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TEST Kinderkleidung mit UV-Schutz: Kein Lichtblick


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2010 vom 09.08.2010

Die Sommerferien stehen vor der Tür und damit Ausflüge an den Strand, ins Freibad und an den Badesee. Wir haben 15 Kindersachen mit UV-Schutz getestet. Einige bieten zu wenig Schutz vor der Sonne oder halten den versprochenen Schutzfaktor nicht ein. Knapp die Hälfte der T-Shirts und Co. sind aber empfehlenswert.


Artikelbild für den Artikel "TEST Kinderkleidung mit UV-Schutz: Kein Lichtblick" aus der Ausgabe 7/2010 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Jako-O

Wir haben 2002 zum ersten Mal Kinder-T-Shirts mit UV-Schutz unter die Lupe genommen. Damals waren solche Klamotten für Kids noch ganz neu auf dem Markt und man wusste noch nicht so recht, ob solche Spezialkleidung überhaupt notwendig ist. Ein normales Baumwoll-T-Shirt in den Farben ...

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Wir haben 2002 zum ersten Mal Kinder-T-Shirts mit UV-Schutz unter die Lupe genommen. Damals waren solche Klamotten für Kids noch ganz neu auf dem Markt und man wusste noch nicht so recht, ob solche Spezialkleidung überhaupt notwendig ist. Ein normales Baumwoll-T-Shirt in den Farben Blau, Rot, Weiß, das wir zum Vergleich mit im Test hatten, zeigte uns aber, dass normale Klamotten nicht ausreichend vor der Sonne schützen und spezielle UV-Schutzkleidung durchaus sinnvoll ist. Das damals untersuchte normale Shirt kam nämlich gerade mal auf einen Schutzfaktor, kurz UPF, von fünf. Selbst eine Sonnenschutzcreme mit einem LSF fünf bietet nur einen geringen Schutz vor der Sonne und verlängert die Zeit bis zum Sonnenbrand um das fünffache im Vergleich zur ungeschützten Haut.

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an sogenannter UV- oder Sonnenschutzkleidung, darunter Outdoormarken wie The North Face und Mammut und Co. Aber auch große Bekleidungsanbieter wie C & A haben etwa Mützen für Babys und Kleinkinder mit UV-Schutz im Programm, für Erwachsene gibt es Shorts, T-Shirts oder Hemden der eigenen Sportmarke Rodeo. Der Kinderausstatter Jako-O setzt auf eine spezielle Marke und bietet Badetextilien der Marke Hyphen für den Strand oder das Freibad an. Der Sonnenschutz dieser Textilien wird durch eine besonders dichte Ver- arbeitung erreicht, aber auch durch den Griff zu Kunstfasern, die UV-Strahlen besser aufnehmen und die mithilfe eingesponnener Mineralpartikel das Licht refl ektieren.

Meistens wird der Ultraviolet Protection Factor (UPF) der Textilien nach dem australisch- neuseeländischen Standard, kurz AS/NZS 4399, überprüft. Diese Norm gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre, sie ist daher als Prüfmethode weitverbreitet. Viele Anbieter von Outdoorbekleidung lassen den UPF von Hemden, T-Shirts und Hosen nach diesem Standard feststellen. Eine Weiterentwicklung ist der UV Standard 801. Diese Prüfmethode ist strenger, denn hier müssen die Klamotten nicht nur im Neuzustand sonnendicht sein, sondern auch wenn sie durch das Waschen oder Tragen erste Abnutzungsspuren zeigen. Seit 1999 gibt es zudem die Europäische Norm EN 13758. Danach müssen sich UV-Textilien im Neuzustand bewähren und zudem so geschnitten sein, dass sie möglichst viel vom Körper bedecken. So müssen die Ärmel von T-Shirts und anderer Oberbekleidung die Oberarme zu drei Viertel verhüllen und bei Hosen sollten die Beine komplett bedeckt sein. Diese Anforderungen an das Design von Sonnenklamotten bedeutet, dass Bikinis oder Trägerhemdchen nach dieser Norm nicht ausgezeichnet werden können. Die strikten Designregeln sind aber vermutlich auch ein Grund dafür, dass in Outdoorläden und Kaufhäusern nur wenige Klamotten mit einem UPF nach der EN 13758 erhältlich sind.

