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TEST Kinderhochstühle: Hoch gestapelt


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2011 vom 30.09.2011

Der Stuhl, der das Baby bis in die Jugend begleitet und immer optimal einzustellen ist, muss erst noch erfunden werden. Irgendwann stoßen alle mitwachsenden Hochstühle an ihre Grenzen. Was aber viel schlimmer ist: Eines der teuersten Testmodelle war nicht kippsicher und auch andere Stühle zeigten im Sicherheitstest erhebliche Schwächen.


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Foto: Denys Prykhodor/Fotolia.com

Nach Monaten in der Horizontalen konnen es Babys kaum erwarten, Schluss mit der ewigen Liegerei zu machen. Sie wollen endlich krabbeln, sich an Regalen hochziehen, sitzen. Und sie sind jetzt ...

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... bereit, ihren Brei auf Augenhohe mit den restlichen Familienmitgliedern zu essen. Es wird Zeit, sich um das Thema Kinderhochstuhl zu kummern.

Das Thema Sicherheit spielt bei der Wahl des Modells die gro.te Rolle: In den ersten Wochen und Monaten, weil die Kleinen noch nicht ganz so sicher sitzen und ausreichend Unterstutzung brauchen. Spater, weil sie jede Menge Ideen entwickeln, was man da oben auf dem Stuhl so alles anstellen kann. Klar, man soll das Kind auf seinem Hochsitz nie aus den Augen lassen. Die Kinderhochstuhl-Norm fordert deshalb sogar, dass die Erwachsenen via Warnhinweis immer wieder darauf hingewiesen werden. Doch auch in einer unbeobachteten Sekunde darf der Stuhl nicht kippeln. Und das Kind soll so fest sitzen, dass es sich nicht so schnell herauswinden kann.

Wenn aber beispielsweise die Sitzflache so gro. ist, dass das Kind ein Bein hochziehen und auf der anderen Seite des Schrittgurts durchstrecken kann, konnte es sich verheddern oder durchrutschen – eine uble Sache. Doch allzu eng soll’s wiederum auch nicht sein, wer will schon, dass man die Kurzen nur unter Brullerei in den Stuhl hinein und wieder heraus bekommt?

Es ist also gar nicht so leicht, den richtigen Stuhl zu finden. Besonders praktisch erscheinen Modelle, die damit werben, von den ersten Monaten bis in die Schulzeit oder sogar bis ins Erwachsenenalter mitzuwachsen. Wir haben zehn Modelle eingekauft, um zu prufen, was man beim Schnelltest im Laden nicht so leicht hinbekommt: Wie leicht kriegt man das Kind rein und wieder raus? Sitzt es gut drin? Kip pelt der Stuhl womoglich? Ist das Verstellen sehr kompliziert? Daruber hinaus haben wir das Holz des Stuhls und den Schrittgurt auf moglicherweise enthaltene Schadstoffe testen lassen.

Der Stokke Tripp Trapp zeigte, dass man sowohl im Praxistest als auch in der Schadstoffprufung bestehen kann. Wenngleich auch er nicht ganz so optimal mitwachst, wie sein guter Ruf glauben macht. Bei allen anderen Stuhlen muss man an der ein oder anderen Stelle kompromissbereit sein. So gab’s beim Haba Steppke, der mit seinen vielen guten Ideen die Praxistester am meisten uberzeugte, fur seinen Formaldehydgehalt in der Ruckenlehne im Testergebnis Inhaltsstoffe Ab - zuge. Maren Klein

Die ausführliche Tabelle mit allen Ergebnissen finden Abonnenten kostenlos unter http://abo.oekotest.de

ÖKO-TEST rät

■ Nicht bei allen Modellen ist der Sicherheitsbügel im Lieferumfang enthalten, sondern muss dazugekauft werden. Die zusätzlichen Polster werden zwar häufig „Sitzverkleinerer“ genannt – sie sorgen aber nur selten für eine wirksame Sitzverkleinerung und sind deshalb in der Regel verzichtbar.
■ Nur wenige Stühle sind so konstruiert, dass auch ein sehr kleines Kind optimal sitzen kann. Hier kann man sich aber recht einfach mit einem Kissen helfen, das zwischen Rückenlehne und Rücken gesteckt wird. Dadurch rückt das Kind ein bisschen weiter nach vorne, kann die Beine abwinkeln, die Füße abstellen und hat dennoch Halt im Rücken.
■ Kinder sollten am Anfang nicht allzu lange im Stuhl sitzen. Das tut dem Rücken nicht gut, der sich erst langsam an diese neue Haltung gewöhnen muss.