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TEST Interdentalbürsten und Dental Sticks: Ärger mit den Borsten


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2016 vom 29.01.2016

Interdentalbürsten und Dental Sticks sind längst nicht in aller Munde. Dabei leisten diese Produkte einen wichtigen Beitrag zur Zahnpflege. Im Test haben sämtliche Reiniger mit „sehr gut“ oder „gut“ abgeschnitten. Zu bemängeln sind die schlechten Borstenabrundungen.


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Foto: picture alliance/Franco Banfi/WaterFrame

Hand aufs Herz: Wann hatten Sie denn zuletzt eine Interdentalbürste oder einen Dental Stick in den Fingern? Haben Sie überhaupt jemals Ihre Zahnzwischenräume mit einer dieser speziellen Bürstchen von Speiseresten, Plaque oder Karies befreit?

„Besonders die Zahnzwischenräume sind als Nistplätze für ...

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... Bakterien anfällig“, erklärt Professor Petra Ratka-Krüger. Zähneputzen mit einer herkömmlichen Elek tro- oder einer Handzahnbürste allein reiche für eine gründliche Reinigung oft nicht aus. „Im Interdentalraum kann nach dem Zähneputzen noch Plaque verbleiben und Gingivitis oder Parodontitis auslösen“, sagt die Leiterin der Sektion Parodontologie in der Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie an der Zahnklinik Freiburg. Zurückbleibende Speisereste können Fäulnisbakterien bilden, die für üblen Mundgeruch und Entzündungen verantwortlich sind. Ein stark entzündetes Zahnfleisch kann sich zurückbilden und zu vorzeitigem Zahnverlust führen. Zahnmediziner wie Ratka-Krüger empfehlen deshalb die zusätzliche Anwendung von Interdentalbürsten, Dental Sticks oder Zahnseide.

Welche Zusatzpflege die effektivere ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Einige Studien sprechen für die Interdentalbürste: So konnte gezeigt werden, dass eine Kombination aus Interdentalbürste und herkömmlicher Zahnbürste zu besseren Ergebnissen führte als die Kombination aus Zahnbürste und Zahnseide. Möglicherweise, bemerkt Ratka-Krüger, könnte dieser Effekt aber auf die etwas umständ lichere Handhabung von Zahnseide zurück zuführen sein: „Das Gros der Patienten tut sich mit der richtigen Anwendung von Zahnseide etwas schwer. Das wirkt sich dann auf die Reinigungswirkung aus.“ Wichtig sei aber, dass überhaupt eines dieser zusätzlichen Zahnpflegeprodukte benutzt wird. Ob man besser mit einer passenden Bürste aus Draht mit Borsten oder einem Produkt aus Kunststoff reinigt, zeigte laut einer Studie übrigens keinen signifikanten Unterschied.


Die Minibürstchen eignen sich gut für den Kampf gegen Plaque und Karies


Gerade die Minibürstchen eignen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit gut als Ergänzung. Weil sie in verschiedenen Größen und Formen erhältlich sind, füllen sie neben den engeren Zahnzwischenräumen auch die etwas breiteren aus. Zur Auswahl des richtigen Durchmessers sollte man allerdings den Zahnarzt zurate ziehen und nicht auf Verdacht kaufen. Zwar ist der Griff ins Ladenregal schnell getan. Dieser kann sich aber auch schnell als Fehlgriffentpuppen: Während ein zu feines Bürstchen kaum einen Effekt in den Zahnzwischenräumen erzielt, weil es schlicht durchflutscht, kann eine zu dicke Bürste das Zahnfleisch und die empfindliche Papille, also den kleinen Zahnfleischanteil zwischen zwei Zähnen, verletzen.

Ob eine Verletzungsgefahr von den feinen Borsten ausgeht, die obendrein noch unsauber verarbeitet sein könnten, wird diskutiert. Laut Professor Hans Jörg Staehle ist sie eher unwahrscheinlich. „Problematischer wird es, wenn das Bürstchen oder der Dental Stick mit Gewalt in die Zahnzwischenräume gerammt wird“, erklärt der Ärztliche Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde am Uniklinikum Heidelberg. „Bei richtiger Anwendung erhalten diese Produkte die Papille sogar langfristig, da durch die spezielle Reinigung Entzündungen nach einer Weile abklingen.“

ÖKO-TEST wollte wissen, wie gut Interdentalbürsten aus Draht mit Borsten beziehungsweise Dental Sticks aus Kunststoff verarbeitet sind und ob von ihnen möglicherweise ein Verletzungsrisiko ausgeht. Außerdem hat uns interessiert, welche Schadstoffe in ihnen stecken. Deshalb kauften wir im Handel 17 Produkte ein – elf klassische Bürstchen und sechs Dental Sticks – und schickten sie zur Begutachtung in die Labore.

