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TEST Hochstühle: Kein Zappelphilipp mehr


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2016 vom 08.09.2016

Die gute Nachricht: Alle Hochstühle sind kippsicher. Doch noch immer passen sie nicht zu allen Kindergrößen und sie weisen etliche weitere Mängel auf. Drei „gute“ Produkte können wir noch empfehlen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Hochstühle: Kein Zappelphilipp mehr" aus der Ausgabe 9/2016 von ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie, Ausgabe 9/2016

Für Emil, zweieinhalb Jahre alt, ist es das Selbstverständlichste auf der Welt: Natürlich sitzt er beim Essen mitten unter den Erwachsenen an einem Tisch. Dank des Hochstuhls unter ihm ist er ein fester Teil der Tischgesellschaft. Gerade wischt ihm seine Mutter Daniela mit der Ser viette das Hühnerrisotto aus dem Mundwinkel, da geht Emil nach oben und stößt sich mit den Händen ab. Der Hochstuhl kippelt ...

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... leicht. „Runtersetzen!“, sagt Daniela bestimmt. „Runtersetzen“, plappert Emil fröhlich nach und setzt sich hin. Alles gut gegangen, alle essen weiter.

Der Hochstuhl, auf dem Emil sitzt, ist nicht sein eigener. Zuhause hat er einen Stuhl aus Holz, der auf seine Körpergröße justiert werden kann. Doch die Familie ist im Urlaub und Emil nimmt mit einem nicht verstellbaren Modell vorlieb, das aussieht, als hätten vor ihm schon einige andere Kinder darauf Platz genommen. Eine Woche lang ist das kein Problem. Doch in den eigenen vier Wänden sitzen Kinder am besten auf einem auf sie abgestimmten Stuhl. „Hoch stühle werden nur für kurze Zeit genutzt, da sind keine dauerhaften Schäden zu erwarten. Aber der Komfort kann schon deutlich eingeschränkt werden“, sagt Norbert Vogt. Der Leiter der Forschungs gruppe Industrieanthropologie der Uni Kiel beschäftigt sich inten siv mit menschlichen Körpermaßen und industriellen Erzeugnissen, die sich ihren Nutzern anpassen sollten. „Die Anforderungen an die optimale Sitzposi tion unterscheiden sich bei Kindern gar nicht so stark von denen bei Erwachsenen“, sagt Norbert Vogt.


Kinder unter sechs Monaten haben im Hochstuhl nichts zu suchen


Wichtig laut dem Experten: Wenn sich die Kniekehle im Bereich der Sitzvorderkante befindet, sollte der Rücken die Lehne erreichen können. Falls dies nicht möglich ist, rät er, die Sitztiefe umzustellen oder ein Kissen zwischen Rücken und Lehne zu packen: „Es ist sehr unkomfortabel für das Kind, wenn es die Sitzvorderkante im Bereich der Wade hat.“ Jeder Druck durch die Kante sollte vermieden werden, auch deshalb sollten Kinder die Füße beim Sitzen voll auf die Fußstütze aufstellen können.

„Unter sechs Monaten hat ein Kind im Hochstuhl nichts zu suchen“, sagt Norbert Vogt. Die nötige Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit für selbstständiges, richtiges Sitzen ist dann noch nicht gegeben. Erst wenn Kinder allein gut sitzen können, sollten Eltern über einen Hochstuhl nachdenken. Und zumindest theoretisch lassen sich einige Hochstühle von da an als „normale“ Stühle bis ins Jugendalter hinein nutzen.