ÖKO-TEST hat 15 Kindersachen wie Mützen, T-Shirts oder Badeanzüge, die laut Hersteller einen UV-Schutz bieten sollen, eingekauft und einen Praxistest gemacht. Darüber hinaus wollten wir aber auch wissen, ob problematische Chemikalienrückstände in den Stoffen, Knöpfen und Etiketten der bunten Kindertextilien stecken.

Das Testergebnis

■ Von 15 Kindersachen mit UV-Schutz schneidet gerade ein T-Shirt mit der Note „gut“ ab. Acht Textilien sind „befriedigend”, zwei „ausreichend“ und vier Produkte fallen mit „ungenügend“ durch den Test.


Nur ein T-Shirt, eine Mütze und eine Hose bieten einen hohen Schutz vor UV-Strahlen


■ Der UV-Schutz war beimHyphen UV Baby-Shirt , demAdidas Indestrux K.D.X. Cap UV und bei derCare Plus Mekong Moskito Zip-off Pant am besten. Hier wurde ein Ultraviolet Protection Factor (UPF) von 80 nach dem strengen UV Standard 801 ermittelt. Vier Kindersachen erreichten noch einen UPF von 40. Zwei Mützen und vier T-Shirts hatten im Test nur einen UPF von 20 und weniger. Eine besonders schlechte Figur machte dieBob der Bär Mütze , die nur einen UPF von zwei besitzt, obwohl auf dem Pappetikett ein UPF von 40+ prangt. Fünf UV-Schutzprodukte erhielten zusätzlich einen Minuspunkt, weil weder am Textil noch in der Artikelbeschreibung im Onlineshop oder im Katalog des Anbieters der Standard, nach dem der UPF ermittelt wurde, angegeben war. Bei zwei Kindersachen führte eine überhöhte UPF-Angabe – ohne dass ein Standard genannt war – zu zusätzlichem Punktabzug: Dies war beimJack Wolfskin T-Shirt Kids Trail T der Fall und beimUV Careful Badeanzug . Die Mützen von Sterntaler und Kaufhof waren zu durchlässig für UVA-Strahlen, die vor allem chronische Hautschäden verursachen.


Salz-, Chlorwasser und Sonnenlicht bleichen die Farben von vier bunten Badesachen aus


■ Bei vier Badetextilien verschlechterte sich das Testergebnis Materialeigenschaften zusätzlich, weil sie bei einer weiteren Prüfung des Materials Schwächen zeigten. Hier waren die Farbechtheiten das Problem, schließlich sollen die quietschbunten Farben noch bunt bleiben, wenn die Kids im Freibad oder am Strand darin herumtollen. Chlorwasser ließ besonders die Farben desName It Zateb Kids Swimsuits , desSchiesser Aqua Lillifee Badeanzugs und desPetit Amour -Shirts bleich aussehen. Das rote Gewebe desUV Careful Badeanzug färbte nach dem Bad im salzigen Meerwasser auf Baumwolle stark ab. Das ist besonders ärgerlich, wenn die Farbe ins Strandtuch oder in darübergezogene Klamotten wie T-Shirts geht.


In vielen Prints und Aufdrucken stecken schädliche Stoffe wie Phthalatweichmacher


■ Bei allen Textilien monieren wir bedenkliche und/oder umstrittene Chemikalien, die entweder Rückstände aus der Produktion sind oder etwa in der Farbe, den Knöpfen oder den Aufdrucken verarbeitet wurden. Fünf Mal sind halogenorganische Verbindungen das Problem und in fast allen Produkten optische Aufheller. Die Weißmacher steckten in den bedruckten Wäschezeichen der T-Shirts, Kappen und Co. Wenn sie mit dem Schweiß auf die Haut gelangen, können sie in Verbindung mit dem Sonnenlicht allergische Reaktionen auslösen. Die Gesamtbelastung mit Chemikalien waren in demUV Careful Badeanzug , demGeckoline Kinder Sicherheits Refl ex-Shirt und demJack Wolfskin T-Shirt Kids Trail T so hoch, dass sie bei den Inhaltsstoffen lediglich mit „ungenügend“ abschnitten. Die analysierten Gehalte des giftigen Dibutylzinns sowie der in Kinderspielzeug und Babyartikel gesetzlich reglementierten Phthalatweichmacher kommen vermutlich aus den bunten Aufdrucken. Auch die nachgewiesenen phosphororganischen Substanzen können aus den Prints stammen, denn solche Substanzen machen Kunststoffe, aus denen viele glänzende Aufdrucke hergestellt sind, fl exibel. In den Knöpfen desEat Ants By Sanetta Poloshirts steckt zu viel Blei – ein giftiges Schwermetall. Schade, dass die Anbieter von Kinderklamotten nicht mehr Sorgfalt an den Tag legen.

