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TEST Kinderjeans: Blue = betrübt


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ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2017 vom 14.09.2017

Jeans sind zeitlos. Sie stehen aber auch für die Ausbeutung von Textilarbeitern. Viele Anbieter geben sich bedeckt, wenn es um Lieferanten und soziale Bedingungen in den Produktionsbetrieben geht. Auch in Sachen Schadstoffe liegt einiges im Argen. Knapp die Hälfte der getesteten Kinderjeans enthält Anilin.


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Foto: skyla80/photocase

Es war ein Novum, aber vermutlich kein Wendepunkt: Überlebende der Brandkatastrophe im September 2012 in der pakistanischen Textilfabrik Ali Enterprises verklagten den Textildiscounter Kik auf Schadenersatz. Rund vier Jahre nachdem 260 Menschen starben und etliche schwere ...

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... Verletzungen davontrugen, musste sich damit erstmals ein Textil anbieter wegen grober Sicherheitsverstöße bei einem ausländischen Zulieferer vor der deutschen Justiz verantworten und zahlte Opfern und Angehörigen eine Entschädigung. Ein Teilerfolg, der vor allem darin begründet liegt, dass Kik zum Zeitpunkt des Unglücks der einzig bekannte Kunde von Ali Enterprise war.


Beteiligung aller an den Kosten für sichere Arbeitsbedingungen


Solch klare Verhältnisse sind in der Textilbranche jedoch die Ausnahme. Strukturell habe sich nämlich nach Fabrikbränden wie in Pakistan und dem Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch, bei dem 2013 insgesamt 1.138 Textilarbeiter starben, viel zu wenig getan, sagt Berndt Hinzmann von der Nichtregierungsorganisation INKOTA-Netzwerk/Kampagne für Saubere Kleidung. Es mangele nach wie vor an Transparenz und der Umsetzung höherer Sozialstandards, um etwa Hungerlöhnen, massiven Überstunden, Kinderund Zwangsarbeit vorzubeugen.

Die Unternehmen müssten mehr Kapital von oben in die Lieferkette einbringen, auch um beispielsweise Schulungen von Einkäufern vor Ort oder regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Organisationen (Audits) zu finanzieren. Die Konsequenz ist klar: Angesichts höherer Produktionskosten müssten Textilanbieter ihre Gewinnmargen reduzieren und Konsumenten dazu bereit sein, mehr für Textilien zu zahlen.

Immer noch fehlt ein Gesetz, das Textilanbieter zu mehr sozialer Verantwortung in den Zulieferbetrieben verpflichtet. Einen solchen gesetzlichen Rahmen hat auch das Bündnis für nachhaltige Textilien bislang nicht geschaffen. Obgleich die Hoffnungen groß waren, als sich 2014 Vertreter aus Politik, Industrie und Nichtregierungsorganisationen an einen Tisch setzten. Nach wie vor ist daher öffentlicher Druck das Mittel der Wahl – so wie im Falle von Kik.

ÖKO-TEST hat nachgefragt, wie gut die Anbieter von Kinderjeans über ihre Lieferketten Bescheid wissen und welche Bemühungen es gibt, um ein Mindestmaß an Sozial- und Sicherheitsstandards in den Zulieferbetrieben zu gewährleisten. Außerdem haben wir überprüft, ob die Kinderhaut Schadstoffen ausgesetzt ist, wenn sie mit einer der 21 gekauften Jeans in Kontakt kommt.

