Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 10 Min.

TEST Grüne Smoothies: Grün ist die Hoffnung


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2017 vom 23.02.2017

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: ein Apfel, eine halbe Banane, sechzehn Blätter Spinat – und das alles in einer kleinen Flasche? Die Wirklichkeit sieht anders aus: wenig Gemüse, reichlich Zucker, kaum Vitamine. Sechs Produkte können wir aber empfehlen. Von Birgit Hinsch


Artikelbild für den Artikel "TEST Grüne Smoothies: Grün ist die Hoffnung" aus der Ausgabe 3/2017 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 3/2017

Als Mutter aller grünen Smoothies gilt die Amerikanerin Victoria Boutenko. Als sie und ihre Familie sehr krank waren, die Ärzte aber nicht helfen konnten, machte sie sich auf die Suche nach einer alternativen Heilmethode. In ihrem Buch mit dem Titel „Raw Family – A True Story of Awakening“ beschreibt Boutenko, wie sie die Ernährung ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2017 von Leserbriefe: Schreiben Sie uns. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe: Schreiben Sie uns
Titelbild der Ausgabe 3/2017 von Nachwirkungen: Was unsere Tests bewirkt haben: REAKTIONEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nachwirkungen: Was unsere Tests bewirkt haben: REAKTIONEN
Titelbild der Ausgabe 3/2017 von Politik & Umwelt: Entwicklungshilfe: Auswege gesucht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Politik & Umwelt: Entwicklungshilfe: Auswege gesucht
Titelbild der Ausgabe 3/2017 von Meldungen: In Kürze. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen: In Kürze
Titelbild der Ausgabe 3/2017 von Abnehmen: Essen mit Köpfchen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Abnehmen: Essen mit Köpfchen
Titelbild der Ausgabe 3/2017 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Vorheriger Artikel
Meldungen: In Kürze
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Abnehmen: Essen mit Köpfchen
aus dieser Ausgabe

... der Familie zunächst auf Rohkost umstellte. Doch sie wollte mehr tun und begann sich mit grünen Blattsalaten zu beschäftigen. Dabei entdeckte sie, dass Schimpansen neben Obst viele grüne Blätter fressen und nie krank sind. Aufgrund der genetischen Übereinstimmungen zwischen Schimpanse und Mensch folgerte sie, dass auch die Menschen den grünen Blattgemüsen mehr Beachtung schenken sollten. Da aber viele der gewünschten Zutaten auch nach dem Kauen schwer verdaulich blieben, kam alles in den Mixer: Der grüne Smoothie war erfunden.

Soweit die Glaubenslehre von Victoria Boutenko. Fakt ist, dass grüne Smoothies heute in nahezu jedem Supermarkt zu finden sind. Die Anteile an grünem Gemüse variieren dabei von wenigen Prozent bis weit über die Hälfte. Je mehr Obst enthalten ist, desto süßer und smoother ist das Ergebnis und desto eher greifen auch Einsteiger zu. Vor allem Äpfel und Bananen gleichen unangenehme Bitternoten aus. Sie sorgen auch für eine gewisse Sämigkeit. Spinat, Grünkohl und Gurke sind beliebte grüne Zutaten. Manchmal wird auch Rote Bete verarbeitet – dann ist der Smoothie rot.


Je mehr Obst enthalten ist, desto süßer schmecken die Smoothies


Wie Smoothies beschaffen sein sollen, ist bislang rechtlich nicht definiert. So überrascht es nicht, dass auch Zutaten mit „Zusatznutzen“ untergemischt werden, etwa Pulver aus der Spirulina-Alge, Matcha-Tee oder Weizengrasextrakt.

Der Trick: Manche dieser Pflanzenpulver lassen sich als sogenanntes Superfood oder Vitaminquelle bewerben, verstärken aber zugleich die grüne Farbe. Einige Produzenten kennzeichnen den Zusatz von Spirulinaextrakt denn auch als „färbendes Lebensmittel“. Zwingend erforderlich ist das nicht. Steht der Zusatznutzen im Vordergrund, dann muss der Hersteller die färbende Wirkung nicht deklarieren.

Unabhängig davon gelten grüne Smoothies als besonders gesund. Dafür soll unter anderem der hohe Gehalt an Chlorophyll verantwortlich sein. So habe das Blattgrün in Tierstudien eine krebsvorbeugende Wirkung gezeigt.