Wie hoch ist der Ultraviolet Protection Factor (UPF) im Neuzustand?
Die Kindersachen wurden in ein Messgerät eingelegt – zwischen einer künstlichen UVLicht-Quelle und einem UV-Licht-Detektor. Der Detektor, der sich unter der Textilprobe befindet, zeichnete die Menge des UV-Lichts, die durch das Gewebe drang, auf, und zwar für jede Wellenlänge von 280 bis 320 Nanometer (UVB-Bereich) und von 320 bis 400 Nanometer (UVA-Bereich). Über eine komplexe Rechnung wurde aus den Messwerten der UPF bestimmt.

Wie hoch ist der UV-Schutz von T-Shirts und Co. in der Praxis?
Beim Baden und Schwimmen werden die Klamotten nass. Im Sommer kleben T-Shirts und Hosen durchgeschwitzt am Körper und werden besonders an den Schultern gedehnt und gespannt. Nicht zuletzt tragen sich die Kinderklamotten beim Spielen ab und werden mit der Zeit dünner. All diese Belastungen und Stressfaktoren wurden im Labor an den Kindersachen simuliert, anschließend wurde der UPF erneut gemessen.

Die Gewebeproben wurden kräftig gedehnt und mithilfe eines Rahmens fixiert. Dann wurde ermittelt, wie hoch der UPF der Stoffprobe noch ist.

Auch nach einem Wasserbad musste das Material zeigen, wie viel Strahlung es noch durchlässt.

Für die Abnutzung der Kindersachen wurden diese kräftig gescheuert, das heißt die Stoffproben wurden etliche Male an einer Standardstoffprobe gerieben. Anschließend erfolgte wieder eine UPF-Messung an den gescheuerten und gespannten sowie an den gescheuerten, gespannten und befeuchteten Stoffproben.

Hat das Waschen einen Einfluss auf die Höhe des UPF der Kindersachen?
Kindersachen werden häufig gewaschen, daher sollte der UV-Schutz auch diese Beanspruchung überstehen. Wir ließen die Stoffproben entsprechend der Pflegeanleitung auf den Etiketten mehrere Mal hintereinander im Labormaßstab waschen.
Danach ermittelten die Prüfer den UPF ebenso wie nach der Scheuerprobe.

Bei den Kindersachen aus reiner Baumwolle wollten wir auch wissen, ob sie nach dem Waschen noch in Form sind. Bei den Badeanzügen und T-Shirts, die beispielsweise für das „Spielen am Wasser“ angeboten werden, prüften wir zusätzlich die Farbechtheit nach dem Kontakt mit Meerwasser, Chlorwasser und durch UV-Licht.

Unsere Empfehlungen

• Für Kinder Bekleidung mit einem hohen Schutzfaktor (UPF) von 50 und mehr wählen. Beim Kauf auf den Standard achten: Am strengsten ist der UV Standard 801, der die Abnutzung des Textils berücksichtigt. Der australisch-neuseeländische Standard (AS/NZS 4399) und der europäische Standard (EN 13758) gelten nur für das neue Textil.
• Bei normaler Kleidung ohne UV-Schutz schirmen Kunstfasern, dunkle Textilien und dicht gewebtes oder gestricktes Gewebe die UV-Strahlen besser ab als Naturfasern oder helle Stoffe. Bei Mützen auf Schirm und Nackenschutz achten.
• Nicht bedeckte Haut mit Sonnenschutzmitteln, die mineralische UV-Filter enthalten, gut eincremen. Das gilt auch für das Gesicht, das von Hüten und Mützen nur vor direkter Strahlung, aber nicht vor reflektierender Strahlung geschützt ist. Babys gehören nicht in die direkte Sonne. Über die Mittagszeit die Sonne am besten meiden und schattige Plätze aufsuchen.

Interview: Früherziehung in puncto Sonne

Professor Eggert Stockfleth ist Leiter des Hauttumorcentrums (HTCC) der Charité in Berlin. Wir sprachen mit ihm über die AuszeichnungSunpass für Kindergärten, für die der Dermatologe zusammen mit der Europäischen Skin Cancer Foundation (ESCF) ein Programm entwickelt hat.

