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TEST Körperlotionen: Duf tmarken


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 17.11.2022

RATGEBER

1 Zwei Drittel der Bodylotionen können wir mit „gut“ oder „sehr gut“ empfehlen, darunter alle mit Naturkosmetik-Siegel.

2 Trockene Haut möglichst direkt nach dem Duschen eincremen, denn in nassem Zustand nimmt sie Pflegestoffe besser auf. Wem die Lotion aus dem Sommer nun zu wenig Fett bietet: Einfach in der Hand einen Tropfen Körperöl untermischen.

3 Kürzer duschen und seltener baden: Das ist gut für die Haut – und für die Gasrechnung.

Die Lotionen mit den Designerdüften sind edel verpackt und nicht ganz billig. 40 Euro müssen Kundinnen für 200 Milliliter der Calvin Klein Eternity For Woman Luxurious Body Lotion berappen – das teuerste Produkt in diesem Test. Die gleiche Menge der drei günstigsten und überdies „sehr guten“ Lotionen kostet gerade mal 38 Cent. Kaum zu glauben: Der Preis der „ungenügenden“ Lotion übersteigt den der günstigen Eigenmarken damit um mehr als das ...

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 12/2022

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... Hundertfache. Nun will vielleicht nicht jeder das aller-günstigste unter den Weihnachtsbaum legen. Es soll schon „was Gutes“ sein. Nur: Woran erkennt man das?

An einem Markennamen und am Preis jedenfalls nicht, so viel steht fest. Rund zwei Drittel der 35 von uns getesteten Produkte können wir mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen, und da ist preismäßig alles dabei. Nicht nur günstige konventionelle Lotionen, sondern auch alle mit Naturkosmetik-Siegel. Günstige genauso wie teure Kandidaten trifft man allerdings auch am anderen Ende des Testfelds: Zehn konventionelle Produkte schmieren dort mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab. Unter den Schlusslichtern die drei mit Designerduft: die Lotion der Marke Calvin Klein, Jil Sander Eve Perfumed Body Lotion und Jean Paul Gaultier Scandal Perfumed Body Lotion.

Umstrittene Duftstoffe

Wo anfangen mit den Kritikpunkten? Vielleicht bei der Duftmarke, über die sich die Designerprodukte ja definieren: Alle drei enthalten den polyzyklischen Moschusduft Galaxolid, zwei obendrein den synthetischen Duftstoff Cashmeran, und davon reichlich. Beide Verbindungen reichern sich im menschlichen Fettgewebe an. Galaxolid steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen. Ob das stimmt, muss abschließend geklärt werden – dazu läuft derzeit im Rahmen des EU-Aktionsplans CoRAP eine Neubewertung des Duftstoffs. Woran jedoch kein Zweifel besteht: Galaxolid ist sehr schwer abbaubar und wurde schon überall in der Umwelt nachgewiesen. In Flüssen und Klärschlämmen, im Nordseewasser, sogar in Muttermilch.

TIPPS

Das hilft trockener Haut

Veranlagung, Alter, die kalte Jahreszeit – manche Ursachen für trockene Haut lassen sich nicht beeinflussen. Andere hingegen schon:

Kürzer Duschen Je länger und heißer eine Dusche, desto mehr entzieht sie der oberen Hautschicht körpereigene Fette, die Lipide. Und damit auch gleich Feuchtigkeit, denn die wird dank der Lipide gebunden. Kürzer und kälter duschen, seltener duschen und baden – all das tut trockener Haut gut.

Luft befeuchten Im Winter ist die Luft häufig sowohl draußen trockener als auch drinnen, wo die Heizung ordentlich aufgedreht ist. Beides entzieht der Haut Feuchtigkeit. Wasserbehälter oder feuchte Tücher in Heizungsnähe regulieren die Luftfeuchtigkeit. Weniger Heizen und Kosten sparen? Die Haut freut sich mit.

Und sonst? Hilft nicht nur gegen trockene Haut: ausreichend Trinken, ausgewogen Essen, genügend Schlafen.

„Körperlotionen mit Designerduft gehen ins Geld. Ihr Beitrag zur Hautpflege ist dafür mehr als dürftig.“

Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin

Verzichtbar finden wir auch Duftstoffe mit allergischem Potenzial wie Cinnamal oder Hydroxycitronellal, die in einigen Lotionen zu Abzügen führen.

