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TEST Gesichtscremes mit UV-Schutz: Ausgefiltert


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2015 vom 05.06.2015

Immer mehr Tagescremes werden mit UV-Schutz angeboten. Häufig aber ist der Lichtschutz nicht nur dürftig, sondern wird auch noch mit bedenklichen chemischen UV-Filtern erzielt.


Artikelbild für den Artikel "TEST Gesichtscremes mit UV-Schutz: Ausgefiltert" aus der Ausgabe 6/2015 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Miramiska/Shutterstock.com

Bei einer Tagescreme mit UV-Filter haben Kunden die Wahl zwischen einem niedrigen, mittleren und hohen Schutz. Die Anbieter werben meist in irgendeiner Form damit, dass die Produkte durch den UVSchutz auch „lichtbedingter” Hautalterung vorbeugen. Also eine einfache Lösung? Na ja. Zum einen fragt es sich, ob Verbraucher morgens genug Creme verwenden, damit eine Schutzwirkung wirklich erreicht wird. ...

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... Man benötigt nach Expertenmeinung zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Zudem sollte ein Sonnenschutz der Jahreszeit und Tagesplanung angepasst sein. Ein Spaziergang im Sommer erfordert einen anderen Schutz als einer im Winter.

Die nächste Frage: Wie viel Schutz bietet speziell eine Tagescreme mit einem geringen Faktor? „Lichtschutzfaktor sechs bringt überhaupt nichts, das ist rausgeworfenes Geld”, urteilt Professor Eckhard Wilhelm Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. Außerdem: Mit den Cremes für jeden Tag schmiert man sich möglicherweise auch unerwünschte Inhaltsstoffe tagtäglich ins Gesicht. Die UV-Tagescremes auf dem Markt enthalten meist chemische Filter. Doch bei einigen dieser Stoffe gibt es Hinweise, dass sie wie ein Hormon wirken. Zudem haben die Forscher um die Umwelttoxikologin Margret Schlumpf aus Zürich eindrücklich gezeigt, dass die Filtersubstanzen in den Körper gelangen können: Die Wissenschaftler haben sie in Muttermilch nachgewiesen. Margret Schlumpf warnt: „Wir wissen noch viel zu wenig darüber, wie die Kombinationen der verschiedenen UV-Filter auf den Menschen wirken. Wir sollten uns zum Beispiel auch anschauen, was mit den Filtern und besonders auch mit den UV-Filtermischungen bei hohen Temperaturen passiert.” Das alles spricht für die Zwei-Flaschen-Lösung: eine Tagescreme und eine Sonnenmilch.


Lichtschutzfaktor sechs bringt überhaupt nichts


„Damit liegen die Verbraucher besser, sowohl mit der Pflege der Haut als auch mit dem Sonnenschutz”, bekräftigt Professor Breitbart. Bei herkömmlichen Sonnenschutzmitteln haben Verbraucher auch eine deutlich größere Auswahl an Produkten mit mineralischen Filtern – die Alternative zum chemischen UV-Schutz, auf die vor allem die Naturkosmetikhersteller setzen. Einfache Gesichtscremes mit UVSchutz hat die Naturkosmetik übrigens nicht im Angebot. Denn: Die mineralischen Filter erzeugen ein anderes Hautgefühl.

Auf manchen UV-Tagescremes wird mit Aussagen wie „Lifting-Komplex” oder „Intensiver Straffungs-Effekt” geworben. Was an Werbeaussagen auf Kosmetika draufstehen darf, dafür hat die EU allgemeine Regeln festgelegt. Die Aussagen sollen durch hinreichende und überprüfbare Nachweise „belegbar” sein. Für die Überprüfung sind die Kontrollbehörden zuständig. Wie effizient die Regeln sind, darüber soll die Europäische Kommission bis 2016 berichten.

Um zu schauen, welche UV-Filter in den Cremes stecken, hat ÖKO-TEST 19 Produkte testen lassen. Außerdem wollten wir uns selbst ein Bild von den Wirkversprechen machen: Hersteller, die Auslobungen ver- wenden, wie man sie auch auf Antifaltencremes findet, haben wir um Studien zur beworbenen Creme gebeten.

