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TEST Energiesparlampen: Kein Highlight


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2009 vom 03.04.2009

Sie sollen eigentlich das Klima retten. Jetzt die große Überraschung in unserem Test: Die Einsparmöglichkeiten von Energiesparlampen sind viel geringer als versprochen. Zudem erzeugen die Öko-Leuchten Elektrosmog und eine schlechte Lichtqualität.


Artikelbild für den Artikel "TEST Energiesparlampen: Kein Highlight" aus der Ausgabe 3/2009 von ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: CCVision.de

Das Einsparpotenzial ist begrenzt

Klimaschutz ist das Thema der Stunde. Und weil dieser in vielen Bereichen nicht vorankommt und auch niemand den PS-starken Klimakillern auf unseren Straßen den Garaus machen will, soll es nun die Energiespar lampe richten. Denn eine solche Maßnahme tut den Bürgern am wenigsten weh.

Laut Bundesumweltministerium ...

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... gehen aber nur rund 1,5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts – also inklusiv Heizung – auf das Konto von Licht und Lampen. Das Einsparpotenzial von Lampen ist also begrenzt. Viel größere Stromfresser im Haushalt sind die vielen technischen Geräte. Kühlschränke etwa werden zwar immer effizienter, aber auch größer und aufwendiger. So verbrauchen sie unterm Strich mehr als in der Vergangenheit. Auch die Unterhaltungstechnik trägt kräftig dazu bei, dass die Stromrechnung nach oben schnellt.

Unsere Empfehlungen

■ Energiesparlampen sind kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative zu Glühlampen.
■ Wer Energiesparlampen einsetzt, sollte zumindest auf einen Abstand von ein bis eineinhalb Meter zum Körper achten, um Elektrosmog zu vermeiden. Die schlechte Lichtqualität lässt sich allerdings nicht verbessern.
■ Energiesparlampen eignen sich noch am besten für Leuchten, die auch seitliches Licht abgeben, zum Beispiel Deckenleuchten mit einer Opalglasabdeckung. Bei gerichtetem Licht sind sie nicht ausreichend hell und an Orten, wo häufig an- und ausgeschaltet wird, halten die Standardlampen in der Regel nicht wirklich lange. Wenn als Alternative das Licht dauerhaft brennen bleibt, ist der Vorteil der Stromersparnis zu einem großen Teil wieder dahin.
■ Um die Helligkeit einer 60-Watt-Glühbirne zu erreichen, sollte man eine Energiesparlampe mit mindestens 15/16 Watt oder besser noch mit 20/21 Watt einsetzen.

Glühbirne ade

Dennoch: Würden Glühbirnen in Deutschland komplett durch Energiesparlampen ersetzt, könnten die Haushalte laut Deutscher Energieagentur (Dena) sechs Prozent ihres Strombedarfs sparen und jährlich vier Millionen Tonnen Treibhaus gase vermeiden. Tatsächlich hat sich der Absatz der Energie sparlampen hierzulande im Jahre 2007 schon verdoppelt. Dr. Jürgen Waldorf, der Geschäftsführer des Fachverbands ZVEI, schätzt den Anteil der Energiesparlampen mittlerweile auf 17 bis 18 Prozent.

Ohnehin ist das Aus für die Glühlampe in Europa so gut wie besiegelt, und zwar schrittweise ab September 2009. Der Verordnung vorausgegangen war 2005 die sogenannte Ökodesign- Richtlinie, die zum Ziel hat, in verschiedenen Produktgruppen Energie einzusparen und damit die Umwelt zu schonen. Wie das genau aussehen soll, wird nun nach und nach in separaten Ausführungsverordnungen festgelegt. In einem ersten Schritt werden die Haushaltslampen geregelt, also Lampen, die zur Raumbeleuchtung eingesetzt werden. Dabei wurden Effizienzkriterien formuliert, die die Glühlampen nicht mehr erfüllen können. Damit das Aus nicht abrupt am 1. September 2009 erfolgt, gibt es in einer Übergangszeit Ausnahmeregelungen.