ÖKO-TEST: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Programm für Kindergärten auf die Beine zu stellen, in dem es um den richtigen Umgang mit der Sonne geht?
Stockfleth: Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten beim Menschen, und das Risiko, daran zu erkranken, steigt mit jedem Sonnenbrand. Ein falscher Umgang mit der Sonne von Kindesbeinen an hat zur Folge, dass das persönliche UV-Konto durch Sonnenbrände in der Kindheit oder ausgiebige Solariumbesuche als junger Erwachsener viel zu früh im Leben aufgefüllt wird, und dies lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Daher ist es schon für Kinder wichtig, den richtigen Umgang mit der Sonne zu lernen, ebenso wie das Zähneputzen oder eine gesunde Ernährung.

ÖKO-TEST: Was zeichnet eine Kita aus, die den sogenanntenSunpass hat?
Stockfleth: Das Programm ist sehr einfach. Im Kindergarten wird geschaut: Wo gibt es einen Bedarf für Verbesserungen? Sind draußen genügend Schattenplätze vorhanden? Wird beim Tagesablauf Rücksicht darauf genommen, dass die Kinder nicht in der prallen Mittagssonne spielen? Wird mit Sonnenmilch eingecremt, und tragen die Kinder Sonnenhüte? Die Mitarbeiter und auch Eltern werden geschult – kontinuierlich. Dies wird über eine Sonnenschutzvereinbarung abgesichert und über Plakate mit Tipps in den Kita-Räumen. Für die Kinder haben wir „Paul, die Schildkröte“ entwickelt. Sie erzählt in einer Bildergeschichte, wie schmerzhaft ein Sonnenbrand ist und wie man das Verbrennen der Haut verhindert.

ÖKO-TEST: Wie viele Kindergärten gibt es in Deutschland mit demSunpass ?
Stockfleth: Wir haben das Programm im Sommer 2009 als Pilotprojekt an dem Kindergarten des Rudolf-Virchow-Klinikums in Berlin erprobt. In diesem Jahr wollen wir in Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Barmer GEK und dem Bundesamt für Strahlenschutz rund 100 Kindergärten in ganz Deutschland auszeichnen. In der nächsten Stufe soll das Programm europaweit etabliert werden.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben Kinderkleidung wie T-Shirts, Hosen, Mützen oder Badeanzüge eingekauft, die versprechen einen UV-Schutz in einer bestimmten Höhe zu gewährleisten. Daher kamen nur Textilien mit einer konkreten Angabe des Ultraviolet Protection Factors (UPF) in den Test. Diese Angabe zum UPF machen viele Anbieter auf einem Etikett, das am Textil angebracht ist. Teilweise fand sich der Schutzfaktor aber auch in der Artikelbeschreibung im Katalog oder im Onlineshop der Anbieter.

Praxisprüfung

Die Durchlässigkeit der Textilien für UV-Strahlen haben wir nach dem UV Standard 801 überprüfen lassen. Dieser Standard berücksichtigt bei der Bestimmung des Lichtschutzfaktors im Gegensatz zum australisch-neuseeländischen Standard AS/NZS 4399 und der europäischen Norm EN 13758 auch die Abnutzung und Belastung der Textilien im Alltag.

Problematische Inhaltsstoffe

Die UV-Bekleidung für Kids ließen wir auf ein ganzes Arsenal von problematischen Substanzen wie al lergisierende Dispersionsfarbstoffe, krebserregende Farbbestandteile sowie Weißmacher überprüfen. Zudem analysierten die Labors das Material und die Aufdrucke auf Phthalatweichmacher oder phosphororganische Verbindungen, die Kunststoffdrucke elastisch machen sollen.
Auch interessierte uns, wie es um die Belastung mit problematischen Schwermetallen bestellt ist.