Das Testergebnis

Mehr schlecht als recht: Mehr als die Hälfte der Gesichtscremes ist „ausreichend” oder schlechter. Ein „ungenügend” kassieren: Eau Thermale Avène Hydrance vom Apothekenanbieter Pierre Fabre, Garnier Ultra Lift und Olaz Regenerist. Der Grund: bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe.
Fragwürdiger Schutz: In zwölf Cremes stecken UV-Filter, für die es Hinweise gibt, dass sie sich auf unseren Hormonhaushalt auswirken.
Unerwünscht: Sehr häufig kamen auch PEG/PEG-Derivate zum Einsatz: Sie verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Diese können aber die Haut durchlässiger für andere Fremdstoffe machen.
Keimkiller mit Nebenwirkung: In der Apothekencreme Frei Tagespflege Protect ist als Konservierer das Kontaktallergen Methylisothiazolinon eingesetzt. The Body Shop und Procter & Gamble mit Olaz setzen auf Parabene, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Olaz enthält zudem, genau wie Eau Thermale Avène, eine halogenorganische Verbindung, die allergen wirkt.
Leere Versprechungen: Von den angefragten Produzenten schickten uns tatsächlich nur zwei die erwünschten Studienunterlagen. Die anderen reagierten entweder gar nicht oder legten andere Dokumente vor. Und auch anhand der Studien der zwei Hersteller, die der Anfrage nachkamen, konnten wir nicht erkennen, dass ihr Produkt eine bessere Wirkung als eine herkömmliche Pflegecreme erzielt.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht., weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 224.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Creme enthält den UVFilter Homosalate. 3) Creme enthält den UV-Filter Octocrylene. 4) Creme enthält den UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate. 5) Laut Anbieter wird die Rezeptur des Produkts umgestellt. Die neue Formel soll paraben-und parfümfrei sein und einen höheren Lichtschutzfaktor aufweisen. 6) Laut Hersteller wurde die Verpackung geändert. 7) Produkt enthält eine Aluminiumverbindung. 8) Hersteller hat lediglich eine Zusammenfassung einer Studie/der Studien vorgelegt. 9) Anbieter hat lediglich eine Verkehrsfähigkeitsbewertung vorgelegt. 10) Anbieter hat lediglich Wirknachweise für Wirkstoffe vorgelegt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) der UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate; b) PEG/PEG-Derivate; c) halogenorganische Verbindungen (hier Chlorphenesin oder Iodopropynyl-Butylcarbamate); d) mehr als 15 mg/kg Methylisothiazolinon; e) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen (in der Tabelle „künstlicher Moschusduft”). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) der UV-Filter Octocryleneund/oder Homosalate, wenn nicht schon wegen anderer UV-Filter abgewertet wurde; b) Parabene (hier: die bedenklichen Propyl-und Butylparabene); c) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg Diethylphthalat; d) mehr als ein Prozent Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) keine Studie zum weitergehenden Wirkversprechen vorgelegt; b) Vorteil des Produkts gegenüber einer herkömmlichen Pflegecreme nicht ausreichend belegt. Zur Abwertung um eine Note führt: ein Umkarton, der kein Glas schützt.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend” oder „ausreichend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Test ergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft” oder „ungenügend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1506” eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 4/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. Einkauf der Testprodukte: Dezember 2014.

ÖKO-TEST rät

■ Besser eine einfache Tagescreme nehmen und Ihrem Hauttyp und Ihrer Tagesplanung angepasst das passende Sonnenschutzmittel wählen. Faktor 20 sollte es für Erwachsene sein.
■ Empfehlenswerter als chemische Filter sind mineralische Filter. Von den ersten Produkten waren viele enttäuscht, da sie für einen weißen den Effekt auf der Haut sorgten. Die gute Nachricht: Hier haben die Hersteller inzwischen nachgebessert!