Das Testergebnis Inhaltsstoffe

Blue Bluejeans: „Blue“ zu sein, also betrübt – dafür gibt in puncto Inhaltsstoffen vor allem ein vermutlich krebserregender Stoff Anlass, der in zehn der Bluejeans steckt. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Zehn andere Kinderjeans können wir, zumindest was die Inhaltsstoffe betrifft, empfehlen. Sie schneiden hier mit „gut“ ab, das Produkt von Band of Rascals sogar mit „sehr gut“. Der Hersteller hatte nach der ersten Veröffentlichung unseres Tests reagiert und auf optische Aufheller in den Etiketten verzichtet.
Kein Grenzwert in Sicht: In zehn Kinderjeans steckt Anilin – das ist knapp die Hälfte aller untersuchten Produkte. Anilin ist ein aromatisches Amin, das als Farbbaustein verwendet wird. Obwohl es unter Krebsverdacht steht, gibt es derzeit weder einen deutschen noch einen europäischen Grenzwert für Anilin in Bedarfsgegenständen oder Kinderprodukten. ÖKO-TEST fordert seit Jahren einen strengen Grenzwert für das vermutlich krebserregende Anilin und wertet den Nachweis der Substanz streng ab. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Kommission (EC) sind zumindest an dem Thema dran. Letztere zieht für ihre derzeitigen Beratungen über einen möglichen Grenzwert (zumindest in Spielzeug) auch die umfangreichen Untersuchungsergebnisse von ÖKO-TEST zu Anilin heran.
Frei von Formaldehyd: Geht doch! Formaldehyd wird in der Textilbranche zur „Veredelung“ eingesetzt. Es reizt allerdings schon in geringen Mengen die Schleimhäute, kann Allergien auslösen und gilt als krebserregend beim Einatmen. Gute Nachricht: Das Labor wurde in keiner der 21 Hosen im Test fündig.
Strahlendes Weiß: Bis auf Hess Natur und Band of Rascals verwenden alle Hersteller optische Aufheller, die die Umwelt belasten, weil sie kaum abgebaut werden. Bei Hautkontakt können sie mit dem Schweiß auf die Haut gelangen und allergische Reaktionen auslösen. Die Substanzen stecken in allen Fällen nicht im Textil selbst, sondern innen, versteckt im Taschenfutter, im Garn oder in den Etiketten. Der tiefere Sinn einer strahlend weißen Innentasche erschließt sich uns nicht.
Auch umstritten: Außerdem wies das Labor in acht Kinderjeans halogenorganische Verbindungen nach. Auch dafür gibt’s Punktabzug, weil es sich dabei um eine umstrittene Gruppe von Stoffen handelt, von denen einige Allergien auslösen, andere Krebs erregen können.
Starkes Umweltgift: Nonylphenolethoxylate (NPE) stecken in der Jeans von Benetton. In der Textilindustrie werden NPE als Tenside eingesetzt, gelangen ins Abwasser und schädigen Wasserorganismen. Ab 2021 dürfen NPE in Textilien nur noch in Konzentrationen bis zu 100 mg/kg enthalten sein. Für die Umweltbelastung gibt’s Abzüge bei den Weiteren Mängeln.

Abgefärbt: Blue Jeans, besonders die dunklen, verlieren mit der Zeit an Farbe. Das liegt an dem Farbstoff Indigo, der sich nur außen um das Garn legt. Allerdings schnitten in diesem Test alle Jeans in puncto Reibechtheit im nassen Zustand sehr schlecht ab. Das war im ÖKO-TEST Kinderjeans im Jahr 2013 deutlich besser: Da fielen nur drei Jeans diesbezüglich durch. Alle anderen Tests der Materialeigenschaften bestanden die Jeans problemlos. Deswegen schneiden sie hier durchweg mit „gut“ ab.

