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TEST Kinderbäder


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ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 07.04.2022
Artikelbild für den Artikel "TEST Kinderbäder" aus der Ausgabe 4/2022 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 Sie haben die Auswahl: 12 von 21 Kinderbädern können wir empfehlen.

2 Babys brauchen erst einmal gar keinen Schaum. Ab etwa einem Jahr und wenn mehr Dreck und Staub im Spiel sind, sind Badeschäume aber sinnvoll.

3 Kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt baden lassen. Elektrische Geräte außer Reichweite verstauen.

Dinostarke Schaumwolken“, „Sprudelspektakel“, „Jetzt brodelt’s in der Wanne“ – das alles steht auf den Verpackungen von Produkten in unserem Test. Viele Kinderbäder sind heute Spaßbäder. Doch der Spaß hört auf, wenn dafür problematische Substanzen zum Einsatz kommen wie bei einigen wenigen Bädern im Test. Manche der Auslobungen auf den Verpackungen heben jedoch auch hervor, um was es eigentlich gehen sollte: die zarte Kinderhaut schonend und pflegend zu reinigen. Etliche Rezepturen enthalten deshalb zum Beispiel spezielle Pflegeöle oder Pflanzenextrakte wie den der Ringelblume ...

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... (Calendula).

Wir haben 21 Badezusätze für kleine und große Kinder eingekauft und in Laboren auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Das Ergebnis ist erfreulich: Neunmal vergeben wir die Bestnote „sehr gut“, drei Produkte sind „gut“ und fünf „befriedigend“. Vier Bädern geben wir wegen einiger Problemstoffe jedoch nur die Noten „ausreichend“ und „mangelhaft“.

Problematisches Farbenspiel

Die Hersteller des Kids Stuff Crazy Soap Colour Changing Bubble Bath, des Schlusslichts in unserem Test, haben sich einen besonderen Effekt einfallen lassen: „Wie aus Zauberhand“, so die Aufschrift, wechselt das Schaumbad bei Zugabe ins Badewasser seine Farbe von Orange zu Grün. Mit Magie hat das allerdings nichts zu tun, sondern mit Chemie: Die Rezeptur enthält Bromkresolgrün. Dabei handelt es sich um einen Farbstoff, der auch als pH-Indikator Verwendung findet. In der Flasche ist der pH-Wert der Flüssigkeit sauer, beim Verdünnen mit Wasser wird er neutral, und deshalb verändert sich die Farbe. Das von uns beauftragte Labor wies einen sauren pH-Wert von 3,9 nach. Die Verpackung trägt Warnhinweise wie „Nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden“. Sie sollte aus Sicht von ÖKO-TEST zusätzlich die Auslobung „Außer Reichweite von Kindern auf bewahren“ tragen, damit klar ist, dass Kinder nicht mit der konzentrierten sauren und reizenden Flüssigkeit hantieren dürfen.

Mit dem Farbstoff Bromkresolgrün gibt es jedoch noch ein weiteres Problem: Es handelt sich dabei um eine halogenorganische Verbindung. Solche Verbindungen analysierte das von uns beauftragte Labor in insgesamt acht Badezusätzen.

„Schaum- und Sprudelbäder machen Spaß und können wasserscheue Kinder vom Baden überzeugen.“

Vanessa Christa ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

Was blubbert denn da?

SCHAUMBAD

Tenside im Schaumbad setzen die Spannung der Wasseroberfläche herab und bilden obenauf einen Seifenfilm. Beim Einlassen von Wasser in die Wanne drückt der Strahl auch Luft unter die Oberfläche. Die Luft steigt wieder auf, nimmt beim Durchdringen der Wasseroberfläche den Seifenfilm mit und formt wie beim Pusten von Seifenblasen daraus kleine Bläschen.

SPRUDELBAD

Sie heißen „Blubber-Vulkan“ oder „Badebombe“: Meist sprudeln solche Spaßbäder durch die Kombination von Natron mit Zitronensäure. Beim Auflösen der Kugeln im Wasser setzen sie Kohlendioxid frei.

In dieser Gruppe von mehreren Tausend Stoffen sind viele allergieauslösend, fast alle reichern sich in der Umwelt an. In unserem Test von Kinderbädern vor zwei Jahren enthielt kein einziges der damals 19 Produkte halogenorganische Verbindungen – ein deutlicher Rückschritt.

Nicht gut zur Haut

In sieben Kinderbädern stecken PEG/ PEG-Derivate. Die Substanzen sind auf der Inhaltsstoffliste an dem Namensbestandteil „PEG“ (meist plus einer Zahl) oder „-eth“ zu erkennen – zum Beispiel im weit verbreiteten „Sodium Laureth Sulfat“. PEG/ PEG-Derivate kommen in vielen Kosmetikprodukten zum Einsatz. In Badezusätzen sorgen sie als Tenside für die Reinigung und für Schaum. Sie können jedoch die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Für Tenside auf Basis von Polyethylenglykol (PEG) gibt es Alternativen. Manche Hersteller, nicht nur die Naturkosmetik in unserem Test, setzen auf mildere Zuckertenside, etwa Coco-Glucoside.

Problematischer Duftstoff

Der Lush Mermaid Tail Bubble Bar enthält Hydroxycitronellal. Der Duftstoff löst häufiger Allergien aus. In den anderen Produkten wies das von uns beauftragte Labor keine kritischen Duftstoffe nach. Wer Duftstoffe ganz meiden möchte: Das Paediprotect Pflegebad für Babys und Kinder ist parfümfrei, alle übrigen Bäder im Test enthalten Parfüm.

Kein Recycling

Enttäuschend: Keine einzige Plastikverpackung im Test – ob Flasche oder Beutel – enthält Anteile an Rezyklaten aus der Wertstoffsammlung. Das ist hinsichtlich der Ressourcen, die die Produktion von immer wieder neuem Plastik verschlingt, kritikwürdig.

Fett gedruckt sind Mängel.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Laut Anbieter ist für das Produkt ab dem dritten Quartal 2022 eine Umstellung auf eine Verpackung mit Rezyklatanteil geplant. Dabei werde das Produkt auch in Duft und Design verändert. Laut Anbieter kann die Herkunft des Summenparameters „halogenorganische Verbindungen“ in der untersuchten Charge auf die Chloressigsäure aus dem Rohstoff Cocamidopropyl Betaine zurückgeführt werden. Für den Endverbraucher stellten diese „technisch unvermeidbaren Spuren“ der Chloressigsäure keine gesundheitliche Gefahr dar. 3) Weiterer Mangel: fehlender Warnhinweis „Außer Reichweite von Kindern aufbewahren“ oder sinngemäßer Wortlaut bei einem Produkt mit einem pH-Wert kleiner 4,1. 4) Laut Anbieter wird die Bestimmung der AOX (halogenorganische Verbindungen) wegen der hohen Salzfracht kritisch gesehen. Das von ÖKO-TEST beauftragte Labor hat positive Befunde für AOX mittels SPE abgesichert.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um zwei Noten: halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal); b) PEG/PEG-Derivate. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu; c) fehlender Warnhinweis „Außer Reichweite von Kindern aufbewahren“ oder sinngemäßer Wortlaut bei einem Produkt mit einem pH-Wert von kleiner 4,1. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/T2204

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 2/2022. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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