Energiesparlampen sind im Prinzip nichts anderes als kleine, gebogene Leuchtstoffröhren, die aufgrund ihrer Technik weniger Watt verbrauchen, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen. Im Fachjargon heißen sie neben Kompaktleuchtstofflampen auch Gasentladungslampen. Denn sie sind mit einem Gas – oft Argon – gefüllt, dem Quecksilber beigemischt ist, das zum Leuchten gebracht wird. Bei solchen Lampen ist ein Vorschaltgerät nötig, das den Strom und damit die Entladung begrenzt. Die heute meist elektronischen Teile sind in den Sockel integriert.

Ärgerte sich der Verbraucher anfangs sehr über das funzelige, kalte blaue Licht, die hässliche und sperrige Form der Lampen und die geringe Lebensdauer, so hat sich die Technik in den vergangenen Jahren verbessert. Vor allem mit der Lampengröße sind die Hersteller gefordert. Denn um einen guten Lichtstrom zu erzielen, brauchen sie eine bestimmte Brennerlänge. Mit kleinen Lampen ist das technisch schwierig. Da sie bei den Kunden aber gefragt sind, ist es für die Hersteller eine Gratwanderung. Da reduzieren manche den Lichtstrom, um kompakter bauen zu können. Grundsätzlich sind die Lampen unterschiedlich konzipiert und nicht für alle Einsatzzwecke gleich gut geeignet. Die Tendenz geht zu immer kleineren und formschöneren Modellen in den Abmes sungen der klassischen Glühbirne. Häufig wird die Leuchtröhre deshalb in eine zusätzliche Glashülle in Birnen- oder Kugelform integriert. Dadurch geht allerdings rund 20 Prozent des Lichts verloren.

Die durchschnittliche Le bensdauer beträgt nach Herstellerangaben meist 6.000 bis 8.000 Stunden. Bei der üblicherweise ange nommenen Leuchtdauer von drei Stunden am Tag und somit rund 1.000 Stunden pro Jahr entspricht das sechs bis acht Jahren.Longlife -Spitzenmodelle erreichen heute aber auch schon 15.000 Stunden, zumindest nach Deklaration. Auch der für den Betrachter sichtbare Eindruck der Lichtfarbe hat sich stark verändert. So werden heute verschiedene Lichtstimmungen angeboten, darunter auch ein warmes Licht, das der Glühbirne nahekommen soll. Leistungsstarke, besonders kompakte Topmodelle mit langer Lebensdauer, guter Schalttechnik und eventuell sogar noch dimmbar, haben aber ihren Preis und können durchaus fast 30 Euro pro Stück kosten.

Die Standardmodelle sind dagegen sehr preiswert geworden. Ausländische Billigprodukte werden sogar schon unter einem Euro angeboten, was man wohl wirklich als Dumpingpreis bezeichnen kann, denn dafür kann das Produkt kaum hergestellt, transportiert und entsorgt werden.

Die Frage ist nur, ob die Lampen halten, was sie versprechen. Zum Beispiel auch Werbeslogans wie „eine Energie sparlampe spart bis zu 190 Euro“. ÖKO-TEST wollte die Leistungsfähigkeit, die Lebensdauer und die Energieeinsparpoten ziale, aber auch die gesund heitlichen Wirkungen des Sparlichts testen und kaufte 16 verschiedene warmweiße Energiesparlampen mit zehn bis zwölf Watt, die jeweils die 60-Watt- Glühbirne e rset zen sollen – alle mit E27-Schraubsockel, und zwar sowohl die klassische Röhren- wie auch die Birnenform. Im Vergleich dazu ließen wir eine matte 60-Watt-Allgebrauchsglühlampe und eine neuartige 42-Watt-Halogenlampe in Glühbirnenform mit Schraubsockel testen, die immerhin 30 Prozent Energie ersparnis gegenüber der Glühbirne bringen soll.

Kaum gespart: Energiesparlampen schonen das Portemonnaie des Verbrauchers weniger als angenommen.


