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TEST Grüne Geldanlagen: Strahlende Geschäfte


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2011 vom 25.03.2011

Nachhaltige Fonds werden umweltbewussten Anlegern gern als saubere Investments offeriert, durch die sich Geld und Moral verbinden lassen. Doch viele enthalten Aktien von Atomfirmen, Rüstungskonzernen und Umweltsündern. Nur fünf von 73 untersuchten Fonds bieten Anlegern ein wirklich dunkelgrünes Depot.


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Grüne Geldanlagen sind gefragt. Immer mehr An leger achten nicht mehr allein auf die Rendite. Sie wollen bei ihren Investments auch Kriterien wie soziale Lebensqualität, Umweltbewusstsein, Transparenz, Ehr - lichkeit, Gemeinsinn und Sicherheit berücksichtigt sehen. Noch ist der ...

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Grüne Geldanlagen sind gefragt. Immer mehr An leger achten nicht mehr allein auf die Rendite. Sie wollen bei ihren Investments auch Kriterien wie soziale Lebensqualität, Umweltbewusstsein, Transparenz, Ehr - lichkeit, Gemeinsinn und Sicherheit berücksichtigt sehen. Noch ist der Markt für Anlagen, die nach den Kriterien Umweltschutz, Soziales und gute Unternehmensführung (englisch: Environment, Social, Governance, kurz ESG) verwaltet werden, zwar vergleichsweise klein.
Doch die Wachstumsraten zeigen eine beachtliche Dy namik. So hat sich das Volumen nachhaltiger Investments in Europa nach Angaben desEuropean Sustainable and Responsible Investmentforum (Eurosif) seit 2008 von 2,7 auf fünf Billionen Euro fast verdoppelt. Das entspricht einem Wachstum von stolzen 87 Prozent. „Die anhaltende Finanzkrise und Desaster wie die Umweltkatastrophe um Deepwater Horizon im Golf von Mexiko haben viele Investoren wachgerüttelt“, analysiert Eurosif die Zahlen aus 2010. Aktuell könnte die Branche noch einen weiteren kräftigen Schub erleben. Die atomare Katastrophe nach dem schweren Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami in Japan wird zweifelsfrei das Bewusstsein für die Bedeutung von Umweltschutz und Sicherheit weiter schärfen.
Schon im Vorfeld der Ereignisse wäre allerdings jeder zweite Bundesbürger bereit gewesen, ein nachhaltiges Anlageprodukt zu kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Umfrage durch You GovPsychonomics. Zwei Drittel aller umweltbewussten Anleger wären sogar bereit, auf ein bisschen Gewinn zu verzichten, wenn das Geld wirklich sauber angelegt wird, so eine Umfrage von Union Investment. Das müssen sie aber gar nicht. Von 36 Studien aus verschiedenen Zeiträumen belegen nach Angabe der Beratungsgesellschaft Mercer 20 ganz klar, dass Wertpapiere von nachhaltigen Unternehmen und Staaten nicht schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Im Gegenteil. Je pingeliger die Nachhaltigkeitskriterien, desto besser die Anlageergebnisse.
Das klingt nach einem sauberen Investment, von dem nicht nur der Geldbeutel, sondern auch das gute Gewissen profitieren. Doch Vorsicht! Nicht jeder Nachhaltigkeitsfonds wird seinen hehren Zielen gerecht. „Mit dem Begriff Nachhaltigkeit wird ein Haufen Schindluder getrieben“, warnt Bruno S. Frey, renommierter Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Zürich. Man müsse enorm kritisch sein, so Frey, ob das, was als nachhaltig verkauft wird, auch wirklich ethisch und ökologisch einwandfrei ist.

Bester Beweis ist der Fall BP. Nach der Explosion auf der „Deepwater Horizon“ mussten viele umweltbewusste Anleger mit Entsetzen feststellen, dass die Ak tie von BP beliebter Ti tel in vielen Öko-Fonds war. Bei 13 Fonds zählten die „British Polluters“, wie Umweltaktivisten den Konzernnamen übersetzen, An - fang 2010 sogar noch zu den Top-Ten-Titeln, also den Fondsschwergewichten.
Doch was hat ein Ölmulti überhaupt in einem Öko-Fonds zu suchen? Ölförderung ist prinzipiell nicht nachhaltig. Zudem hat es bei BP schon in den Vorjahren immer wieder schwere Unfälle gegeben. 2005 explodierte eine Raffinerie in Texas, 2006 war es eine kaputte Pipeline in Alaska, 2010 schließlich der Super-GAU im Golf von Mexiko. Im Corporate Rating renommierter ESG-Analyseunternehmen, wie oekom oder RiskMetrics, wurde BP daher schon seit mehr als zehn Jahren als „not prime“ eingestuft, weil es große Versäumnisse und Schwachstellen in den Bereichen Anlagesicherheit und Arbeitsschutz gab.

Saubere Anlagen gehen nicht zulasten der Rendite

Was also ist schiefgelaufen bei den Fonds? Lockt die steigende Nachfrage nach sauberen Investments zunehmend schwarze Schafe an, die ihren Produkten einfach ein grünes Mäntelchen umhängen, um den Absatz zu fördern? Oder schauen die Fondsmanager beim Research nicht genau genug hin? Vielleicht setzen sie aber auch auf unzureichende Auswahlverfahren und filtern fragwürdige Titel deshalb nicht konsequent genug heraus.
Verbraucherschützer vermuten, dass von allem ein bisschen dabei ist. „Solange wir nicht genau wissen, was wirklich in den Fonds steckt, ist die Gefahr von Mogelpackungen und hellgrünen Produkten groß. Der Markt ist daher sehr enttäuschungsanfällig“, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. Hinzu kommt, dass die Qualität der Bankberatung oft miserabel ist, wenn es um Nachhaltigkeitsthemen geht. Das hat zumindest eine interne Untersuchung der Verbraucherzentralen ergeben. Immer lauter wird daher der Ruf nach einem Gütesiegel für die Branche, das Verbrauchern die Auswahl grüner Geldanlagen einfacher macht.
ÖKO-TEST hat einen ersten Schritt in diese Richtung unternommen und 73 Öko-Fonds geprüft. Bei allen wurde nicht nur untersucht, ob sie ihre Anlagekriterien und das Auswahlverfahren für Anleger verständlich und nachvollziehbar offenlegen. Auch die Qualität des Auswahlverfahrens selbst und die Frage, wie präzise die Anlagekriterien gesetzt werden, wurden geprüft und bewertet. Zu guter Letzt hat ÖKO-TEST dann noch einen Blick in die Depots geworfen, um zu prüfen, ob die Fonds in der Praxis auch halten, was sie auf dem Papier versprechen. Die Ergebnisse dieses Tests für die 30 Aktienfonds finden Sie hier im Heft. Die Ergebnisse für Themen-, Misch-, Renten- und Geldmarktfonds können Sie kostenlos unter www.oekotest.de abrufen.