Das Testergebnis
Kaum Abstriche. Drei „sehr gute“ und 14 „gute“ Produkte – unser Test zeigt: Interdentalbürsten und Dental Sticks können beinahe bedenkenlos empfohlen und verwendet werden.
Nicht ganz rund. Negativ aufgefallen ist an allen elf klassischen Interdentalbürsten – also den Produkten mit Draht und Borsten – die durchweg schlechte Qualität der Borstenenden. Das im Praxistest „beste“ Produkt Todaydent Interdentalbürsten Ultra Fein zeigte unter dem Rasterelektronenmikroskop (REM) gerade einmal 40 Prozent akzeptable Borsten. Das schlechteste, Interprox Plus Mini, lag bei 9,5 Prozent. Manche Zahnmediziner und besonders Hersteller wenden ein, dass trotz dieses Mangels Verletzungen des Zahnfleischs wenig wahrscheinlich seien. Andere Fachleute hingegen, zum Beispiel Professor Martin Jung, Oberarzt in der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde am Universitätsklinikum Gießen/ Marburg, können Schädigungen des Weichgewebes im Zahnzwischenraum aufgrund mieser Borstenqualität nicht ausschließen. Deshalb haben wir abgewertet.
Gute Alternative! Sechs Dental Sticks wurden unter dem REM auf ihre Verarbeitung und eine möglicherweise daraus folgende Verletzungsgefahr untersucht. Im Vergleich etwas schlechter verarbeitet befand unser Experte die Natuvell Brush Sticks und die Te Pe Easypick Easy Cleaning Between Teeth. Da die Verarbeitung ihrer Funktionsenden seinem Urteil nach weniger sauber wirkte, gab es eine Note Abzug. Eine Abwertung kassierten auch die Dontodent Brush-Sticks. Deren abste hende Kunststoffstäbe des einen Funktionsendes sind im Vergleich sehr fest und starr. Laut Expertenurteil könnte dadurch ein Verletzungsrisiko für das Weichgewebe bestehen.
Nix drin, also rein! Alle Produkte wurden außerdem umfangreichen Schadstoffprüfungen unterzogen. In keinem wurden Substanzen in für uns abwertungsrelevanten Mengen gefunden werden, die ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten. Nur verschlucken sollte man die Teile halt nicht!

So reagierten die Hersteller
■ EinigeHersteller klassischer Interdentalbürstchen teilten beinahe einheitlich mit, dass es die derzeit vorhandene Technologie nicht ermögliche, die Borsten enden von Interdentalbürstchen abzurunden. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Borsten andere Eigenschaften aufweisen als traditionelle Zahnbürsten. Eine Verletzungsgefahr für die Zähne oder das Zahnfleisch, so der Einwand, sei trotz fehlender Abrundung auszuschließen.
■ Auch einigeHersteller von Dental Sticks gaben nahezu identische Stellungnahmen zu ihren Produkten ab. Sie ließen uns wissen, dass diese spritzgusstechnisch hergestellt würden. Mit diesem Verfahren und der „geeigneten Materialauswahl“ würde eine „sehr große Weichheit der feinen Reinigungspins und des Gesamtproduktes erreicht“. Je nach Vergrößerung der Aufnahme unter dem Mikroskop seien bei spritzgegossenen Teilen zum Beispiel produktions bedingte Trennungsversätze immer zu erkennen. Diese, so die Hersteller, seien für den Anwender aber völlig unbedenklich. Ein negativer Effekt für den Konsumenten könne „zu 100 Prozent ausgeschlossen werden“.