Foto: Obi Baumarkt

Das Testergebnis

■ … kann nicht überzeugen. Knapp ein Drittel der Energiesparlampen war bestenfalls „befriedigend“, der Rest schlechter, und vier Modelle – dieEnergiesparlampe 11 W von Global World Trading, dieFlair Energy 11 W von Hornbach, dieLuxxx Energy- Saver Advance 11 W und dieSwiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W – sind sogar richtige Flops, weil jeweils beide Testexemplare frühzeitig ausfielen. Sie erreichten nicht einmal 3.125 Stunden. Bei dem Schweizer Modell kommt noch hinzu, dass es kaum Licht abgibt. Eine einzige Lampe, dieGeneral Electric Energy Saving Elegance 11 W , verpasste immerhin die „gute“ Gesamtnote nur knapp. Fazit unseres Tests: Für viele Anwendungsfälle sind Energiesparlampen nicht oder weniger geeignet. Zu den technischen Unzulänglichkeiten kommen noch die gesundheitlichen Risiken. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob die Klimaschutzziele nicht mit anderen Mitteln besser und weniger risikoreich zu erreichen sind.

Helligkeit

■ In puncto Helligkeit können es nur vier Lampen einigermaßen mit der 60-Watt- Glühbirne aufnehmen, die sie ersetzen sollen. Im Neuzustand beleuchtete nur dieOsram Dulux Superstar 12 W die Fläche eines Arbeits- oder Esstisches genauso hell wie eine 60-Watt-Glühbirne. Die anderen Pro dukte zeigten schon gleich zu Anfang ein recht funzeliges Licht, die von Swiss Lights brachte es nur auf 34 Prozent Helligkeit im Vergleich zur Glühbirne.
Eine Vorgabe, was die Energiesparlampe leisten muss, damit sie als adäquater Ersatz für die Glühbirne gilt, gibt es nicht. Wir haben gemessen, wie viel Licht (in Lux) auf eine Fläche fällt. Die Hersteller messen dagegen – wenig praxisorientiert – den Lichtstrom gemäß dem Industriestandard in der sogenannten ulbricht schen Kugel nach allen Seiten und geben ihn in Lumen an. Dass nicht alle Modelle so hell sind wie die Glühbirne, zeigt schon die Deklaration der Hersteller. Angegeben werden Werte zwischen 347 und 660 Lumen – unsere Vergleichsglühbirne hatte 710 Lumen.
■ Grundsätzlich schneiden die Energiesparlampen im Falle von gerichtetem Licht wie bei einer Esstischleuchte, einer Schreibtisch- oder Leseleuchte mit Lampenschirm, relativ schlecht ab. Ohne Reflektor geben sie zur Seite hin mehr Licht ab, allerdings nicht rundum gleich viel, wie es bei der Glühlampe der Fall ist. Durch die Röhrenform gibt es hellere und dunklere Positionen, „Schokoladenseite“ nennt das einer der Hersteller.
■ Was nützt eine akzeptable Helligkeit im Neuzustand, wenn sie nach einiger Zeit deutlich abnimmt? Nach 2.000 Stunden Betriebsdauer, was im Schnitt zwei Jahren entspricht, war von der Anfangshelligkeit im schlechtesten Fall – wiederSwiss Lights Classic 68 – nur noch 43 Prozent übrig. Da ist der Begriff Funzel noch nett. Dagegen schnitt die Energiesparlampe von General Electric mit einem Verlust von nur acht Prozent noch mit „sehr gut“ ab und war somit Testsieger in Sachen Helligkeit.
■ Der Kältetest bei null Grad Celsius zeigte, dass viele Lampen keinen oder keinen nennenswerten Helligkeitsverlust bei niedrigen Temperaturen haben. Allerdings brauchen sie meist sehr lange, bis die volle Helligkeit erreicht ist. Auch bei praxisrelevanten 22 Grad schwankte die Zeit, bis eine Lampe 95 Prozent ihrer „eingependelten“ Helligkeit erreicht hat, zwischen 15 Sekunden und fünf Minuten. Eingependelt deshalb, weil einige Lampen kurzzeitig eine maximale Helligkeit erreichen, dann aber wieder dunkler werden. Bei vier Lampen finden wir die Aufwärmphase mit vier und mehr Minuten zu lang.

