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TEST Grillkohle und -briketts


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ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 13.10.2022
Artikelbild für den Artikel "TEST Grillkohle und -briketts" aus der Ausgabe 10/2022 von ÖKO-TEST Jahrbuch. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Die prasselnde Glut, das rauchige Aroma: Viele Grillmeister setzen nach wie vor auf Holzkohle. Der Gasgrill hat in den vergangenen Jahren zwar mächtig aufgeholt, das Brutzeln mit Kohle bleibt jedoch die beliebteste Art der Deutschen zu grillen. Doch was qualmt da unterm Rost? Das wollte ÖKO-TEST genau wissen und hat acht Mal körnige Holzkohle und zehn Mal feste Briketts eingekauft und in spezialisierten Laboren untersuchen lassen. Unter den Briketts sind auch zwei Alternativen aus Olivenkernen und Kokosnussschalen, die sich als Abfallprodukte aus der Landwirtschaft als klimaschonende Alternativen anbieten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Acht Mal vergeben wir das Gesamturteil „sehr gut“ und drei Mal „gut“. Zwei Produkte sind jedoch nur „mangelhaft“.

Um auszuschließen, dass für Briketts und Holzkohle Raubbau in Urwäldern betrieben oder illegal Holz geschlagen ...

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... wurde, muss man die Herkunft des Holzes nachvollziehen können. Wir haben die Hersteller gebeten uns dazu Angaben zu machen. Zudem beauftragten wir das Hamburger Thünen-Institut für Holzforschung damit, die Grillkohle zu untersuchen. An Strukturmerkmalen wie Poren und Fasern erkennen die Wissenschaftler unter einem speziellen Mikroskop, welche Baumarten das Holz lieferten. Sie können über die Jahresringe sogar die regionale Herkunft näher eingrenzen.

Subtropische Hölzer

Das Holz für die meisten Produkte im Test stammt aus Osteuropa, zum Teil aus Afrika. Nur die Anbieter Pro Fagus und Nero beziehen ihre Rohstoffe aus Deutschland.

logisch Sinn macht, sie zu schlagen. In Namibia, woher das Material der Flammenco Grill-Holzkohlebrikett, der BBQ Grill-Holzkohle und Anteile der Weber Briquettes stammt, werden Resthölzer aus Forstprogrammen zum Stopp der Verbuschung von Weideland verwendet. Eingeschleppte Arten, darunter Fabaceae (Hülsenfrüchtler), zu denen die Akazie und der Farbkätzchenstrauch zählen, breiten sich dort massenhaft aus. Diese Produkte tragen ein FSC-Label und weisen die Herkunft der Hölzer aus nachhaltiger Holzwirtschaft nach. Deklaration und Laboranalyse der Holzarten stimmen überein – alles gut also.

Problematisch wird es in unseren Augen, wenn der Anbieter – auch auf Nachfragen – keine Angaben macht, woher das Holz stammt und das Produkt kein Nachhaltigkeitssiegel trägt. Das ist bei zwei Produkten der Marke Favorit der Fall. Sowohl in der Favorit Grill Qualitäts-Holzkohle als auch in den Favorit Grill Holzkohle-Briketts hat das beauftragte Labor Holz aus tropischem bzw. subtropischem Klima analysiert.

Für die übrigen Produkte liegen Zertifikate vor. Wir erkennen die Zertifikate von FSC, Naturland und PEFC in diesen Fällen als Belege für eine Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft an.

Auf den Weber Briquettes findet sich ausdrücklich nur eine beispielhafte Aufzählung von verarbeiteten Holzarten. Tatsächlich hat das beauftragte Institut in unseren Proben vor al-Die Nutzung tropischer oder subtropischer Hölzer kann aus ÖKO-TEST-Sicht in Ordnung sein. Nämlich dann wenn es ökolem andere, nicht namentlich deklarierte Hölzer analysiert, die jedoch online über das FSC-Zertifikat abrufbar sind. Der Anbieter erklärt hierzu, dass die beispielhaft genannten Hölzer nicht zwangsläufig in jedem Beutel enthalten sein müssen.

Zwei Produkte im Test, Dehner Grill-Briketts und Grillprofi Grillbrikett, basieren auf fossiler Kohle. Unseres Erachtens ist der Rückgriff auf fossile Brennstoffe nicht nachhaltig. Es gibt genügend Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen.

Kohle brennt umso besser, je höher der Gehalt an festem Brennstoff – Experten spre-chen von fixem Kohlenstoff – ist. Diesen ließen wir im Labor bestimmen. Ebenso den Gehalt an Asche, die bereits beim Verkohlungsprozess in der Herstellung entsteht. Da sie nicht brennt, sollte ihr Anteil möglichst gering sein.

RATGEBER

►11 von 18 Produkten können wir empfehlen. Sie stammen aus vertrauenswürdigen Quellen und sorgen für ein gutes Grillergebnis.

► Mit den Grill-Alternativen auf Basis von Kokosnussschalen und Olivenkernen lässt sich gut grillen, wie unser Praxistest zeigt. Die Abfallprodukte aus der Landwirtschaft weisen eine gute Klimabilanz auf.

► Von Briketts auf Basis von Braun- oder Steinkohle raten wir ab. Fossile Brennstoffe haben aus unserer Sicht unter dem Grillrost nichts verloren.

In fünf Produkten wiesen die Experten einen Kohlenstoffgehalt nach, der unter den Vorgaben der Norm für Grillholzkohle und Grillholzkohlebriketts DIN EN 1860-2 liegt. Bei drei davon lag zudem der Aschegehalt zu hoch. Bei den Briketts ziehen wir vier Mal Noten ab, da das Labor eine über der Norm liegende Menge an Verunreinigungen feststellte. Dabei handelt es sich um Einschlüsse aus Quarz, Steinchen, Schlacke und Rost. Die Kingstone Premium Charcoal Briquettes werten wir besonders streng ab, der festgestellte Anteil an Braun- und Steinkohle betrug acht Prozent. Drei der Holzkohlen enthielten zu viele kleine Kohlestückchen unter einem Zentimeter Größe. Auf solche Brösel, die für Funkenflug sorgen, können Grillmeister gerne verzichten.

Schnell und lange heiß?

Im Praxistest erreichten die Produkte überwiegend „sehr gute“ bis „gute“ Ergebnisse, darunter auch die beiden Produkte aus Alternativmaterialien: die Olio Bric Gourmet-Grill-Briketts aus Olivenkernen und die Favorit Kokosnuss Grill-Briketts. Nur „befriedigend“ glühten die Kingstone Premium Charcoal Briquettes und die Pro Fagus Der Sommer Hit Premium Buche Grill-Holzkohle. Sie fielen in der Temperaturentwicklung gegenüber den anderen etwas zurück: Sie erreichten über den gemessenen Zeitraum nicht durchgehend zufriedenstellend hohe Temperaturen. Einige Produkte schwächelten schon bei der Vorglühzeit. Viele Briketts benötigten – trotz Anzündkamin – mehr als 30 Minuten und etliche Holzkohlen mehr als 20 Minuten, bis sie gleichmäßig glühten.