So wird’s gemacht

Foto: imago/Peter Widmann

Mit Interdentalbürsten und Dental Sticks können Sie effektiv Karies und Parodontitis vorbeugen. ÖKO-TEST hat bei Zahnexperten nachgefragt, was Sie bei der Anwendung beachten sollten:
■ Die Reinigung der Zahnzwischenräume mit einer Interdentalbürste oder Dental Sticks sollte einmal täglich erfolgen.
■ Verwenden Sie für jeden Interdentalraum die richtige Bürstengröße. Achten Sie beim Einschieben darauf, ob sie einen leichten Widerstand spüren. Fehlt er, ist das Bürstchen zu dünn. Ist er zu stark, ist es zu dick.
■ Setzen Sie das Bürstchen am Eingang des Zahnzwischenraums an und führen Sie es schräg zum Zahnfleisch ein. So können Sie Verletzungen durch die Spitze vorbeugen. Dass Sie das Bürstchen richtig einführen, erkennen Sie daran, dass der Draht nicht (mehr) abknickt.
■ Führen Sie die Bürste sanft und ohne zu großen Druck ein. Für eine gute Reinigung bewegen Sie die Bürste mehrmals langsam hin und her.
■ Sollten Sie bemerken, dass Ihr Zahnfleisch blutet, können Sie die Bürstchen in der Regel weiter verwenden. Zahnfleischbluten ist meist ein Hinweis auf eine vorliegende Entzündung und seltener darauf, dass Sie zu grob geputzt haben.
■ Erste Erfolge erkennen Sie daran, dass das Bluten mit der Zeit aufhört oder dass die Borsten nach der Anwendung neutral riechen. Mit dem „Riechtest“ können Sie zudem sehr gut feststellen, an welchen Stellen noch Putzbedarf besteht.
■ Wechseln Sie gebrauchte Interdentalbürsten nach spätestens 14 Tagen aus. Das Bürstchen nach jeder Anwendung kurz abspülen.

Fett gedruckt sind Mangel.
Glossar: Erlauterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 172.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung oder im Etui.2) Laut Anbieter wurde das Produkt zwischenzeitlich durch eine neue Produktvariante ausgetauscht. Das getestete Produkt konne vereinzelt aber noch erhaltlich sein.3) Laut Anbieter handelt es sich bei dem getesteten Produkt um eine Vorteilspackung. Der Standardinhalt betrage 12 Stuck und der UVP 4,99 Euro (0,42 Euro pro Stuck).4) Laut Anbieter bezieht sich die Angabe auf den Durchmesser des gedrillten Drahtes.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Praxisprufung fuhrt zur Abwertung um zwei Noten bei „klassischen Interdentalbursten“: ein Anteil akzeptabler Borstenendabrundungen (Kategorien A1 und A2) von 0 bis 20 Prozent. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) bei „klassischen Interdentalbursten“: ein Anteil akzeptabler Borstenendabrundungen (Kategorien A1 und A2) von 21 bis 40 Prozent; b) bei „Dental Sticks“: Mangel in der Verarbei-tung (Tabelle: „wirkt weniger sauber“); c) bei „Dental Sticks“: geringe Verletzungsgefahr fur das Zahnfleisch (Tabelle: „eher gering“). Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhrt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung oder im Etui. Das Gesamturteil setzt sich zu je 50 Prozent aus dem Testergebnis Praxisprufung und dem Testergebnis Inhaltsstoffe zusammen.

Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1602“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: September/Oktober 2015.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Warenkorb unserer Testeinkäufer landeten neben klassischen Interdentalbürsten auch sogenannte Dental Sticks aus Kunststoff. Insgesamt haben wir 17 Produkte testen lassen: elf Bürsten- und sechs Stickprodukte. Beide Varianten lassen sich zwar nicht direkt miteinander vergleichen. Da manche Verbraucher die Drahtprodukte aber als unangenehm empfinden und deswegen lieber auf die Kunststoffvariante ausweichen, haben wir dennoch beide Produktgruppen in den Test aufgenommen.

Im Labor
Die Bürsten und Dental Sticks wurden von einem Experten unter dem Mikroskop begutachtet, um zu erfahren, ob die Borstenenden ausreichend abgerundet beziehungsweise wie sauber die Kunststoffprodukte verarbeitet sind. In aufwendigen Schadstofftests wurden die Bestandteile aller Produkte dann auf bedenkliche und/oder problematische Inhaltsstoffe überprüft – darunter Phthalate, Ersatzweichmacher, Schwermetalle oder auch zinnorganische Verbindungen. Außerdem wurden die Verpackungen und oft beigefügten Etuis auf umweltschädliche PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen untersucht.