Mogelpackung oder Fehlgriff – in vielen Fonds steckte BP

Das Testergebnis

■ In Sachen Transparenz kann sich die Branche sehen lassen. Knapp 62 Prozent aller untersuchten Fonds kamen hier auf Platz 1. 15 Prozent aller Anbieter ließen allerdings schon bei der Informationspolitik zu wünschen übrig. Oft fehlten wichtige Angaben zu den ESG-Kriterien oder zum Auswahlverfahren. Bis - weilen gingen die Informationen auch nicht über Allgemeinplätze hinaus. So schreibt der3 Banken Nachhaltigkeitsfonds in seinem Prospekt, dass globale Aktien „… unter besonderer Be rücksichtigung des Ethikgedankens (insbesondere ökologische und soziale Kriterien) ausgewählt werden“. Andere verweisen lediglich darauf, dass sie nur Titel aus bestimmten Nachhaltigkeitsindizes auswählen. Mit solchen Informationen kann nicht nur der Anleger wenig anfangen. Meist bestätigte sich auch im weiteren Test: Wenn schon die Transparenz zu wünschen übrig lässt, hapert es meist auch beim Auswahlverfahren und bei der Umsetzung. Kurz: Über ein oder zwei grüne Sternchen kamen die Geheimniskrämer unter den Anbietern selten hinaus.
■ Transparenz ist daher das oberste Gebot für grüne Geldanlagen. Das haben viele Anbieter erkannt. 44 der untersuchten 73 Fonds haben zum Beispiel den 2008 eingeführten Europäischen Transparenzkodex von Eurosif unterzeichnet. Das bedeutet: Sie stellen für interessierte Anleger alle Informationen bereit, die notwendig sind, um die ESGKriterien, das ESG-Research-Verfahren und die praktische Umsetzung des Auswahlverfahrens beurteilen zu können. Beantwortet wird zudem auch die Frage, ob der Fonds versucht, durch direkte Gespräche mit Unternehmen oder durch sein Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen mehr Nachhaltigkeit anzuregen.
■ Einziges Manko: Das Transparenzsiegel bringt zwar eine gewisse Ordnung in die verwirrende Vielfalt von Auswahlverfahren und Kriterien. Die gelieferten Informationen sind bislang aber eher für Experten und nicht für Laien gemacht. Nicht selten umfassen die Anlageerläuterungen weit mehr als 20 dichtbeschriebene Seiten gespickt mit ESG-Fachchinesisch. Aber die Branche arbeitet bereits daran, die Informationen zu vereinfachen und zu verdichten, sodass Verbraucher künftig anhand einer simplen Style-Box erkennen können, wie und wo der Fonds investiert.

Unsere Empfehlungen

Achten Sie bei der Auswahl von grünen Fonds vor allem auf Transparenz. Liefert der Fonds keine detaillierten Informationen, gilt: Finger weg davon!
Meiden Sie Fonds, die nach weichem Best-in-Class-Ansatz gemanagt werden. Sie sind oft kaum nachhaltiger als konventionelle Fonds.
Prüfen Sie, ob der Fonds zumindest die von ÖKO-TEST gesetzten Mindestausschlusskriterien beachtet.

Foto: Bernd Boscolo/pixelio.de

Atomkraft steht bei vielen Fonds zwar auf der Ausschlussliste, doch nicht alle setzen nur auf erneuerbare Energien. ÖKO-TEST fand viele Atomfirmen in den Depots.


Foto: ccvision.de

Das klingt vielversprechend. Deshalb haben wir erst einmal auf eine Bewertung der Verständlichkeit der Informationen verzichtet.
■ Transparenz allein ist aber noch kein Gütesiegel für eine nachhaltige Anlagepolitik. Das musste auch ÖKO-TEST bei den weiteren Untersuchungen feststellen. Informationsbereite Anbieter verraten zwar, was sie machen. Aber wie gut die Qualität ihres Auswahlverfahrens sowie die praktische Umsetzung ist, bleibt dennoch im Dunkeln. Das lässt sich nur durch einen Vergleich der Auswahlmethoden prüfen, wobei erst der anschließende kritische Blick ins Depot wirklich zu verlässig die Spreu vom Weizen trennt.
■ Das Problem: Egal ob Aktien-, Renten- oder Mischfonds fast jeder Anbieter wendet ein ganz individuelles Auswahlverfahren an. Manche Themenfonds haben zum Beispiel lediglich Positivkriterien definiert. Weil sie nur Titel aus speziellen Umweltbranchen auswählen, glauben sie auf Negativkriterien verzichten zu können. Das Gleiche gilt für marktbreite Nachhaltigkeitsfonds, die ihre Titel nach dem sogenannten Best-in-Class-Ansatz auswählen oder sich an den von Profis nach diesem Verfahren zusammengestellten Indizes orientieren. Um wirklich nur saubere Titel ins Depot zu nehmen, schließen andere Fonds Unternehmen aus fragwürdigen Branchen von vornherein aus ihrem Anlageuniversum aus. Fehlgriffe sind dabei aber auch nicht ausgeschlos sen. Denn nicht immer werden die Grenzen so klar gezogen, wie viele Anleger es gern hätten.

Transparenz allein ist noch kein Gütesiegel für grüne Fonds

■ Wieder andere kombinieren ihr Auswahlverfahren mit Negativ- und Positivkriterien, wobei die Kombination der Ausschlusskriterien aber bisweilen irritiert. So schließt derLiga-Pax-Balance-Stiftungsfonds-Union , der vorwiegend von den katholischen Banken vertrieben wird, neben anderen Kriterien zum Beispiel Abtreibung aus, aber Länder, die noch die Todesstrafe praktizieren, stehen nicht auf der Ausschlussliste. Auch Kinderarbeit und vermeidbare Tierversuche sind nicht tabu. Dafür sind Tabak, Drogen und Glücksspiel verboten, beim Suchtmittel Alkohol drückt der Fonds aber beide Augen zu. Kurz: Mancher Katalog von Ausschlusskriterien wirkt eher wie zufällig zusammengewürfelt, als dass ein detailliertes ESG-Wertesystem dahintersteckt. Das macht die Suche nach einem Fonds, dessen Ausschlusskriterien sich mit den eigenen Vorstellungen decken, für Anleger oft zur Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. ÖKO-TEST hat daher einen Mindestkriterienkatalog (siehe Seite 96) zusammengestellt, den die Fonds beachten müssen, um im Test mehr als drei Sterne für einen grünen bis dunkelgrünen Fonds erreichen zu können.
■ Die Analyse der Auswahlverfahren hat uns in dieser Hinsicht aber positiv überrascht: Immerhin mehr als ein Viertel der untersuchten Fonds geben an, die von ÖKO-TEST vorgegebenen Mindestkriterien zu beachten. Sage und schreibe 17 der untersuchten Fonds, also rund 23 Prozent, konnten uns sogar mit einem strengen, qualitativ hochstehenden Auswahlverfahren beeindrucken. Weitere acht Fonds erreichen bei der Qualität des Auswahlverfahrens Platz 2.