Professor Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut kann den Hype um das Chlorophyll nicht nachvollziehen. „Chlorophyll gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen, ist aufgrund seiner chemischen Struktur aber nicht wichtiger als andere und sollte deshalb nicht besonders hervorgehoben werden.“ Derzeit kennen Wissenschaftler 5.000 bis 10.000 Vertreter dieser Pflanzenstoffe. Sie sind nicht lebensnotwendig, können aber vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen entfalten.


Zusatz grüner Pflanzenextrakte: zwei Fliegen mit einer Klappe


Reichlich von diesen Stoffen steckt in einer pflanzenbetonten Ernährung – neben zahlreichen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher zu fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag – rund 250 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse wären optimal. Was kann ein Smoothie in diesem Zusammenhang leisten? Echte Jünger rechnen so: „Mit nur einem grünen Smoothie in der Menge von 750 ml nimmst du bereits drei bis vier Portionen Obst und Blattgemüse zu dir“, ist etwa auf dem Informationsportal www.gruenesmoothies. info nachzulesen. Dem kann Professor Watzl durchaus zustimmen. „Ist der Smoothie selbst hergestellt, enthält er alle Bestandteile der pürierten Früchte und Gemüse.“ Kommerzielle Smoothies könnten dagegen täglich nur eine der fünf Portionen ersetzen.

Wir wollten wissen, warum das so ist, und haben 20 grüne Smoothies beispielhaft auf Vitamin C und Ballaststoffe prüfen lassen. Weitere Untersuchungen betrafen den Geschmack sowie Schadstoffe wie etwa Pestizide und Nitrat.

Foto: Maridav/Shutterstock

Das Testergebnis

Bunte Mischung. So bunt wie die Zutaten der untersuchten Produkte sind, so unterschiedlich fallen die Noten aus. Von Dunkelgrün („sehr gut“) bis Dunkelrot („ungenügend“) ist alles dabei. Im Einzelnen schneiden sechs Produkte mit „sehr gut“ oder „gut“ ab, drei fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ hingegen durch. Im Mittelfeld halten sich „befriedigende“ und „ausreichende“ Gesamtnoten die Waage.
Grün, grüner, Gemüse. Der Gemüseanteil sollte mindestens 20 Prozent ausmachen – dann ist zumindest eine gewisse Menge Grünzeug untergebracht. Sind nicht einmal zehn Prozent enthalten, reicht es maximal für ein „befriedigend“. Solche Pro-dukte sollten besser „Fruchtsmoothie mit Gemüse“ heißen, nicht aber „grüner Smoothie“. Auch ein Produkt, das lediglich grün aussieht, sich aber nicht so nennt, lässt eine Mindestmenge an Gemüse erwarten.
So süß wie Cola. Vier Produkte enthalten mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter und damit ähnlich viel wie Coca-Cola. Das ist viel für ein Produkt mit gesundheitlichem Anspruch, kommen pro Flasche doch schnell mehr als 25 Gramm zusammen. Der Zucker ist zwar nicht zugesetzt. Wir werten trotzdem ab, da die Menge die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisati on (WHO) übersteigt, wonach Erwachsene nicht mehr als 25 Gramm Zucker am Tag zu sich nehmen sollten. Die WHO bezieht dabei ausdrücklich den natürlichen Zucker aus Fruchtsäften mit ein. Der Harvest Moon Green Juice liefert durch die größere Portion von 300 Millilitern knapp 30 Gramm Zucker – auch dies führt zur Abwertung.
Vitamin C Fehlanzeige. In sechs Smoothies war keinerlei Vitamin C nachweisbar. Das werten wir ab. Aber auch insgesamt liegen die Gehalte in vielen Produkten auf einem niedrigen Niveau. Überraschend ist das nicht unbedingt. Denn die als Saft, Mark oder Püree eingesetzten Zutaten verlieren im Laufe ihrer Herstellung an Vitamin C. Zu einem Abbau des empfindlichen Vitamins trägt auch die Pasteurisierung zum Haltbarmachen bei. Hohe Gehalte lassen sich offensichtlich nur erreichen, wenn von Natur aus Vitamin-C-reiche Acerolafrucht zugesetzt wird, wie in den Produkten von Alnavit, Rossmann, Voelkel (Grüner Smoothie) und Eckes-Granini. Einen hohen Vitamin-C-Gehalt versprechen Antidote und Innocent – das Labor stellte jedoch in den Produkten viel weniger fest.
Da hätten wir mehr erwartet. Die meisten Produkte enthalten mit einem Gramm pro 100 Milliliter oder ein wenig mehr nur sehr wenige Ballaststoffe. Waren gar keine feststellbar – wie im Harvest Moon Green Juice –, haben wir abgewertet. Dabei steckt in fast allen Produkten Mark oder Püree, das mit den ursprünglichen Früchten noch mehr zu tun hat als Saft. Es wird jedoch deutlich, dass die industrielle Herstellung auch an diesen Zutaten nicht spurlos vorübergeht. Denn oft bleiben nur die feineren Faserstoffe, die sich gut zerkleinern lassen, erhalten.
Schadstoffe sind kein Thema … oder wurden allenfalls in unbedenklichen Spuren gefunden. Am Edeka Deli Green kritisieren wir das zugefügte Antioxidationsmittel Ascorbinsäure. Die synthetisch hergestellte Ascorbinsäure gleicht zwar dem natürlichen Vitamin C, wird hier aber als Zusatzstoff eingesetzt. Das ist überflüssig. Im Dm Bio Hipster Kräftiger Smoothie steckt zugesetztes Salz. Auch das ist unnötig, zumal pro Flasche gut ein Sechstel des Tagesrichtwerts von sechs Gramm zusammenkommt.