Lichtqualität

■ Alle Energiesparlampen haben eine sehr schlechte Lichtqualität. „Das hat mit natürlichem Tageslicht aber gar nichts mehr zu tun“, fasst unser baubiologischer Berater Wolfgang Maes das Ergebnis zusammen. „Das ist kein Licht, das ist Dreck!“, kommentierte ein Lichtkenner, als er die Ergebnisse der ÖKO-TEST-Messungen von Lichtfarbe, -flimmern und Elektrosmog sah. Wegen der schlechten Lichtqualität sind die Energiesparlampen ein biologischer Risikofaktor. Immer mehr kritische Wissenschaftler und Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Gefahren und Auswirkungen schlechten Lichts, zum Beispiel vor Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein, neurologischen Störungen, Hormonproblemen bis hin zum Krebsrisiko.
■ Zum einen lässt die Qualität der Lichtfarbe und des Lichtspektrums zu wünschen übrig. Während Glühund Halogenlampen eine homogene Farbverteilung haben, in der alle Farben ausgewogen und relativ natur nah vorkommen, ist das bei der Energiespar lampe nicht der Fall. Das Lichtspektrum ist besonders naturfremd, weil es einige wenige Farbanteile in den Vordergrund stellt und andere ganz vernachlässigt. Manche Farben werden deshalb schlecht wiedergegeben.
■ Hinzu kommt ein Flimmern der Energiesparlampen, nicht nur in der niedrigen Netzfrequenz, sondern auch – ausgelöst durch die in die Leuchte integrierte Elektronik – in höheren Frequenzen. „Ein flackerndes Blitzlichtgewitter, eine doppelte Portion von niederund höherfrequenten Lichttakten“, beschreibt Wolfgang Maes das Phänomen, das vom menschlichen Auge nicht mehr direkt als solches erfasst werden kann, weil es so schnelle Abläufe nicht mehr auflöst. Das Argument der Hersteller, dass mit den elektronischen Vorschaltgeräten das Flackern gebannt sei, stimmt höchstens im sichtbaren Bereich.

Das Lichtspektrum

Glüh- und Halogenlampen haben ein ähnlich homogenes Licht wie das Tageslicht, jedoch einen höheren Rotanteil vergleichbar der Morgen- und Abendsonne. Das Tageslicht ist durch hohe Blauanteile relativ kalt. Die Energiesparlampen/ Entladungslampen haben dagegen ein naturfremdes, unausgewogenes Lichtspektrum mit regelrechten Farbspitzen.

Grafiken: Alexander Wunsch

Haltbarkeit

■ Nur von sieben Modellen leuchten beide Testexemplare noch nach 6.000 Stunden Dauertest, doch nur zwei davon konnten auch in Bezug auf die Schaltfestigkeit voll überzeugen, sodass wir ihre Haltbarkeit mit „sehr gut“ bewerten. Ebenfalls sieben Modelle sind mittlerweile komplett aus- und somit durchgefallen. Sie erreichten die angegebene Lebensdauer nicht. Doch das sei ja nur eine Durchschnittsangabe, reden sich die Hersteller heraus.
■ Spitzenreiter sind dieMegaman Petit Economy 11 W und dieGeneral Electric Energy Saving Elegance 11 W , wobei die Megaman-Energiesparlampe in Bezug auf die Schaltfestigkeit noch deutlich besser ist als das Konkurrenzprodukt. Sie kann es fast mit Glühbirne und Halogenlampe aufnehmen, die zum Redaktionsschluss dieses Heftes (der Dauertest läuft noch weiter) 65.000 Schaltvorgänge erreicht haben und immer noch brennen. Auch eine der Megaman-Lampen ist noch dabei, das andere Testexemplar fiel mittlerweile aus. Die Lampe von General Electric hielt dagegen „nur“ etwas mehr als 10.000 Schaltvorgänge aus. Im Vergleich zu den anderen Testmodellen ist aber auch dieser Wert immer noch „sehr gut“, denn die meisten waren schon deutlich früher am Ende – ein häufiges Ein- und Ausschalten verträgt die Energiesparlampe in den meisten Fällen überhaupt nicht. Schlusslicht war eindeutig dieSwiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W , die im Schnitt weniger als 4.000 Schaltzyklen standhielt. Wird eine Lampe also zehnmal am Tag ein- und ausgeschaltet, muss man nach knapp einem Jahr damit rechnen, dass sie für immer dunkel bleibt – in Treppenhäusern, Fluren und Toiletten wahrscheinlich noch schneller. Bei einigen Modellen gab es aber recht deutliche Qualitätsunterschiede von einem zum anderen Exemplar.