Die Spreu vom Weizen trennt nur ein Blick ins Fondsdepot

■ So viele Spitzennoten bei der Transparenz und gute bis sehr gute Noten beim Auswahlverfahren stimmten uns zuversichtlich, unter den 73 Fonds viele dunkelgrüne Fonds mit blitzsauberem Portfolio zu entdecken. Umso enttäuschter waren wir nach dem Blick ins Depot: Unterm Strich blieben lediglich fünf Fonds übrig, die auch in der Praxis mit einer ethisch-ökologisch einwandfreien Anlagepolitik überzeugten: Die drei AktienfondsGreenEffects NAIWertefonds , der von Securvita vertrieben wird,ÖkoWorld Öko-Vision Classic , der über Versiko vertrieben wird, und derEspa WWF Stock Umwelt Fonds der österreichischen Erste-Sparinvest KAG. Sie dürfen sich mit fünf grünen Sternen für einen einwandfreien Nachhaltigkeitsfonds schmücken. Das Gleiche gilt für denKBC ECO Funds Water , der es als einziger Themenfonds aufs Siegertreppchen schaffte, sowie denKepler Ethik-Rentenfonds A , der sich als einziger dunkelgrüner Rentenfonds bezeichnen darf.

■ Bei allen anderen Fonds entdeckten wir dagegen trotz strengem Auswahlverfahren und angeblich knallharten Ausschlusskriterien höchst fragwürdige Titel im Depot. Die Liste ist lang – und erschreckend: Wir fanden Aktien von Unternehmen, die zu den 100 größten Waffenproduzenten der Welt zählen, Wertpapiere von den 100 größten Luftverschmutzern, Konzerne, die von der renommierten SRI Ratingagentur RepRisk gerade zu den zehn weltweit umstrittensten Firmen gekürt worden waren, weil sie in schwere Umweltkatastrophen verstrickt sind oder ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen oder unmenschliche Arbeitsbedingungen nachgewiesen wurden. Daneben haben wir Aktien von Unternehmen entdeckt, die Greenpeace Schweiz gerade erst mit dem Public Eye Award, einer „Auszeichnung für unverantwortliche Konzerne“ gekürt oder sie zumindest dafür nominiert hatte, sowie Wertpapiere von Firmen, die wegen ihrer mangelnden Transparenz aus dem UN Global Compact herausgeworfen worden waren und Anleihen von Staaten, die Transparency International für hochgradig korrupt erachtet.

Manche Fonds verletzen glatt ihre eigenen Kriterien

■ Besonders ärgerlich dabei: Auch vorbildliche Transparenz und ein sehr gutes Auswahlverfahren sind offenbar keine Garantie für ein wirklich sauberes Depot. So schrammten neun Fonds nur deshalb am ersten Rang mit fünf grünen Sternen vorbei, weil ÖKO-TEST beim Blick ins Depot ein bis zwei solcher Wertpapiere entdeckte und damit feststellen musste, dass der Fonds ganz klar gegen seine eigenen strengen Ausschlusskriterien verstieß. Bei drei Fonds zählten die fragwürdigen Aktien sogar zu den Top-Ten-Titeln, also den Fondsschwergewichten, die eigentlich das Aushängeschild eines Fonds darstellen. Das haben wir mit doppeltem Punktabzug geahndet. Denn wenn Aktien von Waffenproduzenten oder Umweltsündern an so prominenter Stelle im Depot stehen, kann es sich kaum um Ausrutscher bei der Titelauswahl handeln.
■ DerDWS Invest Responsibility Fonds legt zum Beispiel 2,4 Prozent seines Fondsvermögens von immerhin 67 Mio. Euro in Aktien von Royal Dutch Shell an, einem Unternehmen, das zwar sehr CO2-effizient arbeitet, dem aber zugleich schwere Umweltverstöße, Verletzung der Menschenrechte und Korruption vorgeworfen werden. Laut RepRisk gehört es zu den zehn umstrittensten Unternehmen der Welt. Kurz: Das ist kein Titel für ein tiefgrünes ESG-Depot.
■ DerDexia Sustainable North America rutschte ebenfalls vom Siegertreppchen, weil wir unter den Top-Ten-Titeln Aktien der URS Corporation (Fondsanteil 3,8 %) entdeckten. Das Unternehmen zählt zu den 100 größten Rüstungsherstellern der Welt. Dabei stehen Rüstungstitel bei Dexia ganz klar auf der Ausschlussliste. Aber so eng sehen die Luxemburger das offenbar nicht.

■ DerGeldmarktfonds Espa Vinis Cash muss eine Abwertung einstecken, weil er – entgegen seiner Ausschlusskriterien – in Zinspapiere von Roche investiert, einem Unternehmen, dem Greenpeace 2010 wegen schweren Umweltverstößen, Menschenrechtsverletzungen, Geschäften mit Gen-Technologie den Public Eye Award verlieh. Zinspapiere von Roche fanden wir aber auch in denDexia Rentenfonds wieder. Das Gleiche gilt für Anleihen von Tesco, einem Unternehmen, das in der Palmölbeschaffung aktiv ist, damit zur Abholzung tropischer Regenwälder in Südostasien beiträgt, für Menschenrechtsverletzungen und das Aussterben von Tierarten verantwortlich ist und trotz Verleihung des Public-Eye-Award in 2006 nichts dagegen unternimmt.
■ BeimEspa Vinis Stock Global , der Rüstung ausschließt und Umweltschutz hochhält, fanden wir neben Titeln von Roche Aktien der BG Group, die wegen massiver Umweltverschmutzung, u. a. bei der Ölförderung in Kasachstan, ebenfalls zu den fragwürdigsten Unternehmen der Welt zählt. Daneben investiert der Fonds in Aktien von Dassault, einem der 100 größten Waffenproduzenten der Welt.
■ Sind viele Öko-Fonds also nur Schwindel? Die genannten Beispiele stimmen jedenfalls nachdenklich. Denn sie zeigen nur die Spitze des Eisberges. ÖKO-TEST hat schließlich nur besonders schwere Verstöße gegen ESG-Kriterien geahndet. Daneben fanden wir viele weitere, unstrittene Titel in den Depots. Neben den Topfonds waren lediglich zwei weitere Portfolios einwandfrei. Bei denen ließ das Auswahlverfahren aber keine Einschätzung zu, ob das nur Zufall oder Absicht war. Deshalb landeten sie nur auf Rang 2.

Nachhaltige Anlagen boomen. Doch nicht immer sind grüne Fonds so sauber, wie die Anbieter gerne behaupten.


Foto: MEV Verlag
■ Ansonsten gilt für die meisten Fonds: Von Sauberkeit oft keine Spur. Gen-Technik, umstrittene Tierversuche, Kinderarbeit, Atomkraft, Korruption, Rüstungsgeschäfte – die Liste der fragwürdigen Aktivitäten, in die viele Titel in den Portfolien verstrickt sind, ist lang. Und oft genug verletzten die Fonds mit ihren Investments auch noch die eigenen Ausschlusskriterien. Das wirft die Frage auf, wie ernst es diese Anbieter mit dem nachhaltigen Investment wirklich meinen.