Das Testergebnis Transparenz

Kaum Besserung: Einige können nicht, andere wollen nicht. Ähnlich wie im vergangenen Test Kinderjeans antworteten nur wenige Jeansanbieter zufriedenstellend auf unseren umfangreichen Fragebogen zur Lieferkette, sozialen Verantwortung und Arbeitssicherheit. Vielfach bekamen wir Statements, Verhaltenskodizes und Richtlinien zugeschickt, aber keine stichhaltigen Belege, dass die aufgestellten Leitsätze auch tatsächlich kontrolliert werden. Mexx, Next Retail, Takko, Levi’s und Benetton antworteten gar nicht. Transparenz sieht anders aus, weshalb die Note in diesem Testergebnis in allen Fällen „ungenügend“ heißt.
Baumwollherkunft unbekannt: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Leider kennen viele Anbieter vor allem die ersten Stufen ihrer Lieferketten nicht. So schrieb uns H&M: „Rohmaterialien wie Baumwolle sind heute noch nicht vollständig nachvollziehbar.“ Ein grundsätzliches Problem. Nur wenige Anbieter schickten Erklärungen oder Transaktionsprotokolle mit Angaben zur Baumwollherkunft, einzig C&A nannte uns aber den Baumwollproduzenten.
Falsche Verschwiegenheit. Mehr Kenntnis herrscht in Bezug auf die Produktionskette. Rund die Hälfte der Anbieter legte uns Geschäftsbeziehungen zu mindestens einem Betrieb glaubhaft dar. Andere Unternehmen wie Primark oder Bestseller nannten uns zwar Produktionsbetriebe oder Produktionsländer, wollten aber aufgrund interner Vorgaben keine Dokumente wie Rechnungen oder Wareneingangsprotokolle zur Verfügung stellen. Dabei hatten wir vorher zugesichert, dass wir geschäftsinterne Unterlagen streng vertraulich behandeln.
Banal sozial. So gut wie alle Anbieter beziehen sich in ihren Regelwerken auf die ILO-Kernarbeitsnormen und gesetzliche Mindestlöhne. Auch verweisen die meisten auf Betriebskontrollen, Initiativ- und Bündnismitgliedschaften. Ohne Prüfnachweise belegen die Aussagen aber nicht viel mehr als eine funktionierende Pressearbeit. Zehn Unternehmen schickten uns Dokumente, die ihre sozialen Bemühungen zumindest ansatzweise untermauern: etwa Prüfprotokolle oder Zertifikate.