Finster: Nach 2.000 Stunden Betriebsdauer ist von der Anfangshelligkeit oft nicht mehr viel übrig.


Foto: Megaman/news-reporter.net

■ Insgesamt sind im Dauertest 16 von 32 Testexemplaren vorzeitig ausgefallen und haben bereits aus jetziger Sicht nicht die vom Hersteller deklarierte Lebensdauer erreicht, oder – falls diese Angabe fehlt – zumindest 5.000 Stunden, was die geringste, bei anderen Modellen angegebene Lebensdauer ist. Das ist die Hälfte der Modelle – eine traurige Bilanz. Von den vier im Gesamturteil mit „ungenügend“ bewerteten Modellen von Gobal World Trading, Hornbach, Luxxx und Swiss Lights fielen beide Testmodelle besonders früh aus. Lobenswert sind die Energiesparlampen von Vezalux, General Electric, Obi und Attralux, die nur mit 5.000 oder 6.000 Stunden Lebensdauer ausgelobt sind und bei Redaktionsschluss immer noch leuchteten.

Energieeffizienz

■ Richtig ist, dass die meisten Energiesparlampen Strom sparen – aber nicht 80 Prozent gegenüber der Glühbirne, wie es üblicherweise kommuniziert wird. Diese Berechnungen berücksichtigen nämlich nicht, dass die Sparlampen meist weniger hell sind als die Glühbirne und während der Lebensdauer auch noch an Helligkeit nachlassen. ÖKO-TEST hat deshalb für die Berechnung der Energieeffizienz die Differenzen in der Helligkeit miteinbezogen, zugrunde gelegt wurden 2.000 Stunden Brenndauer. DieGeneral Electric Energy Saving Elegance 11 W schafft das Ziel mit 77 Prozent Energieersparnis gegenüber der Glühbirne immerhin fast, auch die Sparlampe von Osram liegt noch gut im Rennen. Die Mehrheit bringt es allerdings nur auf 50 bis 70 Prozent Energieeinsparung. Der Hammer: DieSwiss Lights Classic 68 verbraucht sogar mehr Strom als die Glühbirne und kostet auch in der Summe deutlich mehr, als wenn der Verbraucher Glühbirnen eingesetzt hätte. Sie ist das teuerste Leuchtmittel im Test. Wir hatten sie beim Waschbär- Versand gekauft, der sie mit 80 Prozent weniger Energieverbrauch bewarb – ein frommer Wunsch.

Energiesparlampen sind im Prinzip kleine gebogene Leuchtstoffröhren. Mittels zusätzlicher äußerer Glashülle sehen sie aus wie klassische Glühbirnen.


Foto: Megaman

Auf den Geldbeutel des Verbrauchers wirken sich die meisten Energiesparlampen also deutlich weniger aus, als viele Verbraucher denken: Angenommen die Lampe brennt zirka drei Stunden am Tag und damit rund 1.000 Stunden im Jahr, kann man im Schnitt 6,50 Euro pro Jahr sparen.
■ Da die Energiesparlampen zudem im Vergleich zur Glühlampe sehr aufwendig in Herstellung und Entsorgung sind, vergeben wir Minuspunkte, wenn eines der Test exemplare oder beide frühzeitig ausgefallen sind.