Die Liste mit fragwürdigen Investments ist oft lang

■ Vor allem Fonds, die nach dem weichen Best-in-Class-Ansatz gemanagt werden, halten oft nicht, was sich Verbraucher davon versprechen. BeimSAM Sustainable Global Fund B fanden wir zum Beispiel allein acht der Top-100-Rüstungshersteller und sieben üble Umweltver schmutzer im De - pot, drei davon sogar unter den Top-Ten-Titeln. Würde ÖKO-TEST strengere Kriterien anlegen, müssten so gar rund 22 Prozent aller Anlagen durch Verstrickung in fragwürdige Aktivitäten als nicht nachhaltig eingestuft werden. Kurz: Ein lupenreiner Öko-Fonds ist derSAM Sustainable Global F und B nicht. Die Schweizer Fondsgesellschaft Sam begründet die Aufnahme von Unternehmen aus nicht nachhaltigen Branchen damit, dass so ein Wettbewerb um die beste nachhaltige Performance angeregt werde. Sonst würden viele Firmen vielleicht gar nichts in Richtung Nachhaltigkeit unternehmen. Doch bei diesem Auswahlansatz finanzieren Anleger letztlich auch schmutzige Geschäfte mit, verbunden mit der Hoffnung, dass es in Zukunft besser wird. Eine Garantie dafür, dass die Rechnung aufgeht, gibt es jedoch nicht.
■ Ähnlich sieht es beimMeag Nachhaltigkeitsfonds aus. Hier fanden wir zwar „nur“ drei der größten Waffenhersteller und zwei der größten Umweltverschmutzer. Insgesamt sind aber über 36 Prozent des Fondsvermögens in Unternehmen mit zweifelhaften Aktivitäten verstrickt. Das zeigt deutlich, wie relativ das Best-in-Class-Auswahlverfahren ist. Im schlimmsten Fall wird einfach das kleinste aller Übel ausgewählt.
■ Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt übrigens auch eine bislang unveröffentlichte Studie der Universität Zürich. Die hat zusammen mit RepRisk die Portfolios solcher Fonds geprüft – und Best-in-Class-Fonds schlicht die Glaubwürdigkeit abgesprochen. Bei diesen Fonds, so die Studie, werden die Gelder der Anleger offenbar nicht nachhaltiger angelegt als bei konventionell gemanagten Fonds. Kurz: Eine Gewähr für ein grünes, sauberes Portfolio bietet dieses Auswahlverfahren nicht.
■ Der Grund ist simpel: Beim Best-in-Class-Verfahren werden die vermeintlich fortschrittlichsten Unternehmen jeder Branche gekürt, doch es wird grundsätzlich kein Bereich ausgeschlossen. Deshalb kann auch in Autobauer, Fluglinien oder Ölförderer wie BP investiert werden, wenn sie in Sachen Nachhaltigkeit besser als die Mitstreiter ihrer Branche sind. Der britische Ölförderer BP konnte Best-in-Class-Anhänger zum Beispiel mit seinem Engagement für erneuerbare Energien und dem hohen Anteil der Gasförderung am Geschäft überzeugen. Dass das britische Unternehmen seine grüne Fassade nur aufpolierte und gleichzeitig hohe Risiken bei der Ölförderung einging, blieb dabei offenbar verborgen.

Bei Best-in-Class-Fonds ist auch Atomkraft salonfähig

■ Die größte Gefahr beim weichen Best-in-Class-Ansatz: Auch Unternehmen, die Atomkraftwerke betreiben, werden so salonfähig. Denn sie produzieren Energie angeblich CO2-ärmer als andere fossile Energieträger. Wer strenge ESG-Kriterien anlegt, berücksichtigt allerdings auch, welche Risiken die Atomenergie in sich birgt, welche Umweltschäden der Uranabbau und die Endlagerung verursachen. Dann ist meist schnell klar: Atomtechnik gehört ebenso wenig in ein Nachhaltigkeitsdepot wie Streubomben oder andere Waffen. Für ÖKOTEST ist der Ausschluss von Atomenergie daher wichtiger Bestandteil der Mindestausschlusskriterien.
■ Gerade der Umgang mit Atomkraft war bei den Öko-Fonds bislang jedoch umstritten. Wie unsere Übersicht zeigt, schließen längst nicht alle Anbieter Atomenergie kategorisch aus. Manche werten sie nur ab. Andere, wie derLBBW Global Warming Fonds , drü cken noch beide Augen zu, wenn die Atomenergie nicht mehr als 50 Prozent der Geschäftstätigkeit ausmacht. Begründung: Auf den angeblich so CO2-armen Strom aus Atomkraftwerken könne mangels ausreichendem Ersatz aus erneuerbaren Energien bislang noch nicht verzichtet werden. Spätestens die atomare Katastrophe von Japan wird aber auch bei den grünen Fonds zu einem Umdenken führen. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass es jetzt noch Verbraucher gibt, die in diese Technik investieren wollen“, meint Verbraucherschützer Gottschalk. Auch die Börse wird Unternehmen, die Kernkraftwerke betreiben oder nennenswert in Atomenergie investieren, jetzt vermutlich hart abstrafen.
■ Das dürfte auch einige der untersuchten ESG-Fonds treffen. Immerhin fanden wir in 43 von ihnen Atomaktien, wie zum Beispiel Uranium Energy oder E.ON. Weil es sich dabei allerdings nicht um Titel aus der Liste der weltweit anerkanntermaßen „problematischen Papiere“ handelt, führten solche Fehlgriffe noch nicht zur Abwertung im Test.
■ Umweltkatastrophen wie in Japan oder im Golf von Mexiko machen zweifelsohne immer wieder deutlich, wie riskant Investments ohne ausreichende Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien sind. Die Aktien von Unternehmen, die solche Risiken verursacht haben oder darin verstrickt sind, stürzen in der Folge meist steil ab – was nicht selten auch an den Schadenersatzforderungen liegt, die im Nachhinein noch auf sie zukommen.
■ Dennoch konnten wir – anders als viele Studien – in unserem Test nicht feststellen, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Güte des Auswahlverfahrens, der Strenge von Ausschlusskriterien und der Rendite des Fonds besteht. ÖKO-TEST hat die Wertentwicklung aller Fonds geprüft und mit dem jeweiligen konventionellen Marktindex verglichen. Ergeb nis: Ob der Fonds besser oder schlechter als der Markt abschneidet, hängt offenbar weniger von den Nachhaltigkeitskriterien als von den sonstigen Managementqualitäten sowie der Branche und Region ab, in die der Fonds überwiegend investiert. So gibt es tief-grüne Topfonds, die besser, aber auch schlechter als der Markt abschneiden und umgekehrt.

