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TEST Getreidebreie: Wir ziehen die Reisleine


ÖKO-TEST Fragen und Antworten - epaper ⋅ Ausgabe 3/2013 vom 05.04.2013

Arsen, Mineralöl und Zucker – all das hat in Babygetreidebreien nichts zu suchen. In unserem Test fielen wieder einmal die Produkte mit Reis besonders negativ auf. Zum Glück können wir wenigstens einige Breie empfehlen. Die Deklaration ließ allerdings bei allen Testprodukten zu wünschen übrig.


Artikelbild für den Artikel "TEST Getreidebreie: Wir ziehen die Reisleine" aus der Ausgabe 3/2013 von ÖKO-TEST Fragen und Antworten. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Fragen und Antworten, Ausgabe 3/2013

Fertiggetreidebreie für Babys lassen sich meist ohne Kochen zubereiten – vorab Milch, Wasser oder Säuglingsmilchnahrung erwärmen und das Pulver einrühren.


Spätestens ab dem sechsten, siebten Monat steht für die meisten Kinder der erste Getreidebrei auf dem Speiseplan. Sie haben dann in der Regel bereits erste ...

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... Erfahrungen mit Möhrenoder Kartoffelbrei. Wird Getreidebrei zum Beikoststart gefüttert, sollte er mit Eisen, Zink und anderen Nährstoffen angereichert sein, rät Ernährungsexperte Professor Berthold Koletzko von der Kinderklinik der Universität München. „Die Mikronährstoffe sind in dieser Lebensphase wichtig, denn es wird sehr viel Eisen und Zink benötigt.“

Vor allem Reisbrei ist bei Eltern beliebt, da er kein Gluten enthält und als gut verträglich gilt. Selbst glutenhaltiger Getreidebrei etwa aus Weizen, Hafer oder Dinkel darf schon von Beginn an auf den Speiseplan, dann allerdings nur in sehr kleinen Mengen. Ideal ist, wenn die Mutter zu diesem Zeitpunkt noch stillt, betont Koletzko. Dadurch ließe sich das Risiko für das Auftreten einer Glutenunverträglichkeit – von Fachleuten Zöliakie genannt – halbieren.

Im Test: 16 verschiedene Sorten milchfreier Getreidebrei zum Anrühren, geeignet für Babys ab dem fünften Monat. Wir haben sie im Labor auf Schadstoffe testen lassen und uns Angaben und Hinweise auf dem Etikett angesehen.

Das Testergebnis

■ Reis ist leider nicht so unproblematisch wie häufig angenommen, da er mit Arsen belastet sein kann. Schon im Test Reiswaffeln bemängelten wir hohe Gehalte in den Produkten – und auch in den Reisbreien steckt teils erschreckend viel von dem giftigen Stoff. Zwei Produkte schneiden deshalb nur mit „befriedigend“ ab und ein Brei fällt mit „mangelhaft“ ganz durch. Unerfreulich sind auch die Funde von Mineralöl und der Zuckerzusatz in einigen anderen Produkten.
■ Reis enthält von Natur aus nicht nur mehr Arsen als andere Getreidearten, sondern auch einen relativ hohen Anteil des besonders gefährlichen anorganischen Arsens. Das gilt für die Reisbreie im Test in besonderem Maße, da darin noch mehr gefunden wurde als üblicherweise in unverarbeiteten Reiskörnern nachgewiesen wird. Experten vermuten als Ursache die Vorbehandlung der Breie mit Wärme und Feuchtigkeit, die dazu führen könnte, dass organisches in anorganisches Arsen umgewandelt wird. Weil Arsen als krebserregend gilt, bewerten wir streng und ziehen für Gehalte ab 200 Mikrogramm pro Kilogramm (μg/kg) vier Noten ab. Denn in diese Größenordnung wird derzeit auf EU-Ebene ein möglicher Grenzwert für anorganisches Arsen in Lebensmitteln diskutiert. Gesetzliche Höchstgehalte existieren bislang nur für Trink- und Mineralwasser.
■ Wir prüften auch Produkte, die nur geringe Anteile von Reis enthalten: denHipp Bio-Getreidebrei Feine Hirse mit 35 Prozent und denHumana Plus Getreidebrei Grieß mit 13 Prozent Reis. In beiden Fällen wurden sehr viel niedrigere Werte von deutlich unter 50 μg/kg ermittelt. Das ist noch akzeptabel.
■ Kartonverpackungen sind aufgrund von Altpapieranteilen und bestimmten Druckfarben häufig mit Mineralölen verunreinigt. Diese können auf das abgepackte Lebensmittel übergehen. Schutz bieten geeignete Innenbeutel, etwa aus Aluminium. Untersucht wurden die nur unzureichend geschützten Breie, das waren die Produkte von Sunval sowie dieKölln Schmelzflocken. Alle drei wiesen Mineralöl auf, unter anderem aromatische Kohlenwasserstoffe, die wahrscheinlich über ein krebsauslösendes Potenzial verfügen. Wie das komplexe Ölgemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen allerdings genau wirkt, ist noch wenig bekannt. Fest steht, dass diese Stoffe in Lebensmitteln unerwünscht sind und ein Übergang vermieden werden sollte.
■ Babys brauchen keinen Zucker. Denn zu viel Süße kann die Geschmacksbildung stören. Die mögliche Folge: Das Kind bevorzugt auch künftig Süßes, was weder gut für die Zähne ist noch für die Entwicklung günstiger Ernährungsgewohnheiten.Pomps Kindergrieß undHumana Plus Getreidebrei Grieß sind trotzdem mit Zucker gesüßt – das gibt Punktabzug.
■ Getreidebreien dürfen weder Farbnoch Konservierungsstoffe zugesetzt werden – so steht es im Gesetz. Warum die Hersteller diese überflüssige Aussage dennoch auf die Packungen drucken, bleibt ihr Geheimnis. Manchmal fehlen aber auch wichtige Hinweise. So lässt die Humana Milchunion auf ihrem Produkt die Warnung vermissen, den Brei nicht in der Mikrowelle zu erwärmen, genauso wie Cerealienhersteller Kölln auf seinemPomps Kindergrieß. Auf einem kohlenhydrathaltigen Babybrei sollte zudem eine regelmäßige Zahnpflege empfohlen werden – auf vier Breien fanden wir den Hinweis nicht. Der Ratschlag, den Brei im Milchfläschchen zu verabreichen, ist hingegen unsinnig, da dies laut Experten die Gefahr einer Überernährung erhöht und den Umstieg auf das Essen mit dem Löffel unnötig verzögert.

Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoffe laut Gesetz“ beworben. 2) Deklarationsmangel: fehlender Hinweis, bereits ab dem ersten Zähnchen auf regelmäßige Zahnpflege zu achten. 3) Deklarationsmangel: Empfehlung, das Produkt als Milchfläschchen zuzubereiten. 4) Deklarationsmangel: fehlender Hinweis, den Brei nicht in der Mikrowelle zu erwärmen. 5) Laut Anbieter wird das Produkt künftig nicht mehr hergestellt und durch einen milchfreien Grießbrei in Bio-Qualität ersetzt. 6) Laut Anbieter heißt das Produkt jetzt Milupa Bio-Reisflocken. 7) Deklarationsmangel: die Empfehlung, ein Produkt, dem Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt sind, zusätzlich mit angereicherter Säuglingsmilchnahrung zuzubereiten.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Gehalt an anorganischem Arsen von mehr als 200 μg/kg (in der Tabelle „stark erhöht“); b) zugesetzter Zucker. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an anorganischem Arsen von mehr als 100 bis 200 μg/kg (in der Tabelle „erhöht“); b) der Nachweis von Mineralöl von mehr als 1 mg/kg. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: die Empfehlung, das Produkt als Milchfläschchen zuzubereiten. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) die Auslobung von Selbstverständlichkeiten („ohne Konservierungs- und Farbstoffe laut Gesetz“); b) der fehlende Hinweis auf einem kohlenhydrathaltigen Babybrei, auf regelmäßige Zahnpflege zu achten; c) der fehlende Hinweis, den Brei nicht in der Mikrowelle zu erwärmen (Überhitzungsgefahr); d) die Empfehlung, einen mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherten Getreidebrei mit Säuglingsmilchnahrung zuzubereiten, da diese ebenfalls zuge set z te Vitamine und Mineralstoffe enthält. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testmethoden, Anbieterverzeichnis und Glossar finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „H1303“ eingeben.

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 02/2013. Aktualisierung von Testergebnissen und Angaben, sofern Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung geändert und ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspieler in elektrische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

■ Wer sein Kind glutenfrei ernähren möchte, sollte sicherheitshalber auf glutenfreien Hirsebrei zurückgreifen oder zumindest die weniger belasteten Reisbreie wählen.
■ Auf die Innenverpackung achten. Das Breipulver sollte möglichst in Alubeuteln verpackt sein, um Übergänge von schädlichen Stoffen aus der Verpackung zu vermeiden.
■ Wird milchfreier Getreidebrei zum Beikoststart gegeben, sollte er mit angereicherter Säuglingsmilchnahrung angerührt werden, um das Kind mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Ansonsten ist Vollmilch eine gute Wahl.


Foto: JackF/Fotolia.com

Foto: Elena Schweitzer/iStockphoto/©Thinkstock