Kompakt

Lampe oder Leuchte?

Mit „Lampe“ wird eine künstliche Lichtquelle bezeichnet, also die Glühbirne oder Energie sparlampe. Bei der „Leuchte“ handelt es sich dagegen um den Korpus, in dem die Lampe befestigt wird.

Kauftipp

Beim Kauf sollten Sie sich für den konkreten Zweck beraten las sen, denn es werden auch schnell startende und schaltunempfindliche Modelle angeboten. Am besten die Lampen im Laden ausprobieren. So kann man zumindest Startdauer und Anfangshelligkeit kontrollieren. Leider gibt es in den meisten Läden nur ein sehr begrenztes Angebot. Die Vielfalt der Lampen ist in der Regel nur in Fachgeschäften und in speziellen Onlineshops erhältlich.

Foto: Megaman

Wie richtig entsorgen?

Aufgrund von Quecksilber und elektronischem Vorschalt gerät sind Energiesparlampen Sondermüll und dürfen auf keinen Fall im normalen Hausmüll landen. Der Verbraucher kann sie bei den örtlichen Recyclinghöfen und Schadstoffmobilen abgeben. Teilweise ist das leider nur an wenigen Terminen im Jahr möglich – wahrscheinlich mit ein Grund dafür, dass bisher nur zehn Prozent der Lampen aus privaten Haushalten korrekt entsorgt werden.

Was tun bei Bruch?

Vorsichtig aufkehren, dabei Handschuhe tragen, die Teile der Lampe in eine Tüte packen, gut verschließen und vorschrifts mäßig als Sondermüll entsorgen. Auf keinen Fall den Staubsauger benutzen. Wegen der flüchtigen Quecksilberverbindungen 20 bis 30 Minuten gut lüften. Bei Lampen mit Amalgam, wie bei der heutigen Lampengeneration von Megaman, wird das Quecksilber bei Normaltemperaturen noch nicht frei. Außerdem gibt es Lampen aus Kunststoff oder mit Silikonhülle, die nicht zerbrechen oder zumindest nicht zerfallen und so auch kein Quecksilber freisetzen.

Elektrosmog

■ Die elektrischen Wechselfelder sind bei Energiesparlampen viel stärker als bei Glühbirnen und überschreiten in 30 Zentimeter Abstand deutlich die Werte, die die TCO-Zertifizierung für strahlungsarme Bildschirme vorschreibt und die hier technisch machbar sind. Dazu kommen noch höhere Frequenzen als Folge der elekt ronischen Vorschaltgeräte. „Diese intensiveren, härteren und Oberwellen- wie störreichen Felder über ein so weites Frequenzspektrum machen die Energiesparlampe zu einer erheblich schlechteren, verzerrten, schmutzigen Licht quelle und zur Elektro smogbelastung“, fasst Baubiologe Wolfgang Maes zusammen. Damit ist die Energiesparlampe etwa am Arbeitsplatz überhaupt nicht geeignet. Einziger Trost: In einem Abstand von einem bis eineinhalb Metern sinkt die Elektrosmogbelastung auf ein tolerierbares Maß, wenn man die Richtwerte der TCO als Maßstab nimmt.

Halogenlampen lassen sich kompakter herstellen als herkömmliche Glühbirnen. Zudem erhöht die Zugabe der Halogene Jod oder Brom die Lebensdauer.