Atomfirmen

Aktien der folgenden Firmen, die mit Atomenergie in Verbindung stehen, haben wir in den Fonds gefunden: E.ON, Exelon, GDF Suez, Iberdrola, Rio Tinto, RWE, Siemens, Uranium Energy, Verbund International

Foto: mr. nico/Fotolia.com

Problematische Papiere

Von diesen problematischen Unternehmen und Staaten haben wir Aktien und/oder Anleihen gefunden.

Ausschluss aus UN Global Compact, weil die Unternehmen trotz wiederholter Aufforderung nicht über ihre Nachhaltigkeitsfortschritte berichteten: Fortis, Jeronimo Martins, Merck PTy, Merck Serono, Renault (Türkei, S.A. nur mangelnde Angaben), Suntech Power Holding Co. Ltd.

Public Eye Award für unverantwortliche Unternehmen u. a. wegen schwerer Umweltverstöße: Arcelor Mittal (nominiert 2010), BP (nominiert 2011), Dow Chemical (nominiert 2005), Neste Oil (2011), Roche Holding (2010), Royal Bank of Canada (2010)

Von RepRisk als umstrittenste Konzerne der Welt gekürt, u. a. wegen massiver Umwelt- oder Menschenrechtsverstöße: BP, BG Group, Chevron, Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, Transocean

Laut Sipri Unternehmen, die zu den Top-100-Waffenproduzenten weltweit gehören: BAE Systems, Dassault, Fiat, General Elektric, GKN, Hewlett Packard, Indra Sistemas, ITT, Mitsubishi, Heavy Industries, Nec, Rolls-Royce, Saic, Samsung Electronics, Serco Group, Thyssenkrupp, United Technologies Corp, URS

Laut Toxic Air Pollution Index Unternehmen, die für massive Luftverschmutzung verantwortlich sind: Bayer, Exxon Mobil

Laut Transparency International Länder mit Verdacht auf einen hohen Grad an Korruption: Italien, Kroatien, Litauen

Laut Züricher Kantonalbank Staaten mit unterdurchschnittlichem Nachhaltigkeitsrating: Australien, Griechenland, Luxemburg, Spanien

Laut Transparency International Länder mit Verdacht auf einen hohen Grad an Korruption undlaut Züricher Kantonalbank Staaten mit unterdurchschnittlichem Nachhaltigkeitsrating: Polen, Portugal, Slowakei, Türkei, Ungarn

■ Die beste Performance unter den vier tiefgrünen Top aktienfonds erwirtschaftete zum Beispiel der KBC ECO Fund Water. Er liegt sowohl im Einjahres- als auch im Dreijahreszeitraum im Marktdurchschnitt. Auf Fünfjahressicht konnte er mit einer durchschnittlichen Ver zinsung von 2,53 Prozent pro Jahr sogar eine deutlich bessere Rendite als der Markt erzielen. Das liegt aber vermutlich am Anlage schwerpunkt. Der Fonds investiert vorwiegend in Aktien aus dem Bereich der Wasser- und Abwasserversorgung, einer Branche, die angesichts der weltweit zunehmenden Wasserknappheit schon seit Jahren boomt.

Die Güte der ESG-Kriterien bestimmt nicht die Rendite

■ Auch derGreen -Effects-NAIWerte-Fonds kommt auf eine gute Performance. Der Fonds investiert aber schwerpunktmäßig in Öko-Pioniere und damit vor allem in kleinere und mittlere Titel, was sich in etwas höheren Kursschwankungen niederschlägt.
■ Hohe Kursschwankungen sind aber auch beimÖKOWorld-Fonds und beimEspa WWF Stock Umwelt nicht auszuschließen. Denn wer in lupenreine Nachhaltigkeitstitel investiert, hat häufig kleinere Aktien im Depot. Das schlägt sich in schwierigen Börsenzeiten, wie wir sie in den letzten drei Jahren inklusive Finanzkrise hatten, natürlich auch in der Performance nieder. BeimÖKO-WorldFonds nagen aber auch vergleichsweise hohe Kosten an der Rendite. Mit einer Gesamtkostenquote von 2,13 Prozent pro Jahr liegt der Fonds deutlich über Marktdurchschnitt. Ein Grund dafür ist der beson dere Aufwand, den der ÖKOVision beim Nachhaltigkeitsscreening betreibt. Die Kos ten dafür in Höhe von 0,20 % pro Jahr sind in der Gesamtkostenquote enthalten. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Gebühr.

Abkürzungen: n. m. = nicht möglich; k. A. = keine Angabe

Anmerkungen: 1) Atomenergie: Ausschluss erst, wenn Geschäftstätigkeit überwiegend auf dem Einsatz von Kernenergie basiert. 2) Eurosif-Transparenzsiegel in Vorbereitung. 3) Laut Anbieter Beirat/externe Kontrolle: ja, aber keine näheren Angaben dazu. 4) Eurosif-Transparenzsiegel im Februar 2011 erteilt. Performance Fee in Höhe von zehn Prozent des Wertzuwachses, wenn der Fonds in einem Quartal den letzten Höchststand überschreitet, der zu einer Erfolgsvergütung führte.5) Bewertung Transparenz: keine Umsatzangabe bei ESG-Auschlusskriterien. 6) Research überwiegend intern. 7) Research überwiegend intern, daneben aber auch externe, wie Ecos (Schweiz). 8) Erfolgsbezogene Vergütung mit Verlustanrechnung (halbjährliche Performance Fee entfällt auch für Vorjahreshalbjahr, wenn Wertentwicklung unter der Benchmark bleibt). 9) Fonds investiert ausschließlich in Aktien des Ethical Index Global Return. 10) Human-Capital-Management-Filter: Arbeitsbedingungen, Karriereentwicklung, Fortbildung, Beschäftigungswachstum. Bei Ausschlusskriterien keine Angaben, wie viel Prozent vom Umsatz noch tolerabel sind. 11) Fonds investiert vorzugsweise in Anleihen des Ethical Index Euro Corporate Bonds von E. Capital Partners.

■ Wer eine risikoärmere An lage sucht und Verluste vermeiden will, sollte jedoch von vornherein eher zu nachhaltigen Misch- oder Rentenfonds greifen. In den letzten fünf Jahren boten vor allem die Rentenfonds die beste Performance – und derKepler Ethik-Rentenfonds (A) kann hier nicht nur mit fünf Sternen für das dunkelgrüne Depot, sondern auch mit einer guten Rendite überzeugen.
■ Nachhaltige Mischfonds können ebenfalls eine gute Wertentwicklung bieten, dafür mangelt es oft an einem hinreichend nachhaltigen Portfolio. Je nach Börsenentwicklung auf die richtigen Anlagenklassen zu setzen und dabei auch noch ESG-Kriterien zu beachten, scheint die Königsklasse im nachhaltigen Investment zu sein – und die beherrschen offenbar nur wenige. Einen tiefgrünen Fonds konnten wir unter den Mischfonds daher leider nicht finden. Den besten Spagat aus einem Depot mit nur wenigen fragwürdigen Titeln und einer guten bis sehr guten Performance legte derPrimes Value Income Fonds von Hauck & Aufhäuser (ehemals Dr. Höller Vermögensverwaltung) hin. Bei allen anderen untersuchten Mischfonds stimmt entweder die Performance nicht oder es fanden sich zu viele fragwürdige Investments im Depot.