ÖKO-TEST rät

■ Von den drei „guten“ Hochstühlen liegt mit Blick auf die Sicherheit der Tripp Trapp von Stokke vorne. Wie auf allen anderen sollten Kinder aber auch auf diesem Hochstuhl erst dann Platz nehmen, wenn sie selbstständig gut sitzen können. Das dem Tripp Trapp zugehörige Set für Kleinkinder ist nicht im Lieferumfang des Hochstuhls enthalten, es muss zugekauft werden. Gleiches gilt für das Brustbügelset des Tissi und den Babybügel des Moizi 1.
■ Wenn bei kleinen Kindern die Vorderkante des Sitzes in die Waden drückt, hilft ein Kissen hinter dem Rücken. Das verkleinert die Sitzfläche und verschafft dem Nachwuchs mehr Komfort.

Die optimale Sitzeinstellung für ihr Kind können Eltern am besten mit sogenannten mitwachsenden Hochstühlen erreichen, die sich an die Körpergröße anpassen lassen. ÖKO-TEST hat neun dieser Stühle aus Holz darauf unter sucht, wie gut der Nachwuchs darauf sitzen kann – und ob er auf ihnen mit Schadstoffen in Berührung kommt.

Das Testergebnis

■ Den optimalen Kinderhochstuhl gibt es (noch) nicht. Aber immerhin drei „gute“ Produkte. Viele sind vor allem aufgrund von Sicherheitsmängeln und zu schmaler Fußstützen nur Mittelmaß.
■ Weitgehend sicher. Anders als bei unserem Test 2011 sind diesmal alle Stühle kippsicher. Vier Modelle bleiben in puncto Sicherheit ganz ohne nennenswerte Mängel. Zwei erreichen nur ein „befriedigend“: der Moizi 1 aufgrund Durchrutschgefahr, der Move Up von Roba aufgrund scharfer Kanten.
■ Ergonomie verbesserungswürdig: Für ein durchschnittlich großes Kind sind die Fußstützen der Modelle Herlag Tipp Topp IV und Baby Dan Danchair deutlich zu schmal. Hier finden nicht einmal kleine Kinder genug Halt. Wie es besser geht, zeigen der Tissi Buche sowie der Geuther Tamino, beide sind über vier Jahre hinweg optimal einstellbar. Alle Stühle sind auch über die von uns angegebenen Altersgrenzen hinaus nutzbar – allerdings mit Komforteinbußen für das Kind, einige lassen sich zu „normalen“ Stühlen umbauen.
■ Nicht verbraucherfreundlich. Zu v iele Stühle machen es den Eltern unnötig schwer. Ihre Montage ist wenig intuitiv, sie sind schwer zu verstellen, ihre Gebrauchsanweisungen schwer zu entziffern oder sie erklären nicht, wie man den Stuhl überhaupt korrekt für das Kind einstellt.
■ Da sitzen Schadstoffe drin. Aus dem Baby Dan Danchair sowie dem Moizi 1 löste sich relativ viel krebsverdächtiges Formaldehyd. Immerhin vier Hochstühle waren in puncto problematische Inhaltsstoffe unauffällig.

Gut und günstig: Hauck Alpha Plus, walnut

Preis: 59,99 Euro

Der Alpha Plus ist nicht nur der günstigste Stuhl im Test, sondern auch der mit der höchsten Belastungsgrenze von 90 Kilogramm. Zur Ausstattung gehören ein Babybügel sowie ein Gurtsystem mit Fünf-Punkt-Mechanismus. Der Aufbau bereitet keine Probleme. Nachteilig ist zum einen die vergleichsweise geringe und nicht anpassbare Sitztiefe, sodass Kinder nur bis zu einem Alter von drei Jahren gute Unterstützung finden. Da die Fußstütze bereits für etwas jüngere Kinder zu schmal ist, verringert sich die optimale Nutzungsdauer auf nur 24 Monate. Kleinere Abstriche gibt es im Teilergebnis Sicherheit: Bei der Tiefen- und auch Höhenverstellung der Fußstütze fanden die Experten bei diesem Stuhl eine Quetschstelle zwischen Seitenwange und Fußstütze.

