Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TEST Haarspülungen: Wenig Glanz


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2015 vom 05.06.2015

Haarspülungen sorgen vor allem dafür, dass man mit dem Kamm besser durch die Haarpracht kommt. Doch einige Produkte im Test enthalten Stoffe, die im Haar nichts verloren haben, häufig umstrittene Konservierungsmittel.


Artikelbild für den Artikel "TEST Haarspülungen: Wenig Glanz" aus der Ausgabe 6/2015 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Slawomir Fajer/iStock/Thinkstock

Wer nachspült, hat die Haare schön: Hochwertige pflanzliche Öle pflegen und glätten das beim Waschen entfettete Haar. Aber diese Pflanzenöle haben ihren Preis. Daher verwenden Hersteller konventioneller Haarspülungen häufig Silikone als Zusätze. Doch diese stoßen bei Verbraucherinnen immer mehr auf Skepsis. In Internetforen wird über ihren Einsatz ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 6,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2015 von Ich hab’ meinen eigenen Kopf!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ich hab’ meinen eigenen Kopf!
Titelbild der Ausgabe 6/2015 von Aluminium/ Aluminiumsalze: Unter scharfer Beobachtung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Aluminium/ Aluminiumsalze: Unter scharfer Beobachtung
Titelbild der Ausgabe 6/2015 von Konservierungsmittel: Kampf den Keimen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Konservierungsmittel: Kampf den Keimen
Titelbild der Ausgabe 6/2015 von Triclosan: Gefährlicher Killer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Triclosan: Gefährlicher Killer
Titelbild der Ausgabe 6/2015 von Bedenkliche UV-Filter: Hormonschub aus der Tube. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bedenkliche UV-Filter: Hormonschub aus der Tube
Titelbild der Ausgabe 6/2015 von Problematische Duftstoffe: Gar nicht dufte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Problematische Duftstoffe: Gar nicht dufte
Vorheriger Artikel
TEST Haaröle: Wenig Natürliches
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TEST Shampoos ohne Silikone: Unversiegelt
aus dieser Ausgabe

... kontrovers diskutiert. Während sich die eine beispielsweise auf brigitte.de lobend äußert, dass „die Haare ohne Silikon viel schneller trocken sind. Außerdem bekomme ich ohne die Silikone viel voluminösere Haare!”, beklagt die andere, ihr Haar wirke ohne Silikone im Shampoo „irgendwann matt und strohig”. Die Kosmetikindustrie macht sich die Diskussion zunutze und bewirbt ihre Produkte inzwischen entsprechend: „Ohne Silikone” steht zum Beispiel auf den Produkten von Phytosolba und Udo Walz in unserem Test. Doch was hat es nun tatsächlich mit diesen Stoffen auf sich?


Silikone sind nicht gesundheitschädlich, aber biologisch schwer abbaubar


Auf der Schuppenschicht der Haare bilden Silikone eine filmähnliche Schicht und gleichen brüchige Stellen aus. So wirkt das Haar glatt und gesund, selbst wenn dieser äußerliche Eindruck trügt. Da sich Silikone meist schlecht auswaschen und daher recht lange im Haar bleiben, ist es auch möglich, dass diese „Versiegelung” der Haare das Färben und Tönen des Schopfes schwieriger macht.

Für noch mehr Verwirrung sorgt unter anderem die Bezeichnung „wasserlösliche” Silikone. Wer glaubt, diese seien besonders oder besser, der irrt. Zum einen sagt Wasserlöslichkeit nichts über Auswaschbarkeit aus. Pflanzenöle beispielsweise sind nicht wasserlöslich und trotzdem auswaschbar.

Zum anderen sind alle in Haarspülungen eingesetzten Silikone vermeintlich wasserlöslich, schließlich handelt es sich nicht um festes, sondern um flüssiges Silikon. Aber diese Silikonöle lösen sich nicht im Wasser auf. Das betont Marcus Gast, Experte für Wasch-und Reinigungsmittel am Umweltbundesamt (UBA): „Die Begrifflichkeit, wasserlöslich’ ist eine reine Marketingmaßnahme und soll diese Silikone als etwas Besonderes erscheinen lassen.”

Gesundheitsschädlich sind Silikone laut Bundesinstitut für Risikobewertung nicht. Bezüglich Auswirkungen auf die Umwelt ist die Datenlage laut Umweltbundesamt spärlich; Risiken seien nicht auszuschließen. Immerhin sind Silikone biologisch schwer abbaubar und können sich somit in Gewässern anreichern. Silikonhaltige Kosmetik wird tagtäglich beim Waschen, Baden oder Duschen abgespült. Die flüssigen Silikone machen sich im Abwasser bemerkbar: „Sie bleiben an den Bakterienflocken – dem sogenannten Belebtschlamm – in der biologischen Abwasserreinigung haften und werden somit aus dem Abwasser herausgefiltert”, erklärt Harald Hanßen, Abteilungsleiter im Klärwerk von Hamburg Wasser. Im Belebtschlamm werden nährstoffreiche Abwasserinhaltsstoffe durch Bakterien zu Klärschlamm und Kohlendioxid verarbeitet. „Bei Silikon klappt das aber nicht”, erläutert Hanßen weiter. Die Silikone bleiben im Klärschlamm zurück und finden über den Dünger ihren Weg in die Natur.

