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TEST Kernige Haferflocken


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ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 13.10.2022
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RATGEBER

► Die Schimmelpilzgiftbelastungen sind nicht akut gefährlich. Die drei am stärksten belasteten Produkte jedoch besser nicht täglich essen.

► Auch Haferflocken sind teurer geworden. „Sehr gute“ Produkte gibt es aber schon ab 69 Cent pro 500 Gramm, in Bio-Qualität ab 94 Cent.

► Super gesund: Die in Haferflocken enthaltenen Ballaststoffe helfen nachweislich, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und Cholesterinwerte zu senken.

Hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass die von ÖKO-TEST ermittelten Ergebnisse nicht unseren hohen Ansprüchen an unsere Eigenmarkenprodukte entsprechen. Deswegen wurde entschieden, die berücksichtigte Charge dieses Produktes aus dem Verkauf zu nehmen.“ Das schrieb uns der Discounter Norma in Reaktion auf unsere Analysenwerte in der Eigenmarke Golden Breakfast Haferflocken kernig. Das von uns beauftragte Labor hatte in dem Produkt aus unserer Sicht problematische ...

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... Schimmelpilzgiftwerte sowie den höchsten Gehalt an Glyphosat im Test gemessen. Auch Eigenmarken von Rewe und Aldi sowie die günstige Marke fallen wegen Schimmelpilzgiften und weiterer Belastungen mit „ungenügend“ durch.

Die gute Nachricht: Mit 18- mal Gesamturteil „sehr gut“ bei insgesamt 29 Produkten im Test sind die meisten kernigen Haferflocken tipptopp.

Schimmelpilzgifte

T-2- und HT-2-Toxine sind Gifte von Pilzen, die den Hafer schon auf dem Feld befallen. Sie sind zellgiftig und können das Immunsystem schwächen. In den Golden Breakfast Haferflocken kernig, Ja! Kernige Haferflocken und Knusperone Kernige Haferflocken hat das von uns beauftragte Labor Gehalte der Gifte festgestellt, die wir als „stark erhöht“ bewerten. Mit einer 40-Gramm-Portion davon überernige Haferflocken schreitet ein Erwachsener mit 60 kg Körpergewicht bereits die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit festgelegte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI). Für ein dreijähriges Kind, das 15 kg wiegt, läge die Belastung mit diesen Produkten bei mehr als einem Vierfachen des TDI.

Bedenkliches Glyphosat

In vier Produkten wurde das Spritzgift Glyphosat nachgewiesen. Die Werte in den Knusperone Kernige Haferflocken von Aldi Süd/Aldi Nord, den Penny Haferflocken kernig und den Jeden Tag Haferflocken kernig liegen dabei im Spurenbereich. Der in den Golden Breakfast Haferflocken von Norma gemessene Gehalt schöpft den gesetzlichen Höchstgehalt umgerechnet zu mehr als zehn Prozent aus. Das bewerten wir als „erhöht“. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) sieht keinen Krebsverdacht. Unabhängig von möglichen direkten Risiken für Menschen ist klar, dass das Spritzgift die Artenvielfalt schädigt. Eine Studie der Uni Konstanz, die im Fachmagazin Science erschienen ist, deutet darauf hin, dass Glyphosat stärker am dramatischen Rückgang von Insekten beteiligt sein könnte, als bisher bekannt. Die in der Studie untersuchten Hummeln konnten ihre Brut schlechter warm halten.

WISSEN KERNIG ODER ZART?

Für beide Sorten von Haferflocken werden ganze Körner verwendet, sowohl zarte als auch kernige Flocken sind Vollkornprodukte – egal ob das ausdrücklich auf der Verpackung steht. Sie unterscheiden sich in der Verarbeitung. Zarte eignen sich besonders, wenn es cremig werden soll. Kernige sorgen für mehr Biss.

Pestizide in Bio?

In den Davert Großblatt Haferflocken, Bioland und den Wurzener Bio Haferflocken kernig hat das beauftragte Labor geringe Gehalte des Pestizids Chlormequat gemessen. Auch wenn die Werte niedrig sind, überschreiten sie dennoch den Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN). Laut BNN ist bei einer Überschreitung zu ergründen, ob gegen die Regeln für Öko-Anbau verstoßen wurde oder es sich etwa um eine unvermeidbare Kontamination durch Abdrift handelt. Die Firma Wurzener erklärte uns, mögliche Eintragsquellen aktuell mit dem Lieferanten zu prüfen. Anbieter Davert teilte uns mit, nur in einer von zehn Proben derselben Charge Verunreinigungen gefunden zu haben, die noch deutlich geringer waren. Man habe den Sachverhalt aber der Öko-Kontrollstelle mitgeteilt.