Wenig Sicheres. Wir wollten von den Anbietern ebenso wissen, wie sie die Arbeitssicherheit und den Brandschutz in den Zulieferbetrieben kontrollieren. Auch diesbezüglich speisten uns viele mit Verhaltenskodizes oder Stellungnahmen ab. Ging aus zugeschickten Prüfberichten und Zertifikaten hervor, dass Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in einigen Betrieben der Lieferkette kontrolliert und bewertet worden waren, sprachen wir den Anbietern wie in neun Fällen mindestens geringe Sicherheitsbemühungen zu.
Bio beispielhaft. Wie im vorangegangenen Test zeigen die Anbieter von Jeans aus Bio-Baumwolle, dass es besser geht. Die Produkte von Band of Rascals und Living Crafts tragen das Siegel des „Global Organic Textile Standard“ (GOTS). Das heißt: Alle an der Herstellung beteiligten Betriebe und Fabriken werden regelmäßig auf soziale und sicherheitstechnische Mindeststandards kontrolliert. Mit teils kleinen Abstrichen in Bezug auf die Baumwollherkunft lieferten alle Hersteller von Bio-Jeans, auch Hess Natur und C&A, glaubhafte Belege für den Warenverkehr innerhalb der Lieferkette.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 222.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Das Produkt enthält Nonylphenolethoxylate.2) Lieferkette, Bemühungen um Sozialund Sicherheitsstandards: Zara belegt Geschäftskontakte zu den Betrieben der hinteren Produktionsstufen (waschen, weben, nähen) mit internen Auditprotokollen. Diese lassen Kontrollen von Sozialstandards, aber nicht von Sicherheitsstandards erkennen.3) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Band of Rascals belegte Geschäftsbeziehungen zu den genannten Produktionsbetrieben mit Rechnungskopien, einem GOTS-Transaktionszertifikat und einem Wareneingangsprotokoll. Die Rechnung der Spinnerei enthält eine Erklärung zur Herkunft der Baumwolle, detaillierte Angaben fehlen. Das Produkt trägt das GOTS-Siegel, grundlegende Prüfungen von Sozial- und Sicherheitsstandards entlang der Lieferkette sind dadurch belegt.4) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Sanetta belegte seine Geschäftsbeziehungen zu den genannten Produktionsbetrieben mit einem Textilzertifikat und einem BSCI-Auditreport. Zudem erhielten wir ein Zertifikat, das die Spinnerei als Baumwollimporteur aus dem genannten Herkunftsland kennzeichnet, detaillierte Angaben fehlen. Der Auditreport lässt Kontrollen von Sozial- und Sicherheitsstandards auf Basis der ILO-Kernarbeitsnormen in einem Produktionsbetrieb erkennen.5) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Tom Tailor belegt Geschäftsbeziehungen zu den genannten Produktionsbetrieben mit einem BSCI-Auditreport und einem internen Transaktionsprotokoll. Aus Letzterem geht hervor, dass die Baumwolle aus dem angegebenen Herstellungsland stammt, detaillierte Angaben fehlen. Der Auditreport lässt Kontrollen von Sozial- und Sicherheitsstandards auf Basis der ILO-Kernarbeitsnormen in einem Produktionsbetrieb erkennen.6) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Ernsting’s Family belegt Geschäftsbeziehungen zu einem Produktionsbetrieb mit einem BSCI-Auditreport. Dieser lässt Kontrollen von Sozial- und Sicherheitsstandards auf Basis der ILO-Kernarbeitsnormen erkennen.7) Lieferkette Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Kik belegt die Geschäftsbeziehungen zu einem Produktionsbetrieb mit einem BSCI-Auditreport. Dieser lässt Kontrollen von Sozial- und Sicherheitsstandards auf Basis der ILO-Kernarbeitsnormen erkennen.8) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Hess Natur belegte den Warenverkehr zwischen den Produktionsbetrieben mit einem GOTS-Transaktionszertifikat und einer Rechnungskopie. In einem unterzeichneten Artikelpass bestätigt die Spinnerei die Herkunft der Baumwolle, detaillierte Angaben fehlen. Für alle Produktionsbetriebe liegen gültige GOTS-Betriebszertifikate vor, der Anbieter ist Mitglied der Fair Wear Foundation. Grundlegende und regelmäßige Prüfungen von Sozial- und Sicherheitsstandards sind dadurch belegt.9) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Jako-O belegte den Warenverkehr zwischen den abgefragten Produktionsbetrieben mit einer Auftragskopie.10) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Kabooki belegt die Geschäftsbeziehungen zu einem Produktionsbetrieb mit einem BSCI-Audit und einem Kaufvertrag. Der Auditreport lässt Kontrollen von Sozial- und Sicherheitsstandards auf Basis der ILO-Kernarbeitsnormen erkennen.11 ) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Living Crafts belegte den Warenverkehr zwischen den Produktionsbetrieben mit einem GOTS-Transaktionszertifikat. Das Produkt trägt das GOTS-Siegel, der Anbieter ist Mitglied der Fair Wear Foundation. Grundlegende und regelmäßige Prüfungen von Sozial- und Sicherheitsstandards sind dadurch belegt.12) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: Verhaltenskodizes, Richtlinien und/oder andere Regelwerke vorgelegt, aber keine glaubhaften Nachweise.13) Hersteller hat gar nicht auf unsere Anfrage geantwortet.14) Lieferkette, Bemühungen um Sozial- und Sicherheitsstandards: C&A belegte den Warenverkehr zwischen den Produktionsbetrieben mit Transaktionszertifikaten nach dem Organic Content Standard (OCS). Kenntnis über Baumwolllieferanten wurde mit Betriebszertifikaten nach GOTS und India’s National Programme for Organic Production Standards nachgewiesen. Belege für Prüfungen von Sozial- und Sicherheitsstandards liegen für den überwiegenden Teil der Produktionsbetriebe und einen Baumwolllieferanten vor.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zu einer Abwertung um vier Noten: Anilin. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) optische Aufheller mit Hautkontakt. Unter dem Testergebnis Materialeigenschaften führt zur Abwertung um eine Note: eine sehr niedrige Reibechtheit nass. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: mehr als 50 mg/kg Nonylphenolethoxylate.

