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TEST Hunde- und Katzenflohmittel: Es juckt


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ÖKO-TEST Kompakt Haustiere - epaper ⋅ Ausgabe 6/2011 vom 03.06.2011

Wenn Hund oder Katze Flöhe haben, muss der Halter Abhilfe schaffen. Viele wirksame Mittel enthalten Nervengifte. Sanfte Alternativen sind zwar weniger effizient – aber einen Versuch wert. Wir haben mehr als 80 Flohmittel unter die Lupe genommen.


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Foto: Tony Campbell/fotolia.com

Tierhalter kennen meist die Symptome von Flohstichen: Der Hund kratzt sich häufiger, oft haben die Tiere verkrustete Haut- oder Kratzstellen. Die Katze verkrümelt sich, einige bekommen überpflegte Hautstellen, dort sind die Haare vom vielen Lecken abgebrochen. Manchmal verliert die Katze an Gewicht. Häufig finden sich vor allem im ...

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Tierhalter kennen meist die Symptome von Flohstichen: Der Hund kratzt sich häufiger, oft haben die Tiere verkrustete Haut- oder Kratzstellen. Die Katze verkrümelt sich, einige bekommen überpflegte Hautstellen, dort sind die Haare vom vielen Lecken abgebrochen. Manchmal verliert die Katze an Gewicht. Häufig finden sich vor allem im hinteren Rückenbereich kleine schwarze Krümel, der Flohkot. Er bildet auf einem feuchten Tuch rote Schlieren.

Wir haben uns mehr als 80 Hunde- und Katzenflohmittel vom Tierarzt, aus der Apotheke, dem Gartenmarkt oder aus Tierbedarfshops angeschaut und die Wirkstoffe beurteilen lassen.

Das Testergebnis

■ Nicht gerade überzeugend: Knapp ein Drittel der Mittel erhält noch die Note „befriedigend“. 28 Produkte sind „ausreichend“ und 29 Mittel „mangelhaft“.
■ Die Tierarzneimittel wirken überwiegend mit synthetischen Nervengiften wie Carbamaten, Phosphorsäureestern oder Pyrethroiden. Diese Mittel können aber auch das Nervensystem des Menschen beeinträchtigen. Daher haben wir hier – trotz belegter Wirksamkeit – drei Minuspunkte für Mittel, die eine direkte Anwendung auf der Haut des Tieres (Spot-on-Produkte), über Halsbänder oder Tabletten vorsehen, vergeben.
■ Umgebungssprays und -behandlungsmittel, Fogger/Vernebler, Körpersprays und Puder mit den synthetischen Nerven- giften erhalten vier Minuspunkte. Da bei der Anwendung etwas eingeatmet werden kann, können solche Mittel leicht gesundheitliche Probleme verursachen. Zudem belasten Shampoos mit dem Carbamat Propoxur die Haushaltsabwässer.
■ Produkte mit Naturpyrethrum werten wir nur um zwei Noten ab; es verseucht nicht dauerhaft Räume und Hundekorb, da es durch UV-Licht zerfällt. Mit vier Minuspunkten quittierten wir allerdings die Kombination mit Piperonylbutoxid, das den Abbau des Pyrethrums verhindert.
■ Insektenwachstumshemmer verhindern, dass aus den abgelegten Eiern und Larven ein fertiger Floh wird und die Flohplage erneut beginnt. Die akute Giftigkeit der Insektenwachstumshemmer war in Tierversuchen im Vergleich zu den Carbamaten oder Phosphorsäureestern geringer – wir vergeben daher für diese Mittel zwei Minuspunkte.
■ Für Ethylbutylacetaminopropionat sowie für viele alternative Mittel mit ätherischen Ölen wie Margosaextrakt oder Alkansäuren konnten uns die Anbieter keine handfesten Belege für eine effiziente Beseitigung von Flöhen vorlegen, die an das heranreicht, was Tierarzneimittel gegen Flöhe leisten müssen. Die Mittel wirken – wenn überhaupt
– sanfter, das heißt nicht zu 100 Prozent und auch nicht dauerhaft. Für die teilweise belegte Wirkung gibt es zwei Minuspunkte Abzug.
■ Nur für eines der geraniolhaltigen Produkte, fürs UmgebungsmittelPerycut Parasitenschutz Bio Cosmos Soft Kill , erhielten wir eine Studie, die eine teilweise Wirkung belegte. Keine Belege für eine Wirkung des Duftstoffes Geraniol erhielten wir dagegen für Mittel, die wie ein Spot-on-Mittel aufzutragen sind oder für ein Halsband mit dem ätherischen Öl. Hier vergeben wir vier Minuspunkte.

Unsere Empfehlungen

■ Beipackzettel beachten. Nach der Behandlung mit Spot-on-Produkten ist Knuddeln mit dem Tier tabu. Halsband in der Wohnung abnehmen und in einem Plastikbeutel verstauen.
■ Bei Flohbefall – aber auch vorsorglich – sind Fellpflege und Hygiene der Tierumgebung wichtig: Regelmäßig Körbchen reinigen, Decken bei 60 Grad waschen, gründlich saugen.
■ Ist die Umgebungsbehandlung durch Hygiene nicht erfolgreich, einen Schädlingsbekämpfer zurate ziehen, der das Problem möglichst ohne synthetische Gifte in den Griff bekommt. Profis findet man etwa über den Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VföS), www.vfoes.de
■ Alternative Mittel kann man ausprobieren. Sie müssen aber auf jeden Fall häufiger angewendet werden.
■ Zecken sollten am Tier mit einer Zeckenzange rasch entfernt werden. Je nach Region und Befall sind Spot-on-Produkte oder Halsbänder, die meist kombiniert gegen Zecken und Flöhe wirken, empfehlenswert.