Barbara Sternberger-Frey

Auch grüne Top-Fonds müssen nicht teuer sein

Die Ergebnisse für die Themen-, Renten-, Misch- und Geldmarktfonds sowie weitere Informationen zum Auswahlverfahren usw. finden Sie unter www.oekotest.de. Ihr Heftcode: 5PA

Legende: Fonds mit der gleichen Bewertung sind nach Gesamtnote aufgeführt. In die Gesamtnote ging die Note für Transparenz zu 20 Prozent, die Note für die Qualität des Auswahlverfahrens zu 50 Prozent, die Note für die Analyse der Top-Ten-Titel zu weiteren 20 Prozent und die Note für das Gesamtportfolio laut Geschäftsbericht 2010 zu zehn Prozent in die Gesamtnote ein, wobei fünf grüne Sterne der Note 1 / sehr gut / Rang 1 entsprechen, kein grüner Stern der Note 6 / ungenügend / Rang 6. Die Bewertung konnte (mit Ausnahme der Themenfonds) jedoch nicht besser sein als die Note für das Auswahlverfahren. Denn sofern das Screeningverfahren die Investition in Problemtitel auf jeden Fall zulässt, können wir nicht mit Sicherheit sagen, ob die Portfolioqualität vielleicht nur Zufall oder Absicht ist. Einzig bei den Themenfonds haben wir hier eine Ausnahme gemacht. Weil diese Fonds vor allem auf dezidierte Positivkriterien setzen und ohnehin nur in Aktien aus umweltfreundlichen und sozial verträglichen Branchen in ves tieren, stellt das Bewertungsverfahren für Themenfonds eine zu hohe Hürde dar. In die Bewertung flossen die Bewertung der Gesamtkostenquote sowie die Bewertung der Rendite nicht ein.
Für die Transparenz konnten die Fonds maximal neun Punkte erreichen: für Angaben zu ESG-Kriterien (1 Punkt), das Auswahlverfahren (1 Punkt), die besondere Präzision von ESG-Kriterien, insbesonders Umsatzangaben bei Negativkriterien (1 Punkt), präzise Angaben zum ESG-Research (2 Punkte), Angaben zu Existenz und Zusammensetzung eines externen Beirats oder Anlageausschusses (2 Punkte), zum Engagement (2 Punkte). Fonds mit dem Eurosif-Transparenzsiegel bekamen 9 Punkte, fehlende Angaben trotz Transparenzerklärung führten ggf. zu einem Punktabzug. Zur Ermittlung der Bewertung Transparenz wurde für 9 Punkte die Note „sehr gut“ vergeben, die Differenz zwischen der verbleibenden höchsten und niedrigsten Punktzahl wurde in fünf gleichgroße Klassen geteilt.

Bei der Note für die Qualität des Auswahlverfahrens haben wir zunächst die unterschiedlichen Verfahren bewertet. Für die Auswahl allein nach Positiv- oder allein nach Negativkriterien sowie für das Best-in-Class-Verfahren gab es maximal 1 Punkt. Für die Kombination des Best-in-Class-Ansatzes mit Negativkriterien 1,75 Punkte, kommen spezielle Positivkriterien hinzu (Best-in-Class-Verfahren mit Positiv- und Negativkriterien), gab es zwei Punkte, wird zusätzlich auch nach der ESG-Bewertung von Branchen gewichtet (Best-of-Class-Verfahren plus Best-in-Class-Verfahren mit Positiv- und Negativkriterien), waren 2,5 Punkte erreichbar. Das Gleiche gilt, wenn der Fonds seine Investments ausschließlich anhand eines dezidierten Katalogs von Positiv- und Negativkriterien auswählt. Zusatzpunkte konnten erworben werden, wenn der Fonds das Auswahlverfahren mit einem Engagementansatz kombiniert (maximal plus 0,5 Punkte, davon jeweils 0,25 Punkte für die Stimmrechtsausübung auf Hauptversammlungen und für den direkten Dialog mit den Unternehmen). Weitere Pluspunkte (jeweils 0,25 Prozent) brachte die Einbindung von Research-Urteilen renommierter ESG-Research-Agenturen sowie die Kontrolle durch einen externen Anlageausschuss oder Beirat. Insbesondere Themenfonds konnten zudem weitere Pluspunkte (max. 0,5 Prozent) für die Festlegung und Präzision spezieller Positivkriterien erwerben. Anschließend wurde für jeden ESG-Bereich separat geprüft, ob der Fonds den von ÖKO-TEST gesetzten Katalog an Negativkriterien erfüllt. Wurde der Mindestkriterienkatalog nur knapp (90 bis unter 100 Prozent) erfüllt, gab es 0,25 Minuspunkte. Wurde er noch bis zu wenigstens 50 Prozent erfüllt, gab es 0,5 Minuspunkte. Wurden wenigstens 30 bis 50 Prozent der Mindestkriterien beachtet, gab es 0,75 Minuspunkte, bei niedrigeren Werten gab es einen Minuspunkt. Fonds, die den Mindestkriterienkatalog nicht nur erfüllen, sondern weitere Ausschlusskriterien setzen, konnten bis zu 0,5 Pluspunkte erzielen, wenn es sich um Kriterien handelt, die aus dem UN Global Compact abgeleitet sind. Bei anderen, oft ethisch motivierten Ausschlusskriterien waren bis zu 0,25 Pluspunkte möglich. Zur Ermittlung der Bewertung des Auswahlverfahrens wurden 3,5 Punkte mit „sehr gut“ bewertet, weniger als 1,5 Punkte mit „ungenügend“. Die Differenz zwischen der verbleibenden höchsten und niedrigsten Punktzahl wurde in vier gleichgroße Klassen geteilt.
Abschließend wurden die Top-Ten-Titel bewertet. Sofern sich darunter keiner aus der Liste der „problematischen Papier (siehe Seite 91) fand, gab es die Note 1. Jeder Problemtitel, der sich unter den Top-Ten-Werten befand, führte dagegen zur Abwertung um einen Rang. Sofern sich fünf Problemtitel unter den Top Ten befanden, gab es daher die Note 6. Ähnlich sind wir bei der Bewertung des Gesamtportfolios vorgegangen. Hier führten jeweils zwei Problemtitel zur Abwertung um eine Rangklasse. Sofern wir mehr als zehn Problemtitel im Portfolio fanden, wurde dieses daher mit Note 6 bewertet. Zur Bewertung der Fondskosten haben wir die Gesamtkostenquote der Fonds mit der vom Fondsanalysehaus Lipper ermittelten durchschnittlichen Gesamtkostenquote der jeweiligen Fondskategorie verglichen. Die Wertentwicklung sowie die Risikokennziffern der Öko-Fonds haben wir mit den jeweiligen Marktindizes verglichen, anschließend die Standardabweichung von der Indexentwicklung ermittelt und die Fonds anhand dieser Abweichung in sechs gleich große Klassen eingeteilt, wobei die Indexrendite jeweils ind der Mitte von Rang 3 liegt. Fonds mit einer durchschnittlichen Rendite haben im jeweiligen Untersuchungszeitraum daher eine annähernd gleiche Rendite wie der Index erzielt. Folgende Indizes wurden zur Bewertung herangezogen: Aktienfonds Europa – MSCI Europe net, Aktienfonds Welt, global anlegende Themenfonds – MSCI World net, Rentenfonds – Barclays Euro Aggregate Bonds Index, Mischfonds Europa – jeweils 50 % Barclays Euro Aggregate Bonds Index, 50 Prozent MSCI Europe, Mischfonds Global – jeweils 50 Prozent Barclays Euro Aggregate Bonds Index, 50 Prozent MSCI World Index.