Verbesserungen nötig. Gewaltig Luft nach oben gibt es aber auch für die Anbieter der Bio-Jeans. Die GOTS-Richtlinien fordern zwar existenzsichernde Löhne, eine genaue Berechnungsgrundlage zur Definition, was das ist, fehlt aber. Die Entscheidung, ob die Löhne dem Standard entsprechen, obliegt den Zertifizierern vor Ort.

Unter dem Testergebnis Transparenz führen zum Abzug von jeweils vier Punkten: a) Lieferkette: keine Angabe; b) soziale Bemühungen: keine Angabe; c) Sicherheitsbemühungen: keine Angabe. Zum Abzug von jeweils drei Punkten führen: a) Lieferkette nicht belegt: Betriebe und/oder Länder nur genannt; b) Soziale Bemühungen nicht belegt: Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserung der sozialen Lage in den Zulieferbetrieben nur genannt; c) Sicherheitsbemühungen nicht belegt: Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserung von Arbeits- und Gebäudesicherheit sowie Brandschutz in den Zulieferbetrieben nur genannt. Zum Abzug um jeweils zwei Punkte führen: a) Lieferkette wenig belegt: Betriebe und/oder Länder genannt, aber nur in Einzelfällen Geschäftsbeziehungen nachgewiesen; b) Soziale Bemühungen wenig belegt: Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserungen der sozialen Lage in den Zulieferbetrieben genannt, aber nur vereinzelt und/oder für die hinteren Produktionsstufen (weben, waschen, nähen) durch glaubhafte Dokumente nachgewiesen; c) Sicherheitsbemühungen wenig belegt: Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserung von Arbeits- und Gebäudesicherheit sowie Brandschutz in den Zulieferbetrieben genannt, aber nur vereinzelt und/oder für die hinteren Produktionsstufen (weben, waschen, nähen) durch glaubhafte Dokumente nachgewiesen. Zum Abzug um jeweils einen Punkt führen: a) Lieferkette überwiegend belegt: Geschäftsbeziehungen zu allen Betrieben in der Produktionskette glaubhaft nachgewiesen. Angaben zur Baumwollherkunft beruhen auf Erklärungen von Produktionsbetrieben, Nachweise über Baumwollproduzenten fehlen; b) Soziale Bemühungen überwiegend belegt: Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserungen der sozialen Lage für den überwiegenden Teil der Produktionsbetriebe und für mindestens einen Baumwollproduzenten nachgewiesen; c) Sicherheitsbemühungen überwiegend belegt: Maßnahmen zur Kontrolle und Verbesserung von Arbeits- und Gebäudesicherheit sowie Brandschutz für den überwiegenden Teil der Produktionsbetriebe und für mindestens einen Baumwollproduzenten nachgewiesen. Als glaubhafte Dokumente werden angesehen: 1) Kopien von offiziellen Protokollen und Unterlagen, die Geschäftsbeziehungen innerhalb der Lieferkette nachweisen; 2) Kopien von gültigen Zertifikaten, denen Auditprüfungen zugrunde liegen, die mindestens auf den ILO-Kernarbeitsnormen beruhen; 3) Kopien von Auditreporten, die erkennen lassen, dass Betriebskontrollen durchgeführt und dabei Sozial- und Sicherheitsstandards bewertet wurden. Produktionskette: Die abgefragten Arbeitsschritte umfassen das Spinnen, Färben, Weben, Nähen/Konfektionieren und Waschen der Jeans. Bei 0 und 1 Minuspunkt lautet das Testergebnis Transparenz „sehr gut“, bei –2 und –3 Punkten „gut“, bei –4 und –5 Punkten „befriedigend“, bei –6 und –7 Punkten „ausreichend“, bei –8 und –9 Punkten „mangelhaft“ und bei –10 bis –12 Punkten „ungenügend“. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Materialeigenschaften, das „befriedigend“ oder schlechter ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um ein eNote. Ein Testergebnis Transparenz, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Transparenz, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamtergebnis um zwei Noten. Ein Testergebnis „Weitere Mängel“, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de → Suchen → „N1709“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 1/2017. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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