Foto: Osram

Material

■ Energiesparlampen funktionieren nur mit dem hochgiftigen Schwermetall Quecksilber, das Mensch und Umwelt belastet. Es wird im Körper gespeichert und wirkt als Nervengift. Eine Richtlinie der Europäischen Kommission (RoHS) begrenzt mittlerweile den Gehalt auf fünf Milligramm pro Lampe, in alten Lampen ist noch deutlich mehr drin. Dennoch reizen vier Hersteller den Quecksilbergehalt so aus, dass von jeweils drei getesteten Exemplaren ein oder zwei Stück auf oder über diesem Grenzwert liegen. Die Hälfte der Produkte kommt mit rund der halben Giftmenge aus. Aufgrund dieses gefährlichen Stoffes ist die Energiesparlampe Sondermüll.
■ Daneben sind alle Energiesparlampen mit bromierten Flammschutzmitteln auf Gehäuse und/oder Platine ausgerüstet. Sie belasten die Umwelt und können teilweise auch die Gesundheit schädigen.
■ Zwei Lampen fielen im Labor durch einen unangenehmen Geruch beim Brennen auf. Die Analyse auf flüchtige organische Verbindungen wies im Fall der Ikea-Lampe Phenol nach, das langsam ausgast. Bei der Osram-Energiesparlampe ist offensichtlich eine Glykolverbindung für den säuerlich stechenden Geruch verantwortlich.

So reagierten die Hersteller

■ Laut Osram werden in eigenen Tests zur Schaltfestigkeit mit 30 Sekunden an und 30 Sekunden aus durchweg bessere Ergebnisse erzielt. Konkrete Zahlen hat uns der Hersteller nicht genannt. Er rechnet aber damit, dass die ÖKO-TESTMethode mit einer Minute ein und fünf Minuten aus bei einer größeren Anzahl gemessener Lampen (sechs bis zehn Stück) entsprechende Ergebnisse liefern würde. Osram bestätigt, dass ein nur um wenige Grad gedrehtes Modell jeweils andere Lichtwerte bringen kann. Die Lampen seien keine Punktlichtquellen mit sauberer radialer Lichtstärke. Außerdem weisen Osram, Philips und Megaman darauf hin, dass die TCO-Qualitätsstandards für Computerbildschirme gemacht und für Energiesparlampen nicht relevant seien. Es gebe keine gesetzliche Verpflichtung, diese einzuhalten. Das ist zwar richtig, doch ÖKO-TEST ist der Meinung, dass eine Arbeitsplatzbeleuchtung nicht mehr Elektrosmog verursachen sollte als ein handelsüblicher Computerbildschirm.
■ Philips und Obi führen an, dass vor allem die Lebensdauer anhand einer großen Anzahl von Lampen geprüft werden müsste, denn es seien 20 bis 30 Faktoren, die das Ende der Lebensdauer bestimmen könnten. Das zeigt uns, wie komplex die Lampen sind. Die von ÖKO-TEST ermittelte Restleuchtkraft sei niedriger als die eigenen Messergebnisse.
■ Megaman kritisiert, dass der Versuchsaufbau – zugegebenermaßen praxisorientiert in einer Leuchte mit Schirm – für bestimmte Lampen bauartbedingt günstiger sei als für andere. Eine Beurteilung der gesamten Lichtausbeute sei dadurch nicht möglich. Aber was nutzt das dem Verbraucher, der die Energiesparlampe in eine Leuchte schraubt und nicht weiß, ob sie für dieses Modell eine günstige oder ungünstige Form hat? Laut Megaman wird in der EU diskutiert, neue praxisgerechtere Vergleichsmaßstäbe für die Helligkeit einzuführen, was zu Verschiebungen in den Wattangaben führen könnte. Das Unternehmen empfiehlt den Verbrauchern als Faustregel, eine höhere Wattzahl zu wählen, wenn es maximal hell werden soll. Seit diesem Jahr seien alle Lampen des Anbieters auf Amalgam umgestellt. Leider sei dadurch die Aufstartphase etwas länger.

Gravierende Macken lassen Energiesparlampen nicht zur richtigen Allgemeinbeleuchtung werden. So kann das Licht aufgrund des unsauberen Lichtkegels nur schlecht gelenkt werden. Der Quecksilbergehalt macht sie zu Sondermüll.


