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TEST Intimwaschlotionen und –pflegetücher: Sensible Zone


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2015 vom 05.06.2015

Von speziellen Produkten für den Intimbereich verspricht frau sich eine besonders sanfte Reinigung und Pflege. Unser Test zeigt jedoch: Einige Waschlotionen und Pflegetücher sind alles andere als sanft.


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Foto: kryzhov/Shutterstock.com

Manchmal gibt es Situationen, da legen Frauen noch mehr Wert auf ihre Intimhygiene oder haben einfach den Wunsch, sich unterwegs mal zu „erfrischen”, etwa während der Menstruation. Intimwaschlotionen und tücher verheißen hier eine spezielle Pflege. Die Verpackungen werben mit Aussagen wie „für ein reines Frischegefühl überall und zu jeder Zeit” oder so „tragen Sie ...

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... entscheidend dazu bei, dass Ihr Intimbereich gesund bleibt und Sie sich rundum gepflegt fühlen”. Besonders betont die Industrie dabei den pHWert der Produkte, der speziell auf den natürlichen Wert der sensiblen Haut abgestimmt sei. Tatsächlich ist der Intimbereich sauer. Im äußeren Schambereich, also etwa an den Schamlippen, liegt der pHWert um 5, in der Vagina liegt er bei 4 bis 4,5. Dieser pHWert verhindert, dass sich krank machende Keime vermehren. Deshalb sollte er auch nicht dauerhaft steigen. Brauchen Frauen deshalb aber besondere Produkte? Nein, lautet die Antwort der Frauenärzte. „Es ist nicht notwendig, zur Intimpflege spezielle Waschprodukte mit einem sauren pHWert zu verwenden”, sagt etwa Dr. Marianne RöblMathieu, niedergelassene Ärztin in München und im Berufsverband der Frauenärzte aktiv.


Wasser ist und bleibt das beste Mittel zum Waschen


Frauen könnten auch ein normales pflegendes Duschgel nehmen. Früher dachte man, dass solche Produkte im Intimbereich schaden. Inzwischen habe sich aber laut RöblMathieu gezeigt, dass diese Befürchtungen meist unbegründet seien. Die Haut stellt ihren pHWert nach dem Waschen selbstständig wieder her – solange Frauen sich nicht exzessiv mehrmals täglich waschen. Auch bei Infektionen durch Bakterien oder Pilze gebe es keine Situation, in der es sinnvoll sein könnte, auf die speziellen Waschlotionen mit niedrigem pHWert zurückzugreifen, ergänzt Professor Werner Mendling aus Wuppertal, er ist Experte für Infektionen.

Wasser ist und bleibt aber das beste Mittel zum Waschen des Intimbereichs. Intimwaschprodukte und Duschgele müssen konserviert werden, damit sich darin keine schädlichen Keime ansiedeln. Wer sich nur mit Wasser wäscht, hat folglich kein Problem mit Konservierungsmitteln. Nach der Benutzung von Waschlotionen spült man immerhin meistens alles mit klarem Wasser ab – bei den Tüchern jedoch bleibt die Lotion samt Konservierungsmittel auf der Haut. Wir wollten wissen, ob darunter auch kritische Substanzen sind, und haben 13 Intimwaschlotionen und sieben Pflegetücher gründlich testen lassen.