Wenig Mineralöl

Die gemessenen Mineralölbestandteile MOSH/MOSH-Analoge waren in den Haferflocken nach ÖKO-TEST-Bewertung zweimal „leicht erhöht“ und zweimal „erhöht“. Die Verbindungen reichern sich im menschlichen Körper an. Was sie dort anrichten, ist bislang noch völlig unklar. Sie stellen jedoch die größte Verunreinigung im menschlichen Körper dar. MOSH können an vielen Punkten im Produktionsprozess in die Flocken gelangen.

Fett gedruckt sind Mängel.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: mehr als 0,01 mg/kg eines Pestizids (hier: Chlormequat) in einem Bio-Produkt. 2) Laut Anbieter wurde das Verpackungslayout überarbeitet. Der Artikel werde ab August 2022 mit gleichbleibender Rezeptur und neuer EAN 4337256412872 erhältlich sein. 3) Laut Anbieter wurde das Verpackungslayout überarbeitet. Der Artikel werde ab August 2022 mit gleichbleibender Rezeptur und neuer EAN 21639104 erhältlich sein. 4) Laut Anbieter wurde das Verpackungslayout überarbeitet. Der Artikel werde ab dem 3. Quartal 2022 mit gleichbleibender Rezeptur und neuer EAN 4304218732255 erhältlich sein. 5) Laut Anbieter könne man nach Rücksprache mit dem Lieferanten eine Vermischung der Bio-Ware mit konventioneller Ware ausschließen. Der Anbieter hat den Sachverhalt aufgrund der von ÖKO-TEST übermittelten Ergebnisse der zuständigen Kontrollstelle mitgeteilt. Sollten sich aus deren Einschätzung weitere Maßnahmen ergeben, werde man diese umgehend einleiten. 6) Laut Anbieter entsprechen die von ÖKO-TEST ermittelten Ergebnisse nicht den Ansprüchen an die Eigenmarkenprodukte von Norma. Daher habe man die getestete Charge (06.04.2023 096) aus dem Verkauf genommen. Kunden bekämen auch ohne Vorlage eines Kassenbons ihr Geld zurück oder könnten gegen eine andere Charge umtauschen. 7) Laut Herstellergutachten wurden in einem chargengleichen Rückstellmuster keine Mineralölbestandteile nachgewiesen. 8) Laut Anbieter fließt das Produkt ab Oktober mit Änderungen an der Deklaration in den Handel ein. Unter anderem stehe auf der Vorderseite künftig der Schriftzug „meine BioInitiative“. 9) Laut Anbietergutachten wurden in einem chargengleichen Rückstellmuster T2- und HT2-Toxin nicht nachgewiesen.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein gemessener Summengehalt von T-2- und HT-2-Toxinen, der ausgehend von einer 40-g-Portion Haferflocken zu einer Überschreitung des von der EFSA festgelegten Gruppen-TDI von 0,02 μg/kg Körpergewicht und Tag bezogen auf einen Erwachsenen mit 60 Kilogramm Körpergewicht führt (in der Tabelle: „stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein gemessener Gehalt an MOSH/MOSH-Analogen der Kettenlänge C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle Mineralölbestandteile„erhöht“); b) ein gemessener Summengehalt von T-2- und HT-2-Toxinen, der ausgehend von einer 40-g-Portion Haferflocken den von der EFSA festgelegten Gruppen-TDI von 0,02 μg/kg Körpergewicht und Tag bezogen auf einen Erwachsenen mit 60 Kilogramm Körpergewicht zu mehr als 50 bis 100 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: „erhöht“). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein gemessener Gehalt an MOSH/MOSH-Analogen der Kettenlänge C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle Mineralölbestandteile „leicht erhöht“); b) ein als besonders bedenklich eingestuftes Pestizid in gemessenen Gehalten von mehr als 0,01 mg/kg (hier: Glyphosat). Als besonders bedenklich werden Pestizide eingestuft, wenn sie PAN-gelistet sind (in Gruppe 2 und/oder bienentoxisch), nach EU-Datenbank oder ECHA kanzerogen oder reproduktionstoxisch sind oder aus Gründen der Toxizität in der EU nicht mehr zugelassen sind; c) ein gemessener Pestizidgehalt, der unter Berücksichtigung eines Verarbeitungsfaktors (sofern laut BfR- oder EFSA-Liste verfügbar; hier: Glyphosat: 0,17) mehr als 10 bis 50 Prozent der gesetzlichen Rückstandshöchstmenge (hier Glyphosat: 20 mg/kg Hafer; Mepiquat: 3 mg/kg Hafer; Chlormequat: 15 mg/kg Hafer) ausschöpft (in Tabelle: „erhöht“); d) 3 bis 6 gemessene Pestizide. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: ein gemessener Gehalt von mehr als 0,01 mg/kg eines Pestizids (hier: Chlormequat) in einem Bio-Produkt. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter . Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 10/2022. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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