Auch Fruchtmark und Gemüsepüree enthalten nicht alle Bestandteile


Geschmacklich auf der Höhe. Anders als in früheren Tests haben Sensorikexperten dieses Mal weder Fehlnoten noch andere Mängel festgestellt. Allerdings haben sie in den Produkten von Eckes-Granini und Innocent einen Bananengeschmack erkannt, obwohl diese Zutat nicht enthalten ist. Hinweise auf zugefügte Aromen fanden die Tester aber nicht.
Apfel und Banane werden verschwiegen. Nicht immer informiert die Packungsvorderseite ausreichend deutlich über alle wesentlichen Zutaten. Beschreibungen wie „mit Gurke und Weizengras“ oder „Acai + Spinat & Grünkohl“ sind wenig verbraucherfreundlich, wenn der Smoothie tatsächlich überwiegend aus Apfel und Banane besteht. Auch Abbildungen von Zutaten, die nicht benannt werden, oder unklare Zeichnungen verwirren eher, als dass sie über den Inhalt informieren. Nur True Fruits und Antidote listen sämtliche Zutaten auf der Frontseite auf.
In die falsche Richtung gehen unserer Meinung nach Aussagen wie „250 ml aus: 1 Apfel, 3/4 Banane, 1/3 Gurke, …“ (Saftig Smoothie) oder „mit bis zu 3 Kilo gepresstem Grünzeug pro Flasche“ (Antidote Juice Liquid Salad). Das suggeriert, die Produkte seien so hochwertig wie ein frisch zubereiteter Smoothie – was augenscheinlich nicht den Tatsachen entspricht.