Gesamturteil „gut“

Der gute Klassiker: Stokke Tripp Trapp + Baby Set, rot

Preis: 169,99 Euro + Bügel für 42,94 Euro

Der Klassiker unter den mitwachsenden Hochstühlen macht einen rundum guten Eindruck. Mit dem Baby Set aus formstabilem Kunststoffeignet sich der Tripp Trapp für kleine Kinder ab neun Monate, ohne Sicherheitsbügel und Sitzverkleinerer von der Sitztiefe her für Kinder bis sechs Jahre. Da jedoch die funktionelle Tiefe der Fußstütze ab 36 Monaten zu knapp wird, ergibt sich eine optimale Nutzungsdauer von nur 27 Monaten. Der Sitzöff nungswinkel ist ideal, das heißt, bei Kontakt mit der Rückenlehne erreichen die Kinder eine am Tisch sinnvolle aufrechte Sitzhaltung. Der Stuhl weist keine Quetsch- und Scherstellen auf, lässt sich einfach handhaben und montieren. Die ausführliche und gut gemachte Gebrauchsanweisung ist leider nur schlecht lesbar. An den Inhaltsstoffen gibt es nichts zu bemängeln.

Gesamturteil „gut“

So reagierten die Hersteller

■ Aufgrund der Durchrutschgefahr kündigte Moizi im Rahmen des Tests an, zukünftig jedem Babybügel einen zweiten Schrittgurt beizulegen. Dieser soll so lang sein, dass er bei der Einstellung mit dem kleinstmöglichen Abstand zwischen Sitzbrett und Babybügel stramm ist und sich nicht durchbeult. Wir haben den Bügel im Juni 2016 neu eingekauft: Es lag in der Tat ein zweiter kürzerer Schrittgurt bei, dieser ließ sich jedoch aufgrund einer zu engen Schlaufe nicht über den Bügel ziehen. Der Anbieter versprach, diesen Mangel umgehend zu ändern. Wir bleiben dran.
■ Schardt erklärte, man habe beim Überprüfen eines Stuhls aus der aktuellen Charge „bei sachgerechtem Gebrauch kein Absplittern/Reißen des Holzes an der Rückenlehne“ feststellen können. Allerdings könne der Werkstoff Holz naturbedingt reißen, beispielsweise bei zu starkem Eindrehen der Schrauben.

Gut, aber nur gering belastbar: Tissi Buche massiv, natur + Brustbügel-Set

Preis: 110 Euro + Bügel für 34,88 Euro

Mit nur 25 kg weist der Tissi eine niedrige Belastungs grenze auf. Die Montage gestaltet sich einfach, allerdings wird zusätzlich ein Schraubendreher benötigt. Das Hineinsetzen und Herausnehmen des Kindes gestaltet sich sehr einfach. Etwas zu groß geraten ist der Winkel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne. Mit der auf 48 Monate beschränkten optimalen Nutzungsdauer liegt der Tissi auf den vorderen Rängen. Die Sitztiefe kann so eingestellt werden, dass bereits Kinder ab sechs Monaten auf ihm sitzen können. Auch die Tiefe der Fußstütze kann verstellt werden. Ärgerlich sind die in die Seitenwangen gefrästen scharfkantigen und nicht fachgerecht entgrateten Nuten.

Gesamturteil „gut“

Der Geräumige: Geuther Tamino, natur

Preis: 124,99 Euro

Der Tamino fällt durch seine große Sitztiefe auf, die den Stuhl für Kinder von zwölf Monaten bis zehn Jahren geeignet erscheinen lässt – wäre da nicht die schmale Fußstütze, die die optimale Nutzungsdauer auf 48 Monate einschränkt. Verglichen mit den anderen Stühlen im Test liegt er damit aber weit vorne. Positiv fällt die Neigung der vergleichsweise hohen Rückenlehne auf. Eltern hingegen droht Ungemach für die Füße, wenn sie mit ihnen beim Abstellen des Stuhls unter den ausladenden Stahlstützbügel geraten. Zudem stört der Bügel beim Tragen des gut acht Kilogramm schweren Stuhls, der sich auch eher schlecht an den Tisch heran- oder davon abrücken lässt. Überhaupt macht der Tamino durch die langwierige Montage und die schwer zu verstellende Sitzfläche eher den Eltern zu schaffen. Schadstoff mäßig ist er ohne Fehl und Tadel.