Deklofenak/iStock/Thinkstock

Mit Kosmetika, Wasch-und Reinigungsmitteln gelangen inzwischen so viele Substanzen ins Abwasser, dass Klärschlamm auf Feldern nichts mehr zu suchen hat. Dabei geht es nicht nur um Silikone. Dazu Marcus Gast vom UBA: „Duftstoffe zum Beispiel sind eine problematische Gruppe in Klärschlämmen. Darunter vor allem polyzyklische Moschus-Verbindungen, die sich in Fischen anreichern.” Die Bundesregierung will Klärschlämme daher künftig nicht mehr zur landwirtschaftlichen Nutzung zulassen.

In Haarspülungen oder Shampoos spielen Silikone eine eher untergeordnete Rolle. Hauptbestandteil der Haarpflegemittel ist Wasser. Während ÖKO-TEST den Einsatz von Paraffinen, Erdölprodukten und Silikonen in Cremes und Lotionen seit jeher abwertet – da pflanzliche Öle die Haut besser pflegen –, werten wir in diesem Test nicht ab. Denn man muss sich im Klaren darüber sein: Mit jeglicher Verwendung von Kosmetika belastet man über kurz oder lang das Abwasser. So wird beispielsweise Parfüm bei der Berechnung der Gefährlichkeit für Wasserorganismen beim Europäischen Umweltzeichen für Waschmittel sehr kritisch gesehen. Auch bestimmte Tenside, also waschaktive Substanzen, zählen zu den abwasserbelastenden Stoffen. Was außer Silikonen noch alles in den Spülungen steckt, wollten wir genauer wissen. Wir haben 24 Repair-und Aufbauhaarspülungen eingekauft und untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Das Ergebnis fällt durchwachsen aus. Positiv: Mehr als die Hälfte der Produkte schneidet „sehr gut” oder „gut” ab, alle zertifizierten Naturkosmetikspülungen „sehr gut”. Negativ: Fünf Spülungen bewerten wir mit „ungenügend”, zwei mit „mangelhaft”.
Bekannte Marken fallen durch: Big Player wie Unilever, Procter & Gamble und L’Oréal schneiden mit „ungenügend” ab. Das ist bei Tests im Bereich Kosmetik und Haarpflege nicht ungewöhnlich. Schließlich verwenden die Anbieter Inhaltsstoffe, die nicht auf die Kopfhaut gehören.
Silikone weitverbreitet: Etwas mehr als die Hälfte der Produkte enthält Silkone. Sie sind um ein Vielfaches billiger als von anderen Produzenten verwendete hochwertige Öle.
Problematische Duftstoffe: Parfüm enthalten sie alle. Aber die meisten Spülungen mit schlechten Noten duften durch polyzyklische Moschus-Verbindungen. Die Stoffe reichern sich im Fettgewebe an und sind in Muttermilch nachgewiesen worden.
Umstrittene Konservierungsmittel: Zwei Produkte sind mit einem Formaldehyd/-abspalter konserviert. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff. Umstrittene halogenorganische Konservierungsmittel sind gleich in sieben Spülungen enthalten. Auch weitere Konservierungsmittel kritisieren wir: Propylparaben steht im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Methylisothiazolinon ist ein Kontaktallergen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glosssar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 224.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen (Sleeve). 3) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citronellol ist deklariert, wurde aber nicht nachgewiesen. 4) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber nicht nachgewiesen. 5) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citronellol wurde nachgewiesen, ist jedoch nicht deklariert. 6) Produkt enthält die Kombination aus Methylchloroisothiazolinon (halogenorganische Verbindung) und Methylisothiazolinon. 7) Künstlicher Moschusduft und Cashmeran enthalten. 8) Laut Hersteller wird das nachgewiesene PEG/PEG-Derivat bei der nächsten Überarbeitung der Rezepturen ausgetauscht, die Verpackung künftig PVC-frei sein.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen (künstlicher Moschusduft) und/oder Cashmeran. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/ PEG-Derivate; b) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Hydroxycitronellal); c) mehr als 15 mg/kg Methylisothiazolinon, falls nicht schon unter halogenorganischen Verbindungen wegen Methylchloroisothiazolinon abgewertet wurde; d) Propylparaben. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Umkarton, der kein Glas schützt.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein”, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze” der jeweiligen Testmethode.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest. de → Suchen → „N1506” eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 5/2014. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/ zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat Einkauf der Testprodukte: Januar 2014; Nachkauf im April 2015.

ÖKO-TEST rät

■ Mit zertifizierter Naturkosmetik gehen Sie auf Nummer sicher: An den zertifizierten Produkten in unserem Test haben wir nichts zu beanstanden.
■ Silikone erkennen Sie in der Deklaration der Inhaltsstoffe an Bezeichnungen wie Cyclopentasiloxane, Dimethicone/Dimethiconol, Trisiloxane oder Amodimethicone.