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TEST Gesichtspeelings: Rubbeln mit Plastik


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2015 vom 05.06.2015

Ein Peeling macht die Haut rosig und zart. Möglicherweise jedoch auf Kosten der Umwelt, denn etliche Produkte enthalten Mikroplastik als Reibekörper. Aber es gibt Alternativen auf pflanzlicher oder mineralischer Basis, wie unser Test zeigt.


Artikelbild für den Artikel "TEST Gesichtspeelings: Rubbeln mit Plastik" aus der Ausgabe 6/2015 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Brigitte Sporrer/ picture-alliance / Cultura RM

Die Industrie setzt Mikroplastik wie Polyethylen als Reibekörper vor allem in Peelings ein. Wir haben es aber auch schon in Zahnpasta, Duschgel und Make-up gefunden. Bei Mikroplastik unterscheidet man zwischen Partikeln bis zu fünf Millimetern und kleineren bis zu einem Millimeter. In Kosmetika sind zum Teil ...

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... Partikel in einer Größe von 120 bis 150 Mikrometer zu finden, manchmal noch kleiner. Zum Vergleich: Ein Millimeter hat 1.000 Mikrometer.

In Peelings sollen die synthetischen Kügelchen abgestorbene Hautschüppchen wegrubbeln und die Haut weicher werden lassen. Das Mikroplastik dringt dabei nicht durch die Haut, es ist also in diesem Sinne nicht schädlich für den Körper. Trotzdem steht die Industrie in der Kritik. Denn Mikroplastik verschmutzt unsere Umwelt. Es ist nicht recycelbar und zersetzt sich so gut wie gar nicht. „Die meisten Plastiksorten brauchen mehr als 100 Jahre, um abgebaut zu werden. Es kann also sein, dass das Plastik, das wir heute finden, schon seit 1950 in der Umwelt ist”, erklärt Professor Christian Laforsch von der Universität Bayreuth.


Das meiste Plastik braucht mehr als 100 Jahre, um abgebaut zu werden


Die Frage ist: Wie landet das Mikroplastik in der Umwelt? Stammt es aus dem Abwasser der Haushalte? Und damit auch aus Kosmetikprodukten? Oder stammt es von größeren Plastikteilen, die vor allem durch den achtlosen Umgang der Menschen dort landen? Also beispielsweise von Plastiktüten, die sich mit der Zeit in kleine Teile zerrieben haben.

In Veröffentlichungen wird teilweise klar auf Kosmetikprodukte als eine wesentliche Verschmutzungsquelle hingewiesen, auch auf Fleecepartikel, die nach dem Waschen der Kleidung ihren Weg ins Abwasser gefunden haben. Oder auf größere Konsumgüter aus Plastik, von Wissenschaftlern als „sekundäres Mikroplastik” bezeichnet. Das Problem: „Es ist sehr schwer zu sagen, wie alt das gefundene Mikroplastik ist und aus welchen Produkten es stammt. Leichter zu identifizieren ist die Plastiksorte”, sagt Laforsch.

Das Umweltbundesamt vermutet, dass ein großer Teil des Mikroplastiks wahrscheinlich von der Zersetzung von großen Kunststoffteilen wie Verpackungen und Fischernetzen stammt. „Ungeachtet dessen, welchen Anteil primäres und sekundäres Mikroplastik haben, gehören Kunststoffe – in welcher Form auch immer – nicht in die Meeresumwelt”, erklärt Stefanie Werner vom Umweltbundesamt. Die Behörde hofft, bald mehr zu wissen. In ihrem Auftrag wird gerade zu Mikroplastik geforscht.

Unterstützt durch Nichtregierungsorganisationen und die internationale Kampagne Beat the Micro Bead ist das Thema in Medien und Politik angekommen. Die Niederlande hat der EU Mitte 2013 vorgeschlagen, Mikroplastik in Kosmetik zu verbieten. Der Staat New York plant sogar ein Gesetz, das nicht nur den Verkauf verbieten soll, sondern auch die Herstellung von Kosmetikartikeln, in denen Mikroplastikteilchen kleiner als fünf Millimeter zugesetzt werden. Hierzulande sieht es zurzeit erst einmal nach einem freiwilligen Verzicht der Kosmetikindustrie aus.

Welche Hersteller verwenden Polyethylen zum Peelen und wie sieht es mit den anderen Inhaltsstoffen aus? Wir haben 21 Gesichtspeelings getestet.

Das Testergebnis

Plastik zuhauf: In elf Produkten steckt Mikroplastik – und das nicht zu knapp. Im Peeling Gel von Rossmann ist Polyethylen nach Wasser der mengenmäßig größte Bestandteil. Bei Bebe, Clinique, Garnier und Schaebens steht es dritter Stelle. Wir werten Polyethylen als Problem für die Umwelt als Weiteren Mangel ab – da wir noch nicht den Anteil an der Verschmutzung kennen, nur um zwei No-ten. Aber schon jetzt gibt es gute Alternativen und damit keinen Grund an Polyethylen festzuhalten. Ohne Plastik und ohne Hilfe von umstrittenen Inhaltsstoffen geht es in der Naturkosmetik. In den Produkten von Lavera, Logona, Martina Gebhardt und Neobio sind Mineralien die Basis. In einigen konventionellen Peelings stecken Substanzen auf pflanzlicher Basis. Als Alternative zum Plastik werden hier zum Beispiel Bambusholz, Reispulver, Kieselsäure und Tonerde sowie Bimsstein (INCI: Pumice) verwendet.
■ In zwei Peelings sind problematische Substanzen enthalten, die konservierende Wirkung haben: Im Vichy-Produkt haben wir Formaldehyd/-abspalter entdeckt. Formaldehyd ist krebsverdächtig. In Florena von Beiersdorf steckt das Kontaktallergen Methylisothiazolinon.
■ Die Hälfte der Peelings schäumt mithilfe von PEG/PEG-Derivaten. Diese können die Haut durchlässiger für andere Stoffe machen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n.u. = nicht untersucht, da sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glosssar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 224.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: Inhaltsstoffliste ist schwer lesbar. 3) Der Duftstoff Citronellol ist nicht deklariert, wurde aber im Labor nachgewiesen.
Legende: Produkte mit dem gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen (künstlicher Moschusduft). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 15 mg/kg Methylisothiazolinon; b) PEG/PEG-Derivate; c) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Lyral). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Polyethylen im Produkt; b) eine Inhaltsstoffliste, die schlecht zu lesen ist. Zur Abwertung um eine Note führt: ein Umkarton, der kein Glas schützt.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend” oder „ausreichend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein”, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze” der jeweiligen Testmethode.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1506” eingeben.
Bereits veröffentlicht und Stand der Ergebnisse: ÖKO-TEST-Magazin 6/2014. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Einkauf der Testprodukte: Februar 2014; Nachkäufe im Juni und Nov. 2014, Jan. 2015.

ÖKO-TEST rät

■ Es ist recht einfach, auf Produkte mit Mikroplastik zu verzichten. In unserer Testtabelle finden Sie die Alternativen. Rundum empfehlenswert sind zum Beispiel alle untersuchten zertifizierten Naturkosmetikprodukte.
■ Hersteller müssen Mikroplastik in Kosmetik auf der Verpackung angeben. Es ist unter Bezeichnungen wie Polyethylen und Polypropylen zu finden.