Gesamturteil „befriedigend“

Der Schwere: Herlag Tipp Topp IV, natur

Preis: 89,88 Euro

Etwas mehr als zehn Kilogramm bringt der aus Massivholz gefertigte und mit einem Spieltisch ausgestattete Tipp Topp IV auf die Waage. Er lässt sich zu einem normalen Stuhl umbauen. Das größte Problem dieses Stuhles ist die deutlich zu schmal geratene Fußstütze: Zu keinem Zeitpunkt der Nutzungsdauer, aufgrund der Sitztiefe eigentlich mehr als 48 Monate, kann das Kind den ganzen Fuß darauflegen. In der Schlagprüfung brach schon beim ersten Schlag die Rückenlehne. Zu Hause wäre im Falle eines Falles der Stuhl jetzt ohne Austausch oder Reparatur nicht mehr zu nutzen. Die ohne Beanstandung gemeisterten Sicherheitsprüfungen und das Fehlen von problematischen Inhaltsstoffen retten den Stuhl.

Gesamturteil „befriedigend“

Mit Verarbeitungsmängeln: Schardt Domino III, natur lackiert

Preis: 76,90 Euro

Der Domino III fiel mit Verarbeitungsmängeln während der Montage auf, unter anderem durch zu große Löcher für die Rundmuttern an der Rückenlehne. Beim Anziehen der Schrauben kann das Holz splittern oder reißen. Der Sicherheitsbügel ließ sich vergleichsweise schwer demontieren. Mängel in Montage und Handhabung führen zusammen mit Mängeln in der Gebrauchsanleitung zu einem entsprechenden Teilergebnis „mangelhaft“. Durch die verstellbare Sitztiefe bestehen bereits für Kinder ab sechs Monaten keine Einschränkungen. Ein Plus des Domino III: Er ist sehr leicht (gut fünf Kilogramm) und lässt sich zu einem normalen Stuhl umbauen. Im Lack des Holzes steckt etwas zu viel Dibutylphthalat.

Gesamturteil „befriedigend“

Teuer: Moizi 1 Buche natur geölt und gewachst + Babybügel, natur

Preis: 198,90 Euro + Bügel für 32,00 Euro

Auch der Moizi 1 zählt zu den Hochstühlen, die sich zu einem normalen Stuhl umbauen lassen. Die Sitz tiefe ist nicht anpassbar. Zu bemängeln ist die in der Gebrauchsanleitung beschriebene Sitzposition, wonach für Kinder bis zwei Jahre das Fußbrett so eingestellt werden soll, „dass das Kind mit den Zehen gerade noch das Brett erreicht“. Warum das? Unabhängig vom Alter sollten Kinder die Füße plan auf der Fußstütze platzieren können. Nachteilig ist auch der zu große Abstand zwischen Rücken lehne und Schrittgurt: Kleine Kinder können so gegebenenfalls aus dem Stuhl rutschen. Der bei unserem erneuten Einkauf im Juni 2016 mitgelieferte zweite und kürzere Gurt passte nicht über den Bügel. Da muss der Hersteller noch einmal nachbessern. Im Material wurden Formaldehyd und eine phosphororganische Verbindung nachgewiesen.