Das Testergebnis

Alles andere als sanft: Nur sieben der Produkte für die Intimpflege schneiden mit „gut” ab. Am anderen Ende erhalten vier Produkte aufgrund umstrittener Stoffe ein Gesamturteil „ungenügend”.
Frechheit: Ausgerechnet im Markenprodukt Intima Liasan IntimWaschlotion Sensitive fand das Labor höhere Mengen deskri tischen Konservierers Methylisothiazolinon, als laut Kosmetikverordnung erlaubt ist. Die Zahl der Menschen, die auf das Konservierungsmittel eine Kontaktallergie entwickelt haben, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Haut reagiert dann beispielsweise mit einem Ekzem. In der Lotion der Tücher von Intima Liasan und in der Vionell Intim Waschlotion wird der Konservierer ebenfalls eingesetzt. Und Vionell bleibt laut Laboranalyse gerade so unterhalb der erlaubten Menge von 100 Milligramm pro Kilogramm.
Das braucht keine Frau: In der Waschlotion von Sagella wies das Labor Formaldehyd/abspalter nach. Diese nutzt die Industrie ebenfalls zum Konservieren. Formaldehyd steht jedoch unter Verdacht, Krebs zu erzeugen.
Bedenklicher Konservierungsstoff: Zwei Intimpflegetücher wurden mit Polyaminopropyl Biguanide, kurz PHMB, konserviert. Zu PHMB äußerte das wissenschaftliche Beratergremium der EU (SCCS) im Sommer 2014, dass es aufgrund fehlender Daten über eine mögliche erbgutschädigende Wirkung zu keinem Schluss über die sichere Verwendung in Kosmetika kommen könne. PHMB ist als Gefahrstoff (CMR 2) eingestuft.
Woanders verboten: In der Intima Liasan IntimWaschlotion Sensitive steckt eine halogenorganische Verbindung, die beispielsweise in Zahncremes und Lippenstiften verboten ist. Auch in den Tüchern der DmEigenmarke Jessa wiesen die beauftragten Labore halogenorganische Verbindungen nach.
Nicht so dufte: In allen Produkten stecken Parfüm und/oder ätherische Öle. Wir finden: Das ist im sensiblen Intimbereich absolut unnötig.
Sauer: Auch wenn es auf den pHWert eigentlich nicht ankommt, wollten wir trotzdem wissen, ob die Anbieter ihre pHVersprechen auf der Verpackung auch tatsächlich einhalten. Die Analysen zeigen: Die pHWerte stimmen mit den Angaben auf den Verpackungen überein.

Insgesamt haben wir pHWerte von 3,4 bis 5 gefunden. Sie liegen also im leicht sauren Bereich.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, da sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt. PHMB = Polyaminopropyl Biguanide.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 224.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: Tücher sind einzeln verpackt.
Legende: Produkte mit dem gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter; b) mehr als 100 mg/kg Methylisothiazolinon (in der Tabelle „stark erhöht”). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) bis zu 100 mg/kg Methylisothiazolinon (in der Tabelle „erhöht”); c) PEG/PEG-Derivate in Intimpflegetüchern; d) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen (künstlicher Moschusduft); e) PHMB. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Parfüm und/oder ätherische Öle; b) PEG/PEG-Derivate in Intimwaschlotionen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) bei Waschlotionen ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) einzeln verpackte Intimpflegetücher.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend” oder „ausreichend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein”, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze” der jeweiligen Testmethode.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1506” eingeben.
Bereits veröffentlicht und Stand der Ergebnisse: ÖKO-TEST-Magazin 10/2014. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Einkauf der Testprodukte: Juni 2014.

ÖKO-TEST rät

■ Sie haben die Wahl: Einige „gute” Produkte können Sie ausprobieren. Einen besonderen Nutzen sollten Sie aber nicht erwarten, auch wenn die Hersteller damit werben. Ein normales Duschgel tut es auch. Experten empfehlen lediglich Wasser.
■ Waschlappen sind praktisch – auch für unterwegs. Allerdings sollten sie immer frisch sein, denn in gebrauchten Lappen fühlen sich Bakterien wohl.
■ Auch und gerade im Intimbereich kann zu häufiges Waschen und übertriebene Hygiene die Haut austrocknen und beschädigen.
■ Unangenehme Gerüche und Ausfluss sollten vom Frauenarzt abgeklärt werden. Oft steckt dahinter eine Infektion mit Pilzen oder – noch unangenehmer – mit Bakterien.