Foto: BMU/Brigitte Hiss

■ Laut Swiss Lights werden die Produkte in der Schweiz entwickelt und die Teile aus Thailand und China in Thailand zusammengebaut. Anfang des Jahres hätte es Qualitätsprobleme mit zwei Zulieferern gegeben; mittlerweile seien neue verpflichtet und die Produkte überarbeitet worden. Der Anbieter betont, er lege besonderen Wert auf die Schönheit der Produkte. Die Kolben seien aus Kunststoff gefertigt und damit unzerbrechlich. So könne auch kein Quecksilber austreten. Der Kunststoff habe aber den Nachteil, dass die Hitze weniger gut abgeleitet werde, sodass der Leistung gewisse Grenzen gesetzt seien.
■ Hornbach und andere Anbieter kritisieren, dass die Helligkeitsmessung an der neuen Lampe vorgenommen worden sei und nicht erst nach 100 Stunden Alterung, wie die Anfangswerte nach Norm definiert seien. Erst nach diesem Einbrennvorgang hätte sich die Lampe stabilisiert. Das von uns beauftragte Institut hat dazu eine Kontrollmessung durchgeführt: Nach 100 Stunden haben die meisten Lampen bereits Helligkeitsverluste aufzuweisen, gerade auch dieFlair Energy 11 W von Hornbach – das Ergebnis wäre somit noch schlechter ausgefallen.

In Bezug auf die Bestimmung der mittleren Lebensdauer führen Hornbach und andere Anbieter eine Norm an: Mindestens 20 Lampen brennen so lange, bis die Hälfte davon ausgefallen ist. Die bis dahin erreichte Brenndauer bezeichnet die mittlere Lebensdauer. Das heißt also, dass es ganz offiziell akzeptiert wird, dass knapp die Hälfte der Lampen die angegebene Lebensdauer nicht erreicht. Die Qualitätssicherung der Metro-Gruppe ergänzt, dass die Industrie davon ausgeht, dass bei einer mittleren Lebensdauer von 6.000 Stunden zehn Prozent der Lampen nach 2.000 Stunden ausfallen dürfen und sogar zwei Prozent schon bei 500 Stunden. Wer die Ausrutscher erwischt, hat also Pech gehabt.

Kompakt

Sind Sparlampen dimmbar?

Die normalen Energiesparlampen sind nicht dimmbar. Allerdings gibt es heute spezielle Modelle im Angebot, die in Stufen oder auch stufenlos gedimmt werden können.

Watt gegen Watt?

Die Vergleichsangaben zur Glühbirne sind nicht einheitlich und nicht wirklich aussagekräftig, wie unser Test zeigt. Üblicher weise sieht die Deklaration folgendermaßen aus:

Die Energieeffizienzklassen

Seit 1999 werden Lampen in der EU mit einem Energielabel gekennzeichnet. Klasse A hat weniger als 55 Prozent des marktüblichen Verbrauchs. Errechnet wird dies aus Leistung (in Watt) und Lichtstrom (in Lumen). Klasse B liegt noch unter 60, C zwischen 60 und 80, D zwischen 80 und 95 Prozent. Klasse E ist mit 95 bis 110 Prozent definiert.

Was bedeuten Lichtfarben?

Heute gibt es verschiedene, für das Auge wahrnehmbare Lichtfarben im Angebot, die teilweise auf der Verpackung angegeben sind. Sie werden als Wärmestrahlung in Kelvin (K) gemessen. Das ist jedoch keine Aussage über die eigentliche Farbqualität.
• unter 3.300 K = warmweiß
• 3.300 bis 5.000 K = neutralweiß
• über 5.000 K = kaltweiß/tageslichtweiß

Neue Verkaufsstrategien

Stromanbieter Nuon, deutsche Tochter des niederländischen Marktführers, verlangt beim Öko-StromproduktGeniaale Strom keinen Grundpreis, vielmehr bietet er den Kunden Produkte zum Stromsparen an, sogenannte Sparmatikboxen. Darin finden sich beispielsweise Energiesparlampen. Die Kosten dafür werden erst mit der Jahresrechnung verrechnet, in der Hoffnung, dass sich die Produkte bis dahin schon bezahlt gemacht haben.