Gesamturteil „ausreichend“

Das Schlusslicht: Baby Dan Danchair, schwarz

Preis: 125,00 Euro

Vor allem zwei Punkte katapultieren den Danchair an das Ende der Tabelle: zum einen die Schadstoffe, zum anderen das „mangelhafte“ Abschneiden in der Ergonomie. Neben einem Ersatzweichmacher wies er den höchsten Formaldehydgehalt der getesteten Stühle auf. Zwar wäre der Stuhl von der Sitztiefe her – die nicht anpassbar ist – für Kinder bis vier Jahre gut geeignet, doch ist die Fußstütze bereits für die Kleinsten zu schmal. Die Montage entpuppte sich als sehr zeit aufwendig: Fast eine halbe Stunde benötigten die Experten. Positiv: der Danchair lässt sich zu einem normalen Stuhl umbauen.

Gesamturteil „mangelhaft“

Ein Leichtgewicht: Roba Move Up, natur

Preis: 69,95 Euro

Wirklich überzeugen kann der nur gut fünf Kilogramm leichte Stuhl mit dem werksseitig vormontierten Gurtsystem in keiner Disziplin. Ganz hinten landet der Move Up im Hinblick auf Gebrauchsanleitung, Handhabung und Montage: Teilergebnis „ungenügend“. Der Aufbau war mühsam und ließ sich bei einem Nachtest des Produkts – weil der Hersteller eine Verbesserung angekündigt hatte – gar nicht bewerkstelligen, weil nicht alle zur Montage benötigten Schrauben vorhanden waren! Beim im Januar 2016 für die erste Veröffentlichung eingekauften Testprodukt war das in Ordnung, dafür gab es einen Konstruktionsfehler, wodurch die höchste Sitzeinstellung nicht möglich war. Das ist mittler weile aber behoben. Irgendwie hapert es mit dem Qualitätsmanagement des Herstellers. Das Verstellen der Sitzfläche entpuppte sich außerdem als wahre Herausforderung, da dies nur unter teilweiser Demon tage des Stuhls gelang. Zu bemängeln sind zudem scharfe Kanten sowie die magere optimale Nutzungsdauer von lediglich drei Monaten.