Die Bewertung
Praxistest und Schadstofftest machen je 50 Prozent des Gesamturteils aus. Punktabzüge gab es im Praxistest bei den klassischen Bürstchen für eine schlechte Qualität der Borsten enden. Die Hersteller wenden ein, dass es mit dem derzeitigen Stand der Technologie nicht möglich sei, die feinen Filamente abzurunden. Ein Verletzungsrisiko sehen sie und einige von uns befragte Zahnmediziner zwar nicht. Weil Schädigungen des Zahnfleischs aber auch nicht ausgeschlossen werden können, haben wir aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes abgewertet. Unsauberkeiten bei der Verarbeitung von Dental Sticks wurden ebenso abgewertet wie ein mögliches Verletzungsrisiko durch die Funktionsenden.

Mikroskopaufnahme der Filamente: Keine Interdentalbürste konnte im Test mit ihrer Borstenendabrundung überzeugen.


Foto: Labor

ÖKO-TEST rät

Die drei „sehr guten“ Produkte sind ausnahmslos Interdentalsticks. Sie lassen sich in der Regel leichter als reine Zahnseide anwenden.

Elf „gute“ Interdentalbürsten: Auch hier haben Sie eine reiche Auswahl. Am besten entscheiden Sie sich aber für die Produkte, die einen hohen Anteil an akzeptablen Borsten haben.

Aus Hygienegründen sollten Sie die Kunststoffsticks nur einmal benutzen. Die klassischen Bürstchen hingegen können Sie mit Wasser abspülen und mehrfach anwenden.

Bis die Handgriffe richtig sitzen, bedarf es etwas Übung. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung doch einfach auf ein spezielles Mundhygienetraining an.

Experte

Risiken sind nicht auszuschließen

Foto: Privat

„Man kann davon ausgehen, dass beim Einführen der Interdentalbürsten in den Zahnzwischenraum ein ähnlich intensiver Kontakt mit dem Zahnfleisch zustande kommt wie bei der Anwendung einer konventionellen Zahnbürste. Deren Verletzungspotenzial für gingivales Weichgewebe (Zahnfleisch) durch schlecht abgerundete Borstenenden ist unbestritten. Dass unter diesen Voraussetzungen Risiken auch von Interdentalbürsten ausgehen, konnte zumindest grundsätzlich im Rahmen einer experimentellen Studie gezeigt werden. Ob Hartgewebsschäden durch Kontakt der Interdentalbürste mit dem relativ weichen Wurzelzement auftreten können, ist hingegen noch unklar.“

Professor Martin Jung , Oberarzt in der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde am Universitätsklinikum Gießen/Marburg, zum Verletzungsrisiko von Interdentalbürsten

Interview

Für manche Zahnpatienten sind sie unverzichtbar

Foto: Privat

Professor Hans Jörg Staehle ist Ärztlicher Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde am Uni-Klinikum Heidelberg. Im Gespräch mit ÖKO-TEST erklärt er, warum er seinen Patienten Interdentalbürsten und Dental Sticks empfiehlt.

ÖKO-TEST: Herr Professor, Sie empfehlen Ihren Patienten Interdentalbürsten und Dental Sticks. Warum?
Staehle: Mit Interdentalraumbürsten können schwer zugängliche, zum Teil weit unter dem Zahnfleischrand gelegene Areale gereinigt werden, die Sie mit manuellen oder elektrischen Zahnbürsten nicht erreichen.
ÖKO-TEST: Wer sollte die Produkte anwenden?
Prinzipiell können alle Personen ihre Zahnzwischenräume ergänzend mit Interdentalraumbürsten und Dental Sticks reinigen. Besonders zu empfehlen, wenn nicht sogar unverzichtbar, sind sie für Menschen, die trotz einer sorgfältigen Reinigung mit der Zahnbürste an Gingivitis oder Parodontitis leiden.
ÖKO-TEST: Welche Vorteile und Nachteile im Vergleich zur Zahnseide sehen Sie?
Mit Zahnseiden lassen sich Einziehungen der Zahnoberflächen und tiefer unter dem Zahnfleischrand gelegene Abschnitte nicht richtig reinigen. Menschen, die zum Beispiel erhöhte Zahnfleischtaschen haben, profitieren von Zahnseide kaum. Hier sind individuell ausgesuchte Interdentalraumbürsten zu bevorzugen.