Bewertung

Ein Schwerpunkt bei der Bewertung war der UV-Schutz, den die Anbieter für Kindertextilien versprechen. Weitere Praxisprüfungen wie die Maßänderung nach dem Waschen und die Farbechtheit wirkten sich dann zusätzlich auf das Testergebnis Materialeigenschaften aus. Die Kindersachen konnten aber nur dann überhaupt ein gutes Gesamturteil erhalten, wenn sie zudem keine kritischen Inhaltsstoffe enthielten.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.
Anmerkungen: 1) Gesetzlich reglementiert in Kinderspielzeug und Babyartikeln. 2) PVC/ PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 3) Laut Anbieter wird das Produkt nicht mehr vertrieben, der gesamte Produktbereich Kinder-Reflex-Shirts sei in der Zwischenzeit aufgegeben worden. 4) Angabe „UPF 50+“ im Onlineshop von Adidas (shop.adidas.de). 5) Angabe „UPF 50+ nach AS/NZS 4399“ in der Artikelbeschreibung des Produkts im Onlineshop von Geckoline (shop.geckoline.com). 6) Angabe „UPF 50+“ in der Artikelbeschreibung des Produkts im Jack Wolfskin Katalog Sommer 2010. 7) Laut Anbieter wurde das Produkt 2008 produziert; im Juni komme das Produkt ohne eine Verpackung auf den Markt. 8) Laut Anbieter stammt das Produkt aus der Kollektion 2009. 9) Laut Anbieter soll das Produkt umgehend aus dem Verkauf genommen werden. 10) Laut Anbietergutachten waren in einer Probe des Artikels nur 70 mg/kg Diethylhexylphthalat (DEHP) nachweisbar, es ist allerdings nicht nachvollziehbar, ob es sich bei dem analysierten Artikel um eine Probe aus der gleichen Chargen, wie das von ÖKO-TEST untersuchte Produkt handelt. 11) Laut Anbietergutachten waren Proben des hellblauen Stoffs farbecht gegenüber Chlorbadewasser, es ist allerdings nicht nachvollziehbar, ob es sich bei der analysierten Stoffprobe um eine Probe aus der gleichen Charge wie das von ÖKO-TEST untersuchte Produkt handelt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Inhaltsstoffe:
Zur Abwertung um fünf Noten führt: ein Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 mg/kg der in Babyartikeln und Kinderspielzeug gesetzlich reglementierten Phthalate Diethylhexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP), Diisononylphthalat (DINP), Butylbenzylphthalat (BBP), Diisodecylphthalat (DIDP) und Di-n-octylphthalat (DNOP). Zur Abwertung um vier Noten führt: ein Gehalt von mehr als 250 μg/kg Dibutylzinn. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein stark erhöhter Gehalt von mehr 1.000 mg/kg phosphororganische Verbindungen; b) mehr als 1.000 mg/kg Blei. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 10 bis 1.000 mg/kg phosphororganische Verbindungen; b) optische Aufheller mit Hautkontakt; c) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Produkt; d) halogenorganische Verbindungen; e) mehr als 100 mg/kg Chrom.
Materialeigenschaften: Zur Abwertung um fünf Noten führt: ein UV Protection Factor (UPF) von 2 bis 5 nach dem UV Standard 801. Zur Abwertung um jeweils drei Noten führen: a) ein UPF von 15 nach dem UV Standard 801; b) eine sehr geringe Meerwasserechtheit (Abfärben auf Begleitgewebe). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein UPF von 20 nach dem UV Standard 801; b) ein bestimmter Lichtschutzfaktor nach nicht angegebenem Standard, der um mehr als zehn höher ist als das von uns gemessene Ergebnis; c) eine geringe Chlorbadewasserechtheit bei 50 mg/l Chlor von nicht als chlorbeständig ausgelobten Badetextilien. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein UPF von 30 bis 40 nach dem UV Standard 801; b) die Auslobung eines bestimmten Schutzfaktors ohne Angabe am Textil oder in der Artikelbeschreibung, nach welchem Standard gemessen wurde; c) eine UVA-Durchlässigkeit im ungespannten Neuzustand von sechs Prozent oder mehr; d) ein mäßiger Verzug von mehr als 3 bis 6 Prozent; e) eine mäßige Lichtechtheit; f) eine mäßige Meerwasserechtheit (Abfärben auf Begleitgewebe); g) eine mäßige Chlorbadewasserechtheit bei 50 mg/l Chlor von nicht als chlorbeständig ausgelobten Badetextilien.
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.