Gesamturteil „mangelhaft“

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 238.
Anmerkungen: 1) Preisangabe inklusive Baby Set. Einzelpreis Stuhl: 169,99 Euro. 2) Preisangabe inklusive Bügel. Einzelpreis Stuhl: 110 Euro. 3) Preisangabe inklusive Bügel. Einzelpreis Stuhl: 198,90 Euro. Laut Anbieter enthalten alle ab 1. August 2016 ausgelieferten Bügel einen passenden kürzeren Gurt, der ein Durchrutschen kleinerer Kinder verhindert. 4) Laut Anbieter wurde die Schriftgröße der Anleitung ab der Seriennummer 43 340001 A201 0001 auf mindestens 9 Punkt vereinheitlicht. 5) Die fehlenden zur Montage benötigten Schrauben beziehen sich auf ein im Juni 2016 für eine Nachprüfung eingekauftes Produkt. Die Bewertungen der Handhabung und Ergonomie beziehen sich dagegen auf das im Januar 2016 eingekaufte Produkt für die erste Testveröffentlichung; dieses Exemplar konnte montiert werden.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Testergebnis Praxisprüfung setzt sich zu gleichen Teilen aus den Teilergebnissen Gebrauchsanleitung, Aufbau und Handhabung sowie Ergonomie und Sicherheit zusammen. Es wird kaufmännisch gerundet. Es kann nicht besser sein als das Teilergebnis Sicherheit. Das Teilergebnis Gebrauchsanleitung, Aufbau und Handhabung beruht auf einem Minuspunktesystem. Alle Minuspunkte werden addiert und die Summe wird wie folgt bewertet: 0 bis 1 Minuspunkte = sehr gut; 2 bis 3 Minuspunkte = gut; 4 bis 5 Minuspunkte = befriedigend; 6 bis 7 Minuspunkte = ausreichend; 8 bis 10 Minuspunkte = mangelhaft; 11 und mehr Minuspunkte = ungenügend. Gebrauchsanleitung: 2 Minuspunkte für: falsche Sitzeinstellung empfohlen. Jeweils ein Minuspunkt für: a) Gebrauchsanweisung schlecht lesbar (= 2 Punkte im Expertenurteil); b) Hinweis zur korrekten Sitzeinstellung fehlt. Montage: 4 Minuspunkte für: Holz reißt beim Montieren der Rückenlehne. 3 Minuspunkte für: nicht alle zur Befestigung benötigten Schrauben vorhanden. Jeweils ein Minuspunkt für: a) Montage zeitaufwendig (> 20 min); b) zusätzliches Werkzeug benötigt; c) Montage wenig intuitiv (selbsterklärend; = 2 Punkte im Expertenurteil). Handhabung: 4 Minuspunkte für: Rückenlehne bricht bei Schlagprüfung. 3 Minuspunkte für: Transport umständlich (= 2,5 Punkte im Expertenurteil für Transport und Schieben auf verschiedenen Untergründen). Jeweils 2 Minus punkte für: a) Sitzfläche schwer zu verstellen (= 2 Punkte im Expertenurteil); b) Sicher heitsbügel schwer zu demontieren (= 2 Punkte im Expertenurteil); c) Gurt schwer zu öff nen (< 2 Punkte im Expertenurteil). Das Teilergebnis Ergonomie beruht auf dem Ergebnis Nutzungsdauer (Monate, in denen der Stuhl optimal auf das Kind eingestellt warden kann) sowie dem Ergebnis Sitzöff nungswinkel. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Nutzungsdauer: über 60 Monate = sehr gut; 42 bis 60 Monate = gut; 18 bis 41 Monate = befriedigend; 1 bis 17 Monate = ausreichend; 0 Monate (die Fuß stütze ist schon für ganz kleine Kinder völlig unzureichend) = mangelhaft. Sitzöff nungswinkel von 96 ° bis 99,9 ° = im optimalen Bereich = sehr gut; von 100,0 ° bis 104,9 ° = etwas zu groß = gut; 105 ° und mehr = zu groß = befriedigend. Unter dem Teilergebnis Sicherheit führt zur Abwertung um zwei Noten: Durchrutschgefahr gegeben. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Quetschgefahr beim Verstellen (hier: zwischen Fußstütze und hinterer Strebe) oder beim Transport (hier: durch Stützbügel aus Stahl); b) scharfe Kanten an den Nuten; c) scharfkantige Schnittkanten an den Gurtbändern.

Das Testergebnis Inhaltsstoffe basiert auf der Bewertung der bedenklichen und/oder umstrittenen Inhaltsstoffe im Holz/-werkstoff und im Schrittgurt. Zur Abwertung um vier Noten führt: ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 110 mg/kg Formaldehyd im Holz/-werkstoff. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 55 bis 110 mg/kg Formaldehyd im Holz/-werkstoff; b) mehr als 100 bis 1.000 mg/kg des in Spielzeug und Babyartikeln gesetzlich reglementierten Phthalates Dibutylphthalat (DBP) im Lack des Holz/-werkstoff s. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) optische Aufheller (hier im Klettverschluss des Hauck Alpha plus bzw. im Textilband des Roba Move Up); b) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg phosphororganische Verbindungen (hier Triphenylphosphat im Ledergurt); c) mehr als 1.000 mg/kg Ersatzweichmacher (hier DiNCH im Lack des Holzes/ -werkstoff s).
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung (50 %) und dem Testergebnis Inhaltsstoffe (50 %). Es kann aber nicht besser sein als das Testergebnis Praxisprüfung. Ein Produkt, das sich aufgrund fehlender Schrauben nicht aufbauen lässt, kann im Testergebnis Praxisprüfung nicht besser sein als „mangelhaft“.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Su chen→ → „N1609“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 5/2016. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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Foto: IS_ImageSource/iStock