nicht vorgelegt.9) Inhaltsstoff e / umstrittene Zusätze: Das Aroma ist laut Packung nur im weißen Donut enthalten.Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Gehalt von mehr als 24 μg Glycidylester pro Donut, berechnet als Glycidol, (in der Tabelle: „Fettschadstoff e stark erhöht“); b) die Summe der Fettschadstoff e 3-MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester (berechnet als 3-MCPD) von mehr als 48 μg pro Donut, sofern nicht bereits für den Gehalt an Glycidylestern, berechnet als Glycidol, um vier Noten abgewertet wurde. Die Bewertung erfolgte in Anlehnung an die tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI) für 3-MCPD und dessen Fettsäureester von 0,8 μg/kg Körpergewicht, herausgegeben von der EFSA im Mai 2016. Als Körpergewicht haben wir 60 kg zugrunde gelegt. Das Donutgewicht entsprach den auf den Packungen angegebenen bzw. im Labor ermittelten durchschnittlichen Stückgewichten; c) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoff en (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in der Tabelle: „sehr stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt von mehr als 12 μg Glycidylester pro Donut, berechnet als Glycidol, (in der Tabelle: „Fettschadstoff e erhöht“); b) die Summe der Fettschadstoff e 3-MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester (berechnet als 3-MCPD) von mehr als 24 μg pro Donut, sofern nicht bereits für den Gehalt an Glycidylestern, berechnet als Glycidol, um zwei Noten abgewertet wurde; c) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoff en (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle: „stark erhöht“); d) der Nachweis von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoff en (MOAH), sofern nicht bereits für gesättigte Mineralölkohlenwasserstoff e um vier Noten abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoff en (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 0,5 bis 2 mg/kg (in der Tabelle: „erhöht“); b) zugesetztes Aroma / natürliches Aroma in mindestens einer der untersuchten Donutsorten eines Anbieters; c) Diphosphate (E 450) in mindestens einer der untersuchten Donutsorten eines Anbieters; d) Polyglycerin-Polyricinoleat in mindestens einer der untersuchten Donutsorten eines Anbieters; e) ein polarer Anteil im Fett von 24 Prozent oder mehr (Hinweis auf Fettverderb); f) künstlicher Farbstoff . Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: die auf unsere Nachfrage nicht zur Verfügung gestellten Zutaten in loser Ware. Zur Abwertung um jeweils eine Note führt: a) die Deklaration der eingesetzten Diphosphate lediglich als E 450i; b) die Kennzeichnung eines Zusatzstoff es mit der falschen E-Nummer. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.Einkauf der Testprodukte: Juli 2016.
Testmethoden
undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de  Suchen  „M1610“ eingeben.Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.


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