Das Testergebnis Materialeigenschaften beruht auf dem Teilergebnis UV-Schutz. Eine weitere Materialprüfung, die „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Materialeigenschaften um eine Note. Eine weitere Materialprüfung, die „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Materialeigenschaften um zwei Noten. In das Gesamturteil gehen das Testergebnis Materialprüfung und das Testergebnis Inhaltsstoffe zu jeweils 50 Prozent ein. Das Gesamturteil wird kaufmännisch gerundet und kann nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Produkt mit einem „ungenügenden“ Teilergebnis UV-Schutz kann nicht besser sein als „ungenügend“.
Testmethoden: Inhaltsstoffe: Untersucht wurden repräsentative Mischproben der Produkte, wenn nicht anders aufgeführt. Zinnorganische Verbindungen (Mischprobe aus Gewebe und Aufdruck im Verhältnis 1:1): Methode: ETOH, Na-DDTC, NaBET4, Hexan, GC-AED. Phthalate/ weitere Weichmacher/phosphororganische Verbindungen/antimikrobiell wirkende Substanzen (Mischprobe aus Gewebe und Aufdruck im Verhältnis 1:1): GC/MS nach Extraktion mit Aceton/Ethylacetat und Derivatisierung. Schwermetalle: Röntgenfluoreszenzanalyse. Nickellöslichkeit aus Metallteilen: Elution der Proben mittels saurer Schweißlösung, Elutionsdauer eine Woche; Elementbestimmung mittels ICP-MS. Halogenorganische Verbindungen: Probe wird mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur eluiert. Binden der organischen Halogene an Aktivkohle. Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom. Microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht). Aromatische Amine: § 64 LFGB 82.02-2 ohne vorherige Extraktion DIN EN 14362-1 (Juni 2004); § 64 LFGB 82.02-4 nach vorhergehender Extraktion DIN EN 14362-2 (Juni 2004); bei Hinweisen auf 4-Aminobenzol zusätzlich Prüfung entsprechend § 64 LFGB 82.02-9 (September 2006); 1. Methode GC/MS, 2. Methode TLC, zusätzliche Prüfung auf Anilin und Xylidine. Allergisierende Dispersionsfarbstoffe: Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-10 Norm DIN 54231 (November 2005). Methoden: Dünnschichtchromatografie, TLC und HPLC mit DAD (UV/Vis-Detector). Formaldehyd(Eat Ants By Sanetta Poloshirt 1/2, Blau ,SunSible Kurzarmshirt Nicita, Türkis, Bestell-Nr. B001-505): DIN EN ISO 14184-1 in Anlehnung und § LFGB 82.02-1 in Anlehnung, wässrige Extraktion bei 40 °C, UV-spektroskopische Analyse nach der Acetylaceton-Methode. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Produkt und in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Praxisprüfung: Ultraviolet Protection Factor (UPF): Bestimmung des UPF nach UV Standard 801 (Beanspruchung nach Wäsche gemäß Pflegeetikett, Dehnung, Scheuerung, Befeuchtung). Die UPF-Werte gelten bei mehrfarbigen Produkten für die Farbe mit dem niedrigsten gemessenen UPF. Durchlässigkeit für UVA-Strahlen: Screening (AS/NZS 4399:1996). Maßänderung beim Waschen/Verzug(Eat Ants By Sanetta Poloshirt 1/2, Blau ,SunSible Kurzarmshirt Nicita, Türkis, Bestell-Nr. B001-505): nach DIN EN ISO 5077, Waschen laut Pflege etikett, Trocknen laut Pflegeetikett. Verzug nach Hausmethode. Farbechtheitsprüfungen (Badetextilien): Meerwasserechtheit (Farbänderung/Anfärbung von Begleitgewebe) nach DIN EN ISO 105-E02. Die Bewertung der Echtheiten erfolgte mittels Graumaßstab, wobei 5 die beste Note darstellt und 1 die schlechteste. Chlorbadewasserechtheit nach DIN EN ISO 105-E03 mit 50 mg Chlor/l und 100 mg Chlor/l. Die Bewertung der Echtheiten erfolgte mittels Graumaßstab, wobei 5 die beste Note darstellt und 1 die schlechteste. Lichtechtheit: Lichtechtheit DIN EN ISO 105-B02. Die Bewertung der Echtheiten erfolgte mittels Blaumaßstab, wobei 5 die beste Note darstellt und 1 die schlechteste. Die Noten ergeben folgende Bewertungen: 1 = sehr niedrig; 1 bis einschließlich 2 = niedrig; 2 bis einschließlich 3 = mäßig; 4 und größer = in Ordnung. Steht bei Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Nachweisgrenze“ der jeweiligen Testmethode.
Einkauf der Testprodukte: April 2010.
Anbieterverzeichnis: siehe unter www.oekotest.de