Anforderungen an die Fonds: Ausgewählt wurden offene Investmentfonds, die nach ESG-Kriterien anlegen, zum Untersuchungsstichtag 31.12.2010 schon mindestens drei Jahre am Markt waren und zu diesem Termin ein Fondsvolumen von mindestens 30 Mio. Euro aufwiesen. Darüber hinaus mussten die Fonds in der Datenbank vonwww.nachhaltiges-investment.org gelistet sein oder die Transparenzerklärung von Eurosif unterzeichnet haben und für deutsche Privatanleger erhältlich sein.
Testmethoden: Sämtliche Informationen zu den Fonds wurden von ÖKO-TEST im Internet auf den Homepages der Fondsgesellschaften, bei Eurosif oder auf der Home page vom Forum nachhaltige Geldanlagen, vonwww.nachhaltiges-investment.org und/oder bei Morningstar erhoben, einer gründlichen Prüfung unterzogen und den Fondsgesellschaften – mit Ausnahme der aus den offiziellen Geschäftsberichten entnommenen Komplettportfolien – anschließend zur Überprüfung zurückgespielt.

So haben wir getestet

Die Datenerhebung

Um zu erfahren, wie und nach welchen Kriterien die Fonds investieren, haben wir uns auf den Homepages der Fondsgesellschaften die Prospekte der Fonds sowie die Geschäfts- und Halbjahresberichte von 2010 und 2009, die aktuellen Fact-Sheets zum Stichtag 31.12.2010 und etwaige sonstige Informationen zur Anlagepolitik heruntergeladen. Sofern ein Fonds die Transparenzerklärung von Eurosif unterzeichnet hat, haben wir uns den ausgefüllten Fragebogen auf den Homepages vom Forum nachhaltige Geldanlagen in Deutschland oder bei Eurosif besorgt. In allen anderen Fällen haben wir zusätzlich die Angaben des Fonds zu seiner Anlagepolitik auf der Homepagewww. nachhaltiges-Investment.org herangezogen. Die Daten zur Wertentwicklung des Fonds sowie die Informationen zu den Risikokennziffern haben wir den Fact-Sheets entnommen oder alternativ aus der frei zugänglichen Datenbank vonwww.morningstarfonds.de entnommen. Stichtag für die Performancebewertung war dabei durchgängig der 31.12.2010.

Die Transparenzanalyse

Bei der Transparenzanalyse haben wir bewertet, ob der Fonds umfassende Angaben zu seiner ESG-Anlagepolitik in den auch für Privatanleger zugänglichen Dokumenten (idealerweise auf der Homepage der Kapitalanlagegesellschaft bzw. Depotbank des Fonds) macht. Das bedeutet, sie müssen entweder in seinem Prospekt, ggf. zusätzlichen Dokumenten, den Halbjahres- oder Jahresberichten veröffentlicht werden. Basis für die Bewertung waren die Transparenzleitlinien für Nachhaltigkeitsfonds von Eurosif (European Sustainable and Responsible Investment Forum) bzw. der deutschen Sektion Forum nachhaltige Geldanlagen. Sofern der Fonds bereits das Transparenzsiegel erhalten hat, galten die Anforderungen als weitgehend erfüllt. Ansonsten wurde geprüft, ob dem Anleger folgende Informationen in den o.g. Fondsunterlagen zugänglich sind: die Anlagepolitik, die Anlagekriterien sowie das Auswahlverfahren und dessen Umsetzung. Bei Ausschlusskriterien wollten wir wissen, wie viel Prozent vom Umsatz in diesen Bereichen aus Sicht des Fondsmanagements toleriert werden. Greift der Fonds auf externe Research-Anbieter zurück, haben wir uns diese benennen lassen und einen Blick auf deren Analyseverfahren geworfen. Orientiert sich der Fonds an einem ESG-Index, haben wir Informationen dazu herangezogen. Darüber hinaus wollten wir wissen, ob der Fonds einen externen Beirat oder Anlageausschuss benannt hat, der die Anlagepolitik und/oder das Auswahlverfahren kontrolliert und wie dieser Beirat besetzt ist. Wir haben detaillierte Informationen zum Engagementansatz verlangt und wollten wissen, wie oft das Research-Verfahren bzw. das Portfolio überprüft wird und welche Titel aufgrund der ESG-Kriterien 2010 aus dem Portfolio entfernt wurden. Geprüft wurde an dieser Stelle jedoch nur die Klarheit und Vollständigkeit der Informationen. Die inhaltliche Bewertung erfolgte im nächsten Schritt.

Die Analyse des ESG-Auswahlverfahrens

Um die Qualität des Auswahlverfahrens zu bewerten, haben wir ein abgestuftes Bewertungsverfahren entwickelt. Grundsätzlich mussten die Anlagepolitik, die Auswahlkriterien und das Auswahlverfahren geeignet sein, um
■ Wertpapiere von Unternehmen zu identifizieren, die in einem oder mehreren ESG-Themenbereichen (Umwelt, Soziales, Corporate Governance) Überdurchschnittliches leisten (sustainable Leader nach Best-in-Class-Ansatz) und/oder
■ Wertpapiere von Unternehmen zu identifizieren, die geeignet sind, in einem der Bereiche Umwelt, Soziales, Corporate Governance, zur Lösung aktueller und künftiger Probleme beizutragen (Positivkriterien) und/oder
■ Wertpapiere von Unternehmen ausschließen, deren Branchen, Aktivitäten oder Geschäftspraktiken zur Verschärfung der Probleme in den Bereichen Umwelt, Soziales, Corporate Governance beitragen (Ausschlusskriterien). Die verschiedenen Verfahren haben wir nach Strenge des Auswahlansatzes bewertet, wobei das simple Screening allein nach Positiv- oder Negativkriterien bzw. nach Best-in-Class-Ansatz als ausreichend gilt. Werden verschiedene Auswahlansätze miteinander kombiniert, sodass das Screening stärker präzisiert wird, erhöht sich die Qualität des Auswahlansatzes. Das gilt insbesondere, wenn Geschäftspraktiken, die zur Verschärfung der Probleme in den Bereichen Umwelt, Soziales, Corporate Governance beitragen, ausgeschlossen oder stark abgewertet werden bzw. wenn eine Gewichtung der Branchen entsprechend ihrer ESG-Bewertung erfolgt und diese zur Bewertung der Unternehmen beiträgt. Auch eine aktive Engagementpolitik haben wir als Verbesserung des Screenings eingestuft. Weitere Pluspunkte gab es, wenn zur Unternehmensbewertung die Analyse einer renommierten ESG-Research-Agentur herangezogen wird und ein externer Anlageausschuss und/oder Beirat den Fonds berät und/oder das Auswahlverfahren prüft. Das Gleiche gilt, wenn der Fonds – neben den ESG-Basiskriterien – weitere Positivkriterien für die Titelauswahl formuliert, beispielsweise im Gesundheitsbereich oder im Bereich Klimaschutz.