Überbleibsel aus dem Erdöl

Der eigentliche Zweck einer Bodylotion ist die Hautpflege. Gerade im Winter, wenn trockene Heizungsluft oder heißes Duschen der Haut zusetzen, soll eine Lotion ihr Lipide und Feuchtigkeit zurückgeben. Passend zur Jahreszeit haben wir vorrangig Produkte für trockene Haut ausgewählt. Nun könnte eine Verbraucherin denken, wenn sie für eine Bodylotion 30 oder 40 Euro ausgibt, bekommt sie dafür auch eine luxuriöse Hautpflege. Doch darum scheint es bei den Cremes mit Designerdüften nicht zu gehen. Wichtigster Inhaltsstoff der Bodylotion von Calvin Klein ist nach Wasser Silikonöl. Bei der Lotion mit dem Jil Sander-Duft Eve kommt nach Wasser gleich das Erdölfett Paraffinum Liquidum. Beides sind synthetische Fette, die zwar ein gutes Hautgefühl erzeugen; zur Rückfettung der Haut tragen sie jedoch wenig bei, denn sie bleiben vornehmlich auf deren Oberfläche liegen. Natürliche Öle, wie sie etwa in den Naturkosmetik-Lotionen eine tragende Rolle spielen, integrieren sich dagegen besser ins Gleichgewicht der Haut. Etliche konventionelle Lotionen mischen die künstlichen Fette in ihre Rezeptur. Den Rekordgehalt von mehr als 15 Prozent Paraffinen fand das Labor bei der Lancôme Nutrix Royal Body Bodylotion.

Wenn die aus Erdöl hergestellten Paraffine allerdings nicht gut aufgereinigt sind, dann können sich darin noch Reste aus ihrer Vergangenheit befinden: aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), zu denen auch krebserregende Verbindungen gehören. Bei sechs Lotionen in unserem Test hat das Labor MOAH nachgewiesen. Die Designer-Lotionen gehören nicht dazu. Wenn sie Paraffine verwenden, dann immerhin in ordentlicher Qualität.

Notenabzüge ohne Ende

Was wir noch auszusetzen haben an den Körperlotionen: Gut zwei Drittel aller konventionellen Produkte enthalten lösliche Kunststoffverbindungen, die nach dem Duschen in die Umwelt gelangen – mit bisher unbekannten Folgen. Einige Lotionen sind mit Chlorphenesin konserviert, einer halogenorganischen Verbindung, die zu Hautirritationen führen kann. In sieben konventionellen Rezepturen stecken PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger machen können für Fremdund Schadstoffe. Bei der Calvin-Klein-Lotion kommt noch ein in unseren Augen „stark erhöhter“ Gehalt an Diethylphthalat (DEP) hinzu. DEP, das zur Vergällung von Alkohol dient, kann den Schutzmechanismus der Haut ebenfalls beeinträchtigen. Beim Calvin-Klein-Produkt hätten die Abzüge locker dafür gereicht, zweimal durchzufallen: von wegen schöne Bescherung!

TEST Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 35 Körperlotionen, -milche, -balsame und -cremes eingekauft, vorzugsweise für trockene Haut oder mit der Auslobung „reichhaltig“. 13 Produkte sind als Naturkosmetik zertifiziert. Wir deckten auch das obere Preissegment der mit Markendüften parfümierten Lotionen ab, weil die gern zu Weihnachten verschenkt werden: Für die teuerste Körperlotion haben wir 40 Euro pro 200 Milliliter bezahlt, für dieselbe Menge der günstigsten Körpermilch 38 Cent. Einige kritische Inhaltsstoffe von Körperlotionen erfassten wir über die Deklarationen der Produkte auf den Verpackungen: darunter PEG/PEG-Derivate, synthetische Polymere und das Antioxidans Butylhydroxytoluol (BHT), das im Verdacht steht, wie ein Umwelthormon zu wirken. In spezialisierten Laboren ließen wir alle Produkte auf Schadstoffe untersuchen. Wir wollten wissen, ob sie Formaldehyd/-abspalter enthalten, halogenorganische Verbindungen und Duftstoffe, die Allergien auslösen können wie Cinnamal, Cinnamylalkohol oder Hydroxycitronellal. Gegebenenfalls ließen wir auch die Gehalte an Paraffinen, aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) und Parabenen messen. Schließlich interessierten uns ökologische Aspekte: Sind die Produkte in Plastikflaschen abgefüllt, forderten wir von den Herstellern Nachweise für die Verwendung von Rezyklat. Für weniger als 30 Prozent Rezyklat oder keinem ausreichenden Nachweis für den Rezyklatanteil ziehen wir unter den Weiteren Mängeln eine Note ab.