Fett gedruckt sind Mangel.
Glossar: Erlauterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 140.
Anmerkungen: 1) Als Hauptzutaten sind Fruchte und Gemuse mit Anteilen ab funf Prozent aufgefuhrt, unabhangig davon, ob die Zutaten als Saft, Mark oder Puree enthalten sind und sofern sich die Anteile im Zutatenverzeichnis mengenmasig nachvollziehen lassen.2) Weiterer Mangel: Wenig transparente Auflistung von Zutaten auf der Frontseite der Verpackung, wenn sie nicht den uberwiegenden Anteil am Produkt ausmachen oder eine unklare Abbildung ohne Nennung von Zutaten.3) Weiterer Mangel: Angaben von ganzen Fruchten oder Gemusen oder vergleichbare Aussagen, die suggerieren, das Produkt sei mit einem selbst zubereiteten, frischen Smoothie vergleichbar.4) Weiterer Mangel: Nachweis eines deutlich niedrigeren Vitamin-C-Gehalts als ausgelobt (Abweichung gemas EU-Rechtsvorschriften).5) Weiterer Mangel: Unzulassige Werbung mit einer gesundheitsbezogenen Angabe („Detox Power“). Laut Anbieter wurde die Aussage mittlerweile vom Etikett entfernt. Die uberarbeiteten Produkte seien seit Anfang 2017 im Handel.6) Weiterer Mangel: Analysierter Zuckergehalt weicht starker vom deklarierten Wert ab, als laut EURechtsvorschriften toleriert wird.7) Weiterer Mangel: Verwirrende Angabe von Ausschopfungen der Nahrstoff bezugswerte pro 100 ml, da in der Regel eine ganze Flasche und nicht nur 100 ml verzehrt werden.8) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung.9) Laut Anbieter wurde das Etikett uberarbeitet und die Produktinformation verbessert. Produkte mit den neuen Etiketten wurden ab Ende Februar 2017 abgefullt.10) Laut Anbieter soll die Zuckerdeklaration uberpruft und gegebenenfalls angepasst werden.11) Laut Anbieter wurde die Zuckerdeklaration mittlerweile korrigiert.12) Laut Anbieter wurde die Auslobung des Vitamin-C-Gehalts umgehend von der Verpackung entfernt.
Vitamin-C-Gehalte in der Tabelle: „niedrig“ (unter 10 mg/ 100 ml); „mittel“ (10 bis 30 mg/100 ml); „hoch“ (uber 30 bis 75 mg/100 ml)Ballaststoff gehalte in der Tabelle: „sehr niedrig“ (unter 1,0 g/100 ml); „niedrig“ (1,0 bis 2,0 g/100 ml); „vergleichsweise hoch“ (uber 2,0 bis 2,5 g/100 ml)
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Test ergebnis Inhaltsstoff e fuhrt zur Abwertung um zwei Noten: Gemuseanteil (inklusive Ingwer) von weniger als 10 Prozent oder fehlende Prozentangaben im Zutatenverzeichnis bzw. Anteil auf Nachfrage nicht mitgeteilt. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) Gemuseanteil (inklusive Ingwer) von weniger als 20 Prozent; b) Gesamtzuckergehalt von mehr als 10 g/100 ml und/oder Gesamtzuckergehalt von mehr als 25 g/Portion, wobei als Portion eine Flasche zugrunde gelegt wurde; c) Vitamin C nicht nachweisbar; d) Ballaststoff e nicht nachweisbar; e) Zusatz von Zusatzstoff en (hier: Antioxidati-onsmittel Ascorbinsaure); f) Zusatz von Salz.
Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhren zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) wenig transparente Auflistung von Zutaten auf der Frontseite, wenn sie nicht den uberwiegenden Anteil am Produkt ausmachen oder eine unklare Abbildung ohne Nennung von Zutaten; b) Analyse eines deutlich niedrigeren Vitamin-C-Gehalts als ausgelobt (Messwert liegt um mehr als 35 Prozent niedriger); c) Werbung mit dem Begriff „Detox Power“, der eine nicht zugelassene gesundheitsbezogene Angabe fur diese Produktkategorie darstellt; d) verwirrende Angabe von Ausschopfungen der Nahrstoff bezugswerte pro 100 ml, wenn eine Portion 250 ml umfasst. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Angaben ganzer Fruchte oder Gemuse oder vergleichbare Aussagen, die suggerieren, das Produkt sei mit einem selbst zubereiteten, frischen Smoothie vergleichbar; c) analysierter Zuckergehalt weicht um mehr als +/-2 g/100 ml von dem deklarierten Wert ab, wenn der Zuckergehalt unter 10 g/100 ml liegt.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoff e. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „mangelhaft“ oder „ungenugend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testergebnisse undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1703“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: November 2016.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So reagierten die Hersteller

■ Die FirmaInnocent betont, dass ihre Produkte bewusst ohne die Intention entwickelt wurden, Banane zu enthalten oder danach zu schmecken. In eine ähnliche Richtung geht die Stellungnahmevon HerstellerEckes-Granini. Man verwende mit Sicherheit keine Banane.
■ ProduzentAntidote erklärt, von den Messergebnissen zu Vitamin C sehr überrascht gewesen zu sein. Man wolle prüfen, mit welchen Maßnahmen dem natürlichen Verfall des Vitamins entgegengewirkt werden könne. Bis dahin will Antidote auf die Auslobung von Vitamin C verzichten.

So haben wir getestet

Die Bestimmung des Ballaststoff gehalts ist extrem aufwendig, da die Analyse in zwei Ansätzen durchgeführt werden muss.