Die Mindestkriterien

Um beim Auswahlverfahren eine bessere Note als befriedigend zu erreichen, mussten die Anlagepolitik, die Auswahlkriterien, das Erhebungs-, Bewertungs- und Auswahlverfahren des Fonds aber so gestaltet sein, dass Unternehmen mit folgenden Geschäftsfeldern oder Geschäftspraktiken von einem Investment ausgeschlossen sind: Atomkraft, Rüstung (Produktion und Handel), Gen-Technik, vermeidbare Tierversuche sowie Unternehmen, die gegen die zehn Prinzipien des UN Global Compact verstoßen. Staaten und souveräne Emittenten dürfen zentrale politische und soziale Standards nicht verletzen und nicht gegen Umweltstandards und -abkommen verstoßen.
Sofern Fonds auch diese Hürde nehmen und die zehn Prinzipien des UN Global Compact sogar noch weiter präzisieren oder zusätzliche qualitative Negativkriterien setzen, wie zum Beispiel den Ausschluss von Suchtmitteln, können sie sich durch Zusatzpunkte weiter profilieren.

Problematische Titel im Portfolio

Korruption, schwere Umweltverstöße wie im Fall von BP, gravierende Menschenrechtsverletzungen oder Waffenhandel sind Tätigkeiten, die nachhaltig orientierte Anleger mit ihrem Geld nicht finanzieren wollen. Solche Titel gehören daher nicht in einen grünen Fonds. Einen offiziellen, einheitlichen Standard zur Bewertung von solchen Geschäftspraktiken gibt es nicht. Zudem kann jeder größere Konzern, der in solche Praktiken verwickelt ist, in anderen Bereichen oft Erfolge im ESG-Ranking vorweisen, beispielsweise weil er Energie einspart, die CO2-Ausschüttungen verringert oder soziales Engagement beweist. Aus diesem Grund haben wir nur Wertpapiere von Unternehmen und/oder Staaten negativ bewertet, die von international anerkannten Ratingagenturen, Umweltschutzorganisationen und öffentlich anerkannten Instituten als unverantwortliche Konzerne oder fragwürdige Staaten eingestuft werden. Herangezogen wurden
■ die Bewertungen des Stockholm International Peace Institutes (Sipri), das jährlich eine Liste mit den 100 größten Waffenproduzenten der Welt veröffentlicht,
■ die Nominierungsliste für den Public-Eye-Award der Schweizer Sektion von Greenpeace, die jährlich die unverantwortlichsten Unternehmen der Welt kürt,
■ die internationale Datenbank des UN Global Compact, die Jahr für Jahr Unternehmen die Mitgliedschaft entzieht, wenn sie – auch nach mehrmaliger Aufforderung – keine Informationen zu ihren Nachhaltigkeitsfortschritten liefern,
■ die Top-Ten-Liste mit den weltweit umstrittensten Unternehmen der Welt, die jährlich vom Schweizer Analysehaus RepRisk veröffentlicht wird und die Unternehmen brandmarkt, die massiv gegen Umwelt-,Sozial- oder Governance-Kriterien verstoßen haben,
■ die Liste der 100 größten Luftverschmutzer der Welt, die von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde zusammengestellt wird,
■ den Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International, der den Grad von Korruption im öffentlichen Sektor misst,
■ sowie das Anleiherating der Züricher Kantonalbank, die sich einen Namen in der ESG-Bewertung von Staaten gemacht hat.
Finden sich Aktien und Anleihen von Unternehmen und Staaten, die auf diesen Listen gebrandmarkt werden, unter den Top-Ten-Titeln eines Fonds, haben wir das besonders abgewertet. Dahinter steht die Überlegung, dass es sich nicht um einen zufälligen Ausrutscher bei der Titelauswahl handeln kann, wenn Wertpapiere von unverantwortlichen Unternehmen zu den Fondsschwergewichten zählen. Fanden sich solche Titel nur in den Portfolien, die ÖKO-TEST den Geschäftsberichten 2010 (bzw. falls dieser noch nicht publiziert war, der Halbjahresbericht 2010) entnommen hat, erfolgte eine schwächere Abwertung.

Das Gesamturteil

In die abschließende Bewertung flossen die Noten aus der Transparenzanalyse jeweils zu 20 Prozent, die Bewertung des Auswahlverfahrens zu 50 Prozent und die Analyse der tatsächlich getätigten Investments zu 30 Prozent mit ein, wobei 20 Prozent auf die Top-Ten-Titel und zehn Prozent auf die Portfoliotitel entfallen. Besser als die Bewertung beim Auswahlverfahren konnte ein Fonds aber nicht abschneiden. Die so ermittelten Gesamtnoten haben wir anschließend in sechs gleiche Klassen eingeteilt und je nach ESG-Qualität mit null bis fünf Sternen benotet.

Das Rendite- und Kostenranking

Parallel zur Analyse des nachhaltigen Anlageverfahrens haben wir auch die Kosten (Gesamtkostenquote), die Wertentwicklung im Ein-, Drei- und Fünfjahreszeitraum sowie die Risiken des Fonds, gemessen an der Volatilität und der Sharpe Ration im Dreijahreszeitraum bewertet. Dafür wurden die entsprechenden Werte der Nachhaltigkeitsfonds jeweils mit den Durchschnittswerten konventioneller Fonds aus dem gleichen Anlagebereich verglichen bzw. mit den entsprechenden Werten der passenden Börsenindizes im gleichen Zeitraum. Die Noten in diesen Bereichen zeigen daher, ob der jeweilige grüne Fonds hier besser abschneidet als ein konventioneller bzw. ob und wie stark die Wertentwicklung hinter dem Marktdurchschnitt konventioneller Anlagen in diesem Bereich zurückbleibt, oder ob der Fonds besser ist. In das Gesamturteil flossen diese Noten aber nicht mit ein. Sie dienen lediglich der zusätzlichen Information.