Foto: Labor

Der Einkauf
20 grüne Smoothies haben wir in den Test aufgenommen. Darunter sind auch drei als grüner Saft gehandelte Produkte, denn die Übergänge sind fließend. Gut die Hälfte der Produkte stammt aus ökolgischer Erzeugung. Die Preisspanne ist enorm. Sie reicht von 0,89 bis 2,89 Euro pro 250 Milliliter.

Die Inhaltsstoff e
Im Vordergrund standen zunächst Analysen auf Pestizide, Nitrat und Chlorat – Letzteres kann Obst und Gemüse über gechlortes Waschwasser oder Dünger verunreinigen. Darüber hinaus interessierten uns die Gehalte an Zucker, Vitamin C und Ballaststoff en. Wir ließen die Produkte zudem von geschulten Testern verkosten, weil es mit der geschmacklichen Qualität in vergangenen Tests nicht immer zum Besten stand.

Die Weiteren Mängel
Informiert der Anbieter den Verbraucher klar und unmissverständlich über die Zusammensetzung der Smoothies? Oder werden Hauptzu-taten wie Apfel und Banane verschwiegen, stattdessen aber „Spurenbestandteile“ wie Matcha-Tee oder Weizengras hervorgehoben? Darauf und auf weitere Aspekte prüften wir die Deklaration.

Die Bewertung
Ein grüner Smoothie mit einem Anteil von weniger als 20 Prozent Gemüse kann bestenfalls „gut“ ausfallen. Sind weniger als zehn Prozent enthalten, gibt es maximal ein „befriedigend“. Zu weiteren Abzügen führen zu hohe Zuckergehalte und fehlende Nachweise für Vitamin C und Ballaststoff e. Viele Produkte rutschen durch Deklarationsmängel nochmals um eine oder zwei Noten in den Keller.

ÖKO-TEST rät

• Kommerzielle grüne Smoothies können eine Portion Obst oder Gemüse am Tag ersetzen. Wer die Produkte selbst herstellt, profitiert von deutlich mehr gesunden Inhaltsstoffen.
• Obst und Gemüse im Ganzen verzehrt, macht schneller satt, denn es füllt den Magen mit einem größeren Volumen.
• Wer Smoothies mit wenig Zucker sucht, sollte auf einen hohen Gemüseanteil achten und Produkte meiden, die viel Traubensaft, Banane, Ananas und Mango enthalten.

Experte: Fluch und Segen

Foto: Andreas Friedrich

„Ein Vorteil des Pürierens ist die bessere Verfügbarkeit der Nährstoffe. Auch Zucker wird schneller aufgenommen als aus den unverarbeiteten Früchten. Nimmt man diese Produkte allerdings häufiger zu sich, sollte man nicht übersehen, dass sie auch relativ viel Energie liefern.“

Professor Dr. Bernhard Watzl leitet das Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe.

Smoothie selber mixen – so geht’s

Foto: imago/Westend61

■ Alles, was man braucht, ist ein herkömmlicher Mixer und ein Berg Grünzeug. Zuerst alle Zutaten waschen, putzen und grob zerkleinern. Dann die grünen Blätter, das Gemüse, die Obststücke und zuletzt Wasser oder andere Flüssigkeiten in den Mixbehälter füllen. Den Mixer auf der kleinsten Stufe starten, langsam hochdrehen und den Smoothie cremig pürieren. Zum Schluss je nach gewünschter Konsistenz eventuell weitere Flüssigkeit zufügen.
■ Wenige Zutaten sind besser als ein Einheitsbrei aus vielen. Gut kombinieren lassen sich zum Beispiel Banane, Beeren und Spinat oder Apfel, Mango, Grünkohl und Feldsalat oder Apfel, Orange, Rucola und Brokkoli – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Frische Kräuter und Gewürze bringen zusätzlichen Pepp. Die Zutaten nach der Saison auswählen. Tiefkühlprodukte sind ebenfalls möglich – mit Ausnahme tiefgefrorener Beeren. Diese waren zuletzt häufiger mit dem Norovirus belastet.
■ Den Smoothie frisch verzehren und langsam trinken. Das sorgt für eine gleichmäßige Aufnahme der Nährstoffe.


Foto